Literaturgefluester

2020-01-31

Theater in Trnava und in Wien

Wenn wir nicht in Harland waren, bin ich ja dieses Semester am Freitag öfter in die Spengergasse in die „Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur“ gegangen, wo Stephan Teichgräber ja in seinem Workshop der Gegenwartsdramatik, die Spielpläne der Theater in Ungarn, Tschechien und der Slowakei erforschte und dabei mit dem Spielplan des Wiener Burgtheaters angefangen hat, ein Stück Theatergeschichte, das für mich sehr interessant war, obwohl ich ja, wie ich öfter schreibe, nicht sehr oft ins Theater gehe.

Als Studentin wo ich eine Zeitlang jede Woche in der Oper war, habe ich mic erst sehr spät und sehr zögernd für das Burgtheater zu interessieren begonnen.

Das Dramatische liegt mir nicht so, wie auch das Dialogschreiben, pflege ich  ja regelmäßig zu schreiben, trotzdem war es interessant mit Stephan Teichgräber die Spielpläne der Theater von Bratislava oder Sopron zu erforschen und während ich das tat, bin ich im letzten  halben Jahr auch öfter in einem Theater gewesen, wenn es da auch nicht immer eine Aufführung, sondern in Basel und am Schwarzenbergplatz die Buchpreisverleihungen gegeben hat und im Odeon-Theater die „Literatur im Herbst“.

Im Theater war ich im Rabenhof, dieses Theater in einem der sozialistischen Gemeindebauten im dritten  Bezirk das ja herrlich zu hundert Jahre rotes Wien passt.

Da habe ich mir mit dem Alfred die Kabarettisten Thomas Maurer, Robert Palfrader und Florian Scheuba in der Satire „Wir sind Staatskünstler“ zu der neuen Regierungsbildung angesehen und gestern, also einen Tag vor dem vorläufigen oder auch endgültigen Theaterworkshop war ich mit dem Alfred im Theater in der Drachengasse, das einmal ein feministisches war oder auch noch immer ist und da gab es eine „Offensive Ein-Frau-Performance“ von Grischka Voss, das ist die 1969 in Brauschweig geborene Tochter des berühmten Schauspielers Gert Voss, die das Stück „Bulletproof – Ich liebe meine Lust“ schrieb, aufführte und performte und dazu das kleine Theater, in dem ich, wie ich mich erinnern kann, schon einmal vor langer langer Zeit, wo es vielleicht auch noch ein Frauentheater war, mit dem „Arbeitskreis schreibender Frauen“ bei einer Lesung war, in eine riesige rosa Vulva verwandelte, das das Publikum mit rosa Patscherln durchqueren mußte, wo es auch  Vulva-Mandalas gab und die Schauspielerin, sowohl einen künstlerischen Streaptease vollführte, als auch  ihre Erfahrungen mit ihrer Menstruation und ihren G- oder A-Punkt performierte.

Ein interessantes Stück und interessanter Kontrast zum Spielplan des Jan Palarik-Theaters in Trnava, das Stephan Teichgräber heute vorstellte und den Spielplan vorstellte und nun geht es hinein in die Semesterferien, beziehungsweise in ein sehr schreibintensives Wochenende und bei diesem Text habe ich versprochen, auch besonders aufzupassen, damit der Uli nicht soviele Fehler findet, der mich immer noch regelmäßig zu lesen scheint und meiner sogeannten Schlampigkeit oder Vielschreiberei nicht zufrieden ist.

2020-01-30

Ewig her und gar nicht wahr

Filed under: Bücher — jancak @ 00:05
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Jetzt kommt eine Neuerscheinung, das erste Debut, das ich 2020 lese und von dem ich schon raten kann, wie es ihm bezüglich des Bloggerdebutpreises 2020 gehen wird.

„Wagenbach“ hat mir das Quartbuch von Marina Frenck geschickt und die 1986 in Moldawien geborene und seit 1993 in Deutschland lebende, die auch Schauspielerin und Musikerin ist, ist eine neue frische Stimme im Literaturbetrieb und hat, könnte man so sagen mit einem rotzig frechen Ton, einer starken Poetik und vielen Wendungen und chronologischen Hin- und Herverläufen ihre Familiengeschichte erzählt oder die von Kira Libermann, einer Zeichenleherin, die Kunst studierte,  aber doch nicht so viel ausstellt, wie sie möchte oder man soll, die den dreijährigen Karlchen hat, den sie von seinen Großmuttern Lena und Susanna erzählt und die mit ihrem Freund Marc einem Journalisten doch nicht so zufrieden ist.

Sie zweifelt viel und stellt sich auch viel vor und dann geht es immer wieder in die Vergangenheit und an die verschiedensten Orte ihrer Familiengeschichte zurück, denn da gab es ja den Großvater Aaron, der als zehnjähriger aus Moldawien nach Ukbekistan flüchten und seinen Hund zurücklassen mußte, die Großmutter Sara deren Zehen und, ich glaube, auch ein Finger, während der Flucht abgefroren sind, die Eltern Lena und Wenja, die mit der kleinen Kira Chisinau verließen, um nach Europa zu kommen, immer wieder geht es nach vor und zurück, es geht zum Badeurlaub ans schwarze Meer,  die kleine Kira steht da mit einem Gummikrokodil und die Mutter trägt einen Bikini mit amerikanischen Sternenmuster trägt und Kira, die eifersüchtige, mit Marc unzufriedener, drückt auch ihre Zigaretten an ihrem Körper aus, um sich selbst zu spüren, sie stellt sich ihren Tod vor, unterzieht sich einer Operation, weil sie ein Magengeschwür hat und geht dann doch mit ihrem Karlchen als er fünfzehn ist, Drachensteigen, damit er auch eine Pubertät erlebt.

Alter Wein in neuen frischen Schläuchen, könnte man sagen, habe ich doch erst vor kurzem Alexander Osangs Familiengeschichte gelesen, Sasha Mariana Salzmann hat die ihre 2017 geschrieben  und Katja Petrowskaja hat mit „Vielleicht Esther“ 3013 beim „Bachmannpreis“ gewonnen.

Die Familiengeschichte ist für den Außenstehenden vielleicht nicht so aufregend, die Sprache war aber schön poetisch, die immer wieder überraschende Wendungen und Sätze enthält: „Mama und Papa brauchen die ganze Zeit für ihre Angst“, während es im alten Auto von Maldawien nach Deutschland geht, wäre ein solcher.

„Ein Mensch der nach sich selbst sucht, verwandelt sich in eine Autobahn“, ein anderer, über den man nachdenken kann.

Diese Sätze lassen aufhorchen, während mich die Handlung mit ihren schnellen Wandlungen und Zeitsprüngen, schließlich treffen alle, auch Marc mit seinen Eltern in einem „Irgendwo und einem Irgendwann in einem Frachtwaggon“ zusammen, bevor es wieder in das „Berlin von heute“ und auf den OP-Tsch geht, etwas verwirrte und ich nicht sicher bin, ob ich das Ganze, von denen ich viele Teile auch schon in anderen Büchern gelesen habe,  richtig mitbekommen habe.

Und den Titel füge ich, hinzu, der auch irgendwo in dem Buch vorkommt, empfinde ich als sehr schön, erfrischend neu und originell.

