Literaturgefluester

2018-10-27

Ein siebenter Nanowrimo?

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 00:09
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Der Oktober nähert sich seinem Ende, der November naht und damit der „Nanowrimo“, das „National Writing Month“ der Amerikaner, bei dem im Monat November ein Roman mit mindestens fünfzigtausend Worten, also täglich cirka sechzehnhundert geschrieben wird, was sich inzwischen auf die ganze Welt ausgebreitet hat, so daß da tausende schreiben oder sich  daran versuchen.

2008 habe ich, glaube ich, das erste Mal davon gehört. 2009 das erste Mal mit der „Heimsuchung“ mitgeschrieben, dann von 2012 bis zu 2015 jeweils noch einmal.

Dann habe ich ein Jahr ausgesetzt und das damalige Work on progress korrigiert und im Vorjahr wieder  mitgeschrieben, obwohl ich von der „Unsichtbaren Frau“ schon ein paar tausend Worte hatte, denn damit habe ich ja schon im September angefangen, dann Ende Oktober alles durchkorrigiert und verändert und bin damit am ersten November zum Schreibmarathon ins „Writersstudio“ gegangen und habe sechs Tage geschrieben und geschrieben, dann bin ich auf die „Buch Wien“ gegangen, habe meinen Geburtstag gefeiert und erst danach den Text zu Ende geschrieben, bin auf die fünfzigtausend Worte gekommen, die ich inzwischen wieder, das Buch ist ja noch nicht erschienen, wieder wegkorrigiert habe, also ein bißchen geschummelt und das habe ich glaube ich auch 2012 mit „Beim Sterben sollte man zu Hause sein“ und 2013 mit der „Brüderschaft“ so getan, daß ich schon ein paar tausend Worte hatte und den Rest dann sehr schnell, meist in ein paar Tagen zu Ende geschrieben habe.

Was ja, weil das ohnehin niemand kontrollieren kann, man auch außer einer Urkunde, wenn man sie sich ausdruckt, nichts bekommt und es nur, um den Schreibprozeß und die Motivation durch die Gruppe geht, nichts macht und ich muß meine Zeit , weil berufstätig und im November, die „Buch Wien“  ja einteilen.

Beim „Namen des Vaters“ habe ich glaube ich punktgenau begonnen, bei der „Nika Weihnachtsfrau“ ebenfalls und heuer werde ich, glaube ich, eher nicht mitmachen, obwohl es mir mit der „Magdalena Kirchberg“ glaube ich ganz ähnlich, wie mit der „Unsichtbaren Frau“ geht.

Denn da schleppe ich die Iidee ja schon sehr lang, ich glaube seit Anfang des Jahres mit mir herum, habe dann Ende August mit dem Schreiben begonnen und war da sehr euphorisch.

Da hatte ich ein paar schreibintensive Tage, dann immer wieder Unterbrechungen, wie weil wir in die Schweiz, mit dem Rad um den Neusiedlersee gefahren sind, ich Klienten hatte, etcetera.

Im September war der Alfred ein paar Tage mit dem Karli in Kroatien.

„Fein!“, habe ich gedacht.

„Da mache ich ein drei Tage Writerretreat!“

Habe ich auch gemacht. Nur dabei die ersten zwei Tagen, die fünfzig Seiten oder was ich damals hatte, korrigiert,  am dritten habe ich dann ein paar Szenen weitergeschrieben. Und das war es dann, denn dann kamen die Vorbereitungen für das literarische Geburtstagsfest, die „Ohrenschmaus-Texte“ waren zu korrigieren und was der Hauptgrund ist, ist wahrscheinlich, daß mir der Text, die Geschichte von der Physiotherpeutin die in Pension geht, ein Auto auf der Straße sieht und über die drei Personen, die darin sitzen, einen Roman schreiben will  nicht mehr gefällt und der Roman auch nicht so recht in Schwung kommen will, obwohl ich ja noch ein paar andere Handlungsstränge habe, beispielsweise den Momo, die Maria Mallatschek und ihre Nichte und auch die Nastasja St. mit dem Steff.

