Literaturgefluester

2019-12-24

Erst 1, dann 2, dann 3, dann 4

Filed under: Bücher — jancak @ 07:35
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„24 exclusive  Adventstories von deutschen und internationalen Beststellerautoren“,ist am Cover des Büchleins zu sehen, wo ein Weihnachtsmann auf dem Cover steht und offensichtlich gerade das Pünktchen auf dem Vierer malt. Er wirk recht beschwingt, ein Fuß in der Höhe.

Dabei fängt es bei der 1959 geborenen Sabine Alt, die Lehrerin war, bevor sie zu schreiben begann, gar nicht so fröhlich an. Ganz und gar nicht, obwohl eine Scheidung ja „Der erste Tag im neuen Leben ist“.

Der erste Dezember ist das auch, der erste Tag im neuen Monat und da wird die Erzählerin geschieden. Dazu zieht sie sich grüne Highheels an, da der Ex diese Farbe haßt, Highheels aber liebt. So hat seine Cousine Magda, die den Scheidungsgrund abgibt, auch Rote an. Die Heldin torkelt mit den hohen Schuhen zuerst durch das Bezirksgericht, dann durch die weihnachtlichen geschmückten Straßen, bleibt vor einem Juwelierladen stehen, in dem die Ohrringe liegen, die sie sich eigentlich zu ihrer Hochzeit vor zwanzig Jahren gewünscht hat.

In das Geschäft hinein, die Kreditkarte holen, dazu auch noch das alte Hochzeitskleid und dann mit den gekauften Dingern, ab in die Kirche und vor der Marienstatue noch einmal „Ich will!,“ hauchen, was wahrscheinlich umso besser gelingt, da schon die Paketbombe auf dem Weg zum Ex und seiner neuen Liebsten ist.

Am zweiten Dezember geht es schon zu einer Weihnachtsfeier, die ja immer früher stattfinden oder eigentlich zum Silvester, denn da wurde das Wunderkind Konstantin, Alexander, Karl Schöbel, dem alles gelingt, der aber keine Gefühle spüren kann, geboren. Jetzt ist er dreißig und Abteilungsleiter in einer Fischfirma und dort findet dann die schon erwähnte Weihnachtsfeier statt.

Er kauft sich ein Tombolalos und gewinnt peinlicherweise den Hauptpreis, ein Abendessen mit anschließender Übernachtung in einem Luxushotel. Peinlich ist das für die Führungsetage, denn wie schaut das aus, daß in Zeiten wie diesen, ein leitender Angestellter, den unteren Chargen den Gewinn wegschnappt?

Er muß, wird beschloßen, den Gewinn verschenken und dafür wird die um zehn Jahre ältere Buchhalterin Claudia Radlewski ausgewählt, die gerade ihren Mann verloren hat.

Sie nimmt den Gewinn unter der Bedingung an, daß Konstantin Alexander Schöbel sie begleiten muß, der dann, das kann ich gleich verraten, das Fühlen lernt.

Am dritten Dezember führt uns die britische Autorin Kate Saunders in die Gardarobe drei  eines Provinztheaters, wo die fett gewordene Olivia zuerst  auf der Bühne  in einem Sesses sitzt. Ein Lacher im Publikum erinnert sie an ihren Ex-Mann Jack, von dem sie sich trennte, weil er dem Alkohol verfallen war. Jetzt erwartet er sie in der Garderobe und erzählt ihr, daß sie beide von seinem Onkel einen Bauernhof geerbt haben, den sie sich teilen können.

Am vierten Dezember wird es mythisch. Führt uns die Bestsellerautorin Barbara Wood am St. Barbara Tag in die Wüste. Beziehungsweise verirrt sich dort die junge Ärztin Amanda, die nach dem ihr am vorigen Weihnachtstag ein Kind gestorben ist, in die Forschung fliehen und ihren Freund David verlassen will. Da stößt sie auf ein Auto in dem eine Frau Missis Ross in den Wehen liegt. Sie befreit das Baby von der Nabelschur und bringt es zur Welt. Verliert dann das Auto und steckt wieder in der Wüste fest, bis sie auf einen Priester trifft, der ihr von einer Klinik erzählt, die eine Ärztin sucht, weil sie sonst geschlossen werden muß, die von einer Dr. Ross gegründet wurde, die einmal in den Wehen in der Wünste steckte und von einer ihr immer unbekannt gebliebenen Ärztin gerettet wurde. Da braucht man schon ein bißchen  guten Willen oder Glauben, um da mit zu denken  und sich das Weihnachtswunder vorstellen zu können.

Die „Heiligen Familie“ des Krimiautors Oliver Bottinis steht vor einem großen Problem, als sich der kleine Bennie kurz vor seinem Geburtstag weigert „fünf“ zu werden und damit alle, die Mutter die seit dem sie fünfunddreißig ist, nur mehr schwarze Unterwäsche trägt und den Vater, der das grüne Fahrrand, das sich Bennie vorher wünschte, in den Keller stellte, alle ratlos macht.

Claudia Rusch erzählt am Nikolaustag von ihren zwei schreckhaften Begegnungen mit den Nikoläusen. Da raschelte es einmal als sie Kind war und sie nach ihren Stiefel schauen wollte, was sie sehr erschreckte und später noch einmal, als sie eigentlich verreisen wollte und den Nachbarn den Schlüßel gab, dann aber doch die Nacht über blieb. Seither ist sie überzeugt, daß es den Nikolaus gibt, was mich zu der Frage bringt, ob man in Ostdeutschland andersm als bei uns den Nikolaus feiert, wo dieser ja immer noch in die Kindergärten kommt und man sich vor ihm, anders als beispielsweise vor dem Krampus nicht fürchten muß.

Die  Historikerin Sabine Weigand läßt den 1903 geborenen Maler Georg Hetzelein von seiner Kindheit auf dem Bauernhof und von Weihnachten 1909 erzählen, die bei ihm immer schon nach Nikolaus begann, da kam die Tante, eine Kaltmamsell auf Besuch und möppelte mit der Familie die Figuren für die Krippe, beim Kletzenbrotbacken konnte er ein bißchen naschen, denn die Familie war arm und so gab es meistens nur Milchsuppe und Kartoffeln zu essen. Einen Weihnachtsmarkt zu dem die Familie in die Stadt marschierte, gab es auch. Da der Großvater aber die Geldtasche verwaltete, bekam er zu seinem Leidwesen nicht das aufziehbare Automobil, sondern nur ein paar Buntstifte, mit denen er dann aber nach der Bescherung fröhlich zeichnete und eine Malerkarriere begann.

Am achten geht es um zwei Banker die entlassen werden, in der Sauna und vor allem in der Studentenkneipe danach ihr neues Glück in den Zahlen sehen und ein Jahr später in einer Astroshow höchst erfolgreich sind. Da gibts dann auch eine Hochzeit, zu der sogar Udo Jürgen erscheint, denn, wie heißt es ja so schön „Immer wieder geht die Sonne auf!“, der ist allerdings am 21. Dezember 2014 gestorben.

Am neunten Dezember geht es schon ans Fest beziehungsweise zu den Gansln, die schon in den Küchen von Garmisch-Partenkirchen schmoren. Denn der Krimiautor Jörg Maurer dessen „Föhnlage“ ich schon gelesen habe, stammt von dort und läßt, die Polizeigruppe dieses Ortes durch den Wald zu einem Tatort stapfen, denn es wurde eine Leiche entdeckt. Zwar ein Schlaganfall, aber da ist eine neun im Schnee eingezeichnet und das führt zu einer falschen Witwe und vielen vielen Leichen, die unter einen Strudel liegen.

Am Zehnten geht es nach Island, läßt doch dort Kristin Marja Baldursdottir einen Gendarmen in der Nacht zum zehnten Dezember, dem Geburtstag seiner Tochter, die in der Stadt studiert, seinem Glückstag also, zu einem Gehöfft hinauffahren, weil dort ein betrunkener Sohn seine Eltern im Haus eingesperrt haben soll. Als er ankommt stürzt sich der auf ihn, verwickelt ihn in eine Schlägerei, setzt ihn das Messer an den Hals, bis dann die Eltern hinausukommen „Es ist gut!“, sagen und gemeinsam mit dem Polizisten den Sohn ins Haus schleppen. Die Eltern sagen ihm dann noch, daß der Sohn deshalb so betrunken war, weil ihm sein Mädchen, eine Studierte den Laufpass gegeben hat. Er fragt nach dem Namen, hört die Antwort dann aber nicht mehr und sollte es eigentlich selber wissen.

Am elften Dezember läßt uns Nina Schmidt „Das Wichteltrauma“ erleben, beziehungsweise eine Misanthropin ins Fitneßstudio gehen, da gibts einen Weihnachtsmann als Geschenk und sie flucht.