2020-01-29

Korrigierbericht und letztes Semestergegenwartsliteraturworkshop

Mit dem Korrigieren meines zweiten „LiteraturgeflüsterSchreibebuchs“ bin ich letzten Dienstag eigentlich recht überraschend fertig geworden, habe ich da doch schon gedacht, da korrigiere ich noch ein Jahr, finde Fehler und Fehler und werde nie damit fertig, aber eigentlich war es eh klar, weil ja alles schon veröffentlichte Texte sind, aus denen das Buch besteht, die vom Blog sind zwar ein bißchen fehlerhaft, die aus den Büchern müßten aber eigentlich passen und es ging ja im wesendlichen darum, die einzelnen Artikeln aneinander anzupassen, wo also Ausrufungszeichen hinkommen und wie das mit den Beistrichen ist, beispielsweise, dann habe ich am Mittwoch und am Donnerstag, die Fenster in der Krongasse geputzt, meine üblichen Schreibende- oder Anfangsrituale und habe am Donnerstag nach meiner elf Uhr Stunde gedacht, jetzt mache ich einen Shoppingbelohnungstag und bin dann zur Neubau-Lindengasse gegangen, wo ja der Ulrich Blumenbach wohnt bzw. seine Praxis hatte und dann zur Wiedner Hauptstraße, wo sich ja „Harries Nachtcafe“ befindet, dazwischen habe in beim Mc Donald ein Menu gegessen, einen Markforschungstest gemacht, mir Servietten bekauft und beim neuen „Lidl“ auf der Wiednerhauptstraße, wo sich auch eine „Aida“ befindet, eine Creme gekauft.

Dann hatte ich eigentlich geplant mir die Orte aufzuschreiben, die noch im „Fräulein No“ vorkommen, den Grinzinger und den Heiligenstädter Friedhof abzulaufen, mich vielleicht ins Wilhelminenspital zu setzen etc, da hätte ich in dieser Woche sogar an einigen Nachmittagen Zeit gehabt, aber irgendwie gemerkt, daß ich das nicht so recht will und bin am Donnerstagabend mit dem Alfred nach Harland gefahren, wo ich dann begonnen habe, den seit Ende November liegengebliebeden Text einmal durchzuarbeiten. Dann habe ich ja vor mir Jurenka Jurks Minikurs Unterlagen hervorzunehmen und nachzuschauen, was mir beziehungsweise, der Szenenplanung noch fehlt, welche Szenen nicht stimmen,  wie und was ich überarbeiten muß und eventuell noch sehr viel umzuschreiben, damit es diesmal wirklich spannend wird.

Am Freitagabend habe ich, glaube ich, angefangen zu korrigieren, vorher haben wir noch das neue Bücherregal in dem großen Wohnzimmer aufgestellt und die Bücher eingeräumt und war mit dem Anfang eigentlich nicht zufrieden, das sitzt nicht, habe ich gedacht, das wird nicht, das ist kein Roman, etcetera.

Am Samstag und am Sonntag bin ich aber eigentlich in eine Art Korrigierrausch hineingekommen und habe das Ganze es sind jetzt neunzig Seiten, die „Nanowrimoberichte“ lasse ich vorerst aus, fertig korrigiert. Da habe ich gemerkt, es gibt Schwierigkeiten, einige Szenen lassen zeitlich   nicht zusammen, eine Szene habe ich umgestellt und nach vorn gerückt und die letzten zwei von den vier Szenen am Schluß, die ich im November nur geschrieben habe, um an die fünfzigtausend Worte zu kommen, habe ich jetzt auch noch hinausgeschmissen, aber sonst habe ich erstaunt festgestellt, daß es passen könnte und, daß sogar einige Spannungsbögen drin sind, die man als die „Heldenreisenstationen“ interpretieren könnte. Hauptperson ist der Ulrich und der hat, höre und staune, eine Antoginistin, habe ich da ja vorher geschrieben, ich hätte keine, die ist die Anna, die jetzt Feuerbach heißten wird, denn die trennt sich ja von ihm und kommt zu ihm zurück und im zweiten Handlungsstrang, den der Gerti Schuster, wäre ja die Fatma Sayjan, die Gegenspielerin.

Einige Szenen sitzen wahrscheinlich immer noch nicht so ganz und werden noch überarbeitet, da gehe ich jetzt das Ganze ein zweites Mal durch und schreibe mir dann auf Jurenka Jurks Arbeitsblatt heraus, was ich noch ergänzen bzw. umändern muß, dann sortiere ich die einzelnen Handlungsstränge und gehe  jede Szene einzeln durch, bevor ich mich an die „Nanowrimoberichte“ mache, dann noch das, was ich jetzt verändere, hinzufüge und dann das Ganze solange durchgehe bis es sitzt.

Große Veränderungen werde ich wohl auch diesmal nicht mehr machen, mal sehen wie das wird und als Zeitplan hätte ich mir den Sommer gesetzt, dann hätte ich viel Zeit das „Frühlingserwachen“ vorzuplanen und schauen, ob ich mit dieser Methode, die ja Jurenka Jurk sehr progagiert, überhaupt kann, um dann im November, wenn ich bis dahin noch nicht mit dem Rohtext fertig bin, mit dem Drauflosschreiben plus Szeneplan beim  achten „Nanowrimo“ anzufangen.

Mal sehen wie es wird? Am Wochenende, wenn der alfred auf eine Sitzung fährt, werde ich nicht in Grinzing herumlaufen, das brauche ich, glaube ich, nicht mehr, sondern ein möglichst intensives Korrigierretreat veranstalten und darüber berichten.

Ja richtigm das Arbeitsmaterial zum Romanfahrplan bin ich gestern  auch durchgegangen und habe heute wieder die ersten drei Szenen korrigiert, dazwischen habe ich auf ein Buch gewartet, das mir „Kremayr und Scheriau“ geschickt hat und bin dann eine halbe Stunde später zu Stephan Teichgräbers Workshop gegangen, weil der auch eine Sitzung hatte und habe mir da auf seinen Wunsch das Notbook auf dem ich das Andrea Grill E-book habe, den Jaroslav Rudis, den ich inzwischen gelesen habe und den „Hammer“ mitgenommen und der hat mir gesagt, daß es jetzt das fünfzehnte „Literaturworkshop“ in diesen Semester ist und wir noch vier Seiten Skriptum zu besprechen haben und hat dann neue Bücher angeschleppt, vorwiegend Tschechen und Slowaken, die er mir zeigte und bei denen er mich gleich mit dem György Dragoman verwirrte, denn ich habe gestern ja noch etwas gemacht, außer meine Romanschreibunterlagen durchzusehen, ich habe meine Bücherregale durchgesehen und nach Vea Kaisers „Blasmusikpopp“ und Ivan Mandy „Kino aller Zeiten“, gesucht, was ich auf meiner heurigen Leseliste stehen, aber in den Regalen nicht gefunden habe und dabei bin ich auf Gyorgy Dragomans „Scheiterhaufen“ gestoßen, den ich mir, glaube ich, einmal bei einem Literaturhausflohmarkt oder sonstwo gekauft habe, weil er wahrscheinlich auf einer „Buch Wien“ auf der Donaulounge präsentiert wurde, ein Buch, das ich also auch noch lesen muß, aber da kommen ja jetzt schon die Neuerscheinungen und Stephan Teichgräber, der auch auf eine tschechische Autorin wartete, die er für sein Festival übersetzten muß, hat sich in Ivana Dobrokovovas „Mütter und Fernfahrer“ vertieft und mir daraus vorgelesen und sich erst später auf meinen Wunsch hin mit Ladislav Rudis „Winterbergs letzte Reise“ beschäftigt, was meiner Meinung nach eigentlich das Buch für ein „Centrope-Literatur-Workshop“ ist, gehen die Beiden, Wenzel Winterberg und sein Altenhelfer ja darin mit dem Beadeker von 1913 auf eine Reise durch das gesamte Centrope, was für mich typischer ist, als Andrea Grills „Cherubino“, das ich an diesem Mittwoch gar nicht gebraucht habe oder die Lyrik der tschechischen bzw. slowakischen Gegenwartsautoren, die ich ohnehin nicht lesen kann.