Das müßte ich neu und nochmals schreiben, denke ich. Da nochmals anfangen und Schwung hineinbringen und mir für den Roman eine wirkliche Geschichte ausdenken, denn, daß die Magdalena vor dreißig Jahren die Magda im Wilhelminenspital geboren hat, der Oberarzt Rössler ihr Geburtshelfer war, die Sophia Böhm die Hebamme und der OA einen Psychiater zu ihr schickte, weil sie nicht verheiratet war, ist zu wenig denke ich.

Dann habe ich, das kommt auch dazu, derzeit wenig Zeit, weil ich mich mit dem doppelten Buchpreis- und dem anderen Neuerscheinungslesen ein wenig übernommen habe, dreißig Bücher warten da noch auf mich und beim dbp bin ich erst bei Buch zwölf.

Klienten habe ich ja auch einige und am Abend gehe ich zu Veranstaltungen, also wenig Zeit und obwohl ich mich ja im Sommer intensiv mit dem Zeitmanagement beschäftigt habe, sind die einzwanzig Szenen, beziehungsweise dreiundsiebzig Seiten oder 36 643 Worte, die ich bis da hatte, so komplex, als daß ich mich in einer freien Zwischenstunde einfach hinsetzen und weiterschreiben konnte, denn da müßte ich das Ganze nocheinmal durchgehen, ein Cluster und einen weiteren Handlungsplan machen. Aber dazu brauche ich wahrscheinlich wieder drei Tage und am siebenten November fängt auch die „Buch- Wien“ an und mit 36. 643 Worten, kann man eigentlich auch keinen „Nanowrimo“ starten. Das wäre dann sicher zu viel geschummelt, wenn ich dann die vierzehtausend fehlenden Worte einfach irgendwann dazuschreiben würde, aber dazu würde mir derzeit wohl die Zeit und auch die Konzentration, beziehungsweise Überzeugung fehlen.

Es wäre zwar eine Idee, wenn ich die Zeit hätte, mich ab Ersten hinzusetzen und das ganze, Szene für Szene nochmals zu schreiben und zu übertragen. Ich kanns aber versuchen, habe ich gedacht obwohl ich, selbst wenn ich, am ersten November, dem Feiertag schaffe, ab siebenten wieder unterbrechen würde, dann habe ich mich am Nationalfeiertag  in Harland hingesetzt und ohne viel durchzukorrigeren, drei Szenen geschrieben, so  daß ich jetzt achtundsiebzig einhalb Seiten und 39. 248 Worte habe und auch nicht so recht weiß, wie, wie es weitergehen soll, obwohl die „Buch Wien“  immer war und ich habe das auch jedesmal so gemacht habe. Die Fünzigtausend Worte sind geschrieben worden. Ich habe im Anschluß korrigiert und das Buch ist erschienen.

Aber das war es dann und fertig, aus. Denn ich lasse es mir ja seit cirka 2000 selber drucken und stelle es nicht bei „Amazon“ ein, sondern präsentiere die Bücher auf meinen Lesungen, schreibe einen Artikel dazu, wo ich meine Leser zu einer Leserunde aufrufe, die sich, weil sie wahrscheinlich damit überfordert sind, nicht melden und da ist dann der Gedanke da „Wozu tue ich mir das an?“

Habe ich doch schon an die fünfzig selbstgemachte Bücher, werde damit aber höchstens zu einer lesung in die AS aber nie auf eine buchpreisliste kommen, etcetera, das habe ich auch schon geschrieben, daß ich nach fünfundvierzig Jahren erfolglosen Schreibens wahrscheinlich schon ein bißchen ausgepowert bin und es stimmt ja auch, wirklich neu ist die Geschichte von der Magdalena  Kirchberg nicht.

Das sind die Männerphantasien eines Adolf Muschg, Martin Walser, Michael Kumpfmüller, etcetera, zwar ebenfalls nicht, aber die haben Verlage oder stehen auf den Listen, während ich ja nur den Alfred habe, der meine Bücher druckerei fertig macht und den Uli, der mir dann erklärt, daß man Quantität nicht mit Qualität gleichsetzen kann.

Okay, ich hätte aber trotzdem gerne Anerkennung und habe das die letzten Jahre tapfer ignoriert und unverdrossen weitergeschrieben. Jetzt bin ich diesbezüglich ausgepowert, denke „Wozu tue ich mir das an und da keiner da ist, der mir wiederspricht.

