Literaturgefluester

2019-04-08

Der Tod des Löwen

Filed under: Bücher — jancak @ 00:50
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Weiter geht es mit einer vergessenen Autorin aus dem „Hommunculus-Verlag“, nämlich mit der  1850 in Prag geborenen und 1924 in Berlin getorbenen, wie in „Wikipedia“ steht deutschen Schriftstellerin Auguste Hauschner, die mit Max Brod befreundet war und 1916 einen Roman oder eine Novelle über Rudolf II  von Habsburg, den Rabbi Löw und den Berberlöwen Mehmet Ali geschrieben hat.

„Der vergessene Prag-Roman“ steht ia Cover und im Gegensatz zu Gutit Alsen, hat Auguste Hauschner eine „Wikipedia-Seite“, ein Nachwort von Veronika Jicinska, die auf die Lebensdaten von Augste Hauschner eingeht gibt es auch.

Sogar ein Personeverzeichnis zu Beginn des Buches und vor allem sehr schöne Radierungen von Hugo Steiner-Prag, die mich fast mehr beeindruck haben, als wie am Buchrücken steht, die historische Geschichte „voller Mystik und schwarzer Romtantik, die im Prag des frühen siebezehnten Jahrhunderts spielt, da ich es mit der schwarzen Romantik und der Mystik nicht so sehr habe und mich die historischen Romane eigentlich nur bis zum ersten Weltkrieg interessieren.

Gut, da wurde das Buch geschrieben und ich glaube eigentlich auch, daß es, wie  Veronika Jicinska meint, mehr eine Novelle, als eine Roman ist.

Am Buchrücken steht noch geschrieben, daß Prag  der eigentliche Hauptprotagonist des Buches ist, das habe ich auch nicht so sehr empfunden, räume aber ein, hier , wenn auch verspätet, wieder etwas zum Tschechien-Schwerpunkt der Leipziger Messe gelesen zu haben und so bin ich durch das nächtliche, mystische Prag des frühen siebzehnten Jahrhunderts gehetzt.

Das wahrscheinlich in der Burg des Hradschins beginnt, denn da kann der Kaiser Rudolf von Habsburg nicht schlafen. Die Rivalität zu seinem Bruder Matthias, der in Ungarn herrscht, quält ihn

Am Buchrücken wird etwas von einem Verfolgunswahn geschrieben. Ein Komet ist es, der den Kaiser unruhig macht, so daß er sowohl seinen Kämmerer, als seinen Leibarzt ruft und dann im nächtlichen Prag im judenviertel verschwindet, um dort den berühmten Rabbi Löw aufzusuchen, der der ja den Golem erschuf, aber darum geht es in dem Buch gar nicht.

Der Kaiser will vom Rabbi in die Geheimnisse der Kabbala eingeweiht werden, verliebt sich dabei in dessen fünfzehnjhrige kranke Tochter Golde. Besucht auch den Löwen Mehmet Ali zu dem er seine seltsame, ebenso mystische Verbindung hat, besucht die Alchemisten der Stadt und den Hofstronom, läßt sich dann sein Lager neben dem Löwen aufschlagen, um am Ende zu seinem Kammerdiener und zu Dr. Mayer zu sagen „Ich hätte ihm seine Freiheit früher widergeben sollen, es war zu spät.“

Eine wahrlich geheimnisvolle mystische Geschichte aus dem alten  Prag von einer vergessenen und, wie ebenfalls in „Wikipedia“ steht, auch gesellschaftskritische Dichterin, die ich allen an der Historie, an Prag und an der Mystik Interessierten sehr empfehlen kann.

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