Literaturgefluester

2019-11-03

Der dritte Nanowrimotag

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 20:18
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Und weils so gut geht, kommt gleich der nächste Schreibbericht. Der Stand vom Sonntag Abend 15 039 Worte, als ich die letzten vier Szenen eingegeben haben, waren es noch 15182 und seltsamerweise steht in meinem Statistikprogram 13 393, ich weiß nicht warum, weil ich die Worte manuel eingebe und nicht den Text kopiere.

Es sind jedenfalls neun Szenen und über dreißig Seiten und am ersten Tag habe ich vier geschrieben, am Samstag wars nur eine, weil ich ja am Vormittag am Markt war, da die Doris Kloimstein getroffen habe, mit ihr Cafe getrunken, literarisch diskutiert habe und anschließend noch beim Friseur gewesen bin.

So habe ich erst am Nachmittag angefangen und ab sechs gab die Videos der Online-Autorenmesse. So habe ich die Szene der Henrike, sie ist sehr lang und umfangreich, dreimal korrigiert, weil die Schwierigkeiten lag, hier in den Namen, wie heißt jetzt der Ehemann und Nos Großvater, irgendwo steht Hans, aber eigentlich wollte ich ihn Walter nennen und bei Gerits Widersacher schrieb ich in Szne zwei oder drei Peter Schuster, aber so heißt sie ja selber, wie ich bei der nächsten Gerti Szene darauf gekommen bin. Mit den Namen haperts also noch, denn ich bin ja eigentlich mit drei Personen gestartet.

Dem Ulrich, als Hauptprotagonisten, der No, die namensgebende Figur und die Gerti Schuster, aber dann kam noch die Großmutter Henrike hinzu, der Harry Krempinsky, der Besitzer des Nachtcafes, Ulrichs Freundin Anna, die ihn verlassen hat, Dorothea Hartinger, seine ihn behandelnde Psychiaterin, die mit der Anna einmal in einer Wohngemeinschaft lebte und und und….

Die Namen entstehen in den einzelnen Szenen und da habe ich die Henrike- Szene gestern dreimal korrigiert, weil auch der Handlungsverlauf beim Herunterschreiben nicht ganz logisch war und weil mich offenbar das schlechte Gewissen packte, bin ich heute um halb vier oder so aufgewacht und habe die nächste Szene geschrieben, die wo, die Anna im OP steht und man verfährt, daß sie den Ulrich deshalb verlassen hat, weil ihr Vater auch eine Psychose hatte, sich umbrachte und sie das nicht noch einmal erleben will.

Das weiß aber nur ihre Mutter und ist sonst ihr Geheimnis. Dann habe ich noch eine Schlafrunde eigelegt, bin aber, um sechs schon wieder wachgewesen und habe die Szenen geschrieben, die ich eigentlich gestern schreiben wollte.

Die Gerti war in der AS bei einem Gerstl-Abend, wo sie eben ihren Widersacher, den schon erwähnten nun Peter Gruber trifft, in der Szene hatte er aber vier verschiedene Namen, weil ich mich auf einen nicht einigen konnte, dann steigt sie in die U-Bahn, um zur Vinzi Rast oder zum Harry zu fahren und dabei wird sie von einer jungen Muslimin angesprochen, „Was schauen Sie mich so an!“, die Gerti schimpft zurück, steigt aus und in der nchsten Szene fährt, die No vom Reinhardt-Seminar heim und ihre Freundin Johanna schickt ein Video, wo eine Frau zu sehen war, die eine Muslima anspukt und beschimpft, in der No Gerti Schuster erkennt.

Dann wird es wieder milder, der Ulrich führt seinen Tagesplan aus und kommt ins Nachtcafe, wo alle, um Gerti herumstehen und Harry Krempinsky sagt „Gut, daß Sie da sind, Herr Doktor, ich glaube, wir haben ein Problem!“, das ist die Szene neun, die ich gerade korrigiert habe und aufpassen Freunde, ich habe einen Spannungsbogen und eine ungefähre Handlung. Denn in der nächsten, noch ungeschriebenen Szene, schauen sich die Henrike und ihre Enkeltochter, die Diskussion im Fernsehen an, wo die Jusstudentin Fatma Akin, die das Video ins Netz gestellt hat mit einem FPÖ-Politiker und einer Frau von der Rassismusstelle darüber diskutieren, No erzählt der Oma auch, daß Gerti in Verdacht geraten ist.

