Literaturgefluester

2019-01-18

Fünfundachtzigster Slam-B

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:49
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Wenn man Angst hat, daß die Jugend von heute ohne einem einzigen Buch bis zur Matura kommt und einen Hoffnungsschimmer haben will, dann muß man nur an die vielen Bloggerinnen und an diePoetry Slams denken, wo beim Slam B, den es, glaube ich, seit 2004 moderiert von Diana Köhle, ist sie mit dem Marukus verwandt, gibt, im Literaturhausprogramm steht, daß man rechtzeitig kommen soll, um einen Platz zu bekommen.

Ich war dann einmal nach sieben da, um acht hat es begonnen, alles war leer, aber gleichzeitig mit Mäntel, Jacken, Taschen belegt, so daß ich sehr verärgert auf der Seite und dann auch noch weit hinten gesessen bin und mir sehr alt vorgekommen bin, so daß ich mit einem nicht so guten Gefühl, die nächsten Slams versäumte, bis ich einmal im Literaturhaus war und mir eine alte Dame erklärte, daß das eigentlich nicht so sein sollte und seither bin ich wenn es am Freitag keine andere Alternative gab und ich in Wien war,mit einem Buch in der Handtasche hingegangen, bin schon vor sieben vor der Tür gestanden und habe dann auch immer einen Platz bekommen, so daß ich allmählich die Slamer kenne und wenn ich richtig informiert bin, unterscheidet sich der Slam B von den anderen, wo es eine Jury mit Jurykarten gibt, daß das Publikum durch Schreien, Pfeifen, Klatschen entscheiden muß und Diana Köhle entscheidet dann meiner Meinung nach nicht immer eindeutig und es gibt auch ein Stammslamertum.

„Ich habe keinen Slam, sondern einen Slamtext!“, hat Diana Köhle erklärt, man kann aber sagen, ich slame, denke ich und ich habe ja damals im Cafe Stein versucht mit meinen Erzählungen lesen zu dürfen, da hat „Droschl“ ausgesucht und mich nicht genommen, heute bewerbe ich mich nicht mehr, obwohl im Literaturhaus jeder der zwei Texte hat, sich anmelden darf.

Sind es mehr als zwölf, entscheidet das Los. Heute waren es zehn und schon viele Stammslamer, zwei neue Kanditatinnen waren auch dabei und wenn man da ein paar kurze Gedichte liest, oder sich hinsetzt oder auf und ab geht, hat man schon verloren denke ich, weil es auf den Slam Rhtymus ankommt, aber interessant, daß mich heute Christian Schreibmüller auch ein Stammslamer und ein Senior dabei fragte, warum ich nicht slame, ich würde nicht gewinnen und habe auch nicht die entsprechende Texte, habe ich gesagt oder gedacht, obwohl so ganz stimmt das auch nicht, denn sie sagen ja immer jede Textart ist erlaubt und heute waren auch einige sehr erzählende dabei.

Also zehn Kanditaten, in einer drei, einer Vier- und einer Dreierrunde. Theresa Wagner, die,  glaube ich schon gehört habe, war die Erste, das heißt, stimmt nicht, die erste war das Opferlamm, die Siegerin vom vormal und die brachte einen Text, der eine Rezension auf einen sehr schlechten Fantasyroman namens „Bibel“ war, den zu lesen sie abriet.

Theresa Wagner brachte einen sehr starken Text gegen die Gewalt, die die Frauen betrifft. Dann kamen, glaube ich, zwei Debutanntinen und in Runde zwei, den mir schon bekannten Bernie, der den inneren Schweinehund, den er, glaube ich, Jonny nannte, den ewigen Einflüsterer „Du kannst es nicht!“, den ich ja auch sehr gut kenne, besang.

Vorher war ein englischer Text, der glaube, ich die Liebe zwischen Männern oder andere Geschlechter thematisierte, dann kam noch ein Bekannter und eine Französin, die lange in Istanbul gelebt hat und einen schönen Text, der mit „Denke ich an Istanbul“ vortrug.

Runde drei waren waren eine Frau, die ihren Namen verändert hat und jetzt glaube ich, „Fröhliche Elfe“auf irisch hieß, ein Slamer namens „Darling“ und Christian Schreibmüller, der Seniorpartner, der gewonnen hat und im Finale mit Theresa Wagner, der Französin, die wieder einen Text über ihren Türkeiaufenthalt und das Zahlen lernen hatte, dann war noch ein Text über das Geschichtenerzählen dabei und Christian Schreibmüllers Text „Hast du Sperma in den Ihren fühlst du dich wie neu geboren“ habe ich, glaube ich, schon gehört, obwohl Diana Köhle erklärte, daß man neue Texte vortagen sollte.

Gewonnen hat Theresa Wagner mit einem Text, der von Erich Fried „Ich ist was es ist, sagt die Liebe“ inspiriert war und den Diätwahn und  andere Zwänge denen man unterliegt, aufzeigte.

Es gab dann wieder Küßchen, die Preisverteilung, ein „Falter-Abo“, ein Notzibuch und ein Schreibgterät waren dabei zu gewinnen und das Siegerfoto und ich denke, wenn um dreiviertel Sieben schon eine Runde Leute vor dem Literaturhaus stehen, dann ist die Literatur nicht verloren, auch wenn ich die Slams nicht gewinnen würde, finde ich diese Literaturform trotzdem spannend.

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