Literaturgefluester

2018-11-20

Wie hoch die Wasser steigen

Jetzt kommt  Buch sechzehn des dBp und eines von dem ich vorher schon sehr viel hörte, ist Anja Kampmanns „Wie hoch die Wasser steigen“ doch auch für den „Preis der Leipziger Buchmesse“ nominiert worden und Anna Bozena Badura hat mir das Buch, als wir in Essen bei ihr wohnten gezeigt und die 1983 in Hamburg geborene, in Leipzig wohnende Autorin auch auf der Buchmesse interviewt und in den Blogs war das Buch auch sehr oft zu sehen.

Es ist das Debut der Autorin, die sich offenbar schon als Lyrikerin einen Namen machte und das habe ich öfter gelesen, merkt man dem  Buch, an dem die Autorin offenbar sehr lang gearbeitet hat auch an, die Sprache nämlich sehr verdichtet, obwohl das Buch ja einen eher unlyrischen Inhalt hat, was es wahrscheinlich so außergewöhnlich macht.

Geht es doch um die rauhe Arbeitswelt, um die Welt der harten Männer, die auf Bohrinseln leben und oft schon jahrelang ihre Familien nicht gesehen haben und daher, obwohl sie dabei viel Geld verdienen, entwurzelt und vielleicht auch verloren sind.

Das Buch ist ein Debut, daher wundert es mich ein wenig, daß es nicht auf der heurigen und auch nicht, wie ich ursprünglich annahm auf der vorigen Bloggerdebutpreisliste steht.

Jetzt ist es zu spät es zu nominieren und ich habe mir mit dem Lesen auch nicht sehr leicht getan, war für mich der Inhalt des Roadmovies wahrscheinlich ähnlich oder anders verwirrend, als das des Denis Pfabe, das ja auch sehr lyrisch und verdichtet und auch noch viel kürzer ist.

Es geht um Wazlaw oder Wenzel, einen im Ruhrgebiet aufgewachsenen, dessen Familie aus Polen stammt und der schon seit zwölf Jahren auf den Bohrinseln lebt und arbeitet. Sechs Jahre machte er das mit seinem Freund Matyas, hatte zu ihm offenbar auch eine sehr  vertraute Beziehung, eine Wohnung in Tanger und einen Meldesitz in Malta aus Steuergründen. Man sieht die Globalisierung und Matyas kehrt eines Tages nicht mehr auf die Plattform zurück. Ist offenbar im Meer verschwunden, verunfallt. Man weiß das nicht so genau. Die Gesellschaft sucht auch nicht nach ihn, sondern schickt Wazlaw nur mit seinen Sachen nach Ungarn, um sie seiner Schwester zu bringen.

Der üernachtet bevor er das tut, ein paar Nächte im „Gellert“ in Budapest und läßt sich von einem Schneider einen Anzug schneidern. Dann übergibt er die Sachen, kehrt aber nicht mehr auf die Insel zurück, sondern irrt durch die Welt und durch sein Leben.

Denn da gab es ja eine Beziehung zu Milena, mit der er ein Leben in Polen aufbauen wollte, was aber nicht glückte. So fährt Waczlaw gegen Norden, übernachtet in <hotels, besucht in Italien seinen Onkel Alois, der ihm eine Brieftaube übergibt, die er ins Ruhrgebiet, wo er aufgewachsen ist, bringen soll.

Milena erfährt er, liegt im Koma. So reist er nach Polen, spricht mit ihrer Schwester und dann immer weiter bis das Buch in einem Epilog endet.

Ein interessantes Roadmovie fasse ich zusammen, interessant wegen des eher unlyrischen  Inhalts, der von der rauhen Welt der Männer, die auf Bohrinseln leben, spielen, saufen, lieben und die Wurzeln zu ihrer Heimat schon lang verloren haben.

Interessant ist auch, daß Anja Kampmann sehr lang an dem Buch gearbeitet hat, viel dafür recherchierte, wie auch im Anhang steht.

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2018-11-19

Stefan Zweig Forschung

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:22
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Ich habe mich ja als ich „Nicht berühren“ geschrieben habe, mit dem 1881 geborenen und 1942 aus dem Leben geschiedenen „Ich grüße alle Freunde, mögen sie die Morgenröte noch erleben nach all der Nacht. Ich allzu Ungeduldiger gehte ihnen voraus„, Stefan Zweig berschäftigt und im Zuge meiner Recherche mich ziemlich gründlich durch sein Werk gelesen und hatte da noch die Ö1 Sendung im Ohr, wo eine Literaturgeschichte >Österreichs vorgestellt und erklärt wurde, daß man statt Stefan Zweig und Peter Rosegger  Franz Michael Felder hineingenommen hätte, etwas, was sich, glaube ich, durch den Film „Vor der Morgenröte“ oder auch so geändert hat, jedenfalls hat die „Gesellschaft für Literatur“ immer Stefan Zweig Veranstaltungen, es gibt in Salzburg das Stefan Zweig Center und im Salzburger Literaturarchiv, das ich einmal mit dem Alfred und der Margot Koller besucht habe, hat man mir sogar eines seiner Notizbücher gezeigt.

Stefam Zweig der Vielschreiber und Vielgereiste, der in den Zwanzigerjahren in Deutschland sehr berühmt wurde, bevor er sich 1942 im Brasilianischen Exil das Leben nahm, ist wahrscheinlich immer noch umstritten.

„Die Welt von Gestern“ halte ich ein großartiges Buch, „Die Ungeduld des Herzens,“, die Novelle die„Gouvernante“, „Amok“ weniger und auch die „Schachnovelle“ hat mich eigentlich nicht so vom Sessel gerissen, wie auch seine Biografien, wo ich „Maria Antoinette und „Fouche“ gelesen habe.

Eine ganze Menge eigentlich,  sein Werk hat mich sehr beeindruckt und ich halte ihn für einen großen Dichter, ob er homosexuell, ein Spanner und Exhibitionist war, wie behauptet wird, ist mir eigentlich egal und geht uns, wie ich finde nichts an und heute wurde in der „Gesellschaft“ von Clemens Renoldner den Zweig Experten und noch Leiter des Centers ein tausendseitiges Handbuch vorgestellt, das um etwa zweihundert Euro käuflich zu erwerben war.

Clemens Renoldner der bisherige Leiter und Arturo Lacariti, der künftige haben es mit noch anderen herausgegeben und dazu auch junge Literaturwissenschaftler und auch ältere wie Evelyne Polt-Heinzl und Alexandra Millner aufgefordert, einen Beitrag dazu zu schreiben.

Clemens Renoldner hat in das Werk eingeführt, was mich zu denken veranlaßte, daß man sich den Kauf des Jandbuches, wenn man die „Welt von gestern“ gelesen hat, eigentlich ersparen kann, was wie ich denke, ein Kompliment ist, die Herausgeber, die einem das Monsterbuch an Herz legten. aber wahrscheinlich schmerzt.