Dafür hat mir Stephan Teichgräber aber die Lektüre des letzten Jahres, des Workshops zur „Revolutionsliteratur“, die drei Alexej Tolstojs Bände, die er mit mir ja bei einem Antiquariat gekauft hat, geschenkt und ich stecke ja auch in meiner Gegenwartsliteratur bzw. meinem Backlistlesen fest, wäre das ja Eugen Ruges „Metropol“ an der Reihe und als nächstes das Buch über Hedy Lamarr, das ich auf der letzten „Buch Wien“ bekommen habe, aber jetzt habe ich das neue Buch der Simone Hirth bekommen, das der Cornelia Travnicek, das eine Art Phantasy Roman ist, warten auch und dann habe ich noch ein Buch David Albahari und eines von Alix Ohlin bekommen.

Das Lesen und das Schreiben in diesem Jahr wird also spannend werden. Am Freitag gibt es noch ein „Theaterworkshop“ und dann geht es nach den Februarferien wahrscheinlich wieder in ein neues Workshopsemester und ein bißchen über mein „Fräuleion No“ habe ich Stephan Teichgräber auch erzählt.

Und noch was kann ich gleich verraten, am nächsten Mittwoch kommt der Bücherschrank in der Zieglergasse wieder.

2020-01-28

Die Vorlage zum Film

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 21:46
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Bezüglich meiner heutigen Programmgestaltung bin ich in der Hauptbücherei gelandet, was gar nicht so leicht zu entscheiden war, hat mir der erste Abend des visuellen und Digitalen Festivals in der „AS“ gestern ja sehr gefallen und Fritz Widhalm hatte mich schon in die Grundsteingasse eingeladen, ich habe aber vorher zu Günter Vallaster gesagt, daß mir das vielleicht zu viel experimentelle Literatur wäre und, daß ich lieber in die „Tiempo Nuovo Buchhandlung“ zur Lesetheateraufführung von Vicki Baums „Liebe und Tod in Bali“ gehen würde, aber dahin eigentlich auch nicht wirklich, weil ich das Buch ja schon gelesen habe und ich selten zu Veranstaltungen gehe, wo ich das Buch schon kenne, es gab noch eine dritte Alternative, die zwar auch nicht ganz passte, stand da doch im Programm „Juergen Maurer liest aus  Frank Tallis „Liebermann-Büchern“ und wer bitte ist Frank Tallis und wer Juergen Maurer?

Da war ich ziemlich unbedarft und hätte würfeln können, habe mich dann aber doch für die Hauptbücherei entschieden, wo die Moderatorin, eine Journalistin, deren Namen im Programm nicht angeführt war, vermutete, daß alle Zuhörer schon die Fernsehserie gesehen hätte, die zu Weihnachten im ORF gelaufen wäre und der Herr von der Hauptbücherei sagte noch etwas, daß das ein Experimant sei, nämlich die Buchvorlage zum Film zu präsentieren.

Irgendwer fragte dann noch, ob wer die Tallis-Bücher schon gelesen habe oder kenne, da meldete sich keiner.

Aber ich habe mich vorher schon am Büchertisch umgeschaut, der von der Buchhandlung „Orlando“ gestaltet wurde und da lagen, glaube ich, sieben verschiede Krimis auf, die alle in Wien, um die vorige Jahrhundertwende spielen und Frank Tallis steht noch im Programm ist ein 1958 in London geborener und dort lebender klinischer Psychologe, laut „Wikipedia“ kein Psychiater, wie Juergen Mauer, der Schauspieler ist und in der Serie, den Kriminalinspektor spielte, behahuptete.

Ich habe die Buchhändlerin gefragt, ob sie die Bücher schon gelesen habe, „Nein!“, hat sie geantwortet, sie hätte keine Zeit dazu, Juergen Maurer sagte dafür später im Gespräch, daß er sehr gern und sehr viele Krimis lesen würde und das Buch aus dem er dann gelesen hat, heißt offenbar „Wiener Blut“ in der deutschen Übersetzung bei „btb“ erschienen, „Vienna Blood“, der Film, der in Wien gedreht wurde, aber einer der Darsteller ist ein Engländer. Die Sprache war auch Englisch und es geht in das Jahr 1905 oder 1906 und die Protagonisten sind offenbar nach Sherlock Holmes und Dr. Watson konzipiert, also Max Liebermann ,ein Schüler Freuds und Inspektor Oskar Rheinhardt und die Stellen, die Juergen Maurer gelesen hat, waren sehr spannend, da wird der Inspektor und sein Assistent zu einer toten Frau, ein Fräulein Löwenstein in einem blauen Kleid mit tiefen Devolette, gerufen, die wurde erschossen, hat einen Abschiedsbrief geschrieben, aber die Tür zu ihrem Zimmer war verschlossen,  eine Kugel in ihrem Herz gibt es auch nicht und keinen Revolver, dann geht der Inspektor zu seinem Freund, den er im Film, wie der Schauspieler erzählt erst im Fiaker kennenlernt und der zeigt vielleicht ein bißchen klischeehaft sein ganzes analytisches Talent, in dem er ihm auf Grund des vorherigen Gesprächs voraus sagte, daß eine Frau in einem blauen Kleid ermordet wurde.

Dann erfolgte ein Gespräch zwischen dem Unterschied zwischen Buch und Film und wie die Filme gedreht wurden und auf die Frage der Moderatorin, die mich auch interessiert hat, ob er Autor, den er in London bei der Premiere kennengelernt hat, einen Wien-Bezug hat?, antwortete er nur „Er ist Psychiater!“ und alle lachten, aber an dem, was ich hörte war das Wien sehr genau geschrieben und ein interessanter Abend, owbwohl ich ja keine ausgesprochene Krimileserin bin, habe aber wieder etwas Neues kennengelernt und das Wien der Psychoanaylse interessiert mich ja auch, mal sehen, ob ich von dem Autor noch etwas höre oder vielleicht gar eines seiner Bücher finden werde.

2020-01-27

Experimentelles Crossover in der AS

Filed under: Veranstaltungen — jancak @ 23:05
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Experimentelles Crossover in der „Alten Schmiede oder zwei mir unbekannte Namen, dann den von Harald Gsaller von dem ich schon etwas gehört, bei einer Veranstaltung war oder Bücher in den Regalen habe und dann Jörg Piringer der visuelle Performer, eine GAV-Veranstaltung, also doch kein Musikprogramm, wie ich schon fast befürchtete, denn im neuen Programm steht alles durcheinander  und keine andere Veranstaltung wo ich den Abend verbringen hätte können und ich möchte ja so gerne, daß der Alfred mit mir am Montag in die „Alte Schmiede geht“, aber da habe ich ihn nicht sehr gedrängt, weil ich mir gedacht habe, daß es ihm nicht gefallen wird.