Ulrich soll intervenieren und auch an einer Talkshow teilnehmen, die Doro Hartinger teilt das dann der Anna mit und am Ende sitzt der Ulrich beratend im Nachtcafe und Anna kommt zurück, die Gerti wird auch rehabilitert und das wäre der ungefähre Handlungsrahmen, den ich jetzt habe, der nur ein Problem hat, daß die Geschichte dann wahrscheinlich bei 25 – 30 000 Worten fertig ist. Ich habe aber derzeit nur Szene elf und Szene zwölf geplant, muß dann also wahrscheinlich, wenn ich aus Basel zurück bin, wirklich plotten. Denn eigentlich ist ja viel Material vorhanden, da eine vielleicht sogar längere als 50.000 Wortgeschichte zu machen, haben wir ja vier Handlungsstränge, die No, die Gerti und den Ulrich und sogar die Henrike mit ihren Traumen und ihren Friedhofsbesuchen. Ich könnte also vier Geschichten schreiben, wenn jede fünfzehntausend Worte hat, passt es schon und dann gibt es noch den Harry und die Johanna Silberer, die Freundin von der No.

Also sehr spannend, ein Handlungsrahmen mit Lücken, die noch aufzufüllen sind, es ist ja erst der dritte Schreibetag. Die dreißig korrigierten Seiten habe ich schon ausgedruckt und leider werden jetzt die Schreiblücken kommen, denn ab Donnerstag werde ich wahrscheinlich bis mindestes nächsten Dienstag nicht viel schreiben, dann kommen zwei Wochenenden mit literarischen Veranstaltungen und, daß Schreiblücken herausreißen können, ist ja auch ein Problem, das ich kenne.

Allerdings hilft das Aufschreiben der Handlungspläne und sich das vorher Durchlesen schon sehr, um wieder in den Fluß hineinzukommen, was mir beispielsweise am Donnerstagabend sehr gut gelungen ist, denn da wußte ich vorher nicht einmal den Namen der Großmutter,  bin dann aber sehr schnell hineingekommen und hatte auf einmal sehr viele Ideen für die einzelnen Szenen.

Vor allem die Henrike-Szene gestern, ist auch wieder sehr monologisierend geworden, während bei den anderen schon sehr viel show und tell vorhanden waren.

Das Ganze also kommen und wachsen lassen und ich habe ja vor im November soviel zu schreiben, wie es geht. Werde ich früher mit der Geschichte fertig und hat sie dreißig- oder vierzigtausend Worte, werde ich  auffüllen.

In den Vorbereitungsvideos, die ich mir angehört habe, war auch der Tip einfach Szenen und Geschichten schreiben, auch wenn sie nicht zusammenpassen, die raten dann auch, nicht chronologisch zu schreiben, sondern erst das Ende, wenn man es hat, etcetera. Das werde ich  probieren, wenn ich es brauche.

Es kann aber auch passieren, daß ich wegen meiner vielen Programmpunkte am Dreißigsten nicht fertig bin, dann schreibe ich den Rohtext solange zu Ende, wie ich brauche, lasse ihn dann liegen und mache erst mein Schreibebuch fertig und wenn es ist, kann ich das Ganze nocheinmal durchgehen und mich dann der Heldenreise und dem Plotten widmen, wenn ich das dann noch brauchen sollte.

Spannend, spannend und ich denke, ich habe schon viel gerlernt, da ich ja schon vierzig oder mehr Romane geschrieben habe und ich merke es auch, wenn ich die Videos der anderen Schreiber anhöre, da denke ich, natürlich bin ich da schon viel weiter, auch wenn das niemand merkt oder immer wieder der eine oder andere Kritiker kommt und schreit, hui wie ist das schlecht!

Daß das nicht stimmen muß, weiß und glaube ich auch, daß mir die Sichtbarkeit aber fehlt ist ebenfalls Tatsache, obwohl ich ja gerade jetzt meinen Romanprozeß sehr detailiert beschreibe.

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