Literaturgefluester

2019-08-04

Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

Filed under: Bücher — jancak @ 06:31
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Das Debut des 1974 geborenen Werbetexters und Redakteurs Thomas Meyer  war 2012 für den „Schweizer Buchpreis“ nominiert. Da war ich im Literaturhaus als dort die Kanditaten aus ihren Büchern lasen und das Buch, das ich dann später in einem der Schränke fand, hat mich sehr beeindruckt. Jetzt habe ich in meinem Bibliothekskatalog gesehen, daß ich es dort zweimal eingetragen habe. Also hätte ich es doppelt gefunden. Das erste Mal müßte schon länger her sein, ich kann mich nicht erinnern, aber vielleicht war das Erste eine Leseprobe, die ich mir ja gerne zusammensammle.

Als wir vor einem Jahr in Zürich bei „Orell Füsseli“ waren, war es dort unter den „Züricher Autoren“ ausgestellt und ich habe mich wahrscheinlich geärgert, daß ich es nicht als Lektüre mitgenommen habe. Das ist mir jetzt als wir nach Locarno zum Filmfestival furhren, nicht passiert und ich habe auch mitbekommen, daß im September ein neuer „Wolkenbruch“ erscheint. Den habe ich schon bestellt und der Film des ersten Teils „Wolkenbruch`s Wondrous Journey into the Arms of a Shiksa“, der im Vorjahr gedreht wurde, ist in Lokarno auch gelaufen, allerdings nicht auf der Piazza Grande, so habe ich mich in das Buch nur auf der Hinfahrt durch Italien eingelesen und es hat mich sehr beeindruckt, obwohl der Inhalt eigentlich nicht so neu ist und es sicher schon viele Parodien zu diesem Thema gibt.

Die Sprache in der Thomas Meyer sein Debut geschrieben ist, ist aber sehr beeindruckend und macht das Lesen sehr spannend, obwohl ich gar nicht sicher bin, daß es das original Jiddisch ist, in dem es geschrieben wurde, weil das wäre  wahrscheinlich nicht so leicht zu lesen. Es gibt aber ohnehin ein Glossar im Anhang, in dem dann zwar nicht alles verzeichnet ist, es ist aber durchaus spannend den Lebensweg, des in der orthodoxen Züricher jüdischen Gemeinde aufgewachsenen Mordechai, genannt Motti, aufgewachsenen Wolkenbruchs, der eine ihm sehr vereinnahmende Mame hat, die ihn unbedingt mit den jüdischen Mädchen verkuppeln will, nachzuverfolgen.

Der Vater hat eine jüdische Versicherungsgesellschaft in dem er alle Juden der Gemeinde als Kunden hat, es gibt zwei ältere Brüder, einen Arzt und einen Biologen, die schon ihre Familie haben, der Vater ist eher indifferent und verzieht sich bei Familienstreitigkeiten eher hinter seine Zeitung, denn Motti hat ein Problem.

Er will die jungenjüdischen Damen mit denen ihn seine Mutter verkuppelt will, nicht, das heißt mit einer versucht er sich gegen die Initiativen der Mütter zu verbünden, diese Stelle hat Thomas Meyer im Literaturhaus gelesen, denn er hat sich längst in die nicht jüdische Studentin Laura verliebt und versucht nun seinen eigenen Weg zu gehen, den er in dem schon erwähnten Jiddisch oder der Mischung daraus erzählt.

Weil die Mutter zuviel redet, während sie mit ihm im Auto fährt, gibt es einen Unfall, wo seine Brille zerbricht. Er geht zum jüdischen Optiker, der ihm die ewig gleichen Modell vorlegt, die ihm aber nicht gefallen, so kauft er die neue Brille bei einem „goj“ oder „gojete“, was die „Mame“ aber auch die übrigen Familie in Aufregung versetzt.

Er betrinkt er sich bei einer Familienfeier, die Familie schickt ihm darauf zum Rabbi, der aber auch eher unorthodeoxe Heilungsmöglichkeiten hat denn er schickt ihn nach israel zu seinem eher liberalen Onkel, dessen Frau istTherapeutin, so wird Wolkenbruch dort „entjungfert“, der Onkel und die Tante kaufen ihm auch eine Jeans, damit er nicht immer seine schwarz- weiße „jüdische Uniform“ gtragen muß.

Damit gekleidet traut er sich auch Laura anzusprechen, die ihn darauf in eine Party in ihre WG eindlädt. Da weiß er zuerst gar nicht, was das ist, wird dann von einem Mitbewohner zu seinem ersten Joint eingeladen und kommt nach der Nacht mit Laura erst am nächsten Morgen nach Haus, wo ihn schon, die besorgten Eltern und die Polizei erwarten, die Mutter verstößt ihn. Der Vater verzieht sich hinter seine Zeitung und fragt ihn nur, ob er genug zu Essen hat, als er  die Firma, wo er zwei Tage in der Woche arbeitet, verlassen muß.

Er hat und auch schon ein Zimmer, das er aber bald wieder verliert und ob es mit seiner Laura klappen wird, ist zu Ende des Buches auch nicht ganz klar, aber vielleicht wird der zweite Teil „Wolkenbruchs waghalsiges Stelldichein mit der Spionin“ diese Frage beantworten.

Vielleicht noch ein Detail, die „Volkshaus-Buchhandlung“ in der ich mir im Vorjahr Antonio Fians Buchpreisbuch von 2014 aus einer Abverkaufskiste zog, kommt auch in dem Buch vor. Da trifft sich in dem dazugehörigen Likal der Motti nämlich mit seiner Laura, beziehungsweise kauft er sich dort ein Buch.

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