Von mir habe ich das eigentlich auch erwartet, denn ich bin ja eine, wie ich immer behaupte, psychologisch realistische sozialkritische Schreiberin, die aber und das ist wahrscheinlich das Ungewöhnliche an mir, auch gerne   zu experimentellen Veranstaltungen geht, die ihr dann oft auch nicht so gefallen, aber ich bin ja aufgeschlossen und interessiere mich für jede Form der Literatur über die ich dann auch gerne flüstere oder mit den experimentellen Autoren, wie beispielsweise Wolfgang Helmhart darüber diskutiere.

Das Erste was mir aufgefallen ist, als ich die AS erreichte war, daß die Veranstaltung im Keller und nicht im Schmiederaum, wie ich eigentlich erwartet habe, stattfand und das Zweite, daß es einen Büchertisch gegeben hat, in dem offenbar die ganze „Edion Ch“ und dann noch etwas von den Kilics auflag, die waren dann auch da und Günter Vallaster und Daniel Terkl der eröffnete, erzählte auch etwas von experimentellen Crossover und richtig, das Ganze lief unter „räume für notizen“, was eigentlich von den aufgestellten Mikrophonen, die zu sehen waren, etwas abwich.

„räume für notizen“ ist, habe ich erfahren, eine Reihe aus Günter Vallasters- Verlag und auch eine Reihe  für, wie dann Jörg Piringer erklärte „“visuelle, digitale und transmediale poesie“, was immer das auch heißt, die schon zum dritten Mal stattfindet und heuer der erste von drei oder vier Abenden ist, die gemeinsam mit der GAV und der Galerie Wechselstrom veranstaltet wird und da habe ich ja schon für morgen eine Einladung von Fritz Widhalm bekommen und mir nach einem Alternativprogramm gesucht, was es morgen auch gibt, Renate Pittroff, die ich, glaube ich, vom Kunstradio kenne, Christoph Theiler, Jörg Piringer und Günter Vallaster sind die Kuratoren und was wahrscheinlich das Besondere an der Veranstaltung ist, daß auch visuelle und transmediale Performer aus Frankreich, Italien, etc , die man sonst so leicht wohl nicht kennenlernen würden, dazu eingeladen wurden und der erste war Giovanni Fontana aus Italien mit seinem Stück „SEIREN“, das ist ein Sound und visueller Poet und er blies abwechselnd in beide Mikrophone, brachte auch seinen Körper dazu ein.

Mir hat es gefallen und ich habe es sehr poetisch gefunden, dann kam der bildende Künster und Autor Harald Gsaller, den ich wie schon beschrieben von seinem Namen her kannte und beschäftigte sich auch auf  poetische und dann noch sehr ironische Art mit „Hundun“ oder den tausend Dingen der Welt, was sich auf eine chinesische Ur- Chaos Theorie bezieht und einen sehr leisen und schönen Kontrast zu der Sound Performance bildete , die dann noch einmal mit des Franzosen Joachim Montessuis „Vocal Codes -psychotropic vocal  and noisepoetry action“ gefolgt wurde, der ankündigen ließ das es laut werden könnte, sich dann hinsetzte und lange auf Französisch aus einem Buch las, bis dann dazu die Töne kamen und mir hat es auch gefallen, obwohl ich nicht viel verstanden habe und es auch nicht interpretieren konnte.

Neben mir saß Linda Christanell, hinter mir Angelika Kaufmann, das experimentelle Publikum eben und ich dachte, daß es Linda Christanell gefallen würde und wunderte mich dann, daß sie nicht klatschte und sich sogar darüber negativ äußerte, so kann man sich täuschen und man erlebt, kann ich wieder schreiben, in der Literatur immer wieder seine Überraschungen und das ist, glaube ich, das Schöne daran.

2020-01-26

2019 in Cartoons und Graphiken

Ein weiterer Jahresrückblick und ein weiteres „HolzbaumBuch“, diesmal trotz des Titels, das erste aus dem neuen Jahr gekommene, sozusagen und eine weitere typische „Holzbaum-Reihe“, die ja sehr gerne alles auch in Graphiken abbildet und auch ein politisches Buch und da war ja in diesem noch sehr jungen Jahr schon einiges los von der Regierungsbildung bis zu der Gründung einer neuen Linkspartei, also schauen wir uns das Jahr 2019 und seine politischen und unpolitischen Gechehnisse noch einmal in  Cartoons und Graphiken an.

Katzi, Daniel Jokesch und Michael Dufek haben das Buch gestaltet und beginnen tut es gleich am Cover mit den Sommerhits, denn die bestanden ja wohl angeblich oder auch tatsächlich aus den Vengaboys und dem „We`re going to Ibiza“, dann geht es zu Ex-Minister Kikl, der übrigens inzwischen eine neue Brille hat und seinem „Multifunktionalen Asylpferd“, dann wird dem Bundeskanzler, dem neuen und dem alten, füge ich hinzu „H.C. Straches Handy Entsperrmuster“ präsentiert.

Den Tagesverlauf von Wolfgang Fellner kann man auf einer Tabelle ersehen und man kann auch erfahren „Wie schnell die Österreicher auf der Autobahn fahren“, welche Slogans die SPÖ bei ihrem Wahlkampf verwendete, beziehungsweise die „Antworten des Kaptitalismus auf unser  2 Klassen-Gesundheitssystem“.

„Was tust du eigentlich gegen den Klimawandel?“, fragt dann eine Frau die andere.

„Ich trinke jetzt immer stilles Minieralwasser. Da ist weniger Co2 drin“, lautet die Antwort,  diesmal nicht in Form von Graphikkugeln dargestellt.

In diesen werden dagegen sowohl „Die Gedanken der Grünen vor der Nationalratswahl dargestellt“ , als auch „Wer laut FPÖ an den Skandalen ihrer eigenen Partei schuld ist?“, was beides interessant zu sehen ist.

Dann geht es zu der „Keine Inhalt-Speisekarte“ und zum „Kreislauf von Politikverdrossenheit, Demokratiedefizit, niedriger Wahlbeteiligung und journalistischen Versagen“, man sieht die Cartoon wechseln sich mit den Graphiken lustig ab.

Zwei Pfeile stehen auf der Straße. Auf der einen steht „Mehr Käse“ auf der anderen „Weniger schwarze Mäuse“ mit einer Katzengestalt. Raten wir mal in welche richtung die weißen Mäuse rennen?

Der „Wahlduellanseher“ geht zum Psychiater, denn er braucht ebenfalls eine Analyse und dann wird analysiert, ob der berühmte H. C. für das Ibiza- Video Spesen verrechnet hat.

Und sehr zu empfehlen die Cartoons, in denen die SPÖ beweist, daß die Richtung stimmt.

Kanzler Kurz nicht mehr oder noch nicht im Amt, geht ins Museum, um sich die möglichen Koalitionsvarianten bildlich anzusehen, während Elvis Presley und Bruno Kreisky im Himmel spazierengehen.

