Literaturgefluester

2019-09-30

Slammer.Dichter.Weiter

Ich bin ja keine so besondere Freundin des Poetry Slams, obwohl ich inzwischen ganz regelmäßig zu den Veranstaltungen ins Literaturhaus gehe, daß aber Markus Köhle eine Staffel in der „AS“ hatte, ist mir bisher entgangen und ich bin auch  nicht so engagiert zu der Veranstaltung von Anna-Lena Obermoser und Simon Tomaz gegangen, habe mich aber, kann ich gleich verraten, geirrt, denn „Slammer.Dicher.Weiter“ ist eine sehr interessante Veranstaltung, die den Rahmen der Poetry Slams sprengt, wo zehn Leute gegeneinander antreten und das Publikum schreien und klatschen darf.

Das heißt geklatscht werden soll dabei auch, es gibt aber kein Wettlesen, sondern Markus Köhle, der ja auch ein begnadeter Slamer war, stellt immer einem Wiener und einen Slamer aus dem Bundesländern vor. Dazu gibt er ihnen auch drei Dichter zur Auswahl auf den oder sie dann dichten müßen und er moderiert das Ganze und liest ein paar Texte von den vorgestellten Dichtern vor.

Klingt spannend, ist es auch, obwohl mir weder die Pinzgauerin, die jetzt in Graz lebt, Anna-Lena Obermoser und die bewußt  Dialekt verwendet, noch der Wiener Simon Tomaz ein begriff war, aber der ist glaube ich gar kein jrichtiger Slamer sondern eher ein sehr poetischer Vertreter der experimentellen Poesie.

Doch schön der Reihe nach, denn Simon Tomaz ließ mich, als ich den Saal betreten wollte, würfeln, wozu das gut war, erklärte er später und Markus Köhle stellte zuerst die beiden Slamer vor, dann begann Anna-Lena Obermoser mit einem typischen Slam zum thema „Schen ist“, während Simon Tomaz die Bundeshymne rezitierte, aber nicht wirklich die echte, sondern eine mit Aussparungen, in die dann die erwürfelten Worte eingetragen wurden.

Klang ein weinig mühsam, würde ich sagen, aber da kamen schon die drei Dichter und Dichterinnen die Anna-Lena Obermoser zur Auswahl hatte, Christine Busta, Günther Falk und Elfriede Gerstl sie hat sich für die Gerstl entschieden und zwei ihrer Gedichte in ihren Text hineinverwoben, während sich Simon Tomaz für Konrad Bayer von der Wiener Gruppe und einem „Kasperl auf dem elektrischen Stuhl“ entschieden hatte. Sein Text darauf war im Vortrag eines Kasperltheaters gehalten. Der Polizist und das Krokodil trauchten noch zusätzlich auf und sehr politisch, ich glaube, es ging auch um die Kanzlerfrage und die gestern stattgefundene Wahl, war sein Text auch.

Markus Köhle rezitierte dazwischen immer wieder Elfriede Gerstls Postkartentexte und ergänzte, daß Gerhard Rühm auch einmal die Bundeshymne variiert hat, dann kamen noch ein paar Runden, wo die beiden ihre eigenen Texte vortrugen. Anna Lena Obermoser hatte, glaube ich, noch was zu der Gerstl und ich fand die Veranstaltung, die weit über den Poetry Slam hinauging, wie schon erwähnt, sehr interessant.

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