Literaturgefluester

2019-10-06

Der große Garten

Und schon bin  ich bei Buch zehn des heurigen dBps, Halbzeit also und das ist ein besonderes Buch, schon wegen seines bunten Covers und dann weil es, obwohl das ja die Kritierien wären, wieder kein Roman ist, sondern ein Memoir, vielleicht sogar ein Personal Essay oder eine Aphorimensammlung. Kleine feine poetisch schöne Stückchen vom Leben auf dem Land, das Tagebuch einer Aussteigerin.

Im Internet steht zu lesen, daß die Autorin, die 1980 in München geborene Filmemacherin Lola Randl in die Uckermark gezogen ist, um das Leben am Land zu erleben.

Im Buch sind leider, was mich wieder sehr stört, weder eine Beschreibung, noch eine Bbiografie der Autorin zu finden.

Ich weiß aber, daß es ein Debut ist und, daß Lola Randl dafür auch für den „Tumler-Preis“ nominiert war und den Publkumspreis gewonnen hat.

In den kleinen feinen Stückchen, die Namen wie „Pastinake“, „Samen“, „Saatgutbörse“, etcetera, tragen, steht etwas von einem Burn-out zu lesen und daß die Ich-Erzählerin mit ihren Kindern, ihrem Liebhaber und ihrem Mann  aufs Land gezogen ist, um ein Gartenbuch  zu schreiben. Eine Therapeutin und einen Analytiker, zu dem auch, was ja streng verboten ist, intime Beziehungen zu bestehen scheinen, gibt es auch und allgmein könnte man sagen, daß sich Lola Randl in einem ironischen bis sarkastischen Ton über das Aussteigerleben lustig macht.

Denn in dem kleinen Dörfchen, wo sich das Haus befindet, sind auch Japaner eingezogen, die dort ein Cafe errichten und japanisch kochen. Ganze Aussteigerkolonien gibt es auch, die sich dann als Knechte beim Liebhaber verdingen, um dessen kaputtes Dach zu reparieren, was sie nicht zusammenbringen oder Workshops besuchen, wo sie die Achtsamkeit oder die Permakulturen erlernen sollen.

Immer wieder wird zwischendurch von der DDR berichtet, denn da gibt es die Irmi und den Hermann, die bald ihre goldenen hochzeit feiern, die waren früher Melker in der LPG. Jetzt haben sie das schönste Gemüse. Nur fällt der Hermann einmal aufs Kreuz, muß deshalb monatelang ins Krankenhaus und ist nachher ein Pflegefall, der nur mehr die schönen DDR-Marken sammeln kann, die eigentlich sehr wertvoll ist.

Ein interessantes Zwischenspiel zwischen all den realistischen Romanen mit ihren multiplen Problemstrukturen, könnte man sagen. Eine kleine ästhetisch schöne Verschnaufspause zum Atemholen und Entspannen. Aber halt habe ich weiter oben nicht von Sarkasmus und Ironie geschrieben?#

Natürlich und es ist natürlich auch kein Gartenbuch, auch wenn es im Anhang sogar ein Register gibt, es ist eher ein ironisch sich über all das lustig machende Aphorismensammlung, einer mir bisher unbekannten Autorin, die es gleich zu einigen Nominierung und Preisen brachte.

Interessant ist auch, daß es bei den „Amazon Rezensenten“ zu sehr unterschiedlichen Bewertungen brachten und, daß es dort sowohl, als „Mist“, als auch als „sehr lesenswert“ bewertet wurde.

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1 Kommentar »

  1. […] literaturgeflüster https://literaturgefluester.wordpress.com/2019/10/06/der-grosse-garten/ dasdebuet https://dasdebuet.com/2019/09/17/literaturpreis-lola-randl-der-grosse-garten-nominiert-fuer-den-franz-tumler-Literaturpreis/ […]

    Pingback von Kein schöner Land | Frau Lehmann liest — 2019-10-10 @ 10:02 | Antworten


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