Literaturgefluester

2018-12-15

Anmut und Feigheit

Filed under: Bücher — jancak @ 00:55
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Jetzt kommt ein Erzählband, obwohl ich Erzählumgen ja gar nicht so gerne mag, da es mir immer schwer fällt mich so schnell von einem Sujet auf das andere einzulassen, des 1956 geborenen Frank Schulz, einem deutschen Dichter, der mir bisher unbekannt war, der aber schon viel geschrieben und viele Preise gewonnen hat und die  dreiundzwanzig Erzählungen, in denen es in allen Varianten um die Liebe geht, „Liebe ist nichts für Feiglinge -Frank Schulz  blickt in einen Erzählungen hinauf zu Wolke 7 und hinab in die Abgründe der Seele“, steht am Buchrücken, sind auch genau datiert.

Mit denen die im  Jahr 2018 geschrieben wurden, fängt es an und geht bis in das Jahr 1955-1950 hinunter, wo der Autor noch ein Kleinstkind war. Und es beginnt in einer  auffällig sorgsamen Sprache, in der immer wieder für mich seltsame Worte, wie beispielweise das “ voll krass“ auftauchen, die die heutige Jugend offenbar gern verwendet, während man früher „echt geil“ sagte.

In „Szenen in beige“ geht es um einen „Juniorsenior“, einen gerade sechzigjährigen, der aber schon einen Schlaganfall hatte und daher ein Langzeit-EKG benötigt, mit dem er durch die Stadt rennt, um sich mit seiner jungendlichen Betreuerin oder Gefährtin  Yvonne zu treffen und sich mit ihr mit Worten zu duellieren.

In „Rotkehlchen“ geht es um das Sterben einer Mutter, der Erzählung ist ein langes Gedicht hineingepackt:

„Jeden Morgen vier Uhr dreißig

weckt die Mama einen Hahn,

auf dass dann seinerseits der fleißig

krähen und sie wecken kann“.

Sehr originell und beeindruckend, die 2016 geschriebene Erzählung „Zwei Briefe in die Zukunft“, wo sich 1997 zwei Klassenkameraden, ein Mann und eine Frau ausmachen, einander Briefe zu schreiben, die man aber erst zwanzig Jahre später aufmachen und lesen darf.

In „Hüli mit Füll“ geht es um die Leiden eines arbeitslosen Journalisten, der auf eine Verlagsparty seines ehemaligen Chefs eingeladen ist, mit dem er Schwierigkeiten hat, seit er ihm noch als Schulfreund einmal einen zigarillo verweigert hat. Jetzt ist der sein Vorgesetzter und einen Bestseller hat er außerdem auch noch geschrieben. Wieder auffällig sorgsam mit vielen neuen Wendungen und Neuschöpfungen, die Sprache, in der es von Worten und Wendungen, wie „Neuranze“ eine Mischung aus Roman und Neurose oder „Ein Schlittschuh für das gefroene Meer in uns“ nur so kreucht und fleucht.

Gruselig wird es dann wenn die zweiundsechzigjährige Unternehmerin Annelene Borsig zum Feiern ihres Ruhestand ein Luxusspa bucht und dort nicht schlafen kann, weil Gillenzirpen, sie hat eine Insektenphobie sie stört und der Horrortrip beginnt, lernt sie doch an der Bar einen älteren und einem jüngeren Herrn kennen, dem jüngeren erzählt sie ihre Geheimnisse und eine weitere Alptraumnacht beginnt, die zu einer Horrorszene während eines Schneespaziergangs führt, bevor sie sich von ihren Alpträumen und den jungen Männern lösen kann.

Die nächsten zwei Geschichten führen wahrscheinlich in das Heimatdörfchen des Autors und hier hat sich Frank Schulz mit einem Nachlaßredner, wenn ich mich nicht irre, selbst ein Grab gesetzt, während er in der nächsten Geschichte wieder sprachgewaltig mit vielen schönen fast altertümlichen Ausdrücken, das Leben und Sterben einer Roßkastanie erzählt.

Es gibt Schnurren, Anekdoten,  Farces und andere Textsorten in dem schönsprachlichen Liebesgesang durch die Jahrzehnte, die immer wieder durch ihre Aufarbeitung verblüffen und gar nicht so einfach zu lesen sind.

In „Flaschenpost für Ekke Nekkepen“ geht es um eine Frau, die in einer Konditorei am der Nordsee drei Burschen, einer in einem Norwegerpulli, beobachtet, die sich über die Flaschenpost belustigen, die sie beim Liebesspiel zu Silvester am Strand zurückließ und der „Korfiotische Kuss“ schildert  die Tragik, die durch das maßlose Saufen entstehen kann.

Denn da quartiert sich ein Promipaar aus Hamburg auf einer Insel in Korfu ein, im Nebenappartement logiert ein langweiliges Pärchen. Heißt sie jetzt Martinia oder doch Mar- weil das Charlotte nicht langweilig genug ist. Jedenfalls kann sich Evchen ihr Gesicht nicht merken. Man ißt aber mitsammen, besäuft sich am Ouzo und ein Jahr später klingelt in Hamburg das Telefon und Char- oder Marlotte fragt unschuldig, ob Evchen mit ihrem Michael Oralverkehr gehabt hat und dann sitzt in einer anderen Geschichte einer am Balkon, stopft Cola und Schokoriegel in sich hinein und beobachtet in der Nebenwohnung, Vorhänge kennt man in der Gegend nicht, eine schöne Frau, mit der allmählich alt wird.

In“Die weiße Fee von Töwerland“, 1986-1990, steht darüber, geht es um die Feriensommer von Lisa und Swante, wo Lisa un ter dem Namen“Arrassica“, „bei der Errettung der Welt mithelfen“, beziehungsweise, die „unendlichen Weiten des Planeten Fu erkunden“ wollten, damit sie „ihre Puppe und Kuscheltiere dorthin evakuieren konnten, wenn die Welt unterging.“

Eine abenteuerliche Fahrt von „Chalatanango nach San Antonio Los Ranchos „am „11.November 1989“ gibt es in den „Ballistischen Augen“, und dann geht weit in eine vielleicht autobiografisch oder auch nur ausgedachte Kindheit und Jugend zurück, nämlich  in „Drachen über der Alster“, 1973- 1977, in die Lehrlingsjahre von Hans und dem Ich-Erzähler, die sich, während sie arbeiten und zur Schule gingen, an manchen Bierchen in den Alsterstuben erfreuten. Dann gibt es noch die Geschichte vom „Sommer, in dem ich ein Zebra ritt“, 1972, da geht es um die ersten journalistischen Erfahrungen, die ersten Gedichte und natürlich um die ersten Begegnungen mit den Frauen“.

Es folgt, 1968, ein „Tagebucheintrag“ oder ein Schulaufsatz über „Heiligabend, in dem sich der Schreiber über die vier Bücher, die neuen Schuhe und die Süßigkeiten freut, die es für ihn zur Bescherung gegeben hat und dann wird es ein wenig kryptisch, ist doch das „ausgemalte Memoir“ „Mamapapamamapapa“ mit 1950-1055 datiert. Der Autor aber erst 1957 geboren und so kann man sich über die dichterische Freiheit wundern, den Kopf schütteln, sie hinnehmen, den Erzähler mit dem Autor oder was auch immer verwechseln und damit vielleicht den Autor ärgern.

Die dreiundzwanzig Geschichten, beziehungsweise das „Prosa-Album über Leidenschaft“ und der Weg zurück vielleicht in ein Erzählerleben war aber sehr spannend, obwohl ich, wie schon geschrieben, eigentlich keine Erzählungen mag, weil ich nicht so schnell von einem Sujet ins andere hinüberspringen will.

Klaus Kastberger, der Literaturprofessor, Literaturhausleiter und“ Bachmann-Juror“ hat aber auf Twitter vor einiger Zeit nach einem aktuellen Erzählband gefragt und im „Literaturcafe“ gibt es auch einen Artikel, wo sich Vito von Eichborn mit den „Chancen von Kurzgeschichten“ beschäftigt.

Man müßte wahrscheinlich mehr Zeit haben, um sich in sie einzulassen. Dafür dürfte man wahrscheinlich nicht von sovielen Bücherbergen umgeben sein, für die langsam und vor dem Einschlafen Leser wäre das Buch aber als Adventkalender zu empfehlen, jeden Tag eine Geschichte  und einen Freitag zum Verschnaufen hätte man dann auch und die „Weihnachtsgeschichte“ läßt sich vielleicht unter dem Christbaum lesen, damit sich die Kinder wundern können, was es 1968 so unter Christbaum gab.

