Literaturgefluester

2019-12-14

Doris Kloimsteins sechzigster Geburtstag und vierzehntes Nika-Fenster

Die am elften Dezember 1959 in Linz geborene und seit langem in St. Pölten lebende Doris Kloimstein, kenne ich wahrscheinlich seit dreißig Jahren. Damals bin ich von St. Pölten nach Wien gependelt und einmal zu einer IG-Autoren-Regionalversammlung ins Neugebäude gegangen. Seither besteht Kontakt zu der ehemaligen Obfrau der LitGes, ich habe einige ihrer Bücher gelesen, sie ein paar mal während meiner Sommerfrische in St. Pölten getroffen. Sie war in der Schreibgruppe und wenn wir jetzt am Samstag in St. Pölten auf den Markt gehen, rufen wir sie vorher an und treffen sie, wenn sie auch hier ist. In der letzten Zeit tauschen wir auch Bücher aus.Sie bringt mir was und ich ihr meine Doppelexemplare, so habe ich beispielsweise vor kurzem Arno Geigers „Alter König in seinem Exil“ in einem der Schränke gefunden und heute war ein großes Fest im Lilienhof im „Maria Ward-Haus“, wo die Anna mal einige Schulungen hatte, denn Doris Kloimstein war nicht nur Regieassistentin im St. Pöltner Landestheater, sondern arbeitete auch bei der Erzdiözöse und eine passionierte Reiterin ist sie auch. So zierte die Einladung ein Pferdebild, es gab Pferdeservietten und auch ein Pferd auf den Tischkarten.

Es gab gutes Essen und auch ein musikalisch- literarisches Programm, denn Doris Kloimstein ist oder war auch im PEN aktiv, hat hier einige Veranstaltungen gemacht und so hat auch Magdalena Tschurlovits einige Weihnachtsgedichte gelesen und ich natürlich mein vierzehntes-Nika-Fenster. Es gab ein Harvenkonzert, ein paar Reden und eine Tanzeinlage der Reiterfreunde. Gute Gespräche und schöne Stimmung und meinen Lesern hat dieses Fest, was mich besonders freut, einen weiteren Einblick in die Nika gegeben, obwohl ja der vierzehnte Dezember 2015 ein Montag war.

„Montag , 14. Dezember

Am Montag war eine Laterne im Adventkalender zu sehen und Nika,  sowohl ein wenig verkatert von dem zuviel getrunkenen Punsch, als auch ein wenig trunken von dem Gefühlsrausch, in den Harald Schwabeneder sie versetzt hatte. Denn der Nachmittag und Abend war wunderschön gewesen. Er hatte sie auch in ihre kleine Wohnung begleitet, war ihr in ihr Bett gefolgt und durch den lauten Weckerton  abprupt in die rauhe Wirklichkeit hineingerissen worden.  War mit ihr zum Adventkalender getappt. Wo er ihr ein Morgenküßchen gab und behauptete,  daß das das Licht sei, daß sie in die Sache bringen würden, dann begann er sie ein wenig verschlafen wachzuküßen.

„Welche Sache?“, erkundigte sich Nika ebenfalls nicht sehr munter.

„Der Fall Kronauer ist doch geklärt, nur den „Faust“ müssen wir noch zu seinem „Gretchen“ bringen und Ruth dazu, daß sie Joe Prohaska  wenigstens als Wochenendvater für Zoe-Philipas Seelenheil akzeptiert!“

„Das ist es!“, behauptete Harald und zog sie noch einmal an sich.

„Du bist ein Geistesblitz, liebe Nika, denn das ist des Rätsels Lösung! Wir müssen den guten Joe dazu bringen, daß er sich in sein „Gretchen“ verliebt, von deiner Schwester abläßt und alles ist in Ordnung, sowie die Welt gerettet!  Ich schreibe einen wunderschönen Abschlußartikel, der kurz vor Weihnachten erscheint!  Alle sind gerührt, wir haben die Welt ein Stückchen heiler gemacht und dazu hat uns das Licht deiner  kleiner Laterne  gebracht!“

„Du bist ein Spinner,Harald und hast gestern zuviel Punsch getrunken!“, antwortete Nika lachend und machte sich von ihm los.

„Ich muß ins Bad um nicht zu spät auf die Mariahilferstraße und mit meinem Chef Schwierigkeiten zu bekommen, der mich daraufhin hinauswirft, weil eine Weihnachtsfrau pünktlich sein muß, wie er mir jeden Tag erklärt! Ich bin für den Rest des Monats arbeitslos, die Weihnachtsgans und die Geschenke  sind gestrichen,  beziehungsweise die Donau hinabgeschwommen!  Das darf nicht passieren,  deshalb sei doch so lieb und fülle Wasser  in die Kaffeemaschine!“, rief sie, drückte ihm auch einen Kuß auf die Stirn und wurde ein wenig rot, als Harald behauptete, daß, wenn Joe Prohaskas „Gretchen“ nur halb so hübsch, wie sie wäre, das mit der Liebe sicherlich passieren würde und der Weihnachtsbraten gerettet sei! Sie brauche nicht alles so pessimistisch zu sehen, denn das Stück allein sei schon  ein gutes Omen und eine gnädige Vorsehung des Schicksals!

