Literaturgefluester

2019-04-22

Deine kalte Hände

Filed under: Bücher — jancak @ 00:14
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Nun kommt der dritte Roman der 1970 geborenen koreanischen Schriftstellerin Han Kang, deren „Vegetarierin“ mir ja sehr gefallen hat.

„Menschenwerk“ das zweite Buch ist nicht zu mir gekommen und mit dem dritten Roman, den die Autorin, glaube ich, aber als erstes geschrieben hat, hatte ich so meine Schwierigkeiten.

Ist es doch eine Rahmenhandlung, die laut Klappentext und Beschreibung von menschlicher Einsamkeit und einem exentrischen Künstler erzählt.

In der Rahmenhandlung,  dem Prolog und dem Epilog, erzählt die Schriftstellerin H. wie sie bei einem Besuch in der Stadt Gwangju, das ist auch die, wo Han Kang geboren wurde, auf das Werk des Bildhauers Jang  Unhyong aufmerksam wurde, der vor allem Gipsabdrücke von weiblichen Körpern machte.

Zufällig geriet sie in eine Ausstellung seiner Werke, begegnete ihn dann während einer Theateraufführung und schließlich bekam sie von seiner Schwester, zu dem Zeitpunkt, wo er schon verschwunden war, sein Tagebuch zugeschickt.

Das ist dann der Roman „Deine kalte Hände“ und erzählt im ersten Teil von der Jugend des Bildhauers in einer eher kalten lieblosen Umgebung.

Es gab zwei jüngere Schwester, einen strengen Vater der Hochschullehrer war und sich mit der Mutter nicht gut verstand, eine seltsame Tante, die ihm des Diebstahl eines Geldbetrages verdächtige, deshalb wurde er vom Vater solange geprügelt, bis er den Diebstahl, den er nicht begangen hatte, zugab.

Dann ist er schon Bildhauer und  begegnet die hundert Kilo schwere L. die alle wegen ihrer Unförmigkeit anstarren. Er ist aber von ihren Händen begeistert, will Gipsabdrücke machen und begegnet ihr später wieder, als sie fünfzig kilo abgenommen hat, buliminisch ist und ihm erzählt, daß sie erst durch die Vergewaltigung, des Freundes ihrer Mutter, so zugenommen hat.

Jetzt wohnt sie bei ihm, er begleitet sie durch ihre Magersucht und muß sie, als sein Vater gestorben ist, verlassen.

Drei Tage später kehrt er in sein Atelier zurück, da ist sie verschwunden, sie hat hat das Atelier zerstört und er muß es ein paar Tage lang aufräumen.

Dann kommt er durch Vermittlung eines Freundes in Kontakt mit der Innenarchitektin E., die die Handskulpturen abkaufen will.

Er beginnt  mit ihr ein Liebesverhältnis, will zuerst ihr Gesicht, dann von ihrem ganzen Körper Abdrücke machen, was in einem ziemlichen Eskaltaion endet, da E. auch von ihm Abdrücke macht und die beiden, wie in dem Buch steht, schließlich in einer gemeinsamen Selbstauflösung  verschwinden.

H. erkrankt, ob dieser Aufzeichnungen, gibt das Buch erst später der Schwester zurück, die die Werke ihres Bruders ausstellen will. Da kommt es dann zu einer Begegnung von einem Paar von dem man nur vermuten kann, daß es der Bildhauer und E. waren.

Der Ton war spannend und für mich ungewöhnlich, der Erzählstil ebenfalls. Berührend waren für mich die Stellen wo L.s Magersucht beschrieben wurden. Mit den anderen Teilen der Geschichte, vor allem mit dem Schluß, habe ich mir eher schwer getan und die „Vegetarierin“ hat mir, glaube ich,  besser gefallen.

Vielleicht ist es ein Anfangswerk und Han Kang hat, die in einem kurzen Nachwort schreibt, „daß sie vor allem dankbar ist, daß sie lebe und daß es ihr vergönnt sei, als Schriftstellerin zu arbeiten“, ihren mich in der „Vegetarierin“ so berührenden Stil,  später erst gefunden.

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