Literaturgefluester

2018-11-06

EU- Literaturpreise

Am Sonntag habe ich eine Einladung von Gerhard Ruiss zu der „Verleihung der EU-Literaturpreise“ ins Belvedere für diesen Dienstag um acht Uhr bekommen. Eine Einladung für Schnellentschlossene oder vielleicht auch für Lückenbüßer, weil sonst die Plätze vielleicht leer geblieben wären. Ich bin aber, wie meine Leser vielleicht wissen, eine begeisterte Preisbesucherin und dachte „Shit, da habe ich ja eine Stunde!“

Aber von meiner Praxis ins Belvedere brauche ich nur eine halbe Stunde und wenn die Klientin vielleicht früher kommt….

Es ließ sich arrangieren und ich war pünktlich dort und mehr Information darüber habe ich auch bei der östBp-Verleihung bekommen, denn da lagen die persönlichen Einladungen gültig für zwei Personen auf. Meine zweite Person interessiert sich aber mehr für die Fußballballübertragungen und ich hate mich ohnehin schon bei Chárlotte Sucher angemeldet, da man das bis vierten sollte.

Die von Gerhard Ruiss mitgeeschickten Informationen waren auf Englisch, der Hauptverband war aber ein Mitveranstalter und den Preis scheint es seit zehn Jahren zu geben und das wurde im Belvedere gefeiert. Auf der Buch-Wien gibt es, habe ich im Programm gelesen, dann auch diesbezügliche Lesungen. Aber jetzt der Empfang, beziehungsweise der Festakt, der von Michael Freund vom „Standard“ moderiert wurde.

Daniel Kehlmann der große Autor, der in der „Unsichtbaren Frau“ auch ein bißchen vorkommt, hielt die Eröffnungsrede oder „Keynote“ wie das auf Englisch heißt und erzählte, was von einer Budapest Bookfair, wo er schlechten Kaffee aus weißen Plastkbechern trank und dabei Imre Kertez und Peter Esterhazy kennenlernte.

Minister Blümel, der auch gestern anwesend war, trat wieder auf und erzählte was von „Kierkegaard“ über den er dissertiert hätte und den er empfehlen würde und ein EU-Kommissar namens Tibor Navraciscs, dann kamen die Preisträgerinnen aus Serbien, Luxemburg, Rumänien etcetra, lasein ein bißchen was vor oder hielten eine Rede und ein Buch zur freien Entnahme mit der entsprechenden Tüte „European stories“ gab es im Anschluß auch.

Da weiß man, wo das Geld hingeht, denn das Buffet war excellent und ausgezeichnet, Vorspeisen, Süppchen, Schnitzel, Tafelspitz und Maroni in kleinen Becherchen und Schälchen und ein Bonmot habe ich auch zu flüstern.

Am meinem Tisch stand nämlich Helmut Niederle, der ehemalige Präsident der „Gesellschaft für Literatur“ mit einer sehr attraktiven libanesischen Autorin, die auch sehr extravertiert war und über mich gleich einer anderen Dame, von ihren Büchern erzähle.

Walter Famler tauchte auf und empörte sich über die österreichische Verweigung der Unterschrift zum Migrationspakt. das wollte er dem Minister sagen, die Dame kam ihm aber zuvor, schüttelte den Minister die Hand und ließ sich mit ihm fotografieren.

Ansonsten habe ich mich wieder mit Robert Huez vom Literaturhaus und auch mit Marie Therese Kerschbaumer unterhalten.

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5 Kommentare »

  1. Wirklich, Frau Janzak, Daniel Kehlmann „erzählte, was von einer Budapest Bookfair, wo er schlechten Kaffee aus weißen Plastkbechern trank und dabei Imre Kertez und Peter Esterhazy kennenlernte“? Ich war auch da. Er hat über den Holocaust gesprochen, ausführlich, und er hat die österreichische Regierung schärfstens kritisiert und er hat Ungarn als Semi-Diktatur bezeichnet. Es war eine feurige politische Rede. Meine Frage an Sie: Ist das Ihr Ressentiment gegen Kehlmann, daß Sie das so sehr entstellen, oder hat es eher damit zu tun, daß Sie grundsätzlich nie irgendwas verstehen?

