Literaturgefluester

2019-08-15

Schweizer Lesen und Bücherfunde

Ich habe mich ja, wie ich schon geschrieben habe, ein wenig auf unseren heurigen Schweiz Urlaub, knapp vierzehn Tage auf dem Campingplatz von Locarno und am Abend zum Filmfestival, vorbereitet, in dem ich schon ein paar Tage vorher mir einige Bücher, die von Schweizer Autoren stammten, aus meinen Regalen heraussuchte und in meine Büchertasche packte, die ich mitgenommen habe und ganz unvorbereitet war ich  da schon nicht, gibt es ja in Wien immer wieder Schweizer Literatur zu hören und im Vorjahr als wir in Bern, Zürich und Genf waren und dort die Bücherschränke, beziehungsweise Buchhandlungen besuchten, habe ich mir ja auch Schweizer Bücher mitgenommen, auch welche in Bern gekauft und in den Schränken gefunden, so daß ich eigentlich recht gut vorbereitet in den Urlaub aufgebrochen wird.

Ein Literaturkritiker wird es zwar vielleicht für ein Wald- und Wiesenlesen halten, aus jedem Dorf ein Hund sozusagen und das Ganze auch quer über den Tellerrand, aber das ist es ja, wie ich das Lesen verstehe und, wie ich es betreiben will.

Ich lese durchschittlich je nach Dicke und Zeitbedarf drei Bücher in der Woche, wenn sie dick sind und viel zu tun ist, nur zwei. Im Urlaub sollte man aber mehr Zeit haben, obwohl wir ja am Tag in den Bergen herumgefahren sind und am Abend auf der Piazza Grande waren, also habe ich mir vorsorglich acht Bücher eingepackt. Das Finden war auch kein Probem, ich hätte mir auch mehr mitnehmen können.

Mit Thomas Meyers „Wolkenbruch“ habe ich das Schweizerlesen angefangen, es dann mit Catalin Dorian Florescu forgesetzt, Alain Claude Sulzers „Aus den Fugen“ gelesen, danach sind Alex Capus Erzählungen daran gekommen. Peter Stamm folgte mit seinem „Nacht ist der Tag“, dann hätte ich noch Alain Claude Sulzers „Privatstunden“, einen Martin Suter und Adolf Muschgs „Das gefangene Lächeln“ zur Auswahl gehabt.

Eine gute Mischung, wie ich denke und habe in den knapp vierzehn Tagen auch recht viel gelesen und als wir am vorigen Samstag in Andermatt waren und ich mich schon wunderte, daß es im Tessin keine Bücherschränke gibt, bin ich vor einem Geschäft auf eine Kiste gestoßen, auf der „Gratis, zur freien Entnahme!“, stand.

Da habe ich natürlich hineingeschaut, sehr viel zeitgenössische Schweizer Belletritik habe ich dort zwar nicht gefunden, sondern, glaube ich, einen Comic. Ein Buch über eine Schweizer Politikern, das ich liegen gelassen habe und ein Motivationsbuch zur Organisationsberatung oder zur Verbesserung des Betriebsklimas. Aber dennoch freuen mich die Bücherfunde, dann habe ich noch in einem Park einen Bestseller auf Italienisch mit schönen bunten Com ic Bildern, so daß er leicht zu verstehen ist, gefunden.

„Il nostro Iceberg si sta sciogliendo“ auf Englisch heißt das Buch „Our iceberg ist melting“ und auf Deutsch „Unser Eisberg schmilzt“, wie ich herausgefunden habe.