In den letzten Jahren war das ja so, daß ich drei bis fünf Bücher pro Jahr herausbrachte und alle, das heißt eigentlich nur der Alfred haben gesagt „Schreib nicht so viel!“

Und das ist jetzt auch eingetreten.

Anfang des Jahres ist der Vorläufer der „Unsichtbaren Frau“, die Bloggeschichten „Besser spät als nie“ erschienen, die „Unsichtbare Frau“ liegt beim Alfred, der auch nicht sehr damit weiterkommt, so daß es gar nicht mehr sicher ist, daß es in diesem Jahr fertig wird.

Ist zwar egal, ob ich  jetzt ein oder zwei Bücher habe, die ich in meinem Jahresbericht angebe und ob die „Magdalena Kirchberg“ im nächsten Jahr oder gar nicht fertig wird und ich gebe, obwohl ich mir jetzt immer öfter „Es ist ja egal und ich schaffe es ohnehin nicht!“, denke, es wahrscheinlich auch nicht auf, sondern mache weiter meine Stunden, lese meine Bücher, gehe zu  Veranstaltungen und wenn ich Zeit habe, nehme ich mir die nun achtundsiebzig Seiten nochmals vor und versuche bis zum siebenden November  weiterzuschreiben, soviel es geht und ob ich das jetzt innerhalb oder außerhalb des „Nanowrimos“ mache, ist  egal, da der ohnehin nicht wirklich für mich ist, da ich schon sechs Bücher in diesem Rahmen geschrieben habe, weiß, daß ich das kann und, daß das Einzige, was ich brauche Anerkennung wäre.

Aber die scheine ich nicht zu bekommen, obwohl ich, was die „Unsichtbare Frau“ betrifft, schon einen Erfolg zu vermelden habe, denn da ich am 9. 11. meinen fünfundsechzigsten Geburtstag feiere und ich, als ich Fünfzig wurde, fünfzig Minuten bei meinem Geburtstagsfest gelesen habe, 2013 sechzig, habe ich für heuer nur die Ruth und den Rudi, meine literarischen Gefährten, als Co-Leser eingeladen und werde selbst so an die zweiunddreißig komma fünf Minuten lesen, das heißt vier Szenen aus der „Unsichtbaren Frau“, um damit das Buch auch in diesem Rahmen vorzustellen und das habe ich schon geprobt und da habe mir die ausgewählten Stellen auch gefallen und  gedacht „Das ist gut, das lese ich vor!“

Also sehen, wie es mit dem „Nanowrimo“ wird? Ob ich mich da heuer offizielle oder inoffizell beteilige und, wie sehr ich im November zum Weiterschreiben komme?

Komme ich nicht sehr, bleiben mir noch die Weihnachtsferien und da kann ich ja meinen höchstpersönlichen „Nanowrimo“ machen und schauen, ob ich doch noch einen Handlungsplot für die Magdalena Kirchberg zusammenbringe?

Die Schreibgruppe in der ich in den letzten Jahren immer wieder, wenn es passte, eine Szene zum jeweiligen Projekt geschrieben habe, gibt es ja nicht mehr, was ich, da ich die erste Szene dort ja Anfangs des Jahres dreimal geschrieben habe, auch nicht brauche.

Was ich bräuchte, wäre etwas Anerkennung zur Motivationssteigerung. Aber wenn die nicht kommt, muß ich es anders machen und vielleicht vermehrt meinen Bücherstapel hinunterlesen.

Obwohl ich mir da jetzt auch schon dachte „Wozu tue ich mir das an, immer daszu lesen, was die anderen schreiben?“

Daß die auch  nur mit Wasser kochen, habe ich ja schon herausgefunden und soviel besser, als ich, schreiben sie auch nicht immer, obwohl sie auf den Buchpreislisten stehen.

Ob ich es schaffe nicht mehr zu lesen, sondern nur mehr zu schreiben, weiß ich nicht, denn daran würden mich ja meine Büchertapeln im Bad und Schlafzimmer hindern und, daß ich nicht mehr zu Veranstaltungen gehe und stattdessen schreibe, habe ich im Jahr 2000 probiert und das war, wie ich mich erinnern kann, auch kein so besonderer Erfolg und hat keine Veränderung gebracht.

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