Literaturgefluester

2019-11-02

Der erste Nanowrimotag

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 00:35
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Der erste „Nanowrimotag“ ist vorüber und ich habe geschrieben und geschrieben. Über fünfzehn Seiten, vier Szenen und 7552 Worte sind entstanden.

Ja, ich bin sehr schnell und für alle, die es genau wissen wollen, ich habe etwa eine halbe Stunde oder zwanzig Minuten vor Mitternacht mit der ersten Szene angefangen, vorher habe ich mit dem Alfred mein neues Profil erstellt und ein Dokument mit dem Titel habe ich auch schon am Nachmittag eröffnet, so daß ich ungefähr zehn Minuten nach Mitternacht, etwa 1600 Worte hochgeladen habe.

Das ist ein bißchen geschummelt und ich bin auch nicht, wie man am vorangegangenen Artikel sehen kann, besonders vorbereitet in den „Nano“ gegangen. Hatte ich ja nur die Notizen, die ich mir in den letzten Monaten in mein rotes Genf-Büchlein, das schon sehr zerfleddert aussieht, aufnotiert und gewußt, ich werde im November, weil ja die „Buch Wien“ ist und wir auch nach Basel fahren, nur wenig Zeit haben.

Das war zwar abgesehen von dem Basel-Besuch auch in den vorigen Jahren so. Aber ich habe mir die letzte Woche sehr eifrig die Videos von Jurenka Jurks Autorenmesse angeschaut, wo ja immer wieder betont wird, wie wichtig die Vorbereitung, das richtige Plotten, die Planung und die Figurenentwicklung ist und bei den Videos war ja auch eines, wo eine junge Frau von ihrem Romanprojekt in drei Tagen für das sie ein halbes Jahr vorgeplottet hat, berichtete.

Das ist jetzt modern. Denn die ursprüngliche Idee des „Nanowrimos“ war oder ist vielleicht immer noch, daß man am ersten November ohne Plot und Vorbereitung zu schreiben anfängt und versucht die fünfzigtausend Worte zu schaffen.

Als ich 2009 das erste Mal mitgeschrieben habe, habe ich auch versucht mir das Buch Chis Baty „No plot? No problem“, den Gründer des „Nanowrimos“ zu besorgen, es aber nicht bekommen.

Gestern war sehr viel zu tun. Ich hatte mien Abrechnung zu machen und als damit fertig war, hatte ich ein wenig Zeit mich auf den „Nano“ vorzubereiten. So habe ich meine Unterlagen herausgesucht, um sie nach Harland mitzunehmen. Bei der Autorenmesse kann man sich ja sehr viele Checklisten ausdrucken, so daß sie zu einem ganzen Stapel angewachsen waren.

Annika Bühnemann hat im Monat Oktober auch ein ganzes Vorbereitungsmonat angeboten, wo man jeden Tag eine spezielle Aufgabe dazu machen konnte und ich habe mir auch noch einige „Naowrimo-Videos“ angeschaut.

Die Charakterbögen für meine drei oder vier Figuren, das Fräulein No, den Ulrich Blumenbach, die Gerti Schuster und dann noch die Großmutter Henrike, beziehungsweise den Hund Harry Krümel Blümel vorbereitet. Zum Durchlesen meiner Notizen bin ich erst in Harland ab zehn, glaube ich, gekommen und dann habe ich ab halb zwölf geschrieben und geschrieben und mir dabei fast erstaunt gedacht, wie gut das geht und wie zufrieden ich damit bin.

Die übliche Hemmung „Das ist nicht gut, das schaffst du schon wieder nicht!“, die mich meistens bei solchen Vorsätzen begleitet, war vielleicht durch Jurenka Jurks Autorenmesse, wo ja besonderer Wert auf Wertschätzung und Ermutigung gelegt wird, weg und ich habe mich gewundert, wie frei und lockker die Sprache aus mir herausgesprungen ist. Inzwischen korrigiere ich jede Szene bevor ich an die nächste gehe und ich habe, glaube ich, die zweite Szene, nämlich die, wo die Nolantha mit den Achtunddreißigerwagen zur Großmutter nach Grinzing fährt, auch noch nach Mitternacht konzipiert und sie dann am ersten Novembermorgen korrigiert.

Mit der Gartenarbeit war es dann halb so wild, so daß ich kurz Radfahren war, mit dem Baby spielte und am Nachmittag noch einmal zwei Szenen geschrieben habe, so daß ich jetzt bei den schon erwähnten siebentausend Worten bin.

Wenn ich so weiter mache, bin ich am neunten November, an meinem Geburtstag fertig, steht in meiner Statistik. Bin ich wahrscheinlich nicht, weil wir dann in Basel sind und da, glaube ich, nicht, daß ich da auch nur ein Wort schreibe und, das kommt jetzt auch dazu, da ich ja nicht Annika Bühnemanns Aufgaben machte und auch nicht das ganze Szene für Szene nach der „Heldenreise“ vorausplottete, bin ich jetzt eigentlich wieder am Ende meiner Planung. Die Szene drei handelt wieder von Ulrich Blumenbach, wie er nach Hause geht, ihm seine Freundin Anna fehlt, die ich gestern vor Mitternacht erfunden habe, weil sie ihm verlassen hat und er täglich an seiner ehemaligen Praxis vorüber muß, in der schon ein Nachfolger arbeit, weil der Vertrag ja bis Jahresende gekündigt und er derzeit in Krankenstand. Die vierte Szene gehört der Gerti Schuster und die entwickelt sich vielleicht ein bißchen weniger psychotisch als geplant und es ihr Vorbild wahrscheinlich ist. Ja, das sind so die Veränderungen in den Handlungsverläufen und einen ungefähren Handlungsverlauf habe ich auch, nämlich, daß der Ulrich am Ende im Nachtcafe seine Beratungsstunden hält und sich dort mit  Anna, der Anästesistin und seiner Freundin, die ihm wegen seiner Psychose verlassen hat, wieder trifft.