„Ja, wissen, die denn nicht, daß man sich mit Schokolade die Figur zerstört?“, dann gehts in die Leserunde, dort soll ein Wichtelaktion durchgeführt werden. Aber sie hat ein Wichteltrauma, hat sie sich doch als Kind mit dem Wichtelspiel große Mühe gegeben und dann eine kaputte Schallplatte als Geschenk bekommen. Diesmal bekommt sie einen Leuchtstab mit elf Engeln, betrinkt sich am Glühwein, hat dann einen Unfall und siehe da, das aus China importierte Kitschzeug hat ihr Leben gerettet.

Die in Vorarlberg geborene Daniela Larcher, läßt es in Staubnitz schneien, was auf dem Weihnachtsmarkt und auch sonstwo zu Katastrophen führt, denn was macht man, wenn die Touristen ausbleiben?

Den Schöpfer der „Jesuswurst“, den Metzger fritz Egger erschlagen. Ganz klar und der Gendarm Achilleus Anstetter muß  herausfinden, wer es war? Eine gläubige Standlerin und den Pfarrer hat er zur Auswahl! Aber vielleicht ist es doch die liebende Gattin gewesen? Eine seiner aufmüpfigen pubertierenden Zwillingstöchter wird es ihm verraten.

Zufällig am Freitag, den dreizehnten, komme ich zur der Geschichte des triskaideckaphobischen Gastrokritikers, der jeden Tag ein oder zweimal ein Restaurant verreißt, nur am Freitag, den dreizehnten nicht. Da bleibt er zu Haus, liegt im Bett und schaut sich von dor Gastroshows an und dann hört er von einem geheimnisvollen Restaurant mit dem angeblich besten Essen. Das Wasser rinnt ihm im Mund zusammen und er meldet sich zur Verkostung an. Der Termin, den er bekommt, ist am Freitag den dreizehnten Mai. Er überwindet sich, ißt neben den Köchen, deren Restaurants er verrissen hat, die köstlichsten Gänge, bis er zum „langen Schwein“ kommt. Er stürzt aus dem Lokal, rennt in den Autobus, der Linie dreizehn und sein Leben ist ausgehaucht. Ein geheimnisvoller Arzt, der eigentlich, der Kellner war, merke ich an, hat  auch noch ein wenig mitgeholfen.

Am vierzehnten Dezember zerstreitet sich eine Frau auf dem Weg zum Stattgarter Weihnachtsmarkt ihren Mann, zählt die dort anwesenden Italiener, betrinkt sich am Glühwein und am Punsch um dann ihren Bernd in der letzten Punschhütte wiederzufinden.

An einem fünfzehnten beschließt der Protagonist in Klaus-Peter Wolfs „Hexenverbrennung“ seine Frau, die ihm zuerst einmal beim Schwarzfahren erlöste, später aber betrog und fallenließ zu verbrennen und das scheint ihm in der nicht sehr weihnachtlichen Geschichte auch zu gelingen.

In „Heute heilig sechzehn Abend“ läßt Michael Gantenberg ein afrikanisches Paar, Wiilliam Mbtoni mit seiner schwangeren Frau aus Wambesi in Lapedusa stranden und sie ist frustriert, hat ihr doch ihr Willi ein Hotel versprochen. Sie kommen nur in einen Wohnwagen eines deutschen Wintercampierenden Paars mit komischen Anzpgen und das nimmt sie dann nach Deutschland mit, schmuggelt sie über die Grenzen und läßt sie vor einer Kirche Asyl oder „Arsl!“, wie es in ihrem Dialekt heißt verlangen.

Am siebzehnten Dezember erzählt und die 1980 in Bonn geborene Theresa Bäuerlein von einem Jugendlichen, der an seinem siebzehnten Geburtstag seine Entjungferung endlich hinter sich haben möche. Aber wie das so ist, wenn man etwas unbedingt möchte geht es nicht, Erleichterung kam erst mit der Erkenntnis, daß er sich wegen der gesteigerten Lebenserwartung eigentlich keine Sorge machen braucht und dann bekam er noch von seiner Liebsten, die es auch schon hinter sich haben wollte, noch einen rosa herzförmigen Geburtstagskuchen zum Geschenk.

Am Achtzehnten geht es nach Island und da zu einer Geschichte der sehr berühmten Krimiautorin Yrsa Sigurdardottir und da werden zwei Polizisten, wieder zu einer Leiche gerufen.

Es ist die Zeit der Bankkrise und da wurde die Frau eines entlassenen Bankdirektors, die gerade schwanger wurde, ermordet. Der Mann sitzt daneben und meint, denn sie hätten sich ja so gern ein Kind gewünscht. Da springt dann einer über einen Zaun um noch schnell seine Baugeräte zu holen, bevor der Exekutor kommt und alles klärt sich auf oder nimmt eine überraschende Wende.

Am neunzehnten Dezember wird die Weihnachtslegende umgeschrieben, beziehungsweise in einer Skatrunde der erste Weihnachtsengel der Geschichte entdeckt.

Zum Nachdenken bringen kann eine die skurrile Geschichte „In disch verliebt“ von Steffi von Wolf in der sich eine Architektin zu Weihnachten ihr angebliche zwölf Jahre altes indisches Patenkind Meghdutt auf vierzehn Tage einlädt. Sie kauft ihm neue Bettwäsche und sich ein indisches Kochbuch. Es kommt ein alter Mann, der „etwas für seine Hose braucht“, keine Bratwurst mag, sich vor Schnee fürchtet,  aus der Bettwäsche eine Hängematte flicht und für immer bei ihr bleiben will, was sie und ihre Freundin Susi an den Rand eines Nervenzusammenbruchs treibt.

Die Familie ist da auch keine Hilfe, obwohl der Vater sogar Rechtsanwalt ist,  die Polizei und die Patenorganisation läßt sie auch hängen. Die Hilfe kommt von dem jungen indischen Notarzt, der sich  als Meghdutts Sohn entpuppt, ihr verliebt in die Augen schaut und verspricht alle Kosten zu übernehmen.

Und einundzwanzig Tage vor Weihnachten, sieht Lydia Werner das rote Kleid im Schrank mit dem sie vor dreißig Jahren mit ihrem Theo Silvester feierte. Da war sie dreißig Kilo leichter und so beschließt sie abzunehmen, um wieder in das Kleid zu passen und ißt infolgedessen nur mehr Gemüse am Abend, wird grantig, die Weihnachtsvorbereitungen fallen aus und am Vierundzwanzigsten klappt sie dann zusammen, wacht im Krankenhaus auf, wo sie ihren Theo mit dem Anzug sieht, den er damals getragen hat und der ihm auch nicht mehr passt.

In „Catch 22“ geht es um das typische Problem, daß die Frauen mehr von den Männern wollen, als diese bereit zu geben sind, also über Gefühle reden und hundertmal am Tag „Ich liebe dich zu sagen, obwohl das doch ohnehin selbstverständlich ist.

Da fährt ein Mann zu einem jährlichen Kongreß nach Chicago, die Frau gibt ihm am Gate einen Brief, der ihm schon wieder lästig ist, dann sieht er sich den Film „Catch 22“ an, den Brief hat er noch nicht gelesen und beschließt ihr die Freude zu machen, am zweiundzwanzigsten Dezember, der Tag an dem sie sich kennenzulernen, es ihr schön zu machen, während sie mit Tränen in den Augen an die Orte fährt, wo sie sich kennenlernten und dann, als Max, statt  Robert sie anruft, mit Tränen in den Augen beschließt zu ihm zu  fahren, weil sie Robert ja liebt, aber auch Gefühle braucht.

„Ein Leben in Ocker“ heißt die Geschichte für den dreiundzwanzigsten Dezember, die offenbar aus einer Serie von Oliver Uschmann & Sylvia Witt stammt.

Da beschwert sich eine Frau im Supermarkt, daß sie mit den vielen Schokoladesorten, die da angeboten werden überfordert ist. Abhilfe schafft die „Ockerpartei“, die zwar nur von zwei Prozent der Wahlberechtigten gewählt wird, dafür aber gleich die Mehrheit hat. Nun werden alle Farben abgeschafft und alle in ein einheitliches Ocker gehüllt, um das Leben einfacher zu machen. Ein wahres Horrorszenarium tut sich auf, daß sich am Ende aber glücklicherweise nur als Alptraum entpuppt.

Der 1981 geborene Bestsellerautorin Cecila Ahern, die „P.S Ich liebe dich“ und „Vermiß mein nicht“, geschrieben hat, gehört die letzte Geschichte, die natürlich „Vierundzwanzig Minuten“ heißt und genauso lange braucht ein Lebensmüder, der sich aus Frust auf das Leben, die erwartete Beförderung ist nicht gekommen, auf die Schienen stürzem will, um zu begreifen, daß ihm dieses Leben doch gefällt und gerade, füge ich hinzu, vor Weihnachten doch nicht das Schlechteste ist.