Clemens Renoldner hat in das Inhaltsverzeichnis eingeführt und zwei Originaltexte gelesen, dann wurde viel gefragt und dieskutiert. Im Publikum scheinen sich auch die Zweig Experkten befunden zu haben. Es wurde erwähnt, daß Zweig erst in der letzten Zeit von den Literaturwissenschaftlern anerkannt wurden, weil er früher wahrscheinlich weder links noch rechts genug war und außerdem im Nachkriegs Wien nicht mehr vorhanden, aber immer viel gelesen wurde. Er hat Wien gehaßt und sich auch nach Salzburg zurückgezogen. Sein Nachlaß ist überall verstreut, wurde zum Teil aber vom Literaturarchiv Salzburg aufgekauft.

Nachher gabs es Wein und Käsecräker, ich habe mich mit Helene Hofmann unterhalten und das zweihundert Euro Buch wurde natürlich nicht gekauft. Ich denke aber, wenn man die „Welt von gestern“ liest kann man es sich wahrscheinlich sparen. Denn dann hat man den Originalton, obwohl die jungen und älteren Literaturwissenschaftler wahrscheinlich gründlich recherchieren und wahrscheinlich auch alles besser wissen, die Veranstaltung war aber ohne Zweifel interessant.

2018-11-18

Der Tag endet mit dem Licht

Filed under: Bücher — jancak @ 00:30
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Jetzt kommt wieder ein Buch von der Herbstleseliste, eines das nicht auf der dBp oder der öst, wohl aber auf der Bloggerdebutliste, wo ja bald die Shortlist bekanntgegeben wird, steht und eines das mich sehr verwirrte und etwas ratlos zurückließ.

Wird das dünne hundertneunzig Seiten Büchlein des1986 in Bonn geborenen Denis Pfabe, der die „Bayrische Akademie der Sprachkunst“ besuchte, doch bei „Amazon“ hoch gelobt und auch Katja Lange- Müller hat „konzentriert, bildstark und kein Wort zu viel. Die enorme Spannung, die sich in diesem Roman von der ersten Seite an aufbaut, verdankt sich Denis Pfabes stilistischen Minimalismus“, auf den Buchrücken geschrieben.

Etwas was sich auch bei den „Amazon Rezensenten“ wiederfindet, daß sie die sowohl die Konzentration und die Spannung loben, aber mir war es wohl zuviel an Konzentration, so daß ich von der Spannung wahrscheinlich nicht viel mitbekommen hatte, hatte ich ja große Mühe, die ineinanderverschlungenen und meiner Meinung nach sich  auch widersprechenden Handlungsebenen zu verstehen.

Es geht, um eine Texilkünstlerin, die nur ein Auge und keinen Vater hat und die in den Achtzigerjahren, glaube ich, einem exentrischen Künstler, als Assistentin durch die USA folgte, weil der dort für ein Kunstprojekt Häuser zersegen und die Fenster nach Europa bringen lassen wollte.

Dazu brauchte er ein Team von ungehobelten Arbeitern mit denen die junge Frau, die vom Meister einen Packen Geld bekam, verhandeln sollte. Es gibt auch einen nicht anwesenden Galeristen und der Meister verschwindet immer wieder irgendwohin. Ansonsten schmeißt er mit dem Geld herum, verlangt von den Arbeiter unverständliche Dinge und die junge Frau bekommt von ihnen gesagt, daß sie ihnen, als Frau nichts anzuschaffen habe.

Ein legendärer Entführungsfall aus den Dreißigerjahren spielt auch eine Rolle und das konzentrierte Buch wird immer wieder durch Zeitungsnotizen oder Katalogeinträge, die auf das Werk des Meisters   hinweisen, unterbrochen.

Sein Lebenslauf wird auch erwähnt. Er, Adrian Ballon, wurde in den USA geboren, kam dann mit seinem Vater nach Deutschland. Jetzt kehrt er wieder in die USA und an den Ort Paradise zurück, wo er sich schließlich in seinem Ferrari erschießt, nicht ohne Frieda Beier vorher mitzuteilen, daß sein Vater eigentlich auch der ihre war und sein Vater ist auch am Tod seiner kleinen Schwester schuld.

Man sieht, da geht es weg von der Konzeptschuld. Es geht um Schuld und Sühne und hat vielleicht nicht mehr soviel mit Konzeptkunst zu tun. Es geht aber auch um Zerstörung, denn das ist  wohl auch das große Thema des Debutroman und am Ende führt die Texilkünstlerin das Werk des Meisters weiter und ich muß gestehen, daß ich das Buch nicht wirklich verstanden habe.

Wahrscheinlich hat es mir auch nur nicht gefallen, während in den Rezensionen, die ich gelesen habe, die dichte Zeichnung des Roadmovies, man könne sich das „staubige heiße Texas“ bildlich vorstellen, erwähnt wird und da fällt mir ein, daß ich vor kurzem ein anderes Roadmovie gelesen habe, wo es auch durch Amerika gegangen ist.

2018-11-17

Hysteria

Nach den österreichischen Buchpreisbüchern und der „Buch-Wien“, die mich letzte Woche intensiv gebeutelt haben, geht es wieder zurück zum dBP und den letzten vier Büchern, die ich da noch zu lesen habe, also Buch fünfzehn, das mit dem berühmten Satz, der wahrscheinlich nicht nur Klaus Kastberger, dem Grazer Literaturhausleiter und Bachmannjuror, beginnt „Mit den Himbeeren stimmte etwas nicht.“ gefällt, da ich ihn mehrmals auf seiner Twitterseite gelesen habe.

Ein Longlistbuch mit der  1966 in Frankfurt geborene Eckhart Nickel im vorigen Jahr in Klagenfurt gelesen hat und es ist, kann ich gleich verraten oder spoilern ein widersprüchiges Buch, dem man wahrscheinlich nicht gerecht wird, wenn man es nach der ersten Seite auf den Misthaufen schmeißt und hofft, daß dann etwas Biologisches daraus entsteht.

Denn darum geht es. Um eine Welt in der alles künstlich ist, eine Dystopie, die in einer Zukunft spielt, in der Alkohol verboten ist, man nur noch an bestimmten Tagen Autofahren kann und man wenn man sich berauschen will, in eine Armomabar geht.

Man kann nur mehr Kulinarik studieren und das tat der hypersensible Bergheim auch. Er geht auf den Markt, sieht, daß die Himbeeren im Schälchen künstlich sind und die Tiere, die dort auch verkauft werden, nicht mehr bluten. Das führt ihn zu der Farm, wo die Früchte erzeugt werden und von dort ins kulinarische Institut, beziehungsweise in eine Baumschule, wo seine Jugendliebe Charlotte inzwischen Direktorin ist.

Das wird sehr unheimlich erzählt. Überall ist es dunkel. Bergheim fühlt sich übermacht und man könnte denken, daß das Buch eher „Paranoia“ heißen sollte. In dem Institut wird er, obwohl er sich nicht angemeldet hat, vom Assistenten gleich erwartet, Charlotte ist per „Sie“ mit ihm und tut, als würde sie ihn nicht kennen und seltsame Schreie ertönen auch von überall her.

