Literaturgefluester

2020-01-11

Mit Links

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, eine gesellschaftspolitisch sehr engagierte und aktive Frau, die in einem der schönen Gemeindebauten, aus den dreißiger Jahren, erbaut aus den Mittel der Wohnbausteuer aufgewachsen, weil meine Eltern im World war II ausgebomt wurden und der Vater als aktives SPÖ-Mitglied Anspruch auf eine Gemeindewohnung hatte, die damals, wie ich glaube, ausschließlich den SPÖ-Mitglieder vorbehalten war, so daß ich die Partei als soziale Kontrolle erlebte, was mich veranslaßte, nie mehr mit einer ausnahme sie SPÖ zu wählen.

Die Ausnahme war Anfangs der achtziger Jahre, als ich da eine Zeitlang bei den „Kinderfreunden“ arbeitete und die nur Parteimitglieder anstellten.

Als ich das erste Mal wählen durfte, so zwischen neunzehnund zwanzig, weil damals das Wahlalter, beziehungsweise die Großjährigkeit von einundzwanzig auf neunzehn herabgesetzt wurde und ich 1973 dazwischen war, habe ich, ich gebe es zu, als Prostest gegen meinen Vater, die ÖVP gewählt und mir damals auch die „Presse“ öfter gekauft.

Mein Vater hatte die „Arbeiterzeitung“ abonniert, die Mutter, die sozialistische „Frau“.

Das habe ich auch nur einmal getan und bin dann, glaube ich, sehr bald auf die KPÖ gestoßen, weil mich die Monika ja in den Bund der demokratischen Frauen bzw. in den „Arbeitskreis schreibender Frauen“ brachte, die sich damals im“ Rotpunkt“ auf der Reinprechtsdorferstraße trafen.

Irgendwann habe ich dann auch die Grünen gewählt, bin aber bald wieder zur KPÖ zurückgekommen, lese ja auch schon seit vielen Jahren am Volksstimmefest und die Ausnahme war irgendwann in den Neunzigerjahren wahrscheinlich, als der Martin mich aufforderte, das zu tun, um den Haider-Aufstieg zu verhindern, damals war Caspar Einem Innenminister, ich habe ihm meine Vorzugsstimme gegeben, nachher war er es nicht mehr und ich habe mir geschworen, nie wieder.

Bis auf letztes Jahr, da habe ich kurz daran gedacht es zu tun, weil ich ja weil ich Anfang des Vorjahres von der GAV oder den IG-Autoren dazu aufgerufen, für den Rücktritt von Innenminister Kickl unterschrieben habe und da auf einer SPÖ-Seite gelandet bin, die mich einlud in die Partei einzutreten und mir später, als das Ibiza Video auftauchte und Neuwahlen ausgerufen wurden, Einladungen zu ihren Wahlveranstatlungen schickte, bei drei bin ich gewesen und habe auch kurz daran gedacht, vielleicht doch die SPÖ zu wählen, weil die KPÖ ja nichts bringt. Der Alfred hat begonnen sich sehr für die Grünen zu engagieren, Wahlzettel verteilt, etcetera und ich habe mich entschloßen, mit einem Gefühl, daß ich es vielleicht bereuen würde, die Grünen zu wählen.

Ob ich das bereuen soll, weiß ich noch nicht? Denn eigentlich, das habe ich ja heute dem Uli kommentiert, bin ich ja dafür, was Neues auszuprobieren und nur wer wagt gewinnt. Aber Kopftuchverbot bis vierzehn, Ausreisezentren und Sicherheitshaft sind eigentlich nicht das, was ich will, absolut nicht, aber gut, schauen wir uns an, wie es wird und dieses Wochenende wären wir wieder nach Harland gefahren, sind wir aber nicht, obwohl wir dort ein neues Bücherregal  aufzustellen haben, weil mich der Alfred auf eine Gründungsversammlung einer neuen neuen Linkspartei aufmerksam machte, zu der er gehen will, obwohl er sich ja nach wie vor für die Grünen engagiert und, obwohl er für die Wien – Wahl, die ja in diesemJahr stattfinden wird, wo alle schon nervös sind, gar nicht wählen darf weil, er ja in Niederösterreich seinen Hauptwohnsitz hat.

