Literaturgefluester

2020-01-29

Korrigierbericht und letztes Semestergegenwartsliteraturworkshop

Mit dem Korrigieren meines zweiten „LiteraturgeflüsterSchreibebuchs“ bin ich letzten Dienstag eigentlich recht überraschend fertig geworden, habe ich da doch schon gedacht, da korrigiere ich noch ein Jahr, finde Fehler und Fehler und werde nie damit fertig, aber eigentlich war es eh klar, weil ja alles schon veröffentlichte Texte sind, aus denen das Buch besteht, die vom Blog sind zwar ein bißchen fehlerhaft, die aus den Büchern müßten aber eigentlich passen und es ging ja im wesendlichen darum, die einzelnen Artikeln aneinander anzupassen, wo also Ausrufungszeichen hinkommen und wie das mit den Beistrichen ist, beispielsweise, dann habe ich am Mittwoch und am Donnerstag, die Fenster in der Krongasse geputzt, meine üblichen Schreibende- oder Anfangsrituale und habe am Donnerstag nach meiner elf Uhr Stunde gedacht, jetzt mache ich einen Shoppingbelohnungstag und bin dann zur Neubau-Lindengasse gegangen, wo ja der Ulrich Blumenbach wohnt bzw. seine Praxis hatte und dann zur Wiedner Hauptstraße, wo sich ja „Harries Nachtcafe“ befindet, dazwischen habe in beim Mc Donald ein Menu gegessen, einen Markforschungstest gemacht, mir Servietten bekauft und beim neuen „Lidl“ auf der Wiednerhauptstraße, wo sich auch eine „Aida“ befindet, eine Creme gekauft.

Dann hatte ich eigentlich geplant mir die Orte aufzuschreiben, die noch im „Fräulein No“ vorkommen, den Grinzinger und den Heiligenstädter Friedhof abzulaufen, mich vielleicht ins Wilhelminenspital zu setzen etc, da hätte ich in dieser Woche sogar an einigen Nachmittagen Zeit gehabt, aber irgendwie gemerkt, daß ich das nicht so recht will und bin am Donnerstagabend mit dem Alfred nach Harland gefahren, wo ich dann begonnen habe, den seit Ende November liegengebliebeden Text einmal durchzuarbeiten. Dann habe ich ja vor mir Jurenka Jurks Minikurs Unterlagen hervorzunehmen und nachzuschauen, was mir beziehungsweise, der Szenenplanung noch fehlt, welche Szenen nicht stimmen,  wie und was ich überarbeiten muß und eventuell noch sehr viel umzuschreiben, damit es diesmal wirklich spannend wird.

Am Freitagabend habe ich, glaube ich, angefangen zu korrigieren, vorher haben wir noch das neue Bücherregal in dem großen Wohnzimmer aufgestellt und die Bücher eingeräumt und war mit dem Anfang eigentlich nicht zufrieden, das sitzt nicht, habe ich gedacht, das wird nicht, das ist kein Roman, etcetera.

Am Samstag und am Sonntag bin ich aber eigentlich in eine Art Korrigierrausch hineingekommen und habe das Ganze es sind jetzt neunzig Seiten, die „Nanowrimoberichte“ lasse ich vorerst aus, fertig korrigiert. Da habe ich gemerkt, es gibt Schwierigkeiten, einige Szenen lassen zeitlich   nicht zusammen, eine Szene habe ich umgestellt und nach vorn gerückt und die letzten zwei von den vier Szenen am Schluß, die ich im November nur geschrieben habe, um an die fünfzigtausend Worte zu kommen, habe ich jetzt auch noch hinausgeschmissen, aber sonst habe ich erstaunt festgestellt, daß es passen könnte und, daß sogar einige Spannungsbögen drin sind, die man als die „Heldenreisenstationen“ interpretieren könnte. Hauptperson ist der Ulrich und der hat, höre und staune, eine Antoginistin, habe ich da ja vorher geschrieben, ich hätte keine, die ist die Anna, die jetzt Feuerbach heißten wird, denn die trennt sich ja von ihm und kommt zu ihm zurück und im zweiten Handlungsstrang, den der Gerti Schuster, wäre ja die Fatma Sayjan, die Gegenspielerin.

Einige Szenen sitzen wahrscheinlich immer noch nicht so ganz und werden noch überarbeitet, da gehe ich jetzt das Ganze ein zweites Mal durch und schreibe mir dann auf Jurenka Jurks Arbeitsblatt heraus, was ich noch ergänzen bzw. umändern muß, dann sortiere ich die einzelnen Handlungsstränge und gehe  jede Szene einzeln durch, bevor ich mich an die „Nanowrimoberichte“ mache, dann noch das, was ich jetzt verändere, hinzufüge und dann das Ganze solange durchgehe bis es sitzt.