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2018-12-14

Enquette zur Zentralmatura

Die Zentralmatura gibt es seit einigen Jahren und seither oder auch schon früher sind die IG-Autoren damit unzufrieden, weil sie den Stellenwert der Literatur im Deutschunterricht verdrängte und es seither möglich ist zur Matura zu kommen ohne ein einziges Buch gelesen zu haben.

Bei der GV der IG Autoren wird regelmäßig darüber berichtet, Ludwig Laher, den ich ja in die „Ohrenschmaus-Jury“ brachte, ist ein diesbezüglicher Experte und er war bei der letzten „Preisverleihung“ auch nicht dabei, weil er im Literaturmuseum war, wo es, wenn ich es richtig zitiere, eine Veranstaltung zu einem österreichischen Kanon, also eine Leseliste für die Schule, die es offenbar nicht mehr gibt, gab und dieser Kanon wurde bei der heutigen Enquete, die im alten AKH, das jetzt eine Universitätscampus ist, die gemeinsam von den IG Autoren und der österreichischen Gesellschaft für Germanistik unter dem Titel „Lies keine <oden, lies lieber Fahrpläne“, berichtet, denn bei der Zentralmatura, das heißt, die, die für alle Schulen, also sowohl für die AHS, als auch die BHS gleich ist, gibt es verschiedene Textsorten zu bearbeiten und man muß hier einen Leserbrief schreiben oder eine Empfehlung geben, aber keine Literatur bearbeiten.

Das heißt ein literarisches Thema gibt es, glaube ich, schon, das man wählen kann und da wurde einmal ein paar Zeilen aus Arnos Geiger „Der alte König in seinem Exil“ vorgegeben und die Schüler sollten aus diesen Zeilen eine Empfehlung für einen Zivildiener schreiben, der in der Altenbetreuung arbeitet.

Ein Gedicht eines politisch belasteten Autors wurde auch einmal vorgegeben und sowohl die IG Autoren als auch die Germanisten sind damit unzufrieden und so veranstalteten sie die gemeinsame Enquete zu der sowohl Autoren, als auch Germanisten eingeladen wurden.

Ich habe ja 1973 meine Matura in einer BHS, sprich „Knödelakademie“ oder „Höhere Llehranstalt für wirtschaftliche Frauenberufe“, wie es damals hieß, abgelegt, hatte in der Frau Prof Friedl eine sehr engagierte Deutschleherin, die mir, glaube ich, die Liebe zurLiteratur beigebracht hat.

Mein schrftliches Maturathema weiß ich nicht mehr, mündlich bin ich in Musik angetreten und, daß wir im vierten Jahrgang uns ein Jahr mit dem „Faust“ beschäftigt haben, ist etwas, was ich immer noch sehr gern zitiere und denke, daß mir das zwar nicht geschadet hat, ich aber nichts dagegen gehabt hätte mich, in in diesem Jahr mit etwas anderen zu beschäftigen.

Das passiert aber jetzt nicht mehr, weil die Deutschstunden gekürzt wurden und die Lehrer, weil sie die Schüler auf die Textsorten vorbereiten müßen, keine Zeit haben, sich mit der Literatur zu beschäftigen, so daß die Germanistikstudenten keine Ahnung haben, wer Samuel Baecket ist, wie Daniel Wisser, der am Nachmittag einen Impulsvortrag hielt, erstaunt feststellte und ich füge hinzu, daß ich im Deutsch- oder Englischunterricht und auch in Französisch warhscheinlich diesen Namen auch nicht hörte, aber Abonnentin des „Theaters der Jugend war“ und da kann ich mich vage an eine Aufführung im Theater im Zentrum von „Warten auf Godot“ erinnern, wo ich etwas verwirrt mit meinem, ich glaube, in der zweiten oder dritten  Klasse selbstgenähten hellgrünen Kleid mit den Puffärmeln saß.

Gerhard Ruiss und Werner Michler von den Germanisten eröffneten, im Publkum war sowohl, die Frau Schmidt-Dengler, die Witwe des berühmten Germanisten, als auch die Doris Kloimstein, Stepan Teichgräber und die Autoren, dieImpulsreferate hielten.

Ludwig Laher vo der IG und  Christa Gürtler von den Germanisten haben mitorganisert und Ludwig Laher und Werner Michler erklärten auch gleich, was falsch liege mit dem Deutschunterricht, beziehungsweise der Zentralmatura.

Ludwig Laher zählte die verfehlten Themen auf und es wurde darüber geklagt, daß die Schüler nicht nur Samuel Becket nicht kennen, sondern auch nicht wissen was „Pathos“ bedeutet.

Die Lesekompetenz läßt nach und es wird statt allgemeiner Bildung nur eine Kompetenz gefördert, die der Wirtschaft dient, also das Fahrpläne lesen und das Leserbriefschreiben.

Jetzt weiß ich gar nicht so genau, ob die Leute noch so viele Leserbriefe schreiben, ich habe das früher öfter mal gemacht, aber in keiner Schule gelernt, wie man das geht, da bin ich schon von selber darauf gekommen und Werner  Michler forderte auch Schreibwerkstätten in den Schulen, was ich für eine gute Idee halte. Aber auch das hat es 1973 nicht gegeben und so habe ich mir auch das Schreiben damals alleine beigebracht, beziehungsweise bin ich ja Ende der Siebzigerjahren im „Arbeitskreis schreibender Frauen“ gewesen, was für mich so etwas wie die „Gruppe 47“ war.

Daniela Strigl, die Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin hat dann auch ein Referat gehalten und sie hat, was ich auch für wichtig finde, dem mangelnden Literaturwissen der Schüler entgegengestellt, daß Jahr für Jahr tausende Bücher erscheinen. Sie hat auch die Befindlichkeitsblogger erwähnt, das sind die, die sich mit einem Buch an den Strand stellen, worüber sich die Germanisten ja immer etwas lustig machen, aber ich denke, daß diese jungen Frauen, die über den „Harry Potter“ oder Stephen King plotten oder vloggen, wahrscheinlich die sind, die sich für das Lesen interessieren, sich mit der Literatur beschäftigen und wahrscheinlich auch in Deutsch maturieren und vielleicht Germanistik studieren.

Die mangelnde Bildung wurde beklagt, aber ich denke, daß die heutige Jugend wahrscheinlich nicht weniger gebildet, als in den Siebziger- oder Achtzigerjahren sind, aber einen anderen Zugang haben. Sie wissen vielleicht nicht was „Pathos“ ist, aber verwenden englische Worte, wo ich Schwirigkeiten habe, sie zu versthehen, sie facobooken, twittern, verwenden Instragram und schreiben da wahrscheinlich sehr viel, auch wenn sie keine Bücher lesen und die Blogger tun das auch und da wird  oft geklagt, daß es so viele Blogger gibt .

Es ist also nicht ganz so leicht mit der Literatur und den Germanisten. Vor Daniela Strigl kam aber eine Salzburger Lehrerin, die den Schulalltag schilderte und die Maturathemen vorlas, die es vor der Zentralmatura gegeben hat.

Dann gabs eine Stunde Pause mit einem Buffet, wo ich mich intensiv mit Doris Koimstein und auch anderen unterhalten habe und dann ging es mit den Impuslreferaten weiter.

Das erste hätte Olga Flor halten sollen, sie war aber krank, so hat Daniela Strigl ihren Text verlesen, dann kam Evelyn Schlag und las ein Gedicht vor, daß in einem Schulbuch, mit einem anderen Namen und in einer Prosaform veröffentlicht wurde. Daniel Wisser erzählte, wie erwähnt, seine Erfahrungen mit den Studenten und allgemein wurde beklagt, daß in der Schule und in der Wissenschaft so viel evaluiert würde, daß keine Zeit mehr für die Literatur bliebe.

Am Schluß gabs dann das Politikerpodium, das heißt, Martin  Netzer vom Bundesministerium saß mit der Germanistin Ulike Tanzer, die glaube ich mit Daniela Strigl und Evelye Polt Heinzl die von Ebner- Eschenbach Gesamtausgabe herausgebracht hat und noch einem Lehrer am langen Tisch und versuchte zu relativieren und die Vorzüge der Zentjralmatura zu erläutern, beziehungsweise zu betonen, daß ohnehin kein Lehrer gehindert würde, Literatur zu interrichten.

Interessant war auch, daß das die jungen Lehrer offenbar nicht so kritisch sehen, wie die IG Autoren und die Germanisten und ich denke, es war sehr interessant und ich habe viel gelernt, obwohl ich mit der Zentralmatura nicht so viel am Hut habe und die Anna 2002 noch die alte machte.