Das Schuhmodell für „Die Richtung stimmt“, wurde auch erfunden, dem „Brexist“ wird ein Fußtritt gegeben und zwei Frauen, eine rosa eine blau gekleidet, spazieren  auch immer fragend durch das Buch:

„Was ist eigentlich der Unterschied zwischen links und rechts? – Bei den Rechten sind die Ausländer an allem Schuld, bei den linken die Männer!“

Und am Schluß noch einmal zu Ex-Minister und jetzigen Klubobmann  Kickl, der die FPÖ-Wahlplakate inspziert und sich einen „Straxit jetzt“, wünscht.

„Ein langweiliges Jahr  war 2019 in Österreich sicher nicht – Ibiza-Gate, Neuwahlen und natürlich tonnenweise illegale Teigtascherl, – die Wiederauferstehung des türkisen Messias oder der Sommerhit der Vengaboys – hier bleibt kaum ein Moment unvergessen!“, wirbt der Buchrücken und ich füge hinzu, das Büch,ein ist ein Katalog für die dazugehörige Ausstellung, die bis heute in der „Galerie der komischen Künste“ im Museumsquartier  läuft, die man noch bis achtzehn Uhr sehen kann.

2020-01-25

Der Hammer

Nun kommt die Überraschung des Jahres, wenn man das im Jänner schon sagen kann, das zweite herausragende Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe und ohne Stephan Teichgräbers Centrope-Workshop wäre ich vielleicht nicht darauf gekommen und möglicherweise auf der „Buch-Wien“ beim Wein stehen geblieben, statt zur Lesung von Dirk Stermanns „Hammer“ zu gehen, habe ich den doch bisher eher für einen Kabarettisten gehalten, dessen Scherze mir manchmal zu aufdringlich waren.

Dabei habe ich doch auch die „Sechs Österreicher unter den ersten fünf“ einmal im Schrank gefunden. Wie man sich irren kann, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob alles, was da über die Lebensgeschichte des bedeutenden Orientalisten Hammer von Purgstall zu lesen ist, wirklich der Realität entspricht oder nicht vielleicht doch von der Feder des Kabarettisten, der aber, glaube ich, auch Historiker ist, zu dick aufgetragen wurde.

Es ist jedenfalls eindeutig ein Buch der Sinne und so glaubt man sich zu Beginn im Mittelalter, weil da alles unerträglich stinkt und in Wien, die Buttenweiber herumgehen, die zum Hineinscheißen für ein paar Kreuzerln auffordern. Die Leute haben alle faule Zähne oder gebrochene Kiefer, dabei sind wir in Zeiten der französischen Revolution, wo ja  die Perücken weggeworfen wurden und der napoleonischen Kriege und als Joseph Hammer da in Wien „ausgebombt“ wurde, erinnerte mich die diesbezügliche Schilderung eher an den zweiten Weltkrieg.

Aber trotzdem interessant in den Lebensweg des großen Orientalisten, der laut Dirk Stermann sehr sehr selbstbewußt war, ein Lobbuch führte und sich schon mit der Bekanntschaft Goethes brüstete, als der ihn noch gar nicht kannte, einzutauchen, von dem ich bisher eher nur den Namen gekannt habe.

Dirk Stermann scheint sich für das Buch auch sehr viel Mühe gegeben zu haben, in die Welt des Hammers, wie er am Schluß schreibt, einzutauchen. Er hat da die Quellen genannt, die er dazu benützt hatte, so zum Beispiel das Buch von Rudi Palla über die ausgestorbenen Berufe und so hat ja meine Bekanntschaft mit dem Buch in Stephan Teichgräbers Workshop auch angefangen.

War Joseph Hammer doch der Sohn eines grazer  Gubernialrats, das ist ein Steuerbeamte, das damals noch Grätz genannt wurde, der später geadelt wurde. Er kam mit Dreizehn nach Wien und wurde Sprachknabe, das heißt eine Dolmetscherausbildung gemacht.

Hat da unter den adeligen Mitzöglingen aus den besten Familien, so war einer seiner Kollegen der Sohn des damaligen Außenministers Graf von Thugut, gelernt und gelernt, bis ihm die Augen wehtaten, war bald der beste Schüler, der Türkisch, Arabisch, Persisch, etcetera konnte und wurde, als die Ausbildung beendet war, doch nicht nach Konstantinopel geschickt sondern hatte in Wien zu bleiben, um dort die Wissenschaft zu betreiben, wie seine Lehrer gutmütig sagten.

Nach <konstatinopel ist er dann doch gekommen und war auch bald Dolmetscher auf dem Feldzug in Ägypten gegen Napoleopn. Dann wurde er Legationsrat, weil er sich aber mit allen seinen Vorgesetzen verkrachte und wohl nicht sehr diplomatisch war, wurde er ins Fürstentum Moldau versetzt. In Konstatinopel, wie Istanbul wohl damals hieß, hat er auch die „Märchen aus tausend und einer Nacht übersetzt und da beschreibt Stermann, daß er die Originalausgabe von einem Derwisch geschenkt bekommen hat, die ihm aber erst sein einarmiger Diener in Moldau offenbarte. Er übersetzte auf Französisch und Englisch die Ausgabe, die ganz anderere Erkenntnisse, als das uns Bekannte, erbrachte. Leider gingen aber Original und die Übersetzungen verloren.

Nun gut, so wissen wir nicht wirklich, ob der Sultan Sheherazade statt zu heiraten, hinrichten, ließ.

Josep kam jedenfalls mit seinem Diener, der ein absoluter Taussendsaa war, nach Wien zurück und wurde dort diskriminiert und diskriminiert.

Er ließ sich das zwar nicht gefallen und schrieb Beschwerdebriefe an den berühmten Metternich, der ihm aber erklärte, daß er keine großen Geister, sondern einen eher kleinliche brauche, so daß er ihn weiter kleinhielt und überging.

Joseph von Hammer hat mit Vierzig die neunzehnjährige Caroline von Henikstein geheiratet, die aber vor ihm starb, wurde von der Gräfin von Purgstall adoptiert und war schließlich auch kurz Leiter der „Akademie der Wissenschaften“, aber auch dort gab es Querälen und Intrigen, so daß der große Geist vereinsamt unter der <hand seines Dieners, der ihm bis zum letzten Atemhauch Geschichten erzählte,  verstarb. Ein großes orientalisches Grab hat er sich auch bauen lassen und ich bin wirklich sehr entspannt in die Welt Napoleons, Franz I, dem er beim Suchen eines Balls helfen muß, während sein Vater verstarb und Metternicht, der natürlich wußte, in welcher Ritze des Palastes sich dieser befunden hat,  des ertaubenden Beethoovens, Grillparzers, des Wiener Kongreßes, bis zur 1848 Revolution, etcetera, eingetaucht, denn Joseph von Hammer-Purgstall hat 1774-1856 gelebt und ist am Cover des Buches im prächtigen orientalischen Gewand abgebildet.

