Literaturgefluester

2020-01-14

Brief an Mathilda

Filed under: Bücher — jancak @ 00:10
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Ich bin ja keine so besondere Freundin der Krimis des 1925 in Sizilien geborenen und im letzten Sommer in Rom verstorbenen Autors Andrea Camilleri, den meine Schwiegermutter sehr mochte.

Ein paar von ihnen habe ich gelesen, die ich aber als eher langatmig fand, ein paar weitere liegen in meinen Regalen und ungefähr vor einem Jahr gab es auch ein Camilleri Buch „Gewisse Momente“ wo er von seinen Freunden und seinen Begegnungen schrieb und 2017 hat er in einem Brief an seine jüngste Urenkeltochter, damals keine vier, er über neunzig und fast blind geschrieben, in dem er ihr „Ein italinischen Leben“ erklärte.

Was die Vierjährige mit dem Buch anfangen kann, weißich nicht.

„Kindler“ hat es herausgegeben und mir geschickt und es ist ein schneller Durchgang durch sein Leben, er ist im Faschismus Mussolinis aufgewachsen, war mit zehn ein glühender Faschist und hat dem Duce sogar einen Brief geschrieben. Später hat er sich davon abgewendet, ist Kommunist geworden und in die Schule ist er seltsamerweise auch nicht gerne gegangen.

Obwohl er schon frühzeitig Bücher las, später in Rom Regie studierte, die Liebe seines Lebens Rosetta heiratete, von ihr drei Töchter und vier Enkelkinder hatte und als Schriftsteller nicht sehr schnell, aber mit seinen Krimis, die er eigentlich selber nicht leiden konnte, sehr berühmt geworden.

Er war auch immer ein politischer Mensch, ist aber nicht in die <politik gegangen und äußert der Keinen oder auch seinen erwachsenen <lesern, das, was er von der EU, der Korruption und der Migration hält.

Ein  interessantes Beispiel führt er diesbezüglich an, wie er vor einigen Jahren mit seiner Frau und einer seiner Töchter in Wien, das kunsthistorische Museum besuchte und dort plötzlich Nasenbluten bekam. Die Frau und die Tochter suchten ein Taxi, er saß offenbar im Freien herum, die lieben Wiener oder andere Personen rannten an ihm vorbei, nur ein Araber hat ihm geholfen, ihn als seinen Freund bezeichnet und den ihm offerierten Geldschein auch noch abgelehnt.

Später steht dann noch, daß keine Angst vor dem Tod hat, nur die seine Freunde und Familie zu verlieren und am Schluß fordert er die kleine Matilda noch auf, ihm von seinem Leben zu erzählen.

Eine interessante Idee so seine Memoiren zu veröffentlichen, da er aber viele Leser und wahrscheinlich noch mehr Leserinnen hat und das hundertfünfundzwanzig Büchlein auch leicht und schnell zu lesen ist, wird es auch erfolgreich werden.

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