Da war interessant, daß Alexandra Millner, damals Praktikantin dort war und die hat mich einmal zu einer Lesung eingeladen, den Schülern aber auch statt einer Leseliste eine Seite Werner Kofler, eine Seite Jandl und eine Seite Thomas Bernhard etcetra gegeben,  Ferdinand Schmatz hat sie aber, glaube ich, auch eingeladen und die Deutschlehrerin hat sich gefreut, daß die Anna in Deutsch maturieren wollte und Ilse Kilic kannte, so daß diese der Anna ein Buch schenkte und sie sie dann zum Thema hatte.

Also hat zumindestens die Anna ein Buch gelesen und in die Deutschmatura eine neue Variante hineingebracht.

2018-12-13

Sungs Laden

„Sungs Laden“ den bei „Droemer“ erschienenen Roman der 1965 geborenen Karin Kalisa, habe ich, glaube ich, im vorvorigen Jänner im Bücherkasten beim Zimmermannplatz gefunden und habe ihn mitgenommen, weil ich das Cover in dieser Zeit auf mehreren Blogs gesehen habe. Der Rechnungszettel der naheliegenden Buchhandlung ist noch darin gelegen, was rätseln läßt, ob das Buch verloren wurde oder für den Bücherschrank gekauft wurde.

Ich habe es in meine Regale gestell unt hätte es angesichts der übrigen Bücherfülle wahrscheinlich vergessen, wenn es nicht Walter Famler und Ilija Trojanow in das Programm für die heurige „Literatur im Herbst“ genommen hätten, was mich schon stutzig machte, daß das ein utopischer Roman wäre, denn das hätte ich, die ich ja im vorigen Semester mit Stephan Teichgräber  fast   allein einen Workshop zur utopischen Literatur gemacht habe, nicht gedacht.

Interessant war dann auch, daß sich die Autorin im „Odeon“ offenbar dieselbe Frage stellte, die Ilija Trojanow angesichts der derzeitigen Zustände des Rechtspopulismus und der Ausländerhetze, wo man mit jemanden nur fünf Minuten zusammensein muß, um ihn gleich über die vielen Ausländer im Viertel stöhnen zu hören, eindeutig mit „Ja!“, beantwortet hat und ich habe mir gedacht, nach den strengen Kriterien, die wahrschein „1984“ und „Schöne neue Welt“ zu den utopischen Romanen zählt, ist es es wahrscheinlich keiner, angesichts der realen Umstände aber schon.

Habe das gebloggt, den Uli auf die Spur gebracht, der wieder gleich alles besser wußte und mit ihm ausgemacht, was ich für einen kreativen Akt der „Völkerverständigung“ halte, das Buch gemeinsam zu lesen und voila, hier  mein Eindruck über „Sungs Laden“, das Buch in dem alles, nämlich das Welt- oder Viertelverändern damit beginnt, daß ein Schüler in einer Schule am Prenzlauerberg einem anderen eine hinunterknallte oder so, womit der Schulamtsleiter auf den Plan gerufen wurde und den Direktor zu einer „Weltoffenen Woche“ aufgefordert hat.

Der war, angesichts, daß sich die Adventzeit nahte und der Weihnachtsbaum schon in der Aula aufgestellt war, nicht sehr erfreut darüber, hatte aber eine Idee wie das schnell vorn statten gehen konnte.

Die Lehrer riefen ihre Schüler auf, ein „Kulturgut“ aus ihrer ehemaligen Heimat mitzubringen und vorstellen, worauf der kleine Minh seinein Vater, Sohn von vietnamnesischen Vertragsarbeiter der ehemaligen DDR und jetziger Ladenbesitzer danach fragte, der ihn zur Großmutter schickte und so trippelte am Tag der „Weltoffenen Woche“ die Großmutter in einem schönen grünen fremdländischen Kleid mit ihrem Enkel und einer Holzpuppe in der Mitte zur Schule und schrie fröhlich „Good morning Vietnam“ in die schon schläfrig gewordenen Klassen und erzählte, wie sie als junges Mädchen nach dem Krieg mit der Puppe nach Ost-Berlin gekommen ist, dort bald schwanger wurde, das erste Kind aber nach Vietnam zurückschicken mußte. Erst das zweite, den kleinen Sung konnte, sie weil in Ost-Berlin schon die Wende nahte, behalten

Die Werkslehrerin zeigte sich beigeistert, suchte einen vietnamnesischen Tischler im Kiez auf, ließ sich von ihm solche Puppen, die eigentlich für das Wasserpuppentheater bestimmt waren, zimmern und rief damit zu einer Protestveranstaltung gegen die Raumnot in der Schule auf, was das Interesse der Bevölkerung an den schönen vietnamnesischen Stoffen, der vietnamnesischen Garküchen und der Läden im Kietz schlagartig steigern ließ.

Die Puppen und die typischen Kegehüte die „Non las“ lagen in jeden Geschäft auf und wurden von den Einheimischen auch getragen. Hien, die Großmutter wurde von den Lehrerinen zu Deutschkursen für die Vietnamnesen  und Vietnamnesisch für die Einheimischen engagiert. Imbisse begannen aus dem Boden zu schießen und schließlich begannen erheben noch die typischen „Affenbrücken“ von Geschäft zu Geschäft in der Nacht in geheimnisvollen Arbeit von Höhenarbeitern geknüpft wurden, sich in der Luft beitzumachen und eine Aufführung der typischen Wasserpuppenspiele gab es auch und das alles, höre und staune, führt zu keinen Protestmärchen der Bevölkerung, sondern zu Freude und Begeisterung.

Wirklich ein utopischer Roman, der zeigt das Multikulti mit ein bißchen guten Willen, vielleicht doch nicht gescheitert ist. Eine postive Gegendarstellung und keine Dystopie, wie wir es sonst in der utopischen Literatur gewöhnt sind, ist mein Resume und ich froh bin, das Walter Famler und Ilija Trojanow, das Buch in ihr Programm setzen, so daß ich es jetzt gelesen habe und sehr gespannt, was der Uli dazu sagt.

2018-12-12

Vom Doml ins MUSA

Im Solo-Workshop zur Revolutionsliteratur ging es diesmal wieder um Alexander Döblins „November 1918“ und da habe ich die  Absätze „Der Kranke dämmerte allein. Die feinen Pflänzchen, die die Bleikugel aus der Luft von der Jacke in seinen Leib getragen hat, durchwucherten seinen Leib. Sie überzogen alle Därme mit einem trüben Hauch und machten ihren Glanz blind. Grauen Flocken sanken in die Nischen zwischen den Därmen, die sich noch zusammenzogen, hoben und senkten. In die Adern des Mannes waren die Pilze gewandert und hatten sich fröhlich  von dem warmen Strom des Blutes forttreiben lassen, wie fühlten sie sich selig in dem süßen Saft, das war etwas anderes als das Leben an der kalten Luft und auf dem Tuch. Wie ein Orchester, das das auf den Wink seines Kapellmeisters wartet, setzten sie sich rauschend in Bewegung. Und nun war der Mensch ein hohles gewaltiges Gewölbe geworden, durch das ihre Musik scholl. Er lag da, schlaff, schwitzend.

An den Wänden des Gewölbes kriechen Schlingpflanzen, es ist ein Urwald, und dies sind die Tropen, und da klettern Affen, Untiere mit schrumpfigen Hälsen, sie steigen aus demMorast, Kolibiris schwirren mit geschwungenen Schnäbeln, die Blumen halten ihm ihre grellen Blüten hin und schnellen schmale rote Zungen heraus. Nun spielt eine Orgel und von den Tonleitern steigen ernste Männer hinunter im Talar. Lange Schleppen ziehen sie hinter sich her, sie predigen und ermahnen, es ist ein langes schwarzes Lied.

Das graue Licht hellt sie auf. die Stunde rückt vor, ein Tag hat sich in Bewegung gesetzt, der zehnte November, Sonntag. Kleine Sonnenstrahlen schleichen über das Bett.

Schwestern kommen, stützen den Kopf des Fliegers, halten Wein vor seinen Mund. Sein Gesicht – wessen Gesicht – wird länger und länger. Seine Lippen allen auseinander. Er öffnet den Mund nicht. Sie rufen ihn an.

Aber der Urwald hat ihn verschlungen.“

„Zu pathetisch!“, habe ich zuerst Stephan Teichgräber, der seinen Metaphernbaum erstellte, gesagt.