2020-01-24

Die Wunderkammer der deutschen Sprache

Filed under: Bücher — jancak @ 00:01
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Jetzt kommt ein weiteres Schmankerl beziehungsweise ein Buch, das wegen seiner Ausstattung und Inhalt auch zu den schönsten Büchern gezählt werden könnte, die ja jetzt wieder in der Hauptbücherei ausgestellt sind, ein Buch über die deutsche Sprache in allen ihren Facetten, schön bebildert und illustriert, „gefüllt mit Wortschönheiten, Kuriositäten, Alltagspoesie und Episoden der Sprachgeschichte“, wie noch am Cover steht, herausgegeben von Thomas Böhm und Carsten Pfeifer und ein paar Bücher, die so ähnlich sind, habe ich ja schon vor längerer Zeit, als es den Blog der Christiane Zintzen noch gegeben hat, die jetzt ja zu einem Chris geworden ist, eine Einladung zu einer Veranstalltung ins Bundeskanzleramt bekommen, wo das Buch „Seitenweise- Was das Buch ist“, vorgestellt wurde, das man sich dann mitnehmen konnte.

Das ist nicht ganz so schön bebildert, sondern eher mit Artikeln gefüllt, ich habe es auch noch nicht gelesen, da ich bei den Rezensionsexemplaren aber schneller bin, ein Gang durch die „Wunderkammer“, was ja auch so ein schönes Wort ist und im Vorwort wird auch gleich erklärt, daß in den „Wunderkammern“ früher die Kuriositäten des Lebens, also „Tierpräparate, Muscheln, Narwahlzähne“, etcetera ausgestellt wurden.

In der „Wunderkammer der deutschen Sprache“ gibt es auch einige Kuriositäten und es beginnt sehr interessant, mit den Brüder Grimm und den Märchensätzen, denn hätten Sies gedacht, nicht alle Märchen enden mit „…und wenn sie nicht gestorben sind….“, sondern eigentlich nur sehr wenige.

„Katze und Maus in der Gesellschaft“, endet beispielsweise mit „…siehst du so gehts in der Welt“ und „Hänsel und Gretel „…mein Märchen ist aus, dort läuft eine Maus, wer sie fängt, darf sich eine große große Pelzkappe daruas machen.“

Es gibt den Nachtjargon“, also das was die Dirnen,  die Zuhälter und die Türsteher vor den Lokalen so sprechen, da ist das oder der „Hachel“ ein „Messer“ und die „Bügelschwalbe“ eine „Amateurprostituierte“.

Schriftsteller wie Karen Duve, Sibylle Lewitscharoff, etcetera, wurden nach ihren Lieblingsworten gefragt und Karen Duve hat den Stab, der an der Supermarkasse liegt einfach „Lunk“ oder „Warenlunk“ genannt und redet nun alle an der Kasse an, ihr doch diesen bitte zu geben.

Die Herkunft der Speisennamen also, wie der „Kaiserschmarrn“ zu einem solchen wurde, wird hinterfragt, beziehungsweise aufgeklärt, wo dann meistens steht, daß das, was da gedeutet wird, meistens erfunden war.

Es gibt das „Schndahüpfln“: „Mir samma, samma mir! Was kost na die Welt? Hams Gwand volla Taschn und nirgends koa Geld“

Der Unterschied zwischen den „Homonymen“, den „Polysemen“, den „Homographen“ und den „Homophonen“ wird erklärt und dann kommt es zu den „Verdeutschungen“.

Manche Wörter haben sich eingebürgert, wie „Bibliothek“ für die „Bücherei“ oder umgekehrt, manche nicht, so sagt man nicht „Scheidekunst“ zur „Chemie“ und auch nicht „Gesichtskreis“ zum „Horizont“.

Es gibt das erste „Grosswörterbuch der Deutschen Sprache“, das von Johann Christoph Adelung (1732 – 1806) stammt und sehr interessant, weil ich ja erst vor kurzem über das Leben mit einem Dreijährigen gelesen habe, die „50 Wörter, die die Zweijährigen“ wissen müssen. Das wird in einer der „Mutter-Kind-Paß-Untersuchung“ abgegrürft und ein paar solcher Kalauer, wie Jan Dosendorfer sie aufgeschrieben hat und ich mich aus dem Sprachschatz der Anna erinnern kann, gibt es auch zu lesen:

„In meinem Becher sind meine Packterien“, beispielsweise oder „Trägst du die Brille bis du tot bist?“ und da kann ich gleich ein Erlebnis anfügen, das ich mal in der „Sigmund Freud-Uni“ hatte, als da eine ältere Dame, wahrscheinlich eine Psychoanalytikerin, sich sehr bei ihrer Freundin darüber mokierte, als ihre Enkelin oder Enkel sie fragte „Wann sie sterben wird?“

Sie war sichtlich empört darüber und hat das mindestens eine halbe Stunde sprachlich und lachend zu bewältigen versucht. Ich habe mir gedacht, daß,ich, der Lia, füge ich heute hinzu, ganz ungerührt: „Das weiß ich nicht, aber wahrscheinlich in zwanzig Jahren!“, antworten würde.

Nach der „Nachsprache“, gibt es die „Sprache der Burschen“ , die ihren Barbier „Balbuz“ und einen „Studenten, welcher sich in einen Zweikampf einlässt, ohne etwas von der Fechtkunst zu verstehen: „Naturalist“ nannten. Man sieht diese Sammlung ist schon älter, aber vielleicht wird manches noch von unseren Burschenschaftlern gebraucht.

Wie man den „Churfürsten“ und den „Kaiser“ anzureden hat, wird auch erwähnt und dann gibts interessant, das Kapitel, das, sich „Dichter beschimpfen Dichter nennt“ und da erwähne ich nur ein besonders schönes und auch sicher aktuelles Beispiel, hat doch „Du bist doch das Lieblingsbuberl des deutschen Feuilletons. Deine Literatur ist doch nur mit dem Kopf ausgedacht, und zwar mit einem Limonadenkopf“, Herbert Achternbusch zu oder über Peter Handke gesagt und da kann ich an das Literaturcafe erinnern, wo vor kurzem Peter Handke ja als „Einschlafhilfe“ bezeichnet wurde.

Die schwarze Kunst, die Buchdruckkunst“ gibt es auch. Also wer wissen will was „Flattersatz“, ein „Bengel“, ein Furz, ein Schusterjunge“ ist?, bitte auf den Seiten 78 -80 nachlesen.

Das „Vater unser“ wird in seinen verschiedenen historischen Formen von Martin Luther bis ins Altdeutsche dargestellt und die „Worte- beziehungsweise die „Unworte des Jahres“ gibt es auch.

Das hier ist, wie man sicher merken konnte, ein deutsches Buch, in Österreich werden diese Worte jetzt aber auch gezählt und da war 2018 „Schweigekanzler“ das „Wort des Jahres“ und „Datenschutzgrundverordnung“ wurde zum „Unwort“ gewählt.

Es gibt den „Fontane-Code“, denn der hat offenbar in seinem Schreiben sehr lange Worte, wie beispielsweise „Bekleidungszustände“, Erzieherinnenlaufbahn“ oder „Gespensterbedürfnis“ gebraucht.

Dann wird „Luther auf Maul geschaut“ und untersucht, welche Worte er gern verwendete. Die Vogelnamen, die es so gibt, werden aufgezählt und das „Jägerlatein“ bzw. die „Waidmannsprache“.

Georg Klein zitiert „zehn zauberhafte Umstandswörtlein“, wie „vielerorts“ und „offenkundig“.

