Literaturgefluester

2019-09-18

Saisoneröffnung mit Thomas Stangls Körper

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 00:51
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Saisoneröffnung in der „Alten Schmiede“, in der „Gesellschaft“ ist es schon vorvorige Woche so weit gewesen, das Literaturhaus werde ich morgen besuchen und eigentlich war die Präsentation von Thomas Stangls Erzählband“ die „Geschichte des Körpers“ gar nicht so spekulär neu, wurde es ja schon in der Leseauslese in Juni von Cornelius Hell oder Katja Gasser empfohlen.

Ich hätte es mir auch auf die östBpListe gewünscht. Auf die Deutsche kommen ja nur Romane , aber trotzdem war heute in der „Alte Schmiede“ etwas anders oder schon vorher, hat das Programm ja ein neues Design, an das ich mich erst gewöhnen muß und Daniel Terkl, der neue Leiter trat gemeinsam mit Johanna Öttl auf, erzählte etwas von einem schönen Ort, der die „Alte Schmiede“ wäre und ließ seine Kollegin dann das Programm der nächsten Saison aufzählen, bevor er den aus dreißig mehr oder weniger langen Erzählungen bestehenden bei „Droschl“ erschienen Band, einleitete.

Ich kenne den 1966 in Wien geborenen,  „Alpha- und Fried-Preisträger“,schon lange, habe ihm mehrmals in der „Alten Schmiede“ gehört, sein „Alpha-Preisbuch“ gelesen.

Ich bin vielleicht gar nicht so begeistert in die „AS“ gegangen oder doch natürlich, habe ich ja andere Veranstaltungen diesbezüglich abgesagt und wurde auch nicht enttäuscht, denn Thomas Stangl hat eine wirklich sehr dichte Sprache und er las zuerst die Geschichte, wo die „Monster kommen“ oder die Hausbewohner, Flüchtlinge wahrscheinlich, die ihre Bücher und ihre Spielsachen verloren habe, die bei einer Anna mit aufgeklebten Bart untergekommen sind, dann gar nicht finden.

Nach der Geschichte gab es ein Gespräch, wo Daniel Terkl, den Autor nach den Regeln fragte, die in dem Text vorkommen und Thomas Stangl etwas über die Entstehung des Erzählbandes und die Klammern, die ihn zusammenhalten, beziehungsweise seine Geheimnisse und Ausparungen, erzählte.

Dann folgte die „Als ob Geschichte“, „Das Sterben in Zimmer 105, wo Thomas Stangl wohl versuchte seine Erfahrungen als Zivildiener in einem Pflegeheim sprachlich dicht aufzuarbeiten und darüber zu philosophieren, ob und, wie das gelingen kann.

Eine sehr dichte Geschichte, der Arzt und die Stationsschwester sagen: „Man stirbt nicht im Parterre!“, natürlich nicht. Das tut man gewöhnlich im Spital und es kommen dann nur die Söhne und die Töchter, um die Zimmer auszuräumen und ich dachte die ganze Zeit an meine Maria Mattuschek, die sich ja auch in ihre Erinnerungen und in ihre Vergangenheit zurückzieht und war dann sehr verwundert, als Daniel Terkl nicht über das Sterben und die Demenzen, sowie die Eindrücke, die das auf einen zwanzigjährigen, der plötzlich in ein Pflegeheim gesteckt wird, sondern nach den Perspektiven und den Hierarchien der sprachlichen Analyse fragte.

Da sieht man wohl den Unterschied zwischen den Literaturwissenschaftlern und den Psychologen und Psychotherapeuten.

Thomas Stangl antwortete auch da geduldig, verwies aber auf seine eigene Zivildienstzeit und die Musik, die er damals hörte, aber nicht ganz verstand, weil es noch keine Booklets und kein Internet gegeben hat.

Ein interessanter Abend und eine interessante Saisoneröffnung, obwohl mich ja meine Bücherberge meines nun schon dreifachen Buchpreislesens eigentlich keine Zeit dazu lassen, aber das „Literaturgeflüster“ war ja schon immer dreifach angelegt und eine Mischung zwischen Veranstaltungsprogramm lesen und dem eigenen Schreiben, das derzeit ja aus meiner eigenen Schreibwerkstatt mit dem Korrigieren von meinem „Schreiben und meinem Büchern“ besteht.

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