„Wie in einem Drogenrausch geschrieben!“, aber dann bin ich wohl darauf gekommen, daß es wohl eine sowohl sehr blumige, als auch sehr drastische Schilderung eines Arztes eines Sterbens ist und am zehnten November 1918, wo sich in Österreich ja bald die erste Republik gegründet hat, sind wahrscheinlich noch sehr viele Soldaten an ihren Verwundungen und Einschüßen gestorben.

Also kein besonderer Grund des Feiern, obwohl in Österreich ja die hundertjährige Republiksgründung im November sehr intesiv gefeiert wurde, ich am Bibliothestag deshalb in das Parlamentsbibliothek war und dort Grammelpogatscherl und Nußkipferl gegessen habe, die Lesetheateraufführung von Csokors „3. November 1918“ gesehen habe, während ich zu Buchpräsentatation des „Tarantl-Buches“ – „November 1918 in der österreichischen Literatur“ wegen der „Buch-Wien“ nicht gegangen bin. Ich habe das Buch nur bei Gerald Grassl angefragt und heute bekommen, also werde ich über den Döblin und Alexej Toistoi über das Jahr 2018 hinaus noch genügend Lesestoff haben und das Workshop geht ja auch noch bis Ende des Semesters und ich bin am Abend wieder ins MUSA gegangen und da gibt es auch eine Neuerung, die nicht unbedingt erfreulich ist. Denn seit Julia Danielczyk die Literaturbeauftragte der Stadt Wien ist, gibt es ja die monatlichen MUSA – Veranstaltungen, wo die Preisträger und Stipendiaten der Stadt Wien vorgestellt werden, was ich sehr interessant fand zu wissen, wer da von der Stadt Wien gefördert wird und was der oder die schreibt.

Vom Oktober bis Juni gab es da Veranstaltungen. Seit das MUSA aber zum „Wien -Museum“ gehört, beziehungsweise seit heurigen Herbst ist das offenbar anders, denn da gab es Oktober nur die „Veza Canetti-Preisverleihung“ an Petra Ganglbauer und als mir Julia Danielcyck dann das Programm schickte, stellte sich heraus, daß es nur mehr im Dezember und im Jänner Veranstaltungen geben wird, weil jetzt nur mehr die Preisträger und nicht mehr die Stipendiaten präsentiert werden und da ware heute die Förderungspreisträgerin Iris Blauensteiner, deren 2016 erschienener Roman „Kopfzecke“ ich ja gelesen habe, vorgestellt.

Die 1986 geborene Autorin, die auch als Regisseurin tätig ist, hat zwei Szenen aus dem Buch gelesen und wurde  von Julia Danielcyck dazu befragt und der Würdigungspreisträger ist der 1954 in Wels geborene Christoph Ransmayr von dem ich schon ein Buch gelesen habe und ihn mehrmals bei Veranstaltungen hörte. Er las zwei Öuftgeschichten, wie er sagte aus seinen „Atlas eines ängstlichen Mannes“ und ist offenbar auch ein großer Reisender, der in dem Buch seine Begegnungen mit Menschen und Orten in Geschichten aufgeschrieben hat.

Die eine Geschichte handelt davon, daß er sich mit zwei Leuten auf einer Wanderung durch Bolivien befindet und da von einem Militärflugzeug angeschossen wird und die zweite vom Flug eines Albatrosses und einem Kind das nach dem Tod der Mutter zu wachsen aufhörte und erst wieder ins Leben hineinfinden mußte.

Christoph Ransmayr wirkte auf Julia Danielczyks Fragen ziemlich abgehoben, da ihn, wie er sagte, die Gattungsfragen, ob seine Texte jetzt Erzählungen oder Novellen wären nicht interessiere und er seine Werke auch nicht mit denen anderer Autoren vergleichen könne.

Nachher gab es wieder Brot und Wein, sowie interessante Gespräche und besonders interessant war dabei, daß ich dabei mehrmals nach dem „Ohrenschmaus“ befragt wurde.

Und bezüglich meiner Adventvorsätze habe ich am Nachmittag wieder ein Buch in den „Wortschatz“ gelegt.

2018-12-11

Frauen schreiben Krieg

Bin ich vorigen Dienstag zu spät in eine Veranstaltung zu „Hundert Jahren Frauenwahlrecht“ ins Literaturhaus gehuscht, bin ich das heute zu den „Wiener Vorlesungen zur Literatur“, in die „Alte Schmiede“, eine Veranstaltungsreihe, die es dort regelmäßig gibt und die wahrscheinlich einmal von Kurt Neumann, der die Essays über die weibliche Sichtweise des Krieges von der „Wildgans-Preisträgerin Sabine Scholl moderierte, obwohl er, glaube ich, sich schon in Pension befindet, ins Leben gerufen wurde.

Eine Veranstaltungsreihe, die ich manchmal, nicht regelmäßig besuche, bin ich ja keine Theoretikerin, sondern eher eine der Praxis, eine schreibede Frau, wie ich immer schreibe, wenn mich meine Kritikerinnen beschimpfen „Was Sie nennen sich Dichterin und haben so viele Fehler?“

Nein, nenne ich mich nicht, aber ich bin wahrscheinlich eine gründliche Lerserin und die Vorlesungen oder Essays, wie es die 1958 in OÖ Geborene nannte, waren auch wahrscheinlich eher praktisch, als theoretisch.

Zwei Vorlesungen mit einer viertel Stunde Pause dazwischen, die ich zum Lesen von Dietmar Füssels „Deppenstories“ nützte, die die weibliche Sichtweise des Krieges von 1914 bis 1945 unter dem Titel „Körper Kleider Blut“ und dannn bis in die Gegenwart „Knochen Ruinen Kameras“ beleuchtete und die erste weibliche Berichterstatterin ist wohl unzweifelhaft die Alice Schalek, die der Karl Kraus so verhunzt hat, wie Kurt Neumann später sagte, habe ich versäumt, weil ich  irrümlich am Karlsplatz zur U 2 statt zur U1 hetzte und dabei wohl einen Zug ausließ, aber da war ich ja einmal bei einer Lesung im Literaturhaus und habe die Cartoons, nicht das Original zur den „Letzten Tagen“ gelesen und mir würde wohl auch noch Adrienne Thomas „Kathrin wird Soldat“ einfallen, aber Sabine Scholl war schon bei Punkt zwei und bei den weiblichen Berichterstatterinnen, die in den World war two geschickt wurden, als ich den Schmiedesaal erreichte und das waren vorwiegend drei Damen namens Margaret Bourke-White, Martha Gellhorn, eine der Frauen von Ernest Hemingway und Lee Miller, die sich mit Uniformen, Puder und Lippenstift an die Front versetzen ließen, in der „Vogue“ berichteten, sich in Hitlers Badewanne fotografieren ließen, etcetera.

Die Bücher und Bildbände der drei Damen lagen am Büchertisch auf. Sabine Scholl ist dann zu Irene Nemirovsky eine in Frankreich lebende rrussisch-polnische Jüdin übergegangen, die den Krieg in Romanen beschireb, die aber erst von ihrer Tochter veröffentlicht werden konnten, weil sie in Auschwitz ums Leben kam und dann zur Svetlana Alexjewitsch, der Nobelpreisjträgerin, die russische Frauen, die im World war II mitgewirkt hatten, nach ihren Erfahrungen fragten.

Vor der Pause kam dann noch Dascha Drindic an die Reihe mit ihrem Projekt „Sonnenschein“, die auch schon in der „AS“ gelesen hat, die im Juli in Riejka gestorben ist und nach der Pause ging es von World War II über den Jugoslawienkrieg in die Gegenwart und da hat die Kroatin Slavenka Draculic auch eine wichtige Arbeit geleistet, als sie die Den Haager Prozesse beobachtet hat und darüber in „Keiner war dabei“ einen Bericht über den Balkankrieg geschrieben hat.

Sie hat dann noch ein Buch über die Vergewaltigungsopfer geschrieben und dabei die Fiction mit der Wirklichkeit verbunden und die Protagonistin in „Als gäbe es mich nicht“ ihr Kind dann noch behalten ließ, was nicht nur von Sabine Scholl kritisiert wurde.

Junge kroatische serbische bosnische Frauen etcerta gibt es auch, die ihre Kriegserlebnisse aufzeichneten, mir fiele dabei nur Marica Bodrozic ein. Sabine Scholl hat aber die mir unbekannten Ivan Salko und Sara Novic erwähnt und natürlich noch Sasa Stanicic und Tiljan Sila aber es ging hier, um die weibliche Sichtweise und Anna Kim, die österreichische Autorin mit südkoreanischen Wurzeln hat  in der „Gefrorenen Zeit“ von außen über den Jugoslawienkrieg berichtet, in dem sie einen, der seine Frau verloren hat, auf Spurensuche gehen ließ.