Kurt Tucholsky ist ein Artikel gewidmet, den er unter dem Pseudonym Peter Panther „Man sollte mal…“ herausgegeben hat. Und im deutsch-österreichischen, beziehungsweise deutsch-schweizerischen Küchenlexikon wird erklärt, daß abbrennen – flambieren, beziehungsweise Pfümi- Plaumenschnaps heißt.

„Verdrehte Weisheiten“, wie „Ein leichter Schlag auf den Hinterkopf ist kein Ponyhof“ oder „Ist die Katze aus dem Haus haben die Krümel“ zu schweigen, gibt es auch und dann die „Scheinanglizismen“, aber da habe ich schon gewußt, daß man im englischen Raum, das Wort „Handy“ nicht kennt, weil das nur „denglisch“ ist.

Der Koran kann man erfahren, wurde schon von Friedrich Rückert und noch anderen ins Deutsche übersetzt und einen Blick in den Wortschatz der DDR gibt es auch, die haben versucht die Anglizismen zu vermeiden und daher „Kaskadeur“ zum „Stuntman“ gesagt, bzw „Arbeiterschließfach“ zum Plattenbau und Walter Ulbricht „Spitzbart“ genannt.

Die Höhen der „Bußgelder für Zungensünder im Straßenverkehr“ werden angeführt, so mußte man beispielsweise bis 4000 Euro für das „Zeigen des Stinkefingers“ zahlen.

Dann gehts zur schwäbischen Mundart und wir erfahren, daß da die Verwandtschaft „Bagasch“ genannt wird und man „Bledda Sogga!“, schimpft. Was da wohl an Bußgeld zu zahlen ist?

Franz Hohler mag die Worte „gehen“, „Postauto“ und „Jässli“ was ein Kartenspiel ist und Felizitas Hoppe hat gleich eine ganze Menge von Lieblingsworten angegeben.

Dann kommen wir zum großen Goethe, der hier natürlich nicht fehlen kann, betrachten zuerst einmal ein wenig seinen Wortschatz und dann höchst aktuell angesichts dieser „Oma-Umweltsau-Debatte“, ein Gedicht, das der Herr Geheimrat geschrieben hat als er sich über seine Kritiker ärgerte:

„Und kaum ist mir der Kerl so satt

Tut ihn der Teufel zum Nachbar führen,

über mein Essen zu räsonnieren:

„Die Supp hätt können gewürzter sein,

Der Braten brauner, firner der Wein.“

Der Tausendsackerment“

Schlagt ihn tot, den Hund“

Es ist ein Rezensent!“

So soll man nicht, ironisch oder nicht, kommentieren, damals und heute nicht, füge ich hinzu und gehe auf die nächste Seite, um zu lesen:

„Goethe ist im Grund nichts anderes als der Heilpraktiker der Deutschen, der erste deutsche Geisteshomöopath. Das ganze deutsche Volk fühlt sich gesund. Aber Goethe ist ein Scharlatan, wie die Heilpraktiker Scharlatane sind, und die Goethesche Dichtung und Philosophie ist die größte Schalatanierie der Deutschen.“

Wer hat das geschrieben? Machen wir ein Rätsel daraus, die ja in dem Buch   auch noch vorkommen. Auf Seite 191 steht die Antwort, ganz unten rechts, füge ich hinzu und ziehe weiter durch das Buch, komme zu den „Anagramen“ und den „Palindromen“, den „Rätseln“, wie schon erwähnt und vielleicht auch ganz spannend, kommen wir zu den hundert Ausdrücken, wie man das männliche Glied noch benennen kann. Das ist im Buch in eine schöne Graphik gebunden, die man sich unbedingt ansehen soll und dann kommen wir schon zur „Schundliteratur“ oder zum Heftchen-, Kriminal- oder Geisterroman, die wie man sieht, gar nicht so triviale Titel haben.

Die Zitate über die deutsche Sprache sind auch sehr interessant:

„Ich beherrsche die deutsche Sprache, aber sie gehorcht nicht immer.“, hat Alfred Polgar beispielsweise gesagt  und Friedrich Torberg meinte „Deutsch ist die gemeinsame Sprache, die Deutsche und Österreicher trennt.“

„Wir Deutschen haben die Welt beherrscht, fremde Völker, die Nordsee und die Natur – den Konjunktiv nie.“ unkt Dieter Hildebrandt scharf, während der gute alte Fontane viel sanfter ist und „Mit gutem Deutsch und schlechten Französisch kommt man überall durch.“

Daß man heute dazu wohl Englisch beziehungsweise Denglisch braucht, steht vorher schon geschrieben.

Und was Heinrich Heine über Deutschland gedacht und geschrieben hat „Denkt man an Deutschland in der Nacht…“ ist auch sehr interessant.

Dann wird es wieder modern und wir kommen in die Neuzeit und zu der leichten und einfachen Sprache um die man sich jetzt ja sehr bemüht, um Menschen mit Lernschwierigkeiten oder denen die noch nicht so gut Deutsch oder nicht sinnerfassend lesen können, das Verstehen von Texten zu erleichtern.

Der Einfluß der Zensur wird am Beispiel eines Briefes von Bruno Vogel „Es lebe der Krieg“, weitere Hinweise auf Seite 229 erwähnt.

Und dann kommen oder bleiben wir bei oder „Über Bücher, Literatur, Kritik und den Buchmarkt“

„Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns“, hat Kafka ja einmal gesagt, ein Zitat, das in den Bücherblogs oft zu finden ist und dem ich eigentlich nicht so ganz zustimme und wenn wir wieder zu Goethe schielen:

Gewisse Bücher scheinen geschrieben zu sein, nicht damit man daraus lerne, sondern damit man wisse, dass der Verfasser etwas gewusst hat.“

Goethe wird wohl auch das scharfe „ß“ verwendet haben, wie wahrscheinlich Franz Kafka und ich natürlich und, um nochmal Theodor Fontane zu zitieren, ein Zitat, das mir diesmal gefällt:

„Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht mehr zurück.“

Wie wahr, deshalb verleihe ich auch nicht und borge mir nicht aus, obwohl ich, ganz ehrlich, ein paar Bücher in meinen Regalen stehen habe, die ich nicht zurückgegeben habe, aber das ist lange her und sicher schon verjährt, ich würde sie auch nicht mehr finden.

Und schon sind wir, was auch sehr interessant, sowie berührend ist, bei den „Letzten Worten“ angekommen:

„Herr Pfarrer, in wenigen Minuten werde ich mehr wissen als Sie“, hat der Jesuit und Widerstandskämpfer Alfred Delp vor seiner Hinrichtung am 2. Februar 1945 gesagt und Dietrich Bonhoeffer, am 9. April 1945 „Das ist das Ende. Für mich der Beginn des Lebens.“

Und um von den Hinrichtungen und dem zweiten Weltkrieg wegzukommen „Jetzt ist es an der Zeit, ein wenig über Gott nachzudenken“, E. T. A. Hoffmann, 1822 und Johannes Brahms hat sich wohl auch Sekt servieren lassen, wie der Maler Moritz von Schwind, der eine hat geschiwegen und die Augen geschlossen, der andere „O, das schmeckt gut. Danke!“, gesagt und Heinrich Heine hat wohl ein gutes Französisch gehabt, als er sagte „Dieu me pardonnera, c` est son metier.“, das war am 17. Februar 1856.