Dann könnte es noch einen Handlungsstrang mit dem Fräulein No und ihrer Großmutter Henrike geben, bei der sie aufgewachsen ist. Der Hund heißt Harry Krümel Blümel und die Großmutter pendelt mit ihm täglich zwischen dem Grinzinger- und dem Heiligenstädter Friedhof hin und her, wo sie auf dem einen ihren Mann Walter auf dem anderen ihre verstorbene Tochter Martha besucht.

Ein Mittelstrang könnte sein, daß die Gerti in Verdacht gerät Fatma A. beschimpft und ihr das Kopftuch hinuntergerissen zu haben, was gefilmt und ins Netz gestellt wurde.

Das sind meine Handlungsträngem eine Freundin von der Nolantha, eine Buchhändlertochter könnte es auch noch geben und Nolantahas Erfahrungen im Reinhardt-Seminar. Das müßte ich jetzt verknüpfen und planen und wenn mir die „Heldenreise“ oder die „Schneeflockenmethode“ dabei hilft, wäre das ja fein.

Da hatte ich ja vorm das nachher, wenn der November vorrüber und der Rohtext geschrieben ist, das ganz systematisch anzugehen. Aber das ist mir eigentlich noch nie gelungen und ich habe  immer eher spannungsfrei immer mit ein paar Szenen im Voraus vor mich hingeschrieben und so ist es auch jetzt, zwei drei Szenen habe ich in Detto, die nächste wird der Großmutter und ihremHund gehören. Dann könnte sich die Anna beim anästizieren sich Sorgen, um den Ulrich machen.

Ja und dann bekommt die No mit, daß die Gerti verdächtigt wird, die Spukerin zu sein und sie könnte gemeinsam mit dem Harry den Besitzer des Nachtcafes ihr zu helfen versuchen.

Der Ulrich könnte sich anschließen und sich sonst zu orientieren versuchen, ja und das mit dem Vorigen verbinden, das müßte dann eigentlich die fünzigtausen Worte ergeben oder sind es nur dreißigtausend oder ist dann schon der Monat vorbei?

Mal sehen, es ist jedenfalls äußerst spannend und ich bin selbst erstaunt wie flüßig das Ganze aus mir herausgekomme ist, das Gustav Ernst-Buch habe ich auch nach Harland mitgenommen, lese aber noch nicht darin, weil ich erst mit dem deutschen Buchpreis fertig werden will und dann kommt ja schon der österreichische, beziehungsweise der Schweizer dran. Dann wird irgendwann das Buch an die Reihe kommen, aber dann werde ich wahrscheinlich schon am „Schreibbuch“ korrigeren, kann es mir aber wenn es dann an das „Heldenreise- und Plotplanen“ geht, noch einmal vornehmen.

Bei den Anhören der „Nanwriovideos“ bin auch auch noch auf sehr interessante Details daraufgekommen, nämlich, daß sich von den Hunderttausenden, die sich da jährlich anmelden, es nur zehn Prozent schaffen, die fünfzigtausend Worte zu schaffen und, daß man dann sehr stolz sein soll, wenn man das tut.

Nun, ich habe das schon sechsmal geschafft und höre immer, daß ich ja nicht schreiben kann und das auch niemals nier lernen werde und wenn ich mich auch noch so sehr bemühe!

In den Schreibeseminar-Videos hört man das anders, nämoch, was ich auch glaube, daß man durch Schreiben besser wird, was mir alllerdings  noch niemand bestätigt hat und dann bleibt die Frage ja noch immer offen, was ist dann, wenn ich auch mit diesem Buch fertig bin und das werde ich spätestens im Dezember, ob ich das Winnerlogo bekomme oder nicht ist mir ja ganz egal.

Es könnte höchstens sein, daß es etwas kürzer wird, das ist bei meinen Texten meistens so , beim Nano füllte ich bisher immer Szenen oder Nachworte hinein, so daß es passte, dann bleibt der Text liegen, bis ich mit dem „Schreibebuch“ fertig bin, ich versuche es nach der „Heldenreise“ auf Spannung zu plotten, was mir aber, wie gesagt bisher nie gelungen ist, weil ich die „Heldenreise“ vielleicht auch nicht so ganz verstehe oder sie mir zu banal erscheint. Dann korrigiere ich das Buch, lasse es fünfzigmal drucken,  veranstalte ein Gewinnspiel, rufe eine Leserunde aus, zu der sich dann niemand meldet und lese vielleicht bei der „Poet Night“ oder beim Volkkstimmefest ein Stückchen vor, was sehr wenig ist und vielleicht noch mehr schrumpft, wenn es dann vielleicht im nächsten Jahr auch kein Volksstimefest mehr gibt und weil immer mehr Leute schreiben aber immer weniger lesen. Meine Marketingbemühungen auf meine Blog auch nichts bringen, obwohl ich sie natürlich weiter und wenn auch nur für mich selber machen werde.

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