Von Jugoslawien geht es dann, was die Kriege betrifft nach Tschetschenien und in die Ukraine und beim letzteren hat Sabine Scholl Oksana Sabuschko und Tanja Majlartaschuk erwähnt und die Bachmannpreisträgerin von heuer hat mir ein bißchen als Namensgeberin gedient, als ich mich sowohl im „Schutzengelchen“ als auch in der „Sommergeschichte“ mit der Ukraine beschftigt habe, was ich natürlich auch von außen getan habe und in den „Sommererlebnissen“, die die Ereginisse von 2015  schildern, geht es natürlich auch um Syrien und das war der nächste Andockungspunkt von Sabine Scholl.

Hier hat sie ein Internetprojekt von Annika Reich und Linda Muzur erwähnt, die sich im „Weiterschreiben“ mit „Literarischen Begegnungen mit Autorinnen und Autoren aus Kriegsgebiegten“ beschäftigte, das heißt Sabine Scholl hat sich nur mit den weiblichen Namen beschftigt, die auch im Programmfolder abgedruckt sind, aber mir ist gleich das bei „Ullstein“ erschienene Buch eingefallen, das seit einigen Wochen in meinem Badezimmer liegt und da sind auch Autoren wie Sasa Stanisic, Maritn Kordic, etcetera, enthalten, aber auch die Autorinnen, die Sabine Scholl erwähnte, das ich wahrscheinlich nach Weihnachten lesen will.

Am Schluß gab es eine Diskussion und Kurt Neumanns Frage, wie Sabine Scholl auf die Idee, sich mit dem Thema zu beschäftigen, gekommen ist. Das heißt, das hat sie, glaube ich, schon vorher selber beantwortet, daß die weibliche Sichtweise auf das Kriegsgeschehen anders und  besonder wichtig ist und daher erforscht werden sollte.

Sabine Scholl schreibt jetzt auch, wie sie verriet an einem Roman über Frauen im Krieg, weil sie, wie sie weiter sagte, die männliche Berichterstattung, die ja wahrscheinlich viel stärker ist, nie so interessierte. Aber ich denke „Wie der Soldat das Grammofon reparierte“ oder im „Westen nichts Neues“ ist schon sehr interessant, finde das Thema und die Beschftigung mit den weiblichen Stimmen aber auch sehr wichtig, habe viel gelernt,  auch schon viel darüber gelesen und werde das auch weiter tun.

2018-12-10

Wilde Worte mit Martin Auer

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:30
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Richard Weihs

Richard Weihs

Martin Auer hat, erzählte Richard Weihs in seiner Einleitung die „Wilden Worte“ vor zweiundzwanzig Jahren mit ihm gegründet, da waren auch noch Franz Hütterer und Michaela Opferkuh im Programm, jetzt gestaltet Richard Weihs, die monatlich stattfindende Veranstaltung zu der immer ein Gastautor eingeladen wird, allein.

Martin Auer ist aber, glaube ich, manchmal im Publikum, hat jetzt seinen dritten Gedichtband  „Der Himmel ist heut aus Papier“, bei „Klever“ erschienen, vorgestellt und ich kenne den 1951 geborenen, glaube ich, aus freien Schule Hofmühlgasse, hat er doch dort soweit ich mich erinnern kann,  eine Schreibwerkstatt oder mit den Kindern ein Buch gemacht, denn er ist auch Kinderbuchautor, ansonsten auch Musiker und Sänger, der auch in verschiedenen Bands spielte, Schauspieler war und dort, wo heute der „Mandelbaum-Verlag“ ist, hatte er, 2003, glaube ich, auch einen Kuturraum, wo man zwar Eintritt zahlen mußte, es gab aber auch einen „Openmike“ und da habe ich einmal, soweit ich mich erinnern kann, mit Christa Urbanek gelesen.

Jetzt also der dritte Gedichtband, von dem Nils Jensen wahrscheinlich im Vorwort schrieb „Ein wunderbares Buch mit lauter feinen, kleinen Geschichten. Egal, ob er reimt oder im freien Versmaß hinlangt: Auer ist lebendig und witzig und klar im Inhalt.“

Dem ist nichts hinzuzufügen, außer, daß der Schauspieler seine Texte auch noch sehr gut vorgetragen und manchmal auch gesungen hat und der Inhalt war ein Gang durch die Stationen, es gab sehr politische Gedichte und Lieder beispielsweise zu der Flüchtlingssituation, die erwähnten Haikus und dann noch ein paar Texte auf Englisch, die von einem Mädchen mit einem Teddybärhut handelten, das ihn durch Dehli und dort in ein Museum führte, wo er nur einen schmutzigen Lichtschalter am Klo fotografieren durfte und dann ein Gedicht daraus machte.

Hoffentlich bekomme ich jetzt nicht wieder eine Kommentar, daß ich die politische Dimension dabei übersehen hätte, aber die war bei Martin Auer zweifellos vorhanden und der Autor hat zwischendurch auch sehr viel über die Entstehungsgeschichte erzählt.

Im Anschluß durfte man dann wieder fragen, was eine Dame, die offenbar zufällig zu der Veranstaltung gefunden hatte, auch sehr ausgiebig getan hat und so erzählte Martin Auer wieso er so gut Englisch könne, daß sein Vater 1938 mit einem Kindertranport nach England gekommen ist, seine Großeltern hatten es dann nicht mehr geschafft und wurden in Treblinka ermordet, daß seine Mutter gut gezeichnet und Schauspielunterricht genommen hat und zählte die verschiednen Bands auf, in denen er gespielt hat.

Martin Auer

Martin Auer

Sehr interessant, wie es auch die Wunschgedichte waren, meines, das ich mir im Vormonat zur politischen Situation wünschte, ich war jetzt, glaube ich, zum dritten Mal im Stück anwesend, kann ich zitieren:

„Rechts und links und vorn und hinten

ho-ruck ruckzuck mit fiesen finten

Heißer Herbst auf mieser Tour

und keine Spur von Streitkultur“

„Sehr schön!“, kann ich nur sagen und habe mir diemal etwas mit „karierter Bluse“ mit dem Anfang „Schau einmal, schau“ gewünscht und bin schon sehr gespannt, auf das was herauskommt.

Ein Buffet gab es zum ersten Mal in der „Wilden Wort-Geschichte“, wie Richard Weihs erwähnte auch, hatte doch ein Stammbesucher, Säfte und Knabbereien mitgebracht, so daß es diesmal vielleicht längere Smalltalkgespüräche gab.

Peter Moser war da, den ich auch in der „Freien Schule“ kennenlernte, einen Büchertisch, wo man auch die anderen Gedichtbände kaufen konnte, „Weihnachten kommt bald!“, wie auch Richard Weihs erwähnte, gab es ebenfalls und im Anschluß haben wir im Hof des Amerlinghauses auch noch einen Orangenpunsch, beziehungsweise einen Glühwein getrunken.

2018-12-09

Buch Quartier und Ruths Abschiedparty

Filed under: Alltagsgeplauder,Veranstaltungen — jancak @ 19:33
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Hanna Herbst beim Signieren

Hanna Herbst beim Signieren

Das „Buchquartier“ im „Museumsqartier“, den Markt der „Independant und Kleinverlage“ gibt es schon seit einigen Jahren im Dezember, der „Holzbaum-Verlag“ der ein Mitveranstalter ist, schickt mir immer das Programm, zweimal war ich, glaube ich dort, war aber immer etwas enttäuscht, weil die Veranstaltung, die groß angekündigt war, dann eher klein und unauffällig vonstatten gegangen ist und meistens war ich an diesem Dezember-Wochenende auch in Harland, wo es es dann ausgefallen ist. Diesmal aber nicht, diesmal habe ich mir Zeit für die Kleinmesse genommen, die von Samstag bis Sonntag jeweils zwischen elf und neunzehn Uhr stattfand.

Das heißt so ganz pünklich bin ich nicht gewesen, weil ich ja vorher Mittag gegessen habe, so bin ich am Samstag mit dem Alfred, glaube ich ,erst zwischen zwölf und eins in der Ovalhalle des MQ wo ich ja schon am Montag beim „Ohrenschmaus“ war, erschienen und war recht erstaunt, daß die Lesungen diesmal dort stattgefunden haben, wo am Montag die Preise vergeben wurden, die Sesseln waren noch so aufgestellt, nur die Bühne war etwas anders umd es hat auch viel mehr ausstellende Stände gegeben

„Vierzig veranstaltungen, hundert Verlage“ stand am Programmfoder und es hat auch Stände wie die „IG-Autoren“ das „Stifterhaus OÖ“, etceera, gegeben, die, glaube ich, neu waren.