„Du kannst dich sicher noch an den Literaturunterricht in der Schule erinnern und bist außerdem Germanistin! Der „Faust“ ist ein Verführer und läßt das „Gretchen“ sitzen! Der gute Joe aber ein Gutmensch, der das bei seinem „One Night Stand“ nicht tun will!  Jetzt hat er nur das Pech, daß deine Schwester ihren Part verweigert! Wenn aber das schöne Fräulein, das er auf der Bühne verführen soll, ein solches ist und Joe Prohaska ein halbwegs guter Schauspieler, der sich in seine Rolle versetzen kann, kann es sein, daß er sich in seine Partnerin verliebt und-“

„Die Welt ist gerettet und wir müssen nur noch Fatma Challaki zu Hassan Arawani bringen, damit er das Ertrinken seiner Eltern und den Selbstmord seines Zwillingsbruders vergißt, Fatma über die Ermordung ihres Bruders hinwegkommt, die vielen Flüchtlinge wieder zurück nach Damaskus können und das war es!“, rief sie seinen Optimismus bremsend, lief ins Bad, um sich unter die Dusche zu stellen und die Zähne zu putzen. Als sie in die Küche kam, duftete es nach Kaffee und Harald hatte auch schon Brot, Marmelade und Butter auf den Tisch gestellt.

„Sagen wir wenigstens, das ist heil und unser Frühstück ist gerettet! Wir müssen nicht, weil wir zusammengekommen sind, übertreiben und alles Unmögliche möglich machen, was auch den anderen nicht gelingt! Also guten Morgen und vielen Dank für die wunderschöne Nacht! Wenn es dir recht ist, begleite ich dich an deinen Arbeitsplatz und fahre dann ins Büro, um nachzuschauen, ob sich etwas ergeben hat, was sich für einen weiteren Artikel eignet! Sonst treffen wir uns spätestens am Donnerstag im Theater und schauen uns das „Gretchen“ an!“

„Einverstanden!“, antwortete Nika, griff nach dem Kaffeebecher, um einen großen Schluck daraus zu nehmen und alle noch vorhandenen Punschspuren zu vertreiben.

„Der Kaffee schmeckt wunderbar! Du scheinst ein ausgezeichneter Früchstückskoch zu sein! Ich freue mich also auf den Donnerstag und auf das „Gretchen“, sowie auf meinen Arbeitstag!“, sagte sie gut gelaunt und gab ihm eine Stunde später noch  einen Kuß, um sich von ihm zu verabschieden und einigermaßen pünktlich zu sein, was auch zu gelingen schien. Dragana Nikolic  flüsterte ihr, als sie mit ihrem Sack an ihr vorüberhetzte, zu, daß sie sich für den guten Rat bedanke und glaube, daß alles stimme!

„Davon habe ich mich vorgestern in der Mittagspause überzeugt! Der Herr Max scheint ein netter Mann zu sein, der durch seine Krankheit ein wenig behindert ist!  Wenn Jessi ihm beim Einkaufen hilft und ihr das Wichtelspiel Freude macht, ist ihr nicht langweilig und ich brauche mich nicht zu fürchten, daß sie zu oft hier auftaucht und mir Schwierigkeiten bei meinen Vorgesetzten macht, denn die Frau Meisel, die keine Kinder hat, ist da sehr streng und duldet keine Privatbesuche!“, sagte sie mit einem ängstlichen Blick auf die ältere Verkäuferin, die tatsächlich mißtrauisch herüberschaute, so daß sie sich hastig noch einmal bedankte und Nika gutgelaut „Keine Sorge, Frau Nikolic, ich störe nicht! Denn ich muß auch auf meinen Arbeitsplatz, damit ich keine Schwierigkeiten mit meinem Chef und die Kinder ihre Süßigkeiten bekommen!“, rief. Dort war es dann nicht mehr so harmonsich und Haralds Weltrettungsphantasien bald beendet, denn nachdem sie einem kleinen Mädchen, das sie erschrocken ansah,  ein Zuckerl entgegengestreckt hatte,  das dieses fallenließ und ihr Bruder ihr seine Zunge zeigte und frech „Du bist gar keine echt Weihnachtsfrau, denn die gibt es nur im Märchen und im Kindergarten, in den wir heute nicht gehen wollen“, rief, meldete sich ihr Handy und sie hörte die aufgeregte Stimme iher Schwester „Es ist etwas Schreckliches passiert, Nika! Ich hoffe, ich störe nicht und bringe dich auch nicht in deiner Weihnachtsfraumission durcheinander! Aber stell dir vor, Vera hat einen Drohbrief bekommen, daß sie sich bekehren und von mir ablassen soll, weil es ihr, wenn sie sich weiterhin so sündhaft verhält und mit Frauen statt mit Männer verkehrt, wie Peter Kronauer ergehen wird, der seine gerechte Strafe für seine frevelhafte Taten erhalten hat!“, ins Telefon keuchen.“

Was bisher geschah findet sich hier und wie es weitergeht dort, wenn nicht noch etwas Neues dazwischen kommt!

 

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