Ich bin durch das Buch gekommen, habe fast zweitausend Worte dazu gebraucht und vieles weggelassen, das man sich unbedingt ansehen soll, denn es ist sehr interessanter, lehrreicher und spannender Durchgang durch die deutsche Sprachen in wahrscheinlich allen ihren Formen und Facetten, das ich jetzt schnell, wie es meiner Art entspricht, überflogen habe. Manches habe ich überlesen,  manches genauer angeschaut und es ist auch ein Buch, das man öfter benützen sollte, das  zum Weiterlesen und  Weiterbeschäftigen anregt.

Und spannend auch, daß der Verlag, in dem es erschienen ist, sich „Das kulturelle Gedächtnis“, nennt.

2020-01-23

Regional versammeln

Die IG-Autoren, die vor zig Jahren von Gerhard Ruiss und Johannes Vyoral gegründet wurden und sich als Interessensvertretung für alle österreichische Autoren sehen, halten jedes zweite Jahr eine Regionalversammlung in jedem Bundesland ab, wo Gerhard Ruiss, der inzwischen der alleinige Geschäftsführer ist, von den aktuellen Entwicklungen berichtet und Deligierte für die Generalversammlung, die im Februar in Wien stattfindet, berufen.

So bin ich auch heute Abend statt mit dem Alfred nach St.Pölten zu fahren ins Literaturhaus gepilgert, wo schon Ljuba Arnautovic, Elfi Resch, Magdalena Tschurluwitz, Dieter Scherr  und noch einige andere versammelt waren.

Interessanterweise habe ich auch Doris Kloimstein getroffen, die ja als in St. Pölten wohnendem sich eigentlich nächste Woche in Krems versammeln sollte, aber da hat sie die Ruth zu einer Lesung in St. Pölten eingeladen, so daß sie nach Wien gefahren ist und wieder interessant ist, daß ich einmal, als ich noch von St. Pölten nach Wien pendelte, bei einer RV in St. Pölten war, wo ich die Doris Kloimstein kennenlernte.

Gerhard Ruiss begann seinen Vortrag mit den Veränderungen, die die neue Regierung mit sich brachte. Da gibt es ja jetzt ein Sekretariat für Kunst und Kultur, wo die Grüne Ulrike Lunacek die  Staatssekretärin ist und der Sozialminister ist auch ein Grüner, was, wie Gerhard Ruiss betonte auch für die Belange der Autoren wichtig ist.

Es gibt Neuerungen mit dem Musterverlagsvertrag und wieder die Messe in Leipzig, wo die IG Autoren ja, wie in Frankfurt ausstellen, den Neuerscheinungskatatlog und die „Autorensolidarität“ und wenn man rechtliche oder soziale Problem hat, wird man auch kostenlos von der iG  vertreten.

Dann gab es eine Diskussion,  man konnte Fragen stellen und wieder interessant, daß sich jetzt auch schon andere Selfpublisher zu Wort melden und auch ihre Rechte vertreten haben wollen, was ich ja auch zum Thema der nächsten GV machen wollte, weil ich mich ja manchmal bei all den Diskussionen um Stipendien, Verlagsvertrag, etcetera ziemlich daneben fühle und am Schluß erfuhr ich noch, daß Hermann J. Hendrich gestorben ist und bin dann mit der Doris Kloimstein in die Krongasse gegangen, wo ich die Ruth, die ihn ja herausgegeben hat, angerufen und davon verständigt habe, die, wie sie mir sagte, eigentlich auch zu der Regionalversammlung gehen wollte und Adolf Holl, der kritische Theologe, der ja eigentlich auch Mitglied der IG- Autoren sein hätte können, hat er doch unter anderen „Jesus in schlechter Gesellschaft“ geschrieben, ich habe auch einige Bücher von ihm in meinen Regalen, hat mir der Alfred verraten ist auch im neunundachtzigsten LA gestorben.

 

Zornfried

Filed under: Bücher — jancak @ 00:05
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Nun kommt ein satirischer Roman auf die rechte Szene, „Zornfried“, des 1960 in Bremen geborenen Jörg-Uwe Albig, der 2017, beim  „Bachmannpreis“ gelesen hat und der sein Buch im November beim „Fried Festival“ vorstellte, das mich natürlich interessierte,  mit dem ich aber ein bißchen meine Schwierigkeiten hatte, da die Satire und das allzu grotesk Komische ja vielleicht nicht ganz das Meine ist.

Da gibt es jedenfalls einen pathetisch schwultisgen Blut- und Bodendichter,  Storm Linne genannt, dessen Gedichte einem „Frankfurter Nachrichten- Journalisten“ in die Hände Fallen. Er zerreißt das Buch in seiner Zeitung und bekommt daraufhin eine Einladung in die Burg Zornfried ins Spessart, dort wo sich die rechten Recken treffen.

Wo auch der Blut- und Bodendichter lebt und wird vom Hausherrn, einem Herrn von Schierling empfangen, der hat eine Frau namens Brigitte mit blonden Zöpfen, die zu ihm „Sie“ sagt und offenbar eine unmenge blonder Töchter, die  Freyer mal Gertrud, mal Frigga oder Erdmunte heißen, das Essen servieren, in der Küche das Geschirr spülen und ansonsten unterwürfig schüchtern lächeln, worin Götz Kubitschek und Ellen Kostrica mit ihren sieben Kindern wohl unschwer zu erkennen sind.

Der Erzähler Jan Brock erweist sich, als eher willenschwach und auch etwas farblos. Zuerst verspottet und kritisiert er die Tischgesellschaft, als dann aber plötzlich eine andere Reporterin auftaucht, die sich dem Hausherrn anbiedert, will er zuerst abreisen, überlegt es sich dann doch, fällt  in Ungnade, wird von den „W-Bubis“, das sind ein paar junge Männer, in gelben T- Shirts, die im Hof des Schloßes ständig Wehrübungen machen, angegriffen, verirrt sich im Wald, findet aber wieder hinaus.

Vorher hat er noch den berühmten Dichter, der bisher das Gespräch verweigerte, in einer seltsamen Position gefunden.

Das Blatt wendet sich, die andere Journalistin eine Frau Jenny Zerwien fällt in Ungnade, eine Demonstration findet statt, wo im Hof „Nazis raus!“, gerufen wird, während der Hausherr mit seinen Getreuen sektschlüfend am Schloßturm steht und am Schluß verläßt der Journalist geläutert oder auch nicht das Feld und  die Burg.

„Storm Linne war nun ein Fall fürs Vermischte, nicht mehr fürs Feuilleton“, lautet der letzte Satz.

Jedem der kurzen Kapitel ist eines dieser Blut- und Boden Verse, von Jörg-Uwe Albig höchstpersönlich gedichtet, vorangestellt:

„Dort wo der fuchs in scharfer waid den hasen schlägt

wo raupen schmaus erstirbt durch schnabels wucht

Wo grauer rudel hunger nachts durch tannen schnurrt

Der kitze frevel zahl din fraß zu bannen sucht“, beispielsweise, die in den Rezensionen sehr gelobt werden und es soll auch, habe ich gelesen, um die Frage der Willfährigkeit der Journalisten in dem Buch gehen, von dem ich mir, wie schon beschrieben, vielleicht ein bißchen mehr Ernsthaftigkeit gewünscht hätte, da man die neuen Rechten ja nicht unterschätzen soll.

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