Margit  Heumann war mit einem Stand vertrenten und hat mich dazu eingeladen, Luis Stabauer stand am „Hollitzer-Stand“ und  als ich vor dier Bühne nachdem ich kurz das Quartier abgegangen bin, Platz genomen habe, war es sehr sehr voll, denn Hanna Herbst hat gerade ein Pamphlet bezügich Femminsms beziehungs Regierungsildung vorgelesen und dazu offenbar ihren ganzen Freundeskreis mitgebracht. Mir war die Autorin unbekannt, fand ihre Thesen aber sehr spannend und die Warteschleife am anschließendenen Signiertiasch war auch sehr lange.

Dann folgte Stefanie  Schleemilch mit ihrem Buch „Morgengrauen“ aus dem „Duotinta-Verlag“ in dem es um eine junge Frau mit Psychoseerfahrungen ging.

Patrick Addai beim Trommeln

Patrick Addai beim Trommeln

Isabella Feimer folgte, die für die „NÖ -Literaturedition“ eine Anthologie zu hundert Jahre Frauenwahlrecht mit Texten von niederösterreichischen Autorinnen wie Simone Hirth, Sandra Gugic, Marlene Streeruwitz, Eva Rossmann und Cornelia Travnicek herausgegegeben hat und dann wurde es laut und spannend als Patrick Addai zum Trommeln anfnig und wieder einige seiner afrkkanischen Geschichten erzählte.

Vorher waren noch die Gebrüder Moped, zwei Satirikeran der Reiheund Christopher Wurmdople,r der sein Buch“Solo“ vorstellte, danach gab es einen Poetry Slam und ein Buch aus der „Morawa-Selfpublischer-Schiene“, ja das gab es auch.

Nicolas Mahler signierte an an seinem Verlagsstand, Anna Herzig, die ich, glaube ich, schon einmal in der „Aten Schmiede“hörte“, stellte ihr bei „Roland und Quist“ erschienenes Buch „Sommerreigen“ vor und dann kam Nicole Nakarewicz an der Reihe, die ich glaube ich von der „Texthobellesung“ kenne und, glaube ich, auch schon was von ihr gelesen habe.

Sie hat den „Holzbaum-Thrillerwettbewerb“ gewonnen und stellte das daraufhin entstandene Buch „Dein Fleisch und Blut“ vor, das auf meinem Badezimmerstapel liegt und  ich erst lesen muß. Dann ging es zu Ruths Abschiedparty, die ja von der Burggasse weg in eine kleine Gemeidewohnung ziehtund das, was sie sozusagen nicht mitnehmen konnte, verschenkte  oder verkaufte, aber ich habe mir vom Alfred im MQ noch ein Buch kaufen lassen, nämlich das bei „Milena“ von den Buchpreisnominierten von 2014 Michael Ziegelwagner, der ein Buch namens „Sebastian Ferien im Kanzleramt“, das, wie im Vorwort steht, natürlich alle Personen frei erfunden hat, obwohl die Figur am Cover unserem neuen jungen Bundeskanzler, der ja auch so heißt, verdächtig ähnlich sieht.

Bei der Ruth war es sehr festlich, wir sind bei ihr ja schon öfter bei Adventparties gewesen. Diesmal lagen ein paar Bücher, Bilder, Gläser, Nippes, zur freien Entnahme beziehungsweise für das Spendensparschwein auf, es gab Brötchen, Kekse und was zu trinken. Fingerfood, wie die Ruth es nannte, die ja schon in die neue Wohnung, die sich zufälligerweise in dem Haus befindet, unweit vom Literaturmuseum, in dem auch Erika Brunngraber wohnt, der Tochter des Dichters, der „Zucker aus Cuba“, „Karl und das zwanzigste Jahrhunder“ und und geschrieben hat und den ich von den „Büchergilde-Gutenberg-Katalogen“ und den Bücherkasten meiner Eltern kenne, umgezogen ist und wahrscheinlich ihren Hausrat schon mitgenommen hat.

Erika Brunngraber war mit ihrem Hund Coco tat, die Regisseurin Käthe Kratz, Elfriede Haslehner und Hilde Langthaler, die die Ruth, glaube ich, aus der Frauenbewegung kennt, die ja in den Neunehnhundertsiebzigerjahren den „Wiener Frauenverlag“ gegründet haben, der heute „Milena“ heißt und Männer, wie Michael Ziegelwanger verlegt und noch ein paar von Ruths Studienfreundinnen.

Ich habe mir ein Buch von Lore Heuermann, mit der ich mich ja bei der „Literatur im Herbst“ unterhalten habe, ausgesucht, ein Bild, das jetzt in meinen Vorzimmer hängt mitgenommen und mich entschloßen, auch am Sonntag wieder ins „Buchquartier“ zu gehen, wo ich dann, da ich wieder vorher schnell Mittag gegessen habe, den „Bachmann-Preisträger“ Tex Rubinowitz und auch Maja Silfredi versäumte, die ist allerdings am Nachmittag statt Anita Wiegele nochmals aufgetreten, so daß ich zu  Gerald Eschenauers Absurditäten „Es scheint Hoffnung“ aus dem „Mitgift-Verlag“ zurechtgekommen bin.

Dann kam etwas Interessantes, nämlich eine Schauspielerin aus München las einen Text aus der Anthologie „Trinkende Frauen“, die aus einem Blog von New Yorker Journalistinnen hervorgegangen sind, die Texte von Frauen und den Umgang mit Alkohol sammelten.

Auch Magdalena Diercks Geschichte „Hoffnung auf dem Winter“ waf sehr interessant, die ist eine „Exil-Preisträgerin“, die jetzt ein Buch, nämlich „auf halben weg“ eine Geschichtensammlung bei diesem Verlag hat und die Geschichte handelt von einer Frau namens Frieda, die in Berlin ein Strickwarengeschäft betreibt, von dem aber nicht leben kann, weil nur Touristen zu ihr kommen, die nach dem Weg fragen oder die Post, die Pakete bei ihr abgeben will, so daß in der Nacht als „Kapuzenmann“ Flaschen sammeln muß. Das ist ja ein Thema des Ulis, der ja meint, daß in Deutschland, die Rentnerinnen Pfandflaschen sammeln müssen, weil ihnen die Ausländer ihre Pensionen wegnehmen wollen.

Es stimmt aber sicher, daß in bestimmten Vierteln die Mieten so hoch werden, daß die Leute sie nicht mehr zahlen können und sie vielleicht auch nicht mehr in den kleinen Geschäften kaufen.

Eine sehr beeindruckende Geschichte und so habe ich mir in der Pause, wo etwas über Extremsport kam, das mich nicht so interessierte, gleich das Buch von Christa Stippinger und das zweite, das um vier Uhr vorgestellt wurde, am Stand geholt und  auch  ein bißchen Smalltalk beziehungsweise Networking betrieben, was bei mir aber nie sehr erfolgreich ist, habe mir von einer „Selfpublishing-Agentur“ Unterlagen geben lassen, mit einer „Selfpublisherin“ aus Luxenburg geplaudert und auch mit dem Berliner Verlag, der Texte von Else Feldmann herausbrachte.

Dann bin ich wieder zu einem Sportbuch zurechtgekommen, nämlich zu Antoine Blondins „Tour de France“, das vom Verleger vorgestellt wurde, da der Autor 1922 in Paris geboren und 1991 verstorben ist und die „Tour de France“ von  1954 bis 1982 als Chronist begleitete.

Danach wurde es wieder interessant, obwohl der Autor, der lesen hätte sollen, glaube ich, erkrankt ist und deshalb ein anderer „Morawa-Autor, denn der hat jetzt auch eine „Selbstpublischer-Initiative“ sein Buch, der, glaube ich, ein Krimi ist, vorstellte und Wilhelm Vogel offenbar ein ehemaliger Beamter hat in seinem „Lockruf des Pirols oder ein September im Leben des Julius Wondraschek“, offenbar ebenfalls einen pensionierten Beamten beschrieben, der auf das Begräbnis seines Freundes auf den Zentralfriedhof geht, der aus einem Fenster eines Hotels stürzte, nicht glaubt, daß der Selbstmord beginn und sich mit einer Biologin offenbar der Sache annehmen will. Wilhelm Vogel hatte eine sehr interessante Art in sein Buch einzuführen und ich schreibe ja gerade auch über eine Pensionistin, die versucht mit ihrem neuen Leben etwas anzufangen.