Und hier gehts  zu meinem Adventkalender: 1 5 7 10 14 19 20  23 24,  weitere Fenster werden am 25. 29. und 30. Dezember und vielleicht noch an einem anderen Tag zu finden sein und für alle eventuelle Eva Jancak Sammler, hier habe ich Bücher deponiert:

3. 12. Bücherschrank bei der Buchhandlung „Kuppitsch“, die jetzt „Thalia“ gehört – „Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman“

4.12. „Wortschatz“ – „Nika, Weihnachtsfrau“

5.12. Wiedner Hauptstraße vor dem Theater „Scala“ „Die unsichtbare Frau“ und  Bücherschrank am Wienerberg „Magdalena Kirchberg schreibt  einen Roman“

6.12. „Wortschatz „Paula Nebel“      

10.12. „Wortschatz“ „Dreizehn Kapitel“

11. 12.“Wortschatz“ „Anna kämpft gegen das Vergessen“

15. 12. „Bücherzelle“ in Altmannsdorf „Mutter möchte zwanzig Kinder“

16. 12. „Wortschatz“ „Die unsichtbare Frau“ und „Miranda Schutzengelchen“

18.12. „Wortschatz“ „Besser spät als nie“

24.12. „Bücherzelle“ in Altmannsdorf „Lore und Lena“

Das wars! Ich wünsche allen meinen Lesern ein schönes Fest und ein Bild von den Vanillekipferln, die Alfreds, 2012 verstorbener Vater, früher immer backte, die Christbäume in Harland und Wien und ein Weihnachtsgedicht, das in der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft einmal entstanden ist, gibt es hier zu sehen.

2019-12-23

Weihnachtsstimmung in Harland und in Wien

Was machst du da eine ganze Woche in den Weihnachts- oder Winterferien in Harland bei St. Pölten werden meine Leser vielleicht fragen. Nun eigentlich nicht viel oder doch natürlich, habe ich mir am Donnerstag ja eine ganze Büchertasche zusammengepackt, das zweihundertsechzig Seiten Manuskript des „Mein Schreiben- meine Bücher zweiten Literaturgeflüsterbuch“ und dann gibt es natürlich das entsprechende Programm und da habe ich mir ja schon für den Freitag vorgenommen zuerst  mit dem Rad nach Wlhelmsburg zu fahren. Das war dann schnell geschehen, denn außer einem Dekorationsgeschäft, dem „Hager“ und dem „Spar“ gibts dort eigentlich nicht viel zu sehen.

Am Samstag hats geregnet, so haben wir uns am Markt bei einem der Bierstände untergestellt, dort den Uhudler-Glühwein und die gegrillte Leberkässemmel gegessen und den Leute beim Kauf  der Weihnachtsfische zugeschaut.

Die Valera, eine der Betreuerinnen von Alfreds Mutter, die diesmal zu Weihnachten nicht hier ist, hat gebacken. Der Alfred hat das mit Linzerkeksen auch getan, das Baby ist auf Besuch gekommen und hat, obwohl, die Anna behauptete, daß es müde ist, lustig herumgestrampelt und sich mit einem Kochlöffel auf den Kopf geschlagen.

Das Baby, die Anna und noch einige andere bekommen zu Weihnachten, ein Fotobuch, an dem der Alfred die letzte Zeit herumgebastelt hat, ist er ja wie man im Blog merken kann, ein begnadeter Fotograf. So gibt es „Lia, das Jahr 2019“ von „druck. at“ statt eines meiner Selbstgemachten und am Sonntag sind wir wieder auf die Rudolfshöhe gegangen und am Montag hatte ich dann einen Shoppingtag oder Stunde im Traisencenter eingeplant.

Da habe ich das Frühstück beim Mc Donalds gerade versäumt und mir halt nur einen kleinen Cafe latte und einen Cheeseburger gekauft, dann hinüber ins Center uind da zum „Hu.M“ weil ich nicht sicher war, ob ich für die Weihnachtswoche genügend reine Unterwäsche haben werde. Also zwei Strumpfhosen und zwei Paar verbilligte Socken im Christmas-Design eingekauft und dann hinunter in den Keller.

in einem der Designgeschäfte hatte ich schon ein rosa Püppchen mit langen Armen und Beinden in der Hand. Es dann aber wieder zurückglegt, weil das Baby ja den Weihnachtsmann mit dem ersten Weihnachtsbuch bekommt, den der Buchhänder in Edith Broczas Haus, als er sein Geschäft geschlossen hat, ihr 2006 oder 7 ja in den Hausflur stellte und Schokolade für die Anna.

Einen Weihnachtsmann, war auch verbilligt, mit einer Sonnenbrille und einem Handy ganz modern, in einer Schachtel und für den Andreas ein Säckchen mit der Bruchschokolade, die der Alfred in Basel für die Anna kaufte,  die dann er gegessen hat.

Danach stellte ich fest, den „Seedosenschrank“ gibt es noch. Einmal war ich im Winter dort und ich habe gesehen, er war verschwunden. Jetzt stand er aber da und ich hatte kein Buch, weil ich die zwei „Weihnachtsfrauen“ die ich  vorige Woche nach Harland mitgenommen habe, zuerst eines der Doris auf ihren Fest nach der Lesung schenkte und dann die Zweite, der  Valera, die sich für mein Schreiben interessiert und mich im Internet ergooglet hat, da wollte oder werde ich „Lore und Lena“ morgen in den Schrank in Altmannsdorf legen.

Wer sich dafür interessiert, soll es sich vormerken, wird wahrscheinlich am Vormittag so gegen Mittag sein und jetzt kommt noch, weil es so schön ist, das dreiundzwanzigste Adventkalenderfenster und dann hat es in diesem Jahr mindestens drei neue Einträge gegeben und langsam wird es rund und man kann im Netz nachlesen, wie es der „Nika, Weihnachtsfrau“ im Jahr 2015, im Jahr der sogenannten Flüchtlingskrise auf der Wiener Mariahilferstraße so geht:

„Mittwoch, 23. Dezember

Es war sich mit der Pizza ausgegangen, wie Nika schuldbewußt dachte, als sie am nächsten Morgen bei ihrem Kaffee und ihrem Fertigmüsli saß. Vera hatte sie gar nicht lange überreden müssen, denn die Aussicht auf eine Salamipizza und ein Glas Chianti auf das die Psychotheapeutin sie eingeladen hatte, war verlockend, auch die, sich nicht mit Widerling Seidler in der Personalkantine herumschlagen und die Mahnung anhören zu müssen, daß sie dem Flüchtlingspärchen auf der Straße und der Verkäuferinnentochter schon wieder ein Zuckerl mehr als erlaubt gegeben habe und er ihr deshalb ihre Prämie abziehen oder sich im nächsten Jahr für eine andere Weihnachtsfrau oder einen anderen Osterhasen, der in der Karwoche bunte Ostereier an die Kinder verteilte, entscheiden würde. Aber sie war auch um ihre Weihnachtsgeschenke gekommen, denn die zu besorgen, war keine Zeit gewesen und die Zeit drängte. Wenn es heute nicht passierte, war es zu spät, denn morgen schloß das Kaufhaus um zwei und dann könnte sie höchstens noch schauen, ob sie am Westbahn- oder am Hauptbahnhof etwas für ihre Schwester, die Mama, den Papa und die anderen Lieben finden würde? Was zwar passte, weil eine Flasche Whisky, eine Bonbonniere und ein Buch würden zu bekommen sein. Aber der kleinen Zoe-Philipa hatte sie einen Strampelanzug kaufen wollen, wenn sich Vera schon für die Kinderrassel entschieden hatte, die sie ihr beim Italiener prompt gezeigt hatte.

„Das sind meine Einkäufe, Nika, Weihnachtsfrau! Was ich für dich besorgt habe, verrate ich natürlich nicht,hoffe es aber getroffen zu haben!“, hatte sie gesagt, ihr die Rassel unter die Nase gehalten und dann ihr Chiantiglas erhoben.

„Prost, Schwägerin, in spe, ich hoffe du bekommst auch etwas Schönes und jetzt muß ich los! Andrea Herbst kommt um drei und da muß ich aufpassen und meine Toilette kontrollieren, damit sie sich nicht wieder mit einem Leuchter darin versteckt und mir vor Weihnachten neue Schwierigkeiten macht!“, hatte sie gescherzt und hinzugefügt, daß man sich übermorgen mit den Geschenken bei Ruths Eltern sehen würde.

„Du hast es leicht, Weihnachtsfrau, du kannst deinen Anzug anbehalten und die Rassel kann ich dir als Ersatz für das Weihnachtsglöckchen auch gern leihen!“

„Mitnichten, liebste Vera, den muß ich am Donnerstag bei Widerling Seidler abgeben!“, hatte sie geantwortet.

„Weihnachtsgeschenke muß ich auch noch besorgen!“

Und das dröhnte jetzt in ihrem Ohr. Noch dazu, da sich in ihrem Adventkalender, als Mahnung oder als Erinnerungsstütze, ein bunt verpacktes Päckchen gefunden hatte. Heute durfte sie es nicht vergessen und wenn Jessica oder Harald auftauchten und sie in ein Restaurant oder zu Max Schröder schleppten wollten, mußte sie widerstehen, nahm sie sich vor, atmete durch, stellte die leere Kaffeetasse und die Müslischale in den Geschirrspüler. Dann zog sie die grüne Jacke an, setzte die rote Strickmütze auf, nahm den Rucksack und öffnete die Wohnungstüre. Sie mußte los, um nicht zu spät zu kommen. Lief aber wieder Laura Augustin über den Weg, die mit einem vollen Einkaufskorb die Stufen hochkam und ihr den Weg versperrte.