„Dann geh ich mit!“, habe ich gesagt und mich nicht recht ausgekannt, spalten sich die jetzt von der KPÖ ab oder wird es eine große Linkspartei geben, die dann fünf Gemeinderäte ins Rathaus bringen, die ich, das ist glaube ich, fix, wählen will und Kurto Wendt den ich von den Volksstimmefestlesungen kenne und der ja die Donnerstagsdemonstrationen organisierte, ist einer der Veranstalter oder Aufrufer und da kann ich mich auch erinnern, daß es auf der letzten Demo auf der ich war schon Arbeitsgruppen gegeben hat, die ein Programm erarbeitet haben, vielleicht hat sich da „Links-Wien“ gegründet und nun gut, schauen wir uns das einmal an und weil wir ohnehin in Wien geblieben sind, konnte ich mir auch Stephans Teichgräber „Dramatiker-Workshop geben“ und da mit ihm nach Sopron und nach Györ ins Theater gehen und in Sopron kann ich gleich verraten, gibt es ein literarisches Programm nämlich „Per Gynt“ und ein Stück nach einem Roman von Sandor  Marai, während  in Györ Agatha Christie aufgeführt wird und, glaube ich, auch eine Dramatisierung eines Romans von Magda Szabo.

Dann bin ich also in die VHS Schwendtergasse hinausgewandert, wo die Gründungsversammlung stattfand und habe da schon vorher Mails bekommen, daß sich viel mehr Leute, als erwartet angmeldet haben und ungefähr zehn habe ich von diesen meist sehr  jungen Leute auch gekannt.  Das Logo war die Farbe Lila, die auf auf den Flyern und auf  der großen Bühne zu sehen war, auf der Grundsatzstatesments  abgegeben wurden, daß für ein sozales Wien, die freie Fahrt auf den Öffis, ein bedingungsloses Grundeinkommen, der Kampf gegen Rassismus, der Einsatz für die Frauen und ein leistbares Wohnen für Wien wichtig ist und bei der letzten Wahl habe ich, glaube ich, auch nicht die KPÖ, sonders das Bündnis „Wien anders“ gewählt, das in fünf Bezirken Bezirksräte hat, einer davon ist Margareten, also hat meine Stimme, was bewirkt und ein paar dieser Bezirksräte waren auch da, ein paar Leute habe ich vom Volksstimmefest gekannt, aber eigentlich waren  nur sehr wenige Bekannte da und ob es nun, da um eine  neue Einheitspartei oder um eine Abspaltung  geht, ist mir nicht so ganz klargeworden, ich werde es aber  herausbekommen, da ich bei der Wien-Wahl, die es im wahrscheinlich im Oktober geben wird, eine linke Partei wählen möchte, obwohl ich mich entschlossen habe, am Samstag nicht mehr in den fünfzehnten Bezirk zu gehen, um die weiteren Ziele in Kleingruppenarbeit zu eräutern und am Abend eine große Party zu feiern, sondern mich in einem „Writersretreat“ und einem möglichst intensiven Korrigiertag „Meinem Schreiben und meinen Büchern“ zu widmen, was mir ja auch sehr wichtig ist und von der anderen Seite kann ich vermelden, hat  sich  eine neue Bewegung gegründet, die sich „Die „Österreicher“ nennt und gegen das Linke kämpfen will, so daß es politisch in diesem Jahr wohl noch sehr spannend wird.

2 Kommentare »

  1. du fleißige! sei gegrüßt im neuen jahr! liebe grüße! Rudi

    Kommentar von rudolf lasselsberger — 2020-01-11 @ 08:56 | Antworten

  2. Ebenfalls lieber Rudi, ebenfalls, freut mich, daß du noch an mich denkst! Sehen wir uns irgendwann wieder? Ich habe übrigens vor kurzem in den Schränken etwas von dir gefunden, was ich noch nicht hatte!

    Kommentar von jancak — 2020-01-11 @ 11:27 | Antworten


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