Diana Köhles bei „Holzbaum“ erschienenes Tagebuchslambuch kenne ich schon, sie hat aber zwei Slamteilnehmerinnen, zwei junge Frauen gebeten, ihre Texte daraus zu lesen und sozusagen einen Mini-Slam zu veranstalten.

Dann kam Thomas Perle der zweite „Exil-Autor“, Thomas Perle, der in Rumänien geboren wurde, in Deutschland aufwuchs, dreisprachig ist und auch einen Erzählband herausbrachte, aus der er eine Geschichte gelesen hat.

Dann ging ich wieder eine Runde, beziehungsweise aufs Klo, traf Helene Hoffmann, die früher in Salzburg bei der Leselampe war, jetzt aber schon länger in Wien ist und die ich öfter bei Veranstaltungen treffe, am „Stifter Haus Stand“, wo sie sich gerade eine Rampe kaufte und unterhielt mich länger mit ihr, hörte dann noch wie beschrieben aus dem Buch „fickfisch“ von  Maja Siffredi aus dem „Schriftstella-Verlag“, die ich vorher schon an ihrem Stand traf und zuhörte, wie sie einem jungen Mann etwas über ihr Schreiben erzählte.

Dann folge die „edition weinviertel“ mit Helmut Steiner „Monate mit R“, das offenbar eine Art Thriller ist, wo drei alte Damen, die in einer Mühle wohnen, von Börsenspekulanten vertrieben werden sollen. Der Verlag hatte am Signiertiasch eine Menge Bücher aufgebaut und ich bin, da danach ein Vortrag über „Allergien“ folgte, der mich auch nicht so sehr interessierte, gegangen, um noch genügend Zeit für die Badewanne, beziehungsweise das Bloggen zu haben.

Kann aber sagen, daß das „Buchquartier“ im MQ jetzt eine sehr interessante Kleinmesse ist, die sehr viele mir bisher unbekannte deutsche Verlage hatte, ich wieder interessante Bücher von „Selfpublishern“ und Kleinverlagen kennenlernte, die jetzt wahrscheinlich so groß ist, wie es die „Buch-Woche“ im Wiener Rathaus war. Sie ist gratis zu besuchen und Punsch gibt es, was, wie ich immer höre, die meisten Besucher der „Buch-Wien“ vermissen, im Hof des „Museumsquartiers“ auch zu kaufen.  Didi Sommer und Diana Köhle, die beiden Moderatoren, bemühten sich auch immer sehr für das Buch Werbung zu machen und die Uuhörer mit dem Hinweis „Weihnachten kommt bald“, zu einem Kauf zu animieren.

2018-12-08

Würfelspiel?

Filed under: Buchpreisbloggen — jancak @ 00:23
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Es ist soweit, die fünf  Shortlistbücher des Bloggerdebutpreises, wo ich schon das dritte Mal mitjuriere sind gelesen und ich bleibe ein wenig ratlos zuirück, denn es waren verdammt gute Bücher, die Bozena Anna Badura, Janine Hasse und Sarah Jäger aus den neunundsechzig Debuts des heurigen Jahres ausgewählt haben.

Meine Shortlist war ja ein wenig anders, ich hätte noch sehr gerne Wlada Kolosowa, Gunnar Kaiser, Hilmar Klute, Kai Wieland und und und dabei gehabt, war mit der Auswahl die sehr österreichisch ist, dann auch sehr zufrieden, denn David Fuchs Arzt- oder Praktikantenroman hat mir auch sehr gut gefallen, „Orchis“, hatte ich schon im Frühling gelesen, da, glaube ich, etwas von einem guten Buch gebloggt, kann mich aber nicht mehr so genau daran erinnern und dann habe ich „Alles was glänzt“ gelesen, das ich vorher schon auf ein paar Lesungen hörte, da nicht sehr beeindruckt war und „Aha, wieder ein sprachspielerisches Buch gedacht!“

Dann habe ich gelesen und gedacht „Jetzt verstehe ich warum sie den öst Debutpreis bekommen hat und sie ist meine Favoritin!“

Danach den „Letzten Huelsenbeck“ angefangen und gedacht „Uje, uje, wenn mir jetzt noch das Buch der Bettina Wilpert gefällt?“ und es sprach einiges dafür, daß es das tuen könnte, dann muß ich am Ende würfeln, um meine Rangreihe den Hauptjuroren bekannt zu geben.

So weit kommt es nicht, ich habe meine Reihenfolge, hatte sie schon, nachdem ich den Christian Y Schmidt fast ausgelesen hatte, aber mindestens ein gutes Buch bleibt wieder über und das ist mir das letzte Jahr auch schon passiert.

Beim ersten Mal, wo man nur einen Namen sollte, wars, glaube ich, auf der einen Seite einfach, damit meine ich das Entscheiden „Und meine Winnerin is Shida Bazyar“, im Vorjahr mit dem dreistufigen Verfahren wurde es wahrscheinlich gerechter aber auch schwieriger, denn wie sollte ich reihen?

Julia Weber, Juliana Kalnay,Jovana Reisinger umd den poetischen Stimmen den Vorzug zu lassen und die realistischen journalistischen politischen Texte weglassen?

Ich habe es nicht getan und bei meinen Ranking ist das das Buch der Juliana Kalnay übergeblieben, das mir auch sehr gut gefallen  hat und jetzt habe ich meine schon getroffene Entscheidung wieder etwas releviert, beziehungweise, Buch fünf  Buch drei vorgezogen und mich dabei für ein brisantes Thema nämlich, die Mee too Debatte in einer literarisch schönen Sprache entschieden, dann folgt das österreichische Preidśdebut, danach David Fuchs mit seiner Krebsstation.

Also fünf Punkte für Bettina Wilpert „Nichts was uns passiert“

drei für Marie Gamilscheg „Alles was glänzt“ und

einen für David Fuchs „Bevor wir verschwinden“.

Der“Letzte Huelsenbeck“ hat mir aber auch sehr gefallen, ein starkes Buch mit seinem Drogen und Psychoseezessen, vielleicht aber doch nicht so literarisch, wie die drei erstgenannten und jetzt kann ich  mich nach und nach in das Hineinlesen, wie die dreizehn anderen Blogger sich entscheiden werden und bin gespannt.

2018-12-07

Korrigiertag und Auge-Nichtweihnachtsfest

Weil ich heute keine Stunden hatte, habe ich mich wieder der „Magdalena Kirchberg“ gewidmet, da hatte ich ja die einzelnen Handlungstränge korrigiert, dann das Ganze noch einmal durchgegangen und jetzt bin ich dabei wieder Szene für Szene einzeln zu korrigieren und halte da jetzt bei 47.049 Worten, die Szenen sitzen noch nicht alle, bei der Rechtschreibung muß ich noch einzelne Worte gleichschreiben und das Ganze wird mich wahrscheinlich noch einige Monate beschäftigen.

Bei der „Unsichtbaren Frau“ wäre ich jetzt fertig, von mir aus könnte das Manu an den „Digitaldruck“ gehen und wir einen „Dummie“ anfordern, der Alfred will es aber noch einmal durchsehen und kommt nicht dazu, weil er mit der „Auge-Fahne“ und der grünen Weste zuviel demonstrieren und auch auf sehr viele Weihnachtsfeiern geht.

Das Cover gibt es aber schon, mit einem, wie ich finde, sehr schönen Demo-Bild, da könnte es, siehe oben, die Vorschau und das Probekapitel, das das von der Nobelpreisverleihung sein wird, bald geben und eine Idee für das nächste, wo ich ja einmal die Heldenreise ausprobieren will, gibt es auch schon und da habe ich eine schon sehr alte Idee, von einem Arzt der eine Psychose bekommt, da beruflich ausfällt, jetzt wahrscheinlich von der Mindestsicherung leben und einen Rehacoach bekommen wird, der sich aber selbständig machen und in seinem Grätzel Sozialbedürftige betreuen wird und als ich am Mittwoch nach Grinzing zu einer Weinverkostungeinladung vom Herrn Fischer gefahren bin, war ein vor sich hin singendes junges Mädchen in der Straßenbahn, das auch mit ihrer Oma telefonierte und ihr freudig mitteilte, daß sie die Aufnahmprüfung in einer Schauspielschule bestanden hat.