„Guten Morgen, Fräulein Nika!“, rief sie fröhlich.

„Eineinhalb Tage noch, dann haben Sie es geschafft! Haben Sie schon Ihre Weihnachtsgeschenke beisammen?“, entblödete sie sich ebenfalls nicht zu fragen und Nika zuckte, ob diesen bösen Gedanken schuldbewußt zusammen und setzte ein bedauerndes „Leider nein!“, hinzu.

„Da denkt man Frau Augustin, man steht an der Quelle und bekommt außerdem noch einen Angestelltenrabatt und dann ist es nicht zu schaffen, weil ich von neun bis sieben auf der Straße stehe und in den Mittagspausen ist es sich nicht ausgegangen! Aber heute vielleicht! Heute nehme ich es mir ganz fest vor! Wie ist das bei Ihnen? Haben Sie schon alles besorgt?“, fragte sie mit einem Blick auf Laura Augustins Einkaufskorb, der wie zu erwarten, mit Büchern gefüllt war. Die bibliophile Nachbarin war beim Bücherschrank statt beim „Merkur“ oder „Penny“ gewesen und das war eine Idee, denn der offene Bücherschrank war, wie Nika wußte, rund um die Uhr geöffnet und sie hatte für Ruth ohnehin ein Buch besorgen wollen. Eines über Babypflege und für Vera einen therapeutischen Ratgeber. Aber ob sie beides in den offenen Bücherschränken finden würde?

„Ich war beim Bücherschrank!“, antwortete die Nachbarin fröhlich.

„Sie wissen, ich gehe sehr oft dorthin und habe da auch schon einige Weihnachtsbücher gefunden, die ich im Dezember gelesen habe! Was die Geschenke betrifft, ist mein Bedarf nicht so groß! Sie wissen, ich bin eine alleinlebende Single! Meine beste Freundin befindet sich auf Weltreise! Kinder und Ehemann gibt es nicht! Meine Eltern sind gestorben, wie auch meine einzige Schwester! Also außer einem alten Patenonkel, den ich natürlich in seinem Altersheim, beziehungsweise Seniorenresidenz, wie man das heutzutage protzig nennt, besuchen werde, ist niemand da, den ich beschenken könnte! Also tue ich das bei mir selbst, habe ich mir vorgenommen und gehe im Dezember statt einen Adventkalender zu öffnen, jeden Morgen nach dem Frühstück hin und suche mir was aus! Ich hoffe, daß Sie mich nicht mißverstehen oder mich für geizig halten, aber ich habe heute zufälligerweise ein Buch gefunden, von dem ich dachte, daß Sie es vielleicht lesen möchten! Darf ich Ihnen damit eine kleine Freude machen und es jetzt schon, falls wir uns nicht mehr sehen sollten, mit den besten Weihnachtswünschen überreichen? Eigentlich wollte ich es in Geschenkpapier verpacken, damit es festlicher aussieht, da man aber nicht hochstapeln soll und ich Sie jetzt gerade sehe, will ich es Ihnen gleich überreichen und hoffe, Sie haben Freude daran!“,  sagte Laura Augustin, griff in den Korb und hielt Nika, ein dickes umfangreiches, sicher tausend Seiten dickes Buch entgegen, in dem sie zu ihrer Überraschung den neuen  „Clemens J. Setz“, erkannte, der, wenn sie sich nicht irrte, auf der letzten „Longlist des deutschen Buchpreises“ gestanden war.“

Was bisher passierte findet man hier,  morgen, am 25. 29 oder 30. Dezember und vielleicht noch an einem Tag geht es weiter.

2019-12-22

GRM-Brainfuck

Buch vier der „Schweizer Buchpreisliste“ und das Siegerbuch, der im Frühjahr erschienene Roman, der 1962 in Weimar geborenen und in Zürich lebenden Sibylle Berg von der ich schon ihr Kolumnenbuch „Gold“ und das  2012 auf der Schweizer Liste gestandene „Vielen Dank für das Leben“ gelesen hatte, das mir Klaus Khittl für meine Recherchen bezüglich „Paul und Paula“ geborgt hat.

Mit „Der Mann schläft“, ist sie, glaube ich, 2009 auf der deutschen Buchpreisliste gestanden und „Der Tag als meine Frau einen Mann fand“, steht auf meiner Leseliste für das nächste Jahr und das erste Mal habe ich von Sibylle Berg etwas gehört, als ich das „Nähkästchen des Schreibens“, ein Romanschreibratgeber, den ich einmal von einem dieser Selbstzahlerverlage bekommen habe, gelesen habe, denn da wurde ihr „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“, sehr gelobt.

Eine interessante Frau und eine interessante Autorin, die als Dramatikern vor kurzem auch den Nestroypreis gewonnen hat, da hätte sie Walter Famler eigentlich für sein „Utopie Festival“ einladen können oder auch nicht, denn „GRM-Brainfuck“ ist mehr eine Dystopie, als eine Utopie und was für eine, eine die den Rahmen sprengt, die verstört und betroffen macht, eigentlich keinen Plot und keine Handlung hat, die eine oder einen aber  nicht kalt lassen kann, denn es sprengt jeden Rahmen und sagt viel über die Zeit aus, in der wir leben und so ist es wohl auch kein Zukunftsroman, denn es ist ja wieder schon fast alles da, was hier beschrieben wird, auch wenn es wieder in der nächsten Zukunft spielt.

Utopische oder dystopische Romane scheinen jetzt ja sehr modern zu sein,  jeder scheint sie zu schreiben und jeder will sie lesen, wohl auch vielleicht, um von der eigenen Zukunftsangst abzulenken und sie zu verdrängen und da hätte ich gedacht, nur 1984 oder die „Schöne neue Welt“ wären solche, weit gefehlt.

Ich habe ja bei Stephan Teichgräber ein „Utopie-Workshop“ besucht und mich da ein bißchen mit dem utopischen Roman beschäftigt, dann die von Helmut Krauser und Andrej Kubicek gelesen und die vorige „Literatur im Herbst“ hat ja auch davon gehandelt.

Dann ist das Erscheinen von „GRM-Brainfuck“ im Frühjahr dieses Jahres wohl an mir vorbeigegangen. Das Schweizer Buchpreislesen hat es aber wieder eingeholt und mich auf das Buch aufmerksam gemacht.

Ich habe Sibylle Berg sowohl bei der „Buch Wien“ als auch bei der „Buch Basel“ daraus lesen oder erzählen gehört und war  von ihrer sehr trockenen zynischen Art, wie sie darüber berichtet hat, sehr beeindruckt.

Worum geht es nun in dem Buch, das in der nahen Zukunft in England spielt? Der Brexit ist vollzogen, die EU, glaube ich, abgeschafft, die Monarchie ist das auch und alle bekommen, was erst einmal tröstlich klingt und das ja auch viele wollen, ein bedingungsloses Grundgehalt, man muß sich nur dafür einen Chips einsetzen lassen und wird dadurch total überwacht und bekommt, wenn man sich fehl verhält, Punktabzüge, so daß man nicht mehr mit der U-Bahn fahren darf, etcetera, wie es ja in China schon passieren soll.

Das ist die Handlung, das, was Sibylle Berg in Wien und Basel darüber erzählte und das, was auf den Beschreibungstexten zu lesen ist und ist nur ein ganz kleiner Teil davon.

Vier Jugendliche, Don, Karen, Hanna, Peter, in der englischen Unterschicht aufgewachsen, die alle ihre Eltern verloren haben und denen auch Gewalt zugefügt wurde, machen da nicht mit, verweigern sich, rücken nach London aus, leben da im Untergrund, bekommen Kontakt zu Hackern und interessieren sich auch für „Grime“,  das ist eine Art Rap, die für diese Zeit und für diese Schicht typisch ist.

Sibylle Berg scheint auf ihren Lesetouren auch mit diesen Musikern aufzutreten. In Wien und in Basel war sie ohne diesen da und es geht auch nicht nur um die Grime-Musik, sondern, um den Niedergang der Mittelschicht, den Sieg der künstlichen Intelligenz , die Angst an die Chinesen verkauft zu werden, etcetera.

In einem sehr rasanten Tempo, mit dem man kaum mitkommt, wird auf den sechshundert Seiten plot- und handlungslos vom Untergang dieser Welt erzählt.

Schicksale werden aufgezählt, wo ein Mann seine Frau und seine Kinder erschießt, beispielsweise, weil die Frau querschnittsgelähmt ist, die Versicherung aber nicht bezahlt und er die Versorgung nicht schafft.