Ein Bestseller von dem ich noch nie etwas gehört habe, aber vielleicht gut zur Klimafrage passt und dann sind wir, ich habe es schon geschrieben, am Montag in die Berge gefahren, wo es in einem kleinen Ort vis a vis von einem kleinen Kircherl mit schönen Fresken einen Bücherschrank fand, wo ich Silvia Götschis Krimi „Iltlimoos“ gefunden habe, den ich dann als sechstes Buch gleich  begierig gelesen habe, neben einem Paul Auster, der sagen wir, wohl zufällig in der italienischen Schweiz geladet ist, lag dann noch ein Buch von einer Schweizer Autorin über ein Geheimnis in den Schweizer Bergen im Schrank, das ich mir wohl für den nächsten Schweizer Urlaub aufheben werde, aber der wird ja schon im November zum „Schweizer Buchpreis“ gehen und da habe ich ja vor, die fünf Shortlistbücher anzufragen und dort oder auch schon vorher oder nachher zu lesen.

Eine schöne Schweizer Ausbeute also, die mein Wissen über die Schweizer Literatur noch ein bißchen ausgeweitet hat, obwohl es natürlich, das gebe ich schon zu und streite es nicht ab, ein Wald und Wiesen-Lesen durch den Schweizer Bücherwald geblieben ist.

In drei Buchhandlungen sind wir auch gewesen, in einer in Ascona, wo wir am ersten Sonntag mit dem Rad hingefahren sind, dort gab es bei den deutschen Büchern Marlene Streeruwitzs „Flammenwand“, die schon auf meinem Harlander Stapel liegt, aber auch die“ Diogenes-Bücher“ „Der Sänger“ und ich glaube auch Jörg Fausers „Schlangenmaul“ zu bewundern.

Im Hesse-Museum, das einen sehr umfangreichen Buchbestand hatte, waren wir auch, aber ich bin ja keine Hesse-Spezialistin, obwohl ich einige seiner Bücher in meinen Regealn habe und eigentlich das Facebuchbüchlein mitnehmen wollte.

Dann aber keine Zeit es zu suchen hatten und in Locarno waren wir auch in zwei Buchhandlungen, in einer sogar zweimal, das war, die beim Bahnhof, wo ich daran erinnert wurde, daß auch Milena Moser und Petra Ivanov Schweizer Autoren sind, ich Franz Hohlers „Päckchen“ liegen sah, bei dem ich mich sehr beherrschen mußte, nicht danach zu greifen. Aber vielleicht steht es auf der „Schweizer Buchpreisliste“ und dann hat es ja, wie schon erwähnt, die Götschi-Krimis dort gegeben und in der Buchhandlung auf der Piazza Grande hat mich der Alfred auf den Clemens J. Setz, der ja ein Grazer und kein Schweizer ist, aufmerksam gemacht und es gab auch ein Schild, das darauf hinweis, daß das Geschäft viele deutsche Bücher führt.

Das Schweizer Lesen ist ja vielsprachig und international, obwohl, was mich ein wenig wundert, der „Schweizer Buchpreis“ ein deutscher ist und ich eigentlich keine italienisch oder französisch schreibende Schweizer Autoren kenne, trotzdem habe ich mich in den zwei Wochen, glaube ich, wieder ganz gut durch die Schweizer Literatur gelesen.

In Harland habe ich auch noch die Bücher, die ich mir im Vorjahr von meinen Bücherschrankfunden beziehungsweise von der Weltbuchhandlung mitgebracht habe.

Jetzt kommen aber schon die Herbstneuerscheinungen und da habe ich mir ja, bevor wir weggefahren sind bei „Diogenes“, das neue „Wolkenbruch-Buch bestellt und das könnte ja auch auf der Schweizer-Liste sthen.

Aber die kommt, glaube ich, erst im Oktober, während die deutsche Longlist ja schon am nächsten Dienstag bekanntgegeben wird und da bin ich schon ganz kribbelig und gespannt.

Ich bin zwar wieder keine „offizielle“ Bücherpatin, wie das jetzt heißt, habe aber vor mein fünftes privates Buchpreislesen zu machen und die restlichen Bücher, die mal auf den Listen standen und die ich inzwischen gefunden oder gekauft habe, habe ich ja auch vor, demnächst zu lesen, so daß mein Wald und Wiesen-Gegenwartslesen immer umfangreicher wird.

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