Literaturgefluester

2018-12-02

Julia Sommer sät aus

Filed under: Bücher — jancak @ 00:49
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Zwischen dem Bloggerdebut-Shortlistlesen geht es weiter mit der Herbstleseliste und einem Buch, das ich mir, wenn ich es im August schon gehabt hätte, in die Schweiz mitnehmen  und es beispielsweise in Zürich am See lesen hätte können, ist es doch der dritte Tel der „Menschlichen Regungen“ von Tim Kröhn, dieses Crowdfounding-Projekt, wo ich schon die ersten zwei Teile „Herr Brechbühl sucht eine Katze“ und „Erich Wyss übt den freien Fall“ gelesen habe, wo es wieder um das Miets- oder Genossenschaftshaus in der Züricher Röntgenstraße und seine Bewohner, beziehungsweise und vierundsechzig weitere Gefühle von „Adrettheit“ bis „Zuverläßigkeit“ geht, die man sich mit ein paar dazu passenden Wörter wünschen konnte und der 1965 geborene Tim Krohn schreibt dazu eine Geschichte über diese Hausbewohner und bettet sie in den Roman ein.

„Lesegenuß pur- aufhören kommt nicht in Frage“, hat „SFR Kultur“ auch unter die Ankündigung der zwei vorangegangenen Bücher geschrieben.

Ich denke, daß die Geschichten der elf Hausbewohner die aus den Studenten Pit und Petzi, sowie Moritz Schneuwig bestehen, der Schauspielerin Selina May, der Lektorin Julia Sommer mit ihrer ziemlich verzogenen Tochter Mona, Hubert Brechbühl dem ehemaligen Tramfahrer, dem alten Herrn Wyss und dem griechischen Hausmeisterpaar Costa inzwishen vielleicht ein wenig beliegbig wirken und sich schon wiederholen, beziehungsweise hat man das vorige vielleicht schon vergessen oder Band eins und zwei nicht gelesen und hat deshalb Schwierigkeiten einiges zu verstehen, finde das Ganze aber trotzdem interessant, weil es ja ein ähnliches Projekt, wie mein „Besser spät als nie“ ist“, wo ich ja auch aus Schreibimpulsen einen Erzählung zusammengestellt habe und Tilmann Rammstedts  „Morgen mehr“ , ist auch irgendwie so ähnlich ungewöhnlich entstanden.

Tim Kröhn sammelt  weiter Gefühle und Menschen, die sich eines aussuchen und von ihm etwas schreiben lassen und das Buch beginnt trotz des Titels zu Neujahr, ich glaube es ist 2002, nine elefen spielte schon im vorigen Band eine Rolle. Da feiern alle Silvester, der griechische Hausmeister verbringt diesen bei einer seinen Gartenkundinnen, seine Frau bleibt eifersüchtig zurück und dann wird es allmählich Frühling und das Gartenprojekt, das auch schon im Vorband gestartet wurde, soll angegangen werden.

Die Hausmeisterin übergibt Julia Sommer die Aufgabe, weil deren kleine Tochter begeistert davon ist, also wird geplant und gewünscht, wie man den Hof gestalten könnte, die Genossenschaft, beziehungsweise der alte Erich Wyss, der im zweiten Band seine Frau Gerda verloren hat, jetzt immer ihre Kleider trägt und ihre Urne im Gärtchen nicht bestatten darf, macht das aber zu nichte.

Das projekt wird also aufgegeben, die Hausbewohner legen sich ihre Pflanzen also selber am Balkon an, Adamo Costa, der seinen Job als Rettungsfahrer im Vorband verloren hat, geht, wie schon geschrieben, auf den Züricherberg gärtnern und macht Efegenia eifersüchtig und der alte Erich Wyss hält, wie mein Jonathan in der „Unsichtbaren Frau“ auch Zwiegespräche mit seiner Gerda, die ihm rät, sie endlich loszulassen, so läßt er ihre kleider vom Balkon flattern, beziehungsweise stellt er sie mit ihrem Gebiß vor die Tür zur freien Entnahme, bandelt mit einer Friseurin an und fährt schließlich mit einem Schiff aufs Meer um die Asche dort zu verstreuen.

Ein Musikproekt gibt es auch, wo Herr Brechbühl, Pit und Petzi und eine Studentin namens Bettina verwickelt sind. Vorher fährt Pit noch mit Petzis Mutter auf Kreuzfahrt, Selina bekommt und das finde ich eine sehr rührende Stelle Besuch von einem Wiener Burgschauspieler, mit dem sie eigentlich ein Projekt durchziehen wollte, aber mit ihm stattdessen ins Schwimmbad geht. Julia Sommer fährt mit Mona auf eine Insel mit Schloß und so weiter und so fort mit den verschiedensten Gefühlen, die mir manchmal zu aufgesetzt waren, vielleicht aber auch leicht und locker zu lesen sind.

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