Die handelnden Personen werden steckbriefartig vorgestellt „Frau Cäcilie, Ausbildungsnachweis: Wachdienst, Armeedienst, ehrenhaft entlassen, Gesundheitszustand 1a, Psychische Probleme diverse“, zum Beispiel, man hetzt durch das Buch und denkt vielleicht darüber nach, was noch normal ist in der Welt, in der wir leben und an die Angst, die wir vor der Zukunft haben.

Von  der Geldabschaffung, den Überwachung oder, wie die  Verschwörungstheorien  alle lauten, die man sich im Netz und bei You Tube ansehen kann und Sibylle Berg meint auch, daß die, die sich für das Grundeinkommen, für das man später dann noch sinnlos arbeiten muß, registrieren, die neu gewonnene Kreativität in You Tube-Videos ausleben kann und ich habe ein gutes Buch gelesen, das den „Schweizer Buchpreis“ sicher verdient, aber auch verstört und man wohl nur denken kann,  „Wie kommen wir da heraus ?“

Mir ist während des Lesens auch noch eingefallen, daß es vielleicht gut sein könnte, „1984“ wieder zu lesen, um zu sehen, wie weit das, was da beschrieben wurde, schon eingetroffen ist und wie weit uns die Wirklichkeit schon überholt hat?

2019-12-21

Unhaltbare Zustände

Nun geht es in die Schweiz zum Schweizer Lesen und zu Buch drei des „Schweizer Buchpreises“ nämlich Alain Claude Sulzers „Unhaltbare Zustände“ der schon 2012 mit „Aus den Fugen“ auf der Schweizer Liste gestanden ist, das Buch habe ich im Sommer in Locarno gelesen, das neue habe ich nach Basel mitgenommen, bin aber neben der „Buch-Basel“ und dem siebenten „Nanowrimo“ und der Stadtbesiichtigung nicht zum Lesen gekommen und nun habe ich das Buch gelesen, das ein sehr langsames altmodisches ist und das mich mehr beeidruckt hat, als das von dem Künstler der plötzlich den Konzertsaal mitten im Spiel verläßt, obwohl es wahrscheinlich, um einen ähnlichen tragischen Ausnahmezustand geht und der 1953 Geborene, den ich auch bei der Lesung im Volkshaus Basel hörte, wohl ein Meister darin ist.

Ein sehr langsames und altmodisches Buch, das im jahr 1968, wo sich alles änderte und das neue Leben in die Schweiz und da wohl in die Stadt Bern mit dem Bärengraben eintritt und auf dem Münster die Vietcongfahne gehießt wird, spielt und da von einem älteren wohl sechzigjährigen Schaufensterdekorateur handelt, der im „Quatre Saisons“ schon seit Jahrzehnten für die Gestaltung der Schaufenster zuständig ist.

Ein etwas altmodischer Herr, unverheiratet, der bis zu ihrem Tod bei seiner Mutter lebte, ein wenig schrullig wohl, wie ihn Sulzer, der ja auch schon über sechzig ist, sehr gekonnt, aber wohl auch sehr klischeehaft schildert.

Nun holt ihm die neue Zeit, die er nicht mehr versteht ein und er wird durch einen neuen Schausfensterdekorateuer ersetzt, der lebende Figuren, sprich Schauspielschüler in die Schaufenster setzt und Robert Stettler bleibt über und zerbricht daran, gibt es ja auch keine Frauen in seinem Leben, die Mutter ist tot, sondern nur eine Liebe oder Schwärmerei zu einer Rundfunkpianistin namens Lotte Zerbst, wohl auch schon eine ältere Dame. Ihr schreibt er Briefe und fängt auch Bier zu trinken an und sie, die in ihrer Jugend von ihrem russischen Klavierlehrer mißbraucht wurde, wäre wohl auch nicht abgeneigt, ihn zu treffen.

Allein der Zufall spielt dagegen, das geplante Schostakowitsch-Konzert, das sie in seiner Stadt geben soll, wird wegen dem Einmarsch in die CSSR abgesagt und als sie dann doch kommt, um Chopin zu spielen, findet sie seine Adresse nicht und er hat da schon längst seinen Abgang, sprich letzten großen Coup geplant.

Das ist wieder etwas dramatisch und ich würde das wohl eher banaler schildern, aber Stetter, der seinem Widersacher vorher verfolgte und auch einen Denuziationsbrief an die Geschäftsleitung schrieb, als er ihn mit ein paar jungen Leuten aus seiner Wohnung gehen sah, auch das ist vielleicht ein bißchen dick aufgetragen, reagiert am Ende viel moderner, als der strahlendene Konkurrent, als er sich nämlich nackt in in das Schaufenster setzt und dadurch einen wahren Auflauf erregt.

Blöd ist nur, daß er damit wahrscheinlich nicht nur in die „Irrenanstalt“ kommt, sondern, daß Lotte Zerbst auch an dem Schaufenster vorbei geht und entsetzt über den „armen Irren“ ist, wie sie ihm später in einem Brief mitteilt.

Einen Prolog und einen Epilog, gibt es auch und ich habe ein spannendes Buch gelesen und bin wieder ein Stück weiter in die Schweizer Literatur  eingedrungen und habe vielleicht auch von Alain Claude Sulzer, den ich, wenn ich mich nicht irre, 1996 kennenlernte, als ich da einmal nach Klagenfurt zum „Bachmannpreis“ als Zuschauerin gefahren bin, etwas mehr erfahren.

2019-12-20

Der andere Name

Filed under: Bücher — jancak @ 00:35
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Bevor es an das Schweizer Buchpreislesen geht, noch ein kleiner Sprung nach Norwegen, beziehungsweise zum Gastland der diesjährigen Buchmesse und da zu dem 1959 geborenen Jon Fosse, der, glaube ich, als großer Dramatiker gilt.

„Rowohlt“ war so nett, mir das Buch zur Verfügung zu stellen und ich muß sagen, es war eine Überraschung, räumt es doch mit einigen, was ich den letzten Jahren übers Schreiben gehört habe, gründlich auf.

Denn da habe ich ja öfter gehört „Da passiert ja nichts!“, als ich meine ersten Texte über mein Alltagsleben schüchtern herumzeigte und der Uli, mein inzwischen sehr rechts gewordener dritter Kritiker hat mich ja einmal angeschrieben und mir meine Texte korrigiert, weil da keine Absätze und so weiter und so fort.

Und da habe ich nun ein Buch gelesen das auf fast fünfhundert Seiten nur aus einem einzigen Satz besteht. Es gibt keinen einzigen Punkt dafür aber Beistriche und sehr viel „sagte, dachte ich“, wo einem ja auch geraten wird, das man das nicht darf, beziehungsweise weglassen soll und dann wird pausenlos „Die Mutter, Die Glatze“ mitten im Satz geschrieben, wo es ja keinen Punkte dafür aber Absätze gibt, weshalb das Ganze auch gut lesbar ist, wenn man sich erst ein bißchen eingelesen hat

„Bookster“, der mich ja einmal scharf rügte, weil ich angeblich gespoilert habe, dat in seiner Besprechung auch nur mit einem Satz probiert, die Absätze aber wegelassen, weshalb ich den Text noch immer nicht verstanden habe.

Jon Fosses Monolog habe ich verstanden und ich muß sagen, das Buch gefällt mir gut und es ist wohl das, wie ich auch einmal schreiben wollte, aber erschrocken damit aufhörte, als man mir sagte, daß man so nicht schreiben darf.

Was habe ich gelernt? Man soll nicht auf seine Kritiker hören und passieren, um an den Anfang zurückzukehren tut in dem Buch auch sehr wenig. Es gibt eigentlich keinen Plot oder sagen wir nur einen sehr balnalen.

Da lebt in einem norwegischen Döflein ein Maler namens Asle, lebt, seit seine Frau gestorben ist ganz allein, träumt vom absoluten Malen, hat nur einen Nachbarn, einen alten Fischer, den er von seinen Fahrten in die Stadt Lebensmittel bringt. Zu Weihnachten schenkt er ihm immer ein Bild für seine Schwester. In der Kreisstadt hat er eine Galerie, wo er immer zu Weihnachten eine Weihnachtsausstellung macht und einen Freund, der auch Asle heißt und ebenfalls Maler ist, hat er auch.

Wenn ich da wieder an „Bookster“ kommentiere und ihm frage, ob das vielleicht sein alter Ego ist, reagiert er vielleicht wieder heftig.

Aber ich habe diese Überlegung schon in einigen Kritiken gelesen und denke, daß das so sein könnte oder auch nicht. Denn er findet diesen Freund,er selber hat schon längst mit dem Trinken aufgehört,  auf einem der schmalen Gassen des Städtchens im Schnee liegen, bringt ihm auf die Arztstation, holt dann seinen Hund aus desen Wohnung, trifft eine geheimnivolle Frau die mal Silje mal Guro heißt. Aber so heißt auch die Schwester des Nachbarn und Kindheitserinnerungen, wo er mit seiner Schwester an das Meer ging, obwohl das streng verboten war, beziehungsweisen sich zu „Der Glatze“ in ein Auto setzt und dann noch eine Beobachtung eines Paares, das sich auf dem Spielplatz schaukelt oder in die Sandkiste legt, gibt es, in dieser langsamen Prosa, wie es Jon Fosse nennt, auch.