Große Veränderungen werde ich wohl auch diesmal nicht mehr machen, mal sehen wie das wird und als Zeitplan hätte ich mir den Sommer gesetzt, dann hätte ich viel Zeit das „Frühlingserwachen“ vorzuplanen und schauen, ob ich mit dieser Methode, die ja Jurenka Jurk sehr progagiert, überhaupt kann, um dann im November, wenn ich bis dahin noch nicht mit dem Rohtext fertig bin, mit dem Drauflosschreiben plus Szeneplan beim  achten „Nanowrimo“ anzufangen.

Mal sehen wie es wird? Am Wochenende, wenn der alfred auf eine Sitzung fährt, werde ich nicht in Grinzing herumlaufen, das brauche ich, glaube ich, nicht mehr, sondern ein möglichst intensives Korrigierretreat veranstalten und darüber berichten.

Ja richtigm das Arbeitsmaterial zum Romanfahrplan bin ich gestern  auch durchgegangen und habe heute wieder die ersten drei Szenen korrigiert, dazwischen habe ich auf ein Buch gewartet, das mir „Kremayr und Scheriau“ geschickt hat und bin dann eine halbe Stunde später zu Stephan Teichgräbers Workshop gegangen, weil der auch eine Sitzung hatte und habe mir da auf seinen Wunsch das Notbook auf dem ich das Andrea Grill E-book habe, den Jaroslav Rudis, den ich inzwischen gelesen habe und den „Hammer“ mitgenommen und der hat mir gesagt, daß es jetzt das fünfzehnte „Literaturworkshop“ in diesen Semester ist und wir noch vier Seiten Skriptum zu besprechen haben und hat dann neue Bücher angeschleppt, vorwiegend Tschechen und Slowaken, die er mir zeigte und bei denen er mich gleich mit dem György Dragoman verwirrte, denn ich habe gestern ja noch etwas gemacht, außer meine Romanschreibunterlagen durchzusehen, ich habe meine Bücherregale durchgesehen und nach Vea Kaisers „Blasmusikpopp“ und Ivan Mandy „Kino aller Zeiten“, gesucht, was ich auf meiner heurigen Leseliste stehen, aber in den Regalen nicht gefunden habe und dabei bin ich auf Gyorgy Dragomans „Scheiterhaufen“ gestoßen, den ich mir, glaube ich, einmal bei einem Literaturhausflohmarkt oder sonstwo gekauft habe, weil er wahrscheinlich auf einer „Buch Wien“ auf der Donaulounge präsentiert wurde, ein Buch, das ich also auch noch lesen muß, aber da kommen ja jetzt schon die Neuerscheinungen und Stephan Teichgräber, der auch auf eine tschechische Autorin wartete, die er für sein Festival übersetzten muß, hat sich in Ivana Dobrokovovas „Mütter und Fernfahrer“ vertieft und mir daraus vorgelesen und sich erst später auf meinen Wunsch hin mit Ladislav Rudis „Winterbergs letzte Reise“ beschäftigt, was meiner Meinung nach eigentlich das Buch für ein „Centrope-Literatur-Workshop“ ist, gehen die Beiden, Wenzel Winterberg und sein Altenhelfer ja darin mit dem Beadeker von 1913 auf eine Reise durch das gesamte Centrope, was für mich typischer ist, als Andrea Grills „Cherubino“, das ich an diesem Mittwoch gar nicht gebraucht habe oder die Lyrik der tschechischen bzw. slowakischen Gegenwartsautoren, die ich ohnehin nicht lesen kann.

Dafür hat mir Stephan Teichgräber aber die Lektüre des letzten Jahres, des Workshops zur „Revolutionsliteratur“, die drei Alexej Tolstojs Bände, die er mit mir ja bei einem Antiquariat gekauft hat, geschenkt und ich stecke ja auch in meiner Gegenwartsliteratur bzw. meinem Backlistlesen fest, wäre das ja Eugen Ruges „Metropol“ an der Reihe und als nächstes das Buch über Hedy Lamarr, das ich auf der letzten „Buch Wien“ bekommen habe, aber jetzt habe ich das neue Buch der Simone Hirth bekommen, das der Cornelia Travnicek, das eine Art Phantasy Roman ist, warten auch und dann habe ich noch ein Buch David Albahari und eines von Alix Ohlin bekommen.

Das Lesen und das Schreiben in diesem Jahr wird also spannend werden. Am Freitag gibt es noch ein „Theaterworkshop“ und dann geht es nach den Februarferien wahrscheinlich wieder in ein neues Workshopsemester und ein bißchen über mein „Fräuleion No“ habe ich Stephan Teichgräber auch erzählt.

Und noch was kann ich gleich verraten, am nächsten Mittwoch kommt der Bücherschrank in der Zieglergasse wieder.

7 Kommentare »

  1. “ … veröffentlichte Texts sind, aus die das Buch besteht