    Kommentar von Ronald Kreken — 2018-11-07 @ 12:29 | Antwort

  2. Also im Standard steht, Kehlmann habe die Regierung angegriffen. Warnen Sie da grad am Klo? Was soll das bitte mit den Pappbechern usw.?

    Kommentar von Maria Thun — 2018-11-07 @ 22:32 | Antwort

  3. Alles drei nicht, sondern ich habe nur einem Gedankensplitter und nicht die ganze Rede wiedergegeben, politisch habe ich auch einiges zu kritisieren und außerdem weiter unten auch noch eine aktuelle politische Momentaufnahme wiedergegeben, liebe Grüße und fein, daß Sie mich lesen!
    Noch eine kleine Anmerkung, mein Name schreibt sich mit „c“ statt „z“

    Kommentar von jancak — 2018-11-08 @ 00:53 | Antwort

    • Erstens, hier sieht die Aussparung schon wie eine bewusste Entstellung aus. Es kann nicht sein, daß sie nicht gemerkt haben, worüber Kehlmann spricht. Den Inhalt seiner Rede einfach in dieser Weise zugunsten der Pappbecher zu verschweigen ist entweder üble Absicht oder – was ich Ihnen nicht unterstellen möchte – simple Vertrottelung. Zweitens, ich werde Sie richtig schreiben, sobald Sie Kierkegaard richtig schreiben, wie wäre das?

      Kommentar von Ronald Kreken — 2018-11-08 @ 09:44 | Antwort

      • Lieber Herr Kreken!
        Sie können mich schreiben, wie Sie wollen und ich bin, wie Sie vielleicht wissen, wenn Sie meinen Blog verfolgen, eine berufstätige, schreibende Frau, die viel liest, viel zu Veranstaltungen geht, ihren Blog seit über zehn Jahren mit nun schon dreitausendsechshundert Artikel allein betreibt, daher gerne in einer Stunde mit Ihren Artikeln fertig sein möchte und vielleicht auch ein bißerl, auf Wienerisch gesagt, schlampert ist.
        Daher wird es wahrscheinlich immer wieder Flüchtigkeitsfehler geben, über die sich Leser, wie Sie, manchmal aufregen!
        Ich verstehe das „Literaturgeflüster“ als Momentaufnahme, als eine lockere leichte Plauderei über Literatur, wie es Ilse Kilic einmal nannte!
        Kann schon sein, daß mein Englisch nicht so gut ist, daß ich vielleicht nicht alles mitgekommen habe.
        Betrachten Sie diesen Bericht also, als eine Momentaufnahme, die niemanden schaden, niemanden beleidigen, niemanden entstellen möchte, sondern einfach das wiedergibt, was bei mir hängen geblieben ist.
        Sie können gerne, das, was Ihnen fehlt, ergänzen und wenn Sie das vielleicht in einem freundlichen wertschätzenden Ton „Ich merke das an, weil ich glaube, daß es wichtig ist und Sie es übersehen haben!“, tun, wird die Sache bestimmt konstruktiver!
        Ansonsten kann wahrscheinlich sein, was es ist und, daß ich nur den Imre Kertez und den Peter Esterhazy erwähnt habe und natürlich, die bewußten Pappbecher, die mich offenbar beeindruckt haben und auch nicht falsch sind, ist vielleicht nicht vollständig, aber eigentlich keine Sache, die beschimpft werden muß!
        Ich war heute übrigens wieder auf der „Buch-Wien“ und da hat mich die Präsentation von Hasnain Kazim „Post von Karlheinz. Wütende Mails von richtigen Deutschen und was ich ihnen antworte“, sehr beeindruckt und mich darin verstärkt, daß man mit vermeintlichen oder tatsächlichen Fehlern, auch im Netz wertschätzender umgehen soll!
        Liebe Grüße!

        Kommentar von jancak — 2018-11-08 @ 21:46


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