Das Ganze wird eine Heptalogie und davon habe ich jetzt Teil eins und zwei gelesen. Spannend was in den weiteren fünf Bänden passieren wird und ich habe ein gutes Buch gelesen, das noch dazu, um die Weihnachtszeit im kalten Norwegen spielt, also auch in meinen Adventschwerpunkt passt.

2019-12-19

Kinder der Poesie

Filed under: Bücher — jancak @ 00:51
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Nachdem das österreichische Buchpreislesen zu Ende ist, wegen dem vorher folgenden deutschen hat es ein wenig länger gebraucht, ein Poesiealbum der österreichischen Literatur, bevor es über den Umweg Norwegen ans Schweizer Buchpreislesen, beziehungsweise an die „Bloggerdebut-Shortlist“ geht.

Denn die 1982 in Graz geborene Barbara Rieger deren „Bis an Ende Marie“ ich gelesen und mich deshalb wegen der Spoilerfrage mit „Bookster“ zerstritten habe und die vorher schon ein Fotobuch über die „Kaffeehausliteratur“ herausgegeben hat, hat es jetzt mit dem Fotografen Alain Barbero noch einmal versucht und ein Buch herausgebracht in dem sich die österreichische Autorenschaft, die berühmte oder dafür gehaltene jedenfalls,  mit Fotos an ihre Kindheit erinnert, was ja ganz gut an das herannahende Weihnachtsfest passt, weil sich das Buch, glaube ich, ganz gut an literarisch Interessierte verschenken oder unter den Christbaum legen läßt.

Mit zwei Vorbemerkungen beginnt es, dann geht es schon hinein in das Jahr 1924 und zu Friederike Mayröcker, die ja am zwanzigsten Dezember ihren fünfundneunzigsten Geburtstag feiert und ich  erst kürzlich im Literaturhaus lesen und etwas früher in der Wien-Bibliothek beim Artmann-Smposium übers Telefon hören konnte.

Die hat ihre Kindheit in Deitzendorf verbracht und später den Krieg erlebt und dann eine Zeitlang als Englischlehrerin gearbeitet, bevor sie sich als Dichterin selbständig machen konnte.

Es gibt ein Foto mit dem Kinderköpfchen und der Hand der Großmutter und dann, die alte Frau am Sofa, die das Bild in Händen hält und einen entsprechenden Text dazu.

1937 hat Ödon von Horvath „Jugend ohne Gott“ geschrieben, der mir völlig unbekannte  Roger Martin de Gard hat den „Nobelpreis für Literatur“ bekommen, Kurt Schuschnigg war Bundeskanzler und in Amstetten wurde die kleine Jutta geboren, die wir jetzt als Julian Schutting kennen. Der Text heißt „Kinderzeitspuren“ und schon sind wir im Jahr 1941, da war ja Krieg und Barbara Frischmuth wurde in Altaussee geboren, ihr Vater ist 1943 gefallen, die Mutter mußte das Hotel alleine weiterführen und hat die Kinder den Kindermädchen überlassen, eine freie Kindheit für die kleine Barbara, die später in die „Klosterschule“ mußte und jetzt, glaube ich, ihre Kindheit literarisch aufgerabeitet hat.

1943 war noch immer Weltkrieg, Adolf Hitler an der Macht, kein Literaturnobelpreis verliehen und in Salzburg wurde Bodo Hell, der experimentelle Dichter, der ein sehr vertrautes Verhältnis zu Friederike Mayröcker hat und seine Sommer schon seit Jahren auf einer Alm verbringt, geboren.

1945 ging der Krieg zu Ende, die „Farm der Tiere“ wurde geschrieben, Else Lasker-Schüler starb in Jerusalem, Franz Werfel im amerikanischen Exil, Anne Frank in Bergen-Belsen, Josef Weinheber und Adolf Hitler haben sich umgebracht und Alfred Komarek wurde im Ausseerland geboren. Der hat eine Wohnhöhle in Wien, im Weinviertel, wo er den Gendarmen Polt ins Leben rief, wahrscheinlich einen Weinkeller und das Bild zeigt ihm im Wetterfleck mit einem seiner Großväter, der aus einem Stück Holz ein Schiff oder eine Rakete für ihm schnitzte.

1954 hat Ernest Hemingway den Nobelpreis für Literatur bekommen, der „Herr der Fliegen“ wurde geschrieben und ein paar Jahre später hat man den kleinen Robert Menasse vor eine Schreibmaschine gesetzt und sein Milchflascherl dabeben gestellt. Start in die literarische Karriere des deutschen Buchprästrägers von 2017, der die „Hauptstadt“ geschrieben hat und ein paar Jahre in Brüssel lebte.

So passiert er auf dem Erwachsenenbild vor dem „Apple“, Wein und eine leere Milchflasche stehen daneben.

Ein Jahr später wurde „Lolita“ geschrieben und „Bonjour Tristesse“, Omen für den 1955 in Zwettel geborenen Josef Haslinger, der als ich in die GAV kam, dort Generalsekretär war und seine Kindheit im Stift Zwettel verbrachte. Daß man dort nicht nur die Spinde geraderichte und von den Mönchen mit Tiernamen beschimpft, sondern zu Weihnachten oder auch sonst in die Zellen gebeten, mit Wein bewirtet und betapscht und mißbraucht wurden, hat er, glaube ich, in seinem jüngsten Buch beschrieben, das im Literaturhaus vor zwei Wochen just zu der Zeit präsentiert wurde, als ich auf dem Weg zur Poet-Night war.

1961 hat Ivo Andric den Nobelpreis für Literatur bekommen und im Sölden im Ötztal kam Norbert Gstrein auf die Welt, der hatte fünf Geschwister, drei Brüder und zwei Schwestern und den Onkel Jakob, über den er, glaube ich sein erstes Buich geschrieben hat. Mit dem, einem bärtigen Herrn im Schipullover, ist er porträtiert und in seinem jüngsten Buch mit dem er zum diesjährigen österreichischen Buchpreisträger wurde, geht es um Jackson in Wyoming USA und das wird in seinem Beitrag auch erwähnt.

Sabine Gruber wurde 1963 in Südtirol geboren und zitiert in ihrem Text, das was an dem Tag an dem das Kinderfoto, ein blondgelocktes kleines Mädchen, in einem weißen Kleid, das eigentlich lieber eine Lederhose getragen und mit Autos statt mit Puppen gespielt hätte, in der Zeitung stand und Dimitre Dinev 1968 in Bulgarien. 1981 ist er mit seinen Eltern zum ersten Mal nach Sofia gefahren, da posiert er dann mit seinem  Bruder vor dem großen Mausoleum. Später ist er nach Österreich geflüchtet und gleich mit seinem Debut „Engelszungen“, ich glaube, über den Umweg des „Exil-Preises“, gleich berühmt geworden.

1971 kamen sowohl Daniel Wisser als auch Kathrin Röggla zur Welt, der eine in Klagenfurt, die andere in Salzburg, der eine liebt es nicht aus seinem Priviatleben zu erzählen und hat daher aus seinem Text eine Geschichte gemacht. Die andere liebt es schnell, so fährt sie als Kind  Autodrom und sitzt als Erwachsene mit Mütze in einem Keller oder Garage auf einem Fahrrad und lacht uns etwas skeptisch an.

1975 habe ich studiert und Petra Piuk von der ich beide Bücher gelesen habe, ist in Burgenland auf die Welt gekommen. Sie posiert als Kleinkind zwischen einem großen Bären und einem Weihnachtsmann und als Erwachsene steht sie vor einer Bude in die Luft springend im Prater.

1980 sind sowohl Milena Michiko Flasar, als auch Barbi Markovic geboren, die eine in St. Pölten, als Tochter einer japanischen Mutter, die andere in Belgrad, den „Nobelpreis“ hat in diesem Jahr Czeslaw Milos und den „Büchner-Preis“ Christa Wolf bekommen.

Milena Michiko Flasar von der ich ihren „Herrn Kato“, die „Krawatte“ leider nicht, gelesen habe, ist als Kind mit einer japanischen Fibel abgebildet und schreibt in ihrem Text, wie wichtig ihr das Schreiben und Lesen war, während die „Alpha-Preisträgerin“, bei deren Preisverleihung ich dann schon anwesend war und die ja auch kürzlich erst den „Priessnitz-Preis“ bekommen hat, in ihrem Text mit den Belgrader Straßenhunden, beziehungsweise mit den Haustieren, die sie einmal hatte, beschäftigt.

1994 wurde nicht nur meine Tochter Anna, sondern auch das Nachwuchstalent Anna Weidenholzer in Linz geboren, die auf den Bildern jeweils mit einer schwarzen Katze posiert, für ihre Romane beziehungsweise den Erzählband, gerne Tiernamen wählt und sich oder ihr Verlag offenbar, zum Glück werden manche sagen, in einer Jahreszahl gewirrt hat.