So begibt sich Bergheim auf die Suche in dem Institut und kommt in ein Badezimmer, das offenbar Charlotte gehört und man könnte sich fragen, wieso gibt es in einer Baumschule ein solches mit intimen Gegenständen? Und mit Hilfe eines solchen setzt sich Bergheim nun in die Vergangenheit zurück und ich war die nächsten Kapitel sehr verwirrt, denn jetzt geht es plötzlich in eine Buchhandlung, in ein Antiquariat eines Herrn Weiss und das hat dann nichts mehr mit dem bedrohlichen Zukunftsszenarieum zu tun, sondern klingt liebevoll altmodisch. Die Assistentin dekoriert die Schaufenster im Sinne E. T. A. Hoffmanns und ich habe die Liebe zu Büchern hinausgelesen, nur gedacht, wie passt das jetzt zusammen?

Bergheim hat mit Ansgar und Charlotte Kulinarik studiert, ließ seine Abschlußarbeit bei Herrn Weiss der später Schöpfer heißt und einen Copyschop betreibt, wo das Papier allerdings handgeschöpft hergestellt wird, besucht mit Charlotte eine Aromoabar und als er in seinem Gang durch die Vergangenheit soweit ist, kommt Charlotte ins Badezimmer, reißt ihn heraus, nennt ihn jetzt wieder „du“ und sagt, keiner darf merken, daß er im Badezimmer war, denn die Führung durch das Institut geht weiter. Sie wollen in den Keller, wo alle Künstlichkeiten hergestellt werden. Geht aber nicht, die seltsamen Schreien hindern sie daran. Also zuerst zu einem künstlichen Goumetabendessen. Vorher fliegt Bergheim aber eine künstliche Fliege ins Auge und als er, weil ihm die Schreie weiter irritieren, in den Keller stürzt, findet er dort die „Herrin der Fliegen“, vom künstlichen Fliegenschwarm überfallen und halbzerfessen. Kann sie gerade noch retten und am nächsten Tag, als er mit den ersten Autobus in die Stadt zurückfährt, kommt er zerraufft und zerrissen am Markt an, schnappt sich dort ein Schild, schreibt sowohl „Fleisch“, als auch „falsch“ darauf und stellt sich so zur Schau, was die Passanten beruhigend zu ihren Kindern sagen läßt „Nicht hinschauen, das ist nur ein Wirrkopf!“

Also doch ein tolles Buch, obwohl ich das am Anfang nicht so gemerkt habe.

2018-11-16

Selbstbild mit russischen Klavier

Filed under: Bücher — jancak @ 01:08
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Weiter gehts mit der allgemeinen Literatur, wir bleiben in Österreich, sogar in Wien, obwohl der 1943 geborene Wolf Wondratschek, ein deutscher Autor ist. Er lebt aber in Wien und sein neuestes Buch spielt auch dort.

Das Letzte das ich vor neun Jahren von ihm gelesen habe, „Mozarts Friseur“ spielt auch dort und es ist mir beim Lesen ein wenig seltsam gegangen. Denn eine sehr schöne poetische Sprache führen durch die Kapitel und das Buch, in dem es um einen Schriftsteller oder ein Ich, das wird gar nicht so so genau erklärt, geht, der in einem Wiener Kaffeehaus oder eigentlich ist es die Pizzeria „La Gondola“ am Siebenbrunnenplatz, einen alten russischen Musiker namens Suvorin trifft und der eine erzählt, daß der andere ihm sein Leben erzählt.

Beides in der Ich-Form, so daß es gar nicht so leicht ist, die Erzählebenen zu unterscheiden und sich auszukennen und Handlung hat das Buch ebenfalls eigentlich keine. So daß ich zwar nicht soviel spoilern kann, aber vielleicht wieder eine Rüge bekomme, daß ich wesentliche Dinge ausgelassen mich nur im Details festgehalten habe.

Es ist ein leichtes lockeres Plaudern über Gott und die Welt könnte man so sagen und manchmal ist es auch ein Geschimpfe, beispielsweise über Wien, daß dort die Post zwei Wochen braucht, um Briefe zuzustellen und, daß die Fenster in den Wohnungen so zügig sind, daß man mit Westen schlafen muß.

Das betrifft, denke ich, höchstens die Altbauwohnungen und es ist in gewißer Weise auch ein „altmodisches Buch“, das viel von Musik handelt, denn jener Suvorin, ein alter kranker, ich glaube auch ungepflegter Mann, dem die Ärzte das Trinken und das Rauchen verboten haben, war ein, ich glaube wieder, berühmter Pianist, der das Klavierspielen längst aufgeben mußte, aber immer noch von Bach, Beethoven und Heinrich Schiff schwärmt.

Sehr beeindruckt hat mich, um bei den Details zu bleiben, die Stelle, wo der Musiker, „in Wien habe man das Gefühl, daß es nur zwei Sorten Russen gebe, Millionäre und Musiker“, wird zitiert,  den Applaus nach einem Konzert haßt. was ich verstehen kann, daß das einen sensiblen Menschen irritieren kann, wenn er sich in seine Musik vertieft und dann auf einmal geht der Lärm und das Geklatsche, das Bravo rufen los. Das kann einen wahrscheinlich  aus der Stimmung herausreißen. Deshalb will er es bei seinen Konzerten verbieten lassen, was wohl möglich ist, beim „Parsifal“ darf man das eigentlich auch nicht und der Pianist könnte es auch am Anfang sagen oder ins Programmheft drucken lassen, aber im Arbeiter- und Bauernstaat der SU, wo Savorin herkam, war das nicht möglich und da besuchten ihn auch die Funktionäre und ließen ihn wissen, daß das von der Obrigkeit nicht erwünscht ist.

Schostakowitsch hat ja unter der Wilkür Stalins sehr gelitten und unser Held war acht, als der gestorben ist. Die Funktionäre hat es aber noch immer gegeben, so hatte er Fluchtgedanken, wünschte sich nach San Remo oder stellte sich vor, daß er ab nun mehr nur unbeliebte Musik spielen würde, denn dann klatscht man nicht.

Er war auch verheiratet und hatte zwei Kinder und unter dem Tod seiner Frau sehr gelitten. Jetzt sitzt er allein in Wien, darf nichts mehr trinken und rauchen und sitzt offenbar die ganze Zeit bei einem Glas Wasser oder höchstens einer Melange in dem Cafe oder geht mit dem Schriftsteller auch manchmal die Margaretenstraße hinunter, was ich sehr spannend finde, weil ich ja in diesem Bezirk wohne und die Protagonisten in meinen Büchern, das auch manchmal tun und ich mir auch die Frage stellte, ob Wolf Wondratschek vielleicht ebenfalls in diesem Bezirk wohnt?

Der Musiker verschwindet gegen Schluß und der Schriftsteller muß  ihm suchen, geht aus diesem Grund sogar aufs Friedhofsamt und läßt sich von einer netten Dame dort erklären, daß er nicht gestorben ist, aber die Rechnung für sein Grab nicht bezahlt hat.

So überlegt er, die nette Dame nach der Adresse zu fragen, tut es dann nicht und der alte Musiker war ein Ansichtskartensammler und hat von seinen Reisen, die er ins Ausland machen durfte, immer einige mitgebracht, aber nie solche geschrieben.