So weit, so waht mit meinen Schreibüroprojekten, da denke ich jetzt wieder, ich müßte etwas machen, daß ich literarische Aufmerksamkeit bekomme, weiß aber nicht was, beziehungsweise tue ich ohnehin was ich kann und was den Veranstaltungskalender betrifft, wäre ich heute eigenlich zu einer Exil-Preislesung ins Literaturhaus gegangen und hätte mir da vielleicht wieder ein paar Bücher mit nach Hause genommen, aber es war um sechs das „Auge-Nichtweihnachtsfest“, das jedes Jahr im „Auge-Büro§, dem der Alternativen Gewerkschaften in der Belvederegasse, in dem Haus, in dem einmal Soma Morgenstern gelebt hat, stattfindet und am Kirchenplatz in der Belvederegasse gibt es einen Bücherschrank, so daß ich meinen Weihnachtswichtelvorsatz wieder ausführen und eine „Linke Wort-Anthologie“ nämlich die von 2010 zum Thema „Abgeschoben – Rassismus in Österreich“ in den Schrank legen und mir etwas später nämlich beim Heimgehen ein Buch für meinen Bücherchristbaum nämlich Morton Feldmann „Der perfekte „Mann“ schon leicht zerfleddert aus dem Schrank nehmen konnte.

Zum „Auge-Nichtweihnachtsfest“ bin ich glaube ich durch die Renate Sassmann, deren Sohn Robert ja einmal ein Jahr mit der Anna in die freie Schule Hofmühlgasse gegangen ist, gekommen und ich war, glaube ich, schon dort, noch bevor der Alfred „Auge-Betriebsrat“ für die WU geworden ist, ich gehe nicht jedes Jahr aber doch regelmäßig hin, denn einmal, glaube ich, war es an dem Tag wo der Nobelpreis an die Elfriede Jelinek vergeben wurde, die war zwar nicht in Stockholm, aber im Literaturhaus gab es eine diesbezügliche Veranstaltung und ich war dort und im vorigen Jahr hat mich der Anton Blitzstein zu seinem Geburtstagsfest eingeladen, so war ich 2016 und das war kurz vor der Bundespräsidentenwahl das letzt Mal dort und da kann ich mich erinnern, daß das Fest sehr konstruktiev gewesen ist, denn Kurti Winterstein, hat das „van der Bellen-Lied“ gesungen und der Markus gesagt „Ihr habts am Sonntag die einmalige Chance einen Kommunustien als Präsidenten zu wählen!“ und meine Stimmung stieg, da ich ja ein halbes Jahr sehr pessimistisch gewesen war und gedacht habe, wenn jetzt der Hofer die Wahl gewinnt, wäre das sehr sehr unfair.

Er hat bekanntlich nicht, ist aber jetzt FPÖ-Minister, aber damals stieg meine Stimmung, obwohl klar war, bei der „Auge-Weihnachtsfeier“ waren keine FPÖ- Wähler während es bei der nächsten FPO-Weihnachtsfeier höchstwahrscheinlich genau umgekehrt gewesen war und auch heuer sehr voll und gute Stimmung.

der Alfred hat die Auge-Fahne von der gestrigen Demo zurückgebracht, die ich ja geschwänzt habe, weil ich beim „Dichtfest“ war, wovon mir der Rudi inzwischen sehr viele, aber nicht sehr scharfe Fotos schickte. Luis Stabauer war da und eine Menge mir bekannter.

Kurt Winterstein hat seine „Erlkönigin“ vorgetragen, das Gedicht nach der berühmten Vorlage, die er auf Birig Hebein, die ja wahrscheinlich die nächste Vizebürgermeisterin wird, gedichtet hat.

Es gab ein Bufftet und dann wieder eine Sketcheinlage, wo der Markus eine Familieaufstellung mit AK, ÖGB, den „guten“ und der Wirtschafts- und der Bauernkammmern, den „schlechten“ gemacht hat.

Ich habe mich ein bißchen mit Luis Stabauer unterhalten, dessen „Weissen“ man vom Bücherregal kaufen konnte und den ich morgen wahrscheinlich im „Buchquartier“ gesehen habe und bin dann, um meinen Adventblog zu machen, nach Hause gegangen, denn ich habe ja ein Adventkalenderfesnter vom siebenten Dezember, das man sich noch schnell anschauen kann, verlinke nach und gebe auch die übrige Vorschau bekannt, wo man hier noch weitere Adventkalenderfenster finden kann.

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2018-12-06

Wieder einmal Dichtfest

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:20
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Jetzt bin ich glaube ich schon lange in keinem „DichtFest“ mehr gewesen und habe deshalb auch die Donnerstagdemo ausgelassen, dafür war ich die letzten zwei Wochen dort und habe auf die Literaturveranstaltungen verzichtet und das „DichtFest“ ist, obwohl ich ja keine Lyrik schreibe und auch kein so besonderer Fan von ihr bin, immer eine sehr interessante Veranstaltung.

Elisabeth Wandeler-Deck hat mich auch dazu eingeladen, deren letztes Buch ich gelesen habe und einmal bin ich nur um sie zu treffen oder auch um ein Glas Wein zu trinken, nach dem Literaturmuseum in die „Alte Schmiede“ gegangen.

Diesmal war ich pünktlich da und habe während des Weintrinkens zwei Frauen beobachtet, die auch sehr spät gekommen sind, also haben sie versäumt, was ich diesmal voll genossen habe, nämlich eine Lesung mit Ewald Baringer, Thomas Northoff, Christian Futscher, Rudolf Lasselsberger, Gerhard Nigl und Michaela Hinterleitner und ein Motto könnte man dem ganzen von Christine Huber eingeleiteten Veranstaltungen auch geben und dieses würde „Fische“ lauten, heißt doch Ewald Baringers Gedichtband „Kinderstube der Fische“ und das Buch der Michaelea Hinterleinter, im „Zeitzoo“ erschienen, „Räuber der Meere“ und ich weiß nichtm ob es meine Leser erraten würden, der 1955 in Wien geborene Ewald Baringer war der einzige mir bisher unbekannte Autor, denn Thomas Northoff kenne ich, glaube ich, schon seit der Zeit oder kurz danach seit ich in der GAV bin, war bei vielen seiner Lesungen, er hat auch beim „Tag der Freiheit des Wortes“ öfter mitgetan und ich habe auch einige Bücher von ihm gelesen.

Er war auch lange krank und daher im Krankenhaus und daraus ist offenbar ein Bändchen  „Ein und Ausbildungen im Leben“, das Wort „krank“ davor hat Christine Huber, glaube ich, in der Einleitung erwähnt, steht aber nicht im Programm, entstanden, das im typischen Thomas Northoffschen Stakkatostil sich diesem Thema widmete. Dann kam der mir ebenfalls schon gut bekannte Christian Futscher, den ich glaube ich sowohl im „Musa“ als auch in Göttweig hörte und sein Gedichtband heißt „Grüße an alle“ und Christine Huber erwähnte in der Einleitung, daß es inzwischen ein neues Buch gibt, das „Alles außer Lyrik“ heißt, aber heute fünfzehn Minuten Gedichte, bevor es in die Pause ging und danach kam der liebe Rudi, machte ein Foto vom Publikum und stellte dann das in seinem, nämlich den „Loma-verlag“ erschienen Band „Idyllie“ vor, der wiederum all das thematisierte, was den lieben Rudi, Reinhart Wegerth hat mir bei der Begrüßung gesagt, daß ich immer der „liebe Rudi“ schreiben würde, aber das ist er, glaube ich und man sieht, ich habe doch ein paar Leser und so ist es um das „Scheißen“ und um den „Sozialabbau“ und noch um einiges anderes gegangen, mit dem man wie man sieht, liest und hört auch Lyrik ausdrücken kann.

Von dem 1966 geborenen Gerald Nigl, habe ich, glaube ich ein kleines rotes Bändchen in meinen Regalen stehen, sonst den Autor aber. glaube ich. noch nicht sehr oft gesehen. Vielleicht kommt er zu den GAV-Versammlung und sein Band, der erst bei „Art Science“ erscheinen wird, ist offenbar, weil er Maler ist auch illustriert und hatte sehr schöne Verse, die mir gut gefallen haben „Ach Geliebte ach, komm und bleib“, habe ich ungefähr im Gedächtnis behalten.

Die Letzete war die einzige Frau in der Runde und die immer sehr fröhliche Michaela Hinterleitner, bei der ich auch schon auf einigen Lesungen war, sie schloß, wie schon erwähnt, den Bogen von den „Fischen“ und dem „Meeresleben“ und nachher gab es wieder, wie es beim „Dichtfest“ üblich ist, Wein und Knabbereien und damit Gelegheit miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über Lyrik zu unterhalten.

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