1990, so jung ist sie noch, kommt Theodora Bauer, die mit einem Blumenkranz als Kind abgebildet ist und sich später an die Haube greift, auf die Welt und versucht sich an ihre Kindheit zu erinnern.

Von ihr habe ich „Chicago“ gelesen, während das „Fell der Tante Meri“ irgendwo in meinen Regalen steht und der Jüngste, des Bandes, siebzig Jahre nach Friederike Mayröcker geboren ist Elias Hirschl, der trotzdem schon Slammeister ist und drei Romane geschrieben hat, die alle witzige Namen tragen.

Jüngere Autoren fallen mir nicht ein, sind aber wahrscheinlich schon am Schreiben und ich kann das Buch, das sich, wie schon erwähnt,  als Weihnachtsgeschenk bestens eignet, für alle Literaturinteressierten unterm Christbaum sehr empfehlen.

 

2019-12-18

In die Weihnachtsferien

Heute war das letzte „Gegenwartsworkshop“ in der „Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur“ in der Spengergasse vor der Weihnachtspause und ich bin mit dem „Schutzengelchen“, losgegangen, das ich als Weihnachtsgeschenk für meine unbekannte Leser in den „Wortschatz“ hineingelegt habe.

Da habe ich ja heuer eine Bücherliste gemacht, wo man nachvollziehen kann, was ich heuer in die Schränke legte, einiges und abwechslungsreich habe ich versucht eine ganze Palette meiner Bücher hineinzustellen. Manchmal habe ich auch darauf vergessen und dann gelegentlich etwas nachgelegt und der Advent, der für mich ja immer etwas besonderes ist, war für mich auch sehr intensiv und umfangreich.

Am ersten Dezember oder dreißigsten November habe ich damit angefangen, die Weihnachtsdekorationen aus dem Keller heraufgeholt und in meiner Praxiswohnung aufgestellt, da hat sich ja schon einiges angesammelt und ich habe auch den kleinen Weihnachtsmann mit dem Buch, den ich damals von der aufgelöstenBuchhandlung in Edith B. Haus bekommen habe, für die kleine Lia, die jetzt schon ein halbes Jahr alt ist, vorbereitet und habe auch angefangen, aus dem „Adventkalenderbuch“ jeden Tag ein Kapitel zu lesen, was es dann am vierundzwanzigsten, als Ganzes zu sehen geben wird und dann habe ich noch einen Bildadventkalender, wo ich jeden Tag ein Türchen öffnete und im Netz schaue ich mir auch gern die X-mas Vlogs der Booktuber an.

Am zweiten Dezember ist es dann gleich mit der „Ohrenschmaus- Preisverleihung“ weitergegangen, wo es auch ein kleines Dankeschön- Päckchen gab. Am Mittwoch darauf waren wir beim Martin und der Zahui eingeladen und am Samstag gab es die Kleinverlagsmesse beim Buchquartier.

Am Sonntag gabs beim „Ambichl“ das Geburtstagsfest des Onkel Franz zu feiern, dann folgte die Weihnachtsfeier im „Doml“, wo ich ein Stück aus meinem „Adventkalender“ gelesen habe.

Richtig meine „Adventkalenderfester“ aus der „Nika, Weihnachtsfrau“ gibt es auch in diesem Monat immer wieder und zwei neue Türchen, das am zehnten November und am fünfzehnten, denn da gabs ja auch das Geburtstagsfest der Doris Kloimstein die eigentlich sehr weihnachtlich war. Sekt und Brötchen hat es vorher beim letzten ÖAAG-KAV- Reflexionstreffen auch gegeben und daneben habe ich meine Praxisstunden gemacht, mir meine heurigen Bücherchristbäume in Wien und in Harland aufgebaut und jetzt bin ich mit den Arbeitstagen fertig. Morgen werde ich noch meine Abrechnung machen und dann am Abend mit dem Alfred nach Harland fahren und dort auch Weihnachten und Silvester feiern.

Bücher zu lesen habe ich ja auch noch, warten ja noch einige „Schweizer Buchpreisbücher“ für mich und dann kommt ja noch das „Bloggerdebutpreislesen“, wo ich ja noch drei Bücher zu lesen habe.

Man sieht schon Advent oder Weihnachten ist für mich eine besondere Zeit und nach dem „Doml Workshop, wo ich mir überlegte, ob Dirk Stermanns „Hammer“ jetzt ein gutes Buch ist oder nicht, da schwanke ich ich derzeit noch ziemlich hin und her, sehr überladen ist jedenfalls und ein bißchen wie Thomas Berhard in Vulgärformat, hatte ich noch eine Stunde, dann gab es, bevor es nach Harland geht noch eine „Weihnachts- und Jublimäumsparty“ der Jurenka Jurk, in deren Verteiler ich mich ja befinde und deren „Webinare“ ich mir ja sehr gerne anschaue.

Eine Weinachtsparty am Computer cool.

„Bereitet euch Getränke vor!“, sagte die Schreiblehrerin, die die meiste Zeit gar keine Weinnachtsmütze auf hatte, aber ein Glas Sekt in der Hand hielt und erzählte, daß sie jetzt schon zehn Jahre Schreibtrainerin ist.

Leider bin ich zweimal aus dem Video herausgefallen und ich habe auch die „Unhaltbaren Zustände“ gebloggt, das ja auch ein bißchen weihnachtlich ist und jetzt ist alles vorbereitet.

Die Geschenke für die Anna und die Lia, die Tasche mit den Büchern, die nach Harland gehen sollen, wo wir ja zehn Tage bleiben wollen und dort an meinem „Literaturgeflüster-Schreibe-Buch“ soviel wie möglich korrigieren, denn 2019 war ja auch mein Romanjahr, ich habe „Mein Schreiben meine Bücher“ zusammengestellt und hoffe mit dem Korrigieren bald fertig zu werden, damit ich mich an die Korrektur meines „siebenten Nanowrimos“ machen kann.

Gustav Ernst „Romanschreibbuch“ liegt auch in der Büchertasche, bin aber nicht ganz sicher, ob ich in diesem Jahr noch zum Lesen kommen werde und dann werde ich auch noch ein paar Shoppingtage machen, bevor es am Dienstag ans Weihnachtsfeiern gibt. Der Christbaum in Harland ist ja schon geschmückt, die Weihnachtskekse sind gebacken und in Harland sind die Weihnachtsdekorationen auch schon aufgebaut.

Danach, wenn ich meinen 2019 Rezensionsstapel heruntergelesen habe, werde ich mich an den „Hammer“machen und hoffe auch wieder ein bißchen Backlist lesen zu können, da wartet ja schon einiges auf mich und einen Jahresrückblick und einen bezüglich meines Bücherjahrs wird es auch noch geben.

Ja und eine Weihnachtslesung auf „Ottakringerisch“ hat es am Montag auch noch gegeben und natürlich den Punsch und die Kekse in der „Gesellschaft für Literatur“, von wo vielleicht auch noch ein Buch zu mir kommt.

2019-12-17

In die „Gesellschaft“ zu Punsch und Keksen

Die „Leseauslese“ in der „Gesellschaft für Literatur“ wo Katja Gassner und Cornelius Hell jeweils zum Jahresende bzw. zum Saisonschluß ihre Lieblingsbücher vorstellen und dann mit Punsch oder Bowle gefeiert wird, gibt es. wie Manfred Müller erklärte nun schon seit zehn Jahren und ich bin glaube ich im Sommer 2010 eher zufällig dorthin gekommen, weil ich Buchempfehlungen ja eigentlich nicht mag und bin dann im Winter eher gezielt dorthin gegangen, um dem „Geflüster“ einen adventlichen Touch zu verleihen.

Seit einigen Jahren gehe ich jetzt kann man sagen gezielt und der Bücher wegen hin und so hatte ich im vorigen Advent zwei noch ungelesene der vorgestellten auf meinem Badezimmerstapel, diesen Juni habe ich mir zwei bestellt und denke immer noch, ob ich das nicht vielleicht auch bei dem Ungarn tun hätte sollen und jetzt hatte ich schon zwei gelesen, das deutsche und das österreichische Buchpreisbuch und ich muß sagen, das sind die zwei, die mir gar nicht so sehr gefallen haben.

Mein Bücherranking kommt, das kann ich gleich verraten, am neunundzwanzigsten Dezember, da habe ich jetzt schon siebzehn Bücher auf der Liste von den wahrscheinlich hundertsechzig gelesenen und von den heutigen Buchempfehlungen waren mir wieder einge völlige unbekannt. Von einigen habe ich schon etwas gehört, zwei wie schon erwähnt, gelesen und begonnen hat es natürlich mit dem berühmtesten und auch dem dicksten Buch, nämlich den „Jakobsbüchern“ der „Nobelpreisträgerin“ von 2018 von der habe ich ja noch den „Gesang der Fledermäuse“ auf meiner Leseliste, was mir „Schöffling un Co“ freundlicherweise schickte „Annain den Katakomben“ in den Regalen, die „Jakobsbücher“ ein historischer Roman, der das Polen des achtzehnten Jahrhunderts schildert, wurde aber von Katja Gassner und Cornelius Hell sehr empfohlen.