Von solchen Details lebt das Buch, das eigentlich kein wirklicher Roman ist, sondern ein leichtes lockeres Geplauder mit  vielen Details in schöner Sprache. Philosophische Gedankensplitter könnte man fast sagen und es liest sich einerseits leicht, andererseits wieder für eine, die gewohnt ist, die Handlung zusammenzufassen, wieder nicht.

„Kann man gott zum Lachen bringen?“ lautet so einer dieser philosophischer Gedankensplitter, die sogar am Buchrücken stehen.

„Wer gefallen will, hat auf einem Konzertpodim nichts verloren“, ein anderer und so geht es durch das  Buch und durch das Leben des alten kranken russischen Suvorin. Wahrscheinlich auch durch das Leben von Wolf Wondratschek und ich habe ein interessantes Buch mit interessanten Fragen gelesen und bleibe am Schluß noch am Einstiegsmotto „Weiß der Zufall was er will?“, hängen und weiß auch hier die Antwort nicht.

2018-11-15

Jahre später

Buch vierzehn des dBps und das war eine Überraschung, hatte ich mir ja von dem dritten Teil der Trilogie der 1958 in Ahrensburg geborenen Angelika Klüssendorf, sehr viel erwartet, ist sie doch schon mit Teil eins „Das Mädchen“ und Teil zwei „April“ jeweils auf der Shortlist des DBps gestanden.

Das Buch wurde überall hoch gelobt, manche sahen in  der Frühjahrsneuerscheinung auch das Preisbuch. Es kam aber nicht auf die Shortlist und ich stellte fest, daß es schwer ist, in den dritten Teil einzusteigen und hätte mir wahrscheinlich leichter getan, wenn ich die zwei anderen Bücher gekannt hätte, aber 2011 und 2014 habe ich noch nicht Buchpreis gebloggt, so blieb ich etwas überrascht, wenn nicht enttäuscht zurück, denn ich schreibe es gleich, ich bin in das Buch nicht hineingekommen, habe es vielleicht auch nicht verstanden, auf jeden Fall aber den großen literarischen Wert nicht erkannt, ließ es mich doch eher verwirrt zurück.

Der erste Teil, entnehme ich dem Klappentext oder dem, was ich schon vorher gehört habe, handelt vom schwierigen Aufwachsen eines Mädchensj in der ehemaligen DDR, das heißt April, wie auch im zweiten Teil das Aufwachsen und das Entwicklen zur Schriftstellerin beschrieben wird, aber eigentlich behandelt, es das Leben der Autorin und bei einem Interview mit Dennis Scheck habe ich sie sagen gehört, daß das fiktive Ich natürlich nicht sie selbst, sondern eine Kunstfigur ist. Angelika Klüssendorf war jedenfalls mit Frank Schirrmacher, dem berühmten Journalisten, verheiratet und in „Jahre später“ lernt April, die inzwischen einen Sohn namens Julius hat, was wahrscheinlich in Teil zwei beschrieben wurde, bei einer Lesung einen seltsamen Mann, sie schreibt von einem „Kindergesicht“ kennen, einen Chirurgen namens Ludwig, kennen, den sie dann heiratet.

Das hundertfünzig Seiten schmale Büchlein schildert nun, ich gebe es zu, in poetisch schönen Skizzen, die Ehe der beide, die scheitern mußte, weil sie beide sehr schwierige Persönlichkeiten sind. Ich habe sie aber eher seltsam und auf jeden Fall unrealistisch empfunden und das ist ja etwas, mit dem ich bekanntlich Schwierigkeiten habe, so daß ich eine eher unangenehme Überraschung erlebte.

Denn mir wurde nicht klar warum die Beiden heiraten. Sitzt sie doch bald nach ihrer Hochzeit vereinsamt in der großen Wohnung und hat die Geister von den Filmen, die sie sich am Abend mit ihrem Chirurgengatten ansieht in der Küche.

April zieht mit ihrem sohn, zu dem sie auch eine schwierige Beziehung hat, von Berlin nach Hamburg, dann wieder nach Berlin zurück. Der Chirurg mit dem Kindergesicht ist auch seltsam. Die Beiden machen seltsame Sachen, zum Beispiel Kollegen des Arztes mit verstellter Stimme anrufen. Der Sohn zieht dann zu seinem Vater. April wird nochmals schwanger. Die Ehe geht schief und am Schluß beginnt sie offenbar ihre Geschichte aufzuschreiben und das Buch endet mit dem Satz mit dem Buch eins begonnen hat.

Dennis Scheck und andere waren von dem Buch begeistert, aber das habe ich schon beim Buchmessensurfen festgestellt, daß sich mein und sein Geschmack offenbar unterscheiden. Ich habe die literarische Qualität nicht entdeckt und weil ich mir wahrscheinlich zu viel erwartet habe, war ich nachher auch enttäuscht, bin aber gespannt, ob ich Buch eins und zwei auch noch finde und da zu einem anderen Ergebnis kommen werde?

2018-11-14

Revolutionsworkshop mit Antiquariatsbesuch

Ich besuche dieses Semester ja in der „Dokumentationsstelle für ost – und mitteleuropäische Literatur“ bei Stephan Teichgräber das „Workshop“ „Die Revolution in der Literatur“, vorher war der utopische Roman, die Partisanenliteratur und die Literatur des Centropes daran, inwischen bin ich wieder die einzige Teilnehmerin, also ein sehr intimes Privatissimum und vorgeschlagen wurden von Stephan Teichgräber Alfred Döblin Tetrlogie „November 1918“ und Alexej Tolstoi Romantrilogie „Der Leidensweg“.

Wir haben in der ersten Stunde, als noch die Ruth anwesend war, diskutiert welche Bücher wir noch einbeziehen können und ich bin dann auf Csokors „3. November 1918“ beziehungsweise auf den Loibelsberger- Krimi „Schönbrunner Finale“ gestoßen, denn wir haben ja in Österreich ein Jubiläumsjahr mit hundert Jahre Republik am zwölften November.

Da ist in der „Edition Tarantl“ auch ein neues Buch herausgekommen „November 1918 in der österreichischen Literatur“, das ich aber nicht habe und wegen der „Buch-Wien“ auch nicht zur Präsentation in die „Libreria Utopia-Buchhandlung“ am achten November gegangen bin.

Es ist auch nicht so ganz klar, wie weit die Republiksgründung mit der Revolutio  zu tun hat und  bisher haben wir auch eher das erste Kapitel von Döblins „November“ analysiert, was Stephan Teichgräber ja sehr, mir etwas weniger wichtiger ist, nach den Metaphern zu suchen, sie zu benennen und dann Stammbäume mit ihnen aufzuzeichnen. Aber gut, ich habe ja nicht Germanistik studiert, sondern bin an der Literatur eher von der schreibenden Seite her interessiert.

Letzte Woche hat mir Stephan Teichgräber schon vorgeschlagen, mir die zwischen 1920 und 1940 erschienene Trilogie von Alexei Tolstoi, nicht zu verwechseln mit dem Lev, aber der 1882 geborene und 1945 gestorbene, ist irgendwie schon mit ihm verwandt und ein Graf war er ebenfalls. Wenn er sich dann später auch an Stalin anpasste, zu besorgen, aber wenn das Buch in den Vierziger- oder Fünzigerjahren erschienen ist, dann gibt es es nur mehr antiquarisch oder ich finde es rein zufällig in den Bücherschränken, wofür es mir aber zu speziell erscheint, so daß es ein großer Zufall wäre.

Stephan Teichgräber konnte es mir auch nicht kopieren, denn er liest ja immer die Originalausgabe, also haben wir das letzte Mal gesprochen, wie ich es bekommen könnte?

Es könnte mir jemand zum Geburtstag schenken, habe ich gewitzelt oder im Internet antiquarisch bestellen, wo es nur ein paar Euro kostet, was aber etwas ist, worin ich wenig Erfahrung habe.

Die letzte Woche war dann auch sehr hektisch, bin ich doch vom Seminar gleich zur „Buch-Wien“ gefahren und dort gab es zwar ein paar antiquarische Stände, wo man seine Bücher schätzen lassen konnte und einen diesbezüglichen Vortrag hat es auch gegeben, aber keinen Alexej Tolstoi und dann bin ich mit der Margot Koller an der Buchhandlung in der Margaretenstraße, gleich der Kongasse gegenüber vorbeigegangen, die, glaube ich, ein Antiquariat ist und habe da gesehen, jedes Buch kostet nur drei Euro. Also ein totaler Abverkauf. Da war am Samstag  keine Zeit hineinzugehen. Am Dienstag ist es mir wieder eingefallen. Ich bin hingegangen und habe erfahren, daß der „Chef“ gestorben ist und sein Freund, das Geschäft für ihn auflöst. Zwei Bücher habe ich gekauft, aber keinen Alexei Tolstoi, da war das einzige Buch das es gegeben hat, schon weg.

Aber Stephan Teichgräber ist sehr hartnäckig und hat für mich heute ein anderes Antiquariat in der Margaretenstraße angerufen, offenbar ein besser bestücktes, denn sie hatten die drei Bände. Sie kosteten vierundzwanzig beziehungsweise zwanzig Euro und weil ich  eine Sparefrohin bin, hat Stephan Teichgräber die Bände für die Dokumentationsstelle besorgt und sie sind sehr schön. Eine Ausgabe aus den Fünfzigerjahren, in Moskau im „Verlag für fremdsprachige Literatur“ erschienen.

Jetzt hätte ich also sehr viel zu lesen. Interessant ist dabei, daß die russische Ausgabe viel dünner ist. Sie ist in einem einzigen Band enthalten. Wenn ich nicht so eine lange Leseliste hätte und noch fast dreißig Neuererscheinungen in diesem Jahr auf mich warten, was schon nicht zu schaffen ist, mich dann durch den hier fast vergessenen Dichter zu lesen?

Ich weiß nicht, ob ich das will und ob ich das schaffe. Wartet ja auch ein neuer Vladimir Sorokin unter anderen interessanten Büchern auf mich und von der deutschen Buchpreisliste lese ich gerade Buch fünfzehn und habe noch drei weitere auf meiner Liste.

Nun ja und gut, aber sehr interessant mich einmal ein bißchen in die Welt des Antiquariats einzulassen, die für mich ja etwas sehr Fremdes ist, wenn man nicht die Bücherschränke auch als ein solches betrachten will und ich auch sehr alte Bücher in meinen Regalen habe, in diesem Jahr aber fast nur Neuerscheinungen gelesen habe.

2018-11-13

Verena Mermers Autobus

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 22:44
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Die 1984 geborene Verena Mermer, die ich, glaube ich, durch diese Schreibwerkstatt in der „Österreichischen Gesellschaft für Literatur“ kennenlernte, ist eine sehr politische Autrin, obwohl mich ihr erstes Buch „Die Stimme über den Dächern“, nicht so begeistert hat, ihr zweites heute im Literaturhaus vorgestellt „Autobus <ultima Speranza“ , im Residenz-Verlag erscheinen, tat das sehr wohl. denn es ist ein sehr realistisches Buch mit einem sehr realistischen Thema, das mir sehr liegt und über die ich ja auch Jahrzehnte schreibe und Verena Mermer stellte das Buch, das von Cornelius Hell moderiert wurde auch sehr engagiert vor.

Cornelius Hell, den ich auf der „Buch-Wien“, ich glaube, im Studentakt zu den unterschiedlichsten Büchern moderieren hörte, zog auch den Faden von Andrej Kurkows „Kartografie der Freiheit“, das er unter anderen in der „Gesellschaft für Literatur“ moderierte, denn in beiden Büchern geht es um die Arbeitsmigration. Bei Verena Mermer um einen Bus, der rumänischen Buslinie „Speranza“, der von Wien nach Klausenburg fährt und dabei die unterschiedlichsten Schicksale der Arbeitsmigranten, Putzfrauen, Pensionistinnen, Bauarbeiter und das der beiden Buschauffeure Johan und Adrian erzählt.

Erstaunlich offen, erstaunlich engagiert, erstaunlich realistisch. So liebe ich ja die Lteratur und so ist sie sehr oft nicht, weil sie sich um die schöne Spache dreht und den Plot, den Realismus, die Realität der Welt wie diese, außen vor läßt.

Konstantin Kaiser, der mit sagte, daß er mit Verena Mermer, die ja auch am Volksstimmefest gelesen hat, befreundet ist, war mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter im Publkum, die während der Lesung ziemlich lebhaft ihren Kinderwagen durch das Foyer schob.

Ich habe mich mit ihm im Anschluß beim Glas Wein unterhalten, Cornelius Hell und die Autorin kamen hinzu und bei Heidi Selbach vom „Residenz-Verlag“ habe ich mich bedankt, daß sie mir ja nach Leipzig Cordula Simons „Der Neubauer“ zugeschickt hat und die wurde von Cornelius Hell in ihrer Einleitung auch sehr lobend, als eine der wenigen Autorinnen erwähnt, die sich wie Verena Mermer mit Oteuropa und seinen Schicksalen schreibend auseinandersetzt.

2018-11-12

Angelika Stallhofer bei den Wilden Worten

Angelika Stallhofer

Angelika Stallhofer

Nach der intensiven vorigen Woche, mit drei Lesungen, der österreichischen und der europäischen Buchpreisverleihung und Buch-Wien ist es heute gleich weiter mit der Literatur gegangen. Zwei Termine standen zur Auswahlt.

In der „Alten Schmede“ wurde Vladimirs Vertib neuer Roman „Viktor hilft“ vorgestellt, den ich schon auf der „Buch-Wien“ auf der „Standard-Bühne“ hörte, das Buch aber nicht habe und Richard Weihs stellt die 1983 in Villach geborenen Angelika Stallhofer mit ihren Debut „Adrian oder Die  unzählbaren Dinge“ vor, wo ich das Buch in meinen Regalen liegen habe, die Autorin aber noch nicht kannte.

Ich entschied mich für Richard Weihs und seine „Wilde Worte“, von dem ich mir das letzte Mal ein Gedicht für die „Magdalena Kirchberg“ gewünscht habe, traf Luis Stabauer und noch ein paar bekannte Gesichter dort. In dem Buch geht es um den Werbetexter Adrian, der mit einer Autorin namens Anna zusammenlebt und offenbar immer mehr in die schöne Smartphone Welt abgleteitet.

Bei der Diskussion gab es keine Fragen aus dem Publikum, dafür vom letzten Mal achtzehn Wunschgedichte. Eines davon war, wie beschrieben meines, das mir auf dem ersten Blick gar nicht so passend erschien:

„Magdalena Kirchberg sag was tust du da? Seit Stunden schon

sitzt du an der Kreuzung in deiem weißen BMW und bloggst

einen Roman von ungeheurer Länge in dein schwarzes Smartphone!

Sag siehst du nicht? Die Ampel springt von Rot auf Grün auf Rot

und bald schon, Magdalena Kirchberg, bald schon bist du mausetot.“

Das ist nicht so ganz das, was meiner Magdalena Kirchberg in meinem Roman widerfährt, von dem ja seit Anfang November, der absolute Rohtext steht und jetzt korrigiert werden sollte. Dann dachte ich beim Hören aber, vielleicht passt es doch und kann  als Neugiermacher verwendet werden.

Einen freien Wildbahn-Leser gab es auch, der unter einem Pseudonym aufgetreten ist, Gedichte las, die Zettel dann auf den Boden rieseln ließ und den ich schon bei der letzten Sprachkunstlesung im Literaturhaus hörte.

Waren sehr spannend die heutigen „Wilden Worte“ jetzt muß ich das Buch noch lesen, was allerdings noch ein wenig dauer wird, weil ich derzeit noch beim Wollf Wondratschek bin. Das Cover, das ein „Botticelli-Motiv“ zum  Inhalt hat, gefällt mir aber, das kann ich schon verraten, nicht so sehr!

2018-11-11

Von der elften Buch-Wien

©Margot Koller

©Margot Koller

Von meinem Mini-Privatworkshop mit Stephan Teichgräber, wo es heute, um die Frage ging, ob „ein Zimmer, das ein Fenster öffnet“ eine Metapher ist, bin ich zur Eröffnung der elften „Buch-Wien“, gefahren. Ja es gibt sie schon elf Jahre, also genausolang wie das „Literaturgeflüster“ und ich war immer dabei, bei der Eröffnung zwar zweimal nicht, 2009 hatte ich nur eine Einladung zur Lesefestwoche im Prater und 2015 war ich in der „Alten Schmiede“ bei den „Textvorstellungen“ mit Sissi Tax und Chris Bader-Zintzen, aber sonst meist die ganze Zeit, vor zwei Jahren habe ich im Rahmen des „Ohrenschmauses“ auf der ORF-Bühne diskutiert, 2015 hab ich beim Ö1 Quiz mitgespielt und ein Jahr drauf, glaube ich, auch beim „Bücherquiz“, bei beiden nicht gewonnen und heuer noch einmal beim Bücherquiz, das verändert war, wie vieles auf der heurigen Buch-Wien, aber davon später.

„Schöner, besser, größer!“, habe ich im Vorfeld, glaube ich, gelesen und auf das hat Benedikt Föger in seiner Eröffnung auch extra hingewiesen, daß die „Buch-Wien“ jetzt die gesamte Halle umfasst und die „ORF-Bühne“ sah auch ganz anders aus.

Es gibt auch andere Bühnen, keine „Donaulounge“ mehr und kein „Literaturcafe“, dafür eine „Standard“, eine „Radio-Wien“ und eine „Mastercardbühne“, auf dieser werde ich am Sonntag lesen.

Zuerst gab es aber nach den Eröffnungsreden, die Festrede von der Philosophin Svenja Flaßpöhler „Ignorieren, bekämpfen, verstehen? Über den richtigen Umgang mit Rechts“ und das ist  auch, wie Benedikt Föger andeutete, ein wichtiges Thema, mit dem ich mich ja seit zwei Jahren auch mit meinem Kritiker Uli auseinandersetze.

Wie macht man es richtig? Gibt man einfach keine Antwort und läßt es geschehen, daß auf einmal alles umgepolt wird, die Linken als Faschisten dargestellt werden und der Eindruck erweckt wird, daß man nicht mehr aus dem Haus gehen kann, weil man gleich von Asylwerbern vergewaltigt oder ausgeraubt wird. Ich habe mit dem Uli  den Weg der Diskussion gewählt, wie Svenja Flaßpöhler auch in ihrer Rede erwähnte, daß das auch in Deutschland versucht wird, daß sich immer zwei Linke und Rechte zusammensetzen und, daß das gut gehen kann, wenn beide gewillt sind, einander zuzuhören und vielleicht auch die gegenteilige Argumente zu verstehen.

Denn das bloße Ignorieren, die „Erfolgsbücher“ von Sarrazin, Sieferle, etcetera einfach von den Bestenlisten streichen oder aus den Buchhandlungen nehmen, bringt auch nichts,  als nur erhöhte Aufmerksamkeit dieser Bücher und Argument der anderen Seite, daß hier Zensur betrieben würde und so hat sich die Frankfurter Buchmesse, wo es im Vorjahr ja eine heftige Auseinandersetzung gegeben hatte, alles zuzulassen, was nicht direkt verboten ist, wie Svenja Flaßpöhler meinte, was dann auch wieder zu Auseinandersetzungen führte, weil die zugeteilten Plätze angeblich zu klein wären, wie der Uli heftig argumentierte, etcetera.

Es ist also nicht so leicht, aber ein wichtiges Thema und eine sehr sehr interessante Rede, die natürlich die Frage, wie man es jetzt richtig macht, auch nicht beantworten konnte.

Nachher gab es wie in Leipzig und wahrscheinlich auch in Frankfurt, Brezeln und Wein und ab halb acht seit einigen Jahren „Die lange Nacht der Bücher“, wo man schon die Messe besuchen und die auf der neuen „ORF- Bühne“ mit einem Konzert von Clara Luzia eröffnet wurde. die lange Nacht wurde auf der ORF- Bühne“ von Florian Scheuba moderiert und da gab es dann gleich eine kleine Änderung, denn außer Programm trat dann noch der neue Bürgermeister Michael Ludwig auf, da bin ich aber schon zur „Radio Wien Bühne“ gegangen, weil ich wieder an dem Quiz interessiert war, das diesmal nicht mehr von Günter Kaindldorfer mit einem Gast, sondern nur mit Reinhard Badegruber, von dem ich einmal einen Krimi gelesen habe, der aber inzwischen bei „Radio Wien“ zu moderieren scheint und auch einige Wien Bücher geschrieben hat, moderiert wurde.

Er warf einen Ball in das Publikum, wer ihm fing, konnte mitspielen. Die Fragen waren, glaube ich, aus seinen Büchern, bezogen sich auf Wien und nicht so sehr auf Literatur. es gab aber drei Antworten zur Auswahl. Ich habe auch einmal einen Ball gefangen, zwei Runden mitgespielt und  das Badegruber Buch „Wiener Intrigen, Skandale und Geheimnisse“ gewonnen.

Dann bin ich wieder zur „ORF- Bühne“ zurückgegangen, wo gerade das Duo Maschek auftrat. Einen „Poetry Slam Nacht“ gab es auf der „Mastercard Bühne“ auch. An der bin ich aber nur vorbeigegangen, beziehungsweise war auch auf den anderen davon Bühnen zu hören. Moderiert haben Mietze Medusa und Markus Köhle, ein Kochprogramm gab es, glaube ich, auch und ich habe mir auf der „ORF-Bühne“ noch Bernhard Aigner angehört, der aus seinem neuen Buch „Bösland“ gelesen hat, wo ein Kind seinen erhängten Vater am Dachboden, dem „Bösland“, wo ihn der mißhandelt hat, findet, und sich mit seinen Freund einen schönen Tag macht, in dem er Wein trinkt und eine Torte ißt, weil er an diesem Tag auch Geburtstag hat.

Den Rest des Programmes, es hat noch David Schalko gelesen, habe ich ausgelassen und bin nach Hause gegangen, habe mir allerdings noch das heurige „Eine Stadt ein Buch“-Buch“ Hilary Mantels „Jeder Tag ist Muttertag“ und die neuen „Exil-Preis-Texte“ geholt und dazwischen noch ein paar Gespräche geführt, aber bei der Eröffnung gar nicht so viele Bekannte getroffen.

©Margot Koller

©Margot Koller

Dann habe ich bis drei Uhr früh gebloggt, mich mit einigen Kommentierern auseinandergesetzt und bin am Donnerstag zum ersten regulären Messetag marschiert.

Im Radio habe ich noch Benedikt Föger sagen gehört, daß man sich in Zeiten, wie diesen mit einigen wichtigen Themen auseinandersetzen muß und so ging es, während die Schulklassen ihr Extraprogramm hatten und die Kinder wieder mit ihren Mappen herumliefen, auf der „ORF-Bühne“ am frühen Morgen mit einem „Salzburger Nachtstudio“ weiter, wo sich Susanne Schnabel, die ein Buch „Wir müssen reden“, geschrieben hat, die Psychotherapeutin Christine Bauer-Jelinek, der Psychiater Hans Otto  Thomashoff und der Soziologe Roland Girtler mit der „Neuen Streitkultur“ auseinandersetzen, wo die Leute, weil sie alle in ihren Blasen leben, nicht mehr miteinander reden, sondern sich bei gegenseitigen Meinungen, nur  beschimpfen, Haßpostings aussenden oder den Kontakt abbrechen, während früher Rechte und Linke miteinander streiten, aber trotzdem befreundet sein konnten.

Dann gings gleich weiter mit den „Haßpostings“ und zwar hat da der in Deutschland geborene Journalist mit indisch pakistanischen Eltern, Hasnain Kazim, ein Buch geschrieben, in dem er sich mit diesen, die er auf seine kritischen Artikel bekommt, auseinandersetzt: „Post von Karlheinz. Wütende Mails von richtigen Deutschen – und was ich ihnen antworte.“

Ein paar davon las er vor und zwar hat ihm da der Karlheinz oder so geschrieben, daß er ihn besuchen soll, damit er ihm erklären kann, was ein richtiger Deutscher ist und er hat ihm dann sehr höflich geantwortet, daß er das sehr gerne tun wird und am nächsten Sonntag mit seinen drei Frauen und seinen sechs Kindern und der üblichen Großfamilie in zwei Bussen anrücken wird um in seinem Garten ein Zelt aufzubauen und zwei Hammeln zu braten. Man muß es wohl manchmal mit der Ironie versuchen, um eine Entschuldigung zu bekommen und ich denke, daß das auch viel besser, als ein Ignorieren oder Zurückschimpfen ist.

Auf der „ORF-Bühne“ ist es dann mit dem  Thema Holocaust weitergegangen, naht ja der neunte November und damit der Novemberpogrom und da hat Lilly Maier ein Buch über einen Holocaustüberlebenden geschrieben, der, als sie ein Kind war, plötzlich vor der Wohnung stand, weil er früher dort gelebt hat und sie sehen wollte und es ist eine intensive Freundschaft zwischen der jungen Frau und dem alten Mann entstanden.

Dann wurden die „European storys“ vom „European Union Prize“, der ja am Dienstag vergeben wurde, im Stundenabstand auf den verschiedenen Bühnen vorgestellt und man konnte sich das Buch auch auf der Messe gratis mitnehmen und  eine Live Ö1 Übertragung gab es auch und zwar mit Marjana Gaponekos neuen Buch „Der Dorfgescheite“, die sehr witzig  ihre Ansichten zum Besten gab, erzählte, daß sie als Kind  gestottert hat und, daß sie gerne auf den Mond fliegen würde und dafür schon einen Sponsor sucht.

Ich bin sehr viel bei der „ORF-Bühne“ gesessen, habe mich da auch mit einigen Besuchern unterhalten und bin erst später zwischendurch zu der neuen Kochbühne gegangen, wo Pasta und Eiscafe und später auch noch Cup Cakes verkostet wurden.

Die „Piper Verlegerin“ Felitzitas von Lovenburg, die, glaube ich, auch in der Blogbuster-Jury sitzt und „Eine Gebrauchsanweisung fürs Lesen“ geschrieben hat, die ich schon in einer Züricher-Buchhandlung bewundert habe, stellte die zuerst auf der „ORF Bühne vor“ und diskutierte später mit dem erfolgreichen Knderbuchautor Thomas Brezina und noch einigen anderen auf der „Mastercard-Bühne“ zum Thema „Lesen war gestern – ein kritischer Blick auf unsere Leselust“, denn es gibt ja nicht nur Studien, daß die Bücherkäufer zurückgegangen sind, sonder auch die, daß immer weniger Leute funktional lesen können. Daher gibt es nächste Woche auch einen „Vorlesetag“, denn es gibt Studien, daß man den Kindern täglich fünfzehn Minuten vorlesen und das auch selber eine halbe Stunde machen soll, um wie Felicitas von Loven enthusiastisch anmerkte, seine Gehrinrinde zu stimulieren, gescheiter, erfolgreicher, glücklicher, etcetera zu werden.

Das schien mir ein wenig übertrieben, wie ich auch bei meinem E- Book lesen, da man das beim echten Buch tun soll, keinen wirklichen Unterschied zum Printbuch merke. Aber ich lese ja meistens mehr als eine halbe tägliche Stunde, nur wenn die „Buch-Wien“ stattfindet, komme ich weniger dazu und Thomas Brezina merkte auch sehr kritisch an, daß man die Leute nicht zu einem „faden Kanon“ zwingen, sondern spannende Bücher für sie schreiben soll, mit denen sie sich identifizeren können.

Auf der „Buch-Wien“ gibt es auch genug davon und ein kostenloses Abendprogramm an den literarischen Veranstaltungen gab es auch und so hatte ich am Donnerstag die Wahl zwischen Michael Krüger, den ich schon am Vormittag hörte, Michal Hvorecky, dessen Buch in meinem Badezimmer liegt und Andrej Kurkows neuen Buch „Kartografie der Freiheit“, das in der „Gesellschaft für Literatur“ vorgestellt wurde. Ich habe mich dafür entschieden, denn ich mag ja den  1961 in Leningrad oder St. Petersburg geborenen,  in Kiew lebenden, sehr gut Deutsch sprechenden Autor, von dem ich schon einige Bücher gelesen habe, sehr und das Buch ist, wie Cornelius Hell, der Litauenspezialist, einleitete, einem litauischen Autor gewidmet und es ist auch ein Buch, wie Andrej Kurkow erklärte, über Litauen, beziehungsweise eines über Migration, Reisen oder Wandern und Andrej Kurkow las einige Stellen vor, die sowohl in Litauen, als auch in Paris und London spielen, wohin seine Protagonisten emigrierten, es ist wieder ein sehr skurriles von sehr vielen Einfällen sprudelndes Buch, das von Andrej Kurkow auch sehr genau und sorgfältig erklärt wurde.

Am Freitag ging es mit einer Diskussion zur Meinungsfreiheit weiter, wo Cornelius Hell mit Mitgliedern des PEN-Clubs über die Ergebnisse ihres „Writers  in Prison-Programm“ diskutierte.

Auf der neuen „Standard-Bühne“ interviewte Cornelius Hell danach den rumänischen Autor Catlin Mihuleac und seinen Übersetzer Ernest Wiechert, der ein Buch über den Pogrom geschrieben hat, den es 1941 in seiner Heimatstadt, in der er noch immer lebt und in Bukarest gab.

Danach kam Michal Hvorecky der von Ronald Pohl zu seinem kürzlich auf Deutsch erschienen „Troll“ befragt wurde, das er zwischen 2015 und 2017 geschrieben hat und das vor einem Jahr auf Slowakisch herausgekommen ist.

Gabriele Petricek, die Stadt Wien Stipendiatin, war auf der „Radio-Wien Bühne“ um mit dem „Sonderzahl-Mitherausgeber“ über ihr neues Buch „Die Unerreichbarkeit von Innsbruck“, das sie schon im „MUSA“ vorgestellt hat, zu sprechen und daraus zu lesen.

Dann habe ich mir noch die Ö1 Übertragung  angehört, wo Judith Schalansky  von der ich ja schon „Den Hals der Giraffe“hal gelesen habe“ ihr neues Buch  „Verzeichnis einiger Verluste“ vorstellte.

Das wars dann für den Freitag auf der „Buch-Wien“, denn dann bin ich in den neunten Bezirk zum Zimmermannsplatz gefahren, wo der literarische Spaziergang mit der Ruth und dem Robert zur Kunst im öffentlichen Raum startete.

Am Samstag bin ich mit Margot Koller auf die „Buch-Wien“ gefahren, wo es auf der „Radio-Wien-Bühne ein  Comic Special gegeben hat und ich mir die Präsentation eines Ivan Cancars Comic, des slowenischen Nationaldichters, angehört habe.

Dann habe ich mir auf der „Standard-Bühne“ zuerst Andreas Unterweger, dem inzwischen „Manuskripte-Mitherausgeber“ und dann Zoltan Danyi angehört, der ein, der ungarischen Minderheit angehörender in Serbien geborener Autor ist, der im „Kadaverräumer“ ein Buch über den Balkankrieg geschrieben hat und eine Stelle über Cevapcici gelesen hat und dabei die Frage stellte, ob sie nun türkischen, serbischen, bosnischen oder was auch immer Ursprungs sind?

Danach haben Martin Prinz und Vladimir Vertib gelesen und Vladimir Vertibs „Viktor hilft“ war besonders interessant, handelt es doch von einem freiwilligen Flüchtlingshelfer und der Autor erzählte, daß er 2015 selber als Flüchtlingshelfer gearbeitet hat.

Daniela Strigl und Karl Wagner haben eine vierbändige Rosegger-Gesamtausgabe herausgebracht und das ist interessant, weil ich ja einmal im Radio hörte, daß Stefan Zweig und Peter Rosegger, der für den Nobelpreis vorgeschlagen war, aus dem Kanon hinausgestrichen werden sollten, offensichtlich sind aber beide drinnen geblieben und das finde ich sehr gut, weil mich ja „Jakob der letzte“, sehr beeindruckt hat.

Dann habe ich mich in die „3-sat Lounge“ gesetzt und auf Rene Freund gewartet, der sein „Ans Meer“ vorstellt, wo es um einen Busfahrer geht, der seine gewöhnliche Bustour unterbrich um eine krebskranke Frau ans Meer zu fahren.

Daß der Kabarettist Michael Niavarani ein großer Büchersammler ist, habe ich auf der „ORF-Bühne“  erfahren, mir noch einmal Eva Roßmanns „Im Netz“ angehört, bevor es zur „Exil-Preisverleihung“ ging, die diesmal auf der „Radio-Wien-Bühne“ stattfand, bevor es zu meinem literarischen Geburtstagsfest ging, wo schon einige Leute und einige Geschenke auf mich warteten.

Am Sonntag bin ich wieder allein auf die Messe gegangen und habe mir zuerst den von Margit Heumann bekommenen Gutschein eingelöst und mir Petra Hartliebs „Weihnachten in der wunderbaren Buchhandlung“ ausgesucht, mal sehen ob ich das Büchlein zu Weihnachten in meine Leseliste hineinschieben kann.

Dann war ich ein bißchen auf der „Standard-Bühne“ und habe mir die Verleihung des Christine Lavant-Preises an den Schweizer Autor Klaus Merz, beziehungsweise die Lesung des Preisträgers angehört und die Performance von Nadine Kegeles neuem Buch, das noch auf mich wartet angehört.

Dazwischen war ich wieder auf der Kochbühne und habe Weihnachtsekse genascht, die es dort in größeren Mengen zur freien Entnahme gab, habe mir dann die Verleihung des Csokor-Preistes durch den österreichischen PEN an Alois Brandtstetter auf der ORF Bühne angehört, bevor ich zur Mastercard Bühne und den „Ohrenschmaus-Lesungen“ ging. Da gab es ja zwei Blöcke, zuerst hat Franz- Joseph Huainigg ein bißchen was dazu gesagt, dann haben die früheren Preisträger David Tritscher und Viktor Noworski ihre Texte gelesen. Ich folgte ihnen mit dem Beginn der „Mimi“ und im zweiten Block warde das „Geheimnisgeschichtenlexikon“ des „Ohrenschmaus-Stipendiaten“ David Sylvester Marek, das von Franzobel bei „Klever“ herausgegeben wurde, vorgestellt.

Danach hat Dine Petrik auf der „Mastercard-Bühne“ gelesen, der ich zuhören sollte, auf der Kochbühne gab es aber wieder die besten Weine Österreichs, also eine Weinverkostung, so habe ich sie enttäuscht, obwohl es auf der Verkostung, wie sich herausstellte, nur Weißweine gab, die ich eigentlich nicht mag.

Das war also die elfte „Buch-Wien“ und sie war, wie ich finde, eine sehr schöne mit viel Literatur aber auch vielen Diskussionen zu dem brisanten Thema Ausgrenhzung und Fremdenhaß und zur hundertjährigen Repubikgründung war auch einiges dabei. Anstrengend war es allerdings auch. So daß ich jetzt müde und erschöpft bin.

 

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