Dann ging es weiter mit Lars Saabje Christensen „Die Spuren der Stadt“, ein mir vollkommenen unbekannter Norweger, aber vom Gastland Norwegen habe ich ja gerade Jon Fosses „Der andere Name“ gelesen und war zu meiner Überraschung sehr begeistert.

Es folgte Nora Bossongs „Schutzzone“ der vereinte Nationen Roman, der Katja Gassner sehr begeistert, mir eigentlich weniger gefallen hat und dann die „Budapester Überschreitungen“, des kürhzlich verstorbenen Janos Terey, der  bei Stephan Teichgräbers Festival gelesen hat und das jetzt bei „Arco“ erschienen ist.

Drago Jancars „Wenn die Liebe ruht“, habe ich auf der „Buch-Wien“ ein wenig gehört und das Buch wurde von Katja Gassner, Manfred Müller und Cornelius Hell, als ein wenig kitschiges großes Liebesepos geschildert, das verfilmt werden sollte. Mal sehen ob das geschieht, ich habe Drago Jancar ja schon einige Male in der „AS“ oder auch anderswo gehört.

Sophie Reyers „Mutter brennt“ ist auf der Shortlist des Öst gestanden, ein sehr experimentelles lyrisches Buch, auch wenn mir wieder klar wurde, das ich nicht glaube, daß dieKinder nur eingebildet sind, weil man das sonst anders hätte schildern müßen, aber mystisch geheimnisvoll ist es wohl allemal und, daß Sophie Reyer auch Komponistin ist, war mir eigentlich nicht bewußt.

Ein Buch über Litauen kann bei dem Litauen-Übersetzer Cornelius Hell natürlich nicht fehlen. So wurde das bei „Wallstein“ erschienene Gespräch zwischen Irena Veisaite und Aurimas Svedas „Ein Leben in Litauen“ vorgestellt und wenn man dann noch Josef Winklers bei „Suhrkamp“ erschienenen „Stadtschreiber von Kalkutta“ dazunimmt, hat man sich wahrscheinlich durch einen sehr internationalen Bücherreigen gelesen.

Ich bin ja derzeit noch beim Schweizerlesen, bevor es an das „Bloggerdebut“ geht, habe aber wieder einige Empfehlungen mitgenommen und mir natürlich wegen des adventlichen Flairs, das ich auch heuer wieder besonders genieße, mir den Punsch und die Kekse schmecken lassen.

2019-12-16

Ottakringerisch im Cafe Amadeus

„Ottakringerisch ist mehr an das Milieu, als an den Ort gebunden, hat Franz Blaha heute im Cafe Amadeus in der Märzstraße im fünfzehnten Bezirk, wo ich auch schon gelesen habe, erzählt, als er das „Häferl“, da hab ich auch schon gelesen und nicht so besonders gefallen, vorstellte, diese Initiative für Haftentlassene, die er mehrere Jahre schreibwerkstättisch betreute und die sich von ihm immer ein Weihnachtsgedicht gewünscht haben.

Da ist dann „ds`weinochdn“ entstanden, das ich voriges Jahr gelesen habe und heute eine Lesung im Cafe Amadeus veranstaltet von der Kulturinitiative Klopfzeichen, die, glaube ich, von Christian Schreibmüller, dem begnadeteten Slamer betreut wird. Der und Eugen Bartmer und noch ein paar Leute waren schon da, als ich das Cafe erreichte und Franz Blaha, den ich ja schon lange kenne, der auch bei den „Wilden Worten“, etcetera gelesen hat, gleich eine Einführuing in die Dialektik gab, das Ottakringerisch in und mit dem  er aufgewachsen ist und mir ist dieser Bezirk auch sehr vertraut, hat doch meine Großmutter in den sogenannten Jubiläumsbauten im dritten Stock mit Blick sowohl auf die Kirche am Steinhof, als auch auf die Tschauner-Bühne, dem ersten Wiener Stehgreiftheater gewohnt und ich selber in Hernals in der Wattgasse, in der Nähe zum achtzehnten Bezirks, daher auch im Krankenhaus währing geboren und meine andere Oma, hat in einem der schönen alten Gemeindebauten in der Hütteldorferstraße 150, gewohnt.

Man sieht die Bezirke sind mir vertraut, die Sprache eher nicht, hat meine Mutter ja auch das „Schönsprechen!“, von mir gefordert, so beherrsche ich den Dialekt wahrscheinlich nicht so gut, wie das H. C Artmann tat, der ja von Breitensee herkam und von Franz Blaha mehrmals erwähnt wurde.

Es begann zur Zeit passend mit einem Weihnachtsgedicht und endete auch mit einem solchen. Dazwischen gab es sehr viel Loalcolorit und auch sehr viel Hinterfotziges.

Der Greißler wurde erwähnt, der Eismann, der die Eisblöcke in die Kühlschränke brachte, der „Qui Qui“ und der Einundzsiebzigjährige, der mit dem Einundsiebziger nach Simmering fährt und es war eine schöne literarische Alternative zu der „Alten Schmiede“ und den jüdischen Weisheiten des Paul Chaim Eisenberg zu denen ich sonst wahrscheinlich gegangen wäre.

2019-12-15

Schotter

CJetzt kommt Buch zehn des österreichischen Buchpreislesens, das damit abgeschlossen ist.

Florjan Lipus „Schotter“ ist das letzte Buch, das noch zu lesen war und von den 1937 bei Bad Eisenkappl geborenen, habe ich schon einiges gelesen und gehört, denn der auf slowenisch schreibende Dichter, ist einer, der wahrscheinlich ähnlich wie Josef Winkler sein ganzes Leben ein einziges Buch, beziehungsweise sein Trauma beschreibt und das war bei Florjan Lipus, wahrscheinlich die Mutter, die, als er sechs war ins KZ Ravensbrück verschleppt und dort ermordet wurde.

Sein bekanntes Werk ist wohl der „Zöglings Tjaz“, der von Peter Handke übesetzt wurde. Das habe ich nicht gelesen, wie „Schotter“ auch mein erstes gelesenes Lipus-Buch ist.

Ich habe aber einmal eine zweisprachige Lesung in der „Alten Schmiede“ gehört, 2017 war er bei den O Tönen, wo von Katja Gassner bedauert wurde, daß er nicht den österreichischen Staatspreis für Literatur bekommen hat, weil er ja nicht auf Deutsch  schreibt, slowenisch ist aber eine anerkannte Minderheitensprache und er hat den Preis, glaube ich, inzwischen auch bekommen.

Das Buch, das er dort vorstellte, habe ich mir aber, glaube ich, bei einem Literaturhaus-Flohmarkt gekauft und den „Zögling Tjaz“ einmal in den Schränken gefunden und nun „Schotter“, wo es nicht, zumindestens nicht vordergründig, um die tote Mutter geht, sondern um einen Gedenkbesuch in ein Lager, das eine Dorfgemeinschaft macht und das nicht sehr dicke Büchlein, ich habe das PDF oder E Book gelesen, das mir „Jung und Jung“ zur Verfügung stellte, ist, würde ich sagen, eine einzige Litanei oder ein Totengesang auf das damals Geschehene.

Der Titel beszieht sich auf den Schotter, der am Boden liegend, sowohl die Fußsohlen, der damals Inhaftierten, als auch die, der Besucher berührten und es gibt zwei Enkelkinder, einen Knaben und ein Mädchen, die nach den Spuren der getöteten Großmutter suchen und die natürlich nicht finden.

Ein beeindruckendes Werk eines großen österreichischen Schriftstellers, der vielleicht ein wenig im Schatten von Peter Handke, Josef Winkler und Gerhard Roth steht, ich habe mir aber schon 2017 gewünscht, daß er den „Buchpreis“ bekommt, da stand er nicht auf der Liste, jetzt ist er nicht auf die Shortlist gekommen.

Auf Meiner würde er stehen und wenn ich, was ja eigentlich nicht geht, eine Reihung von meinen Favoriten geben würde, würde die so ausschauen:

  1. Florja Lipus „Schotter“
  2. Raphaela Edelbauer „Das flüssige Land“
  3. Gerhard Roth „Der Himmel ist leer, die Teufel sind alle hier“
  4. Marlene Streeruwitz „Flammenwand“
  5. Clemens J. Setz „Der Trost runder Dinge“
  6. Karl Markus Gauss „Abendteuerliche Reise durch mein Zimmer“
  7. Sophie Reyer „Mutter brennt“
  8. Norbert Gstrein „Als ich jung war“
  9. Ivna Zik „Die Nachkommende“
  10. Harald Darer „Blaumann“

Und von den Debuts kann ich gleich hinzufügen, haben mir Angela Lehner und Marco Dinic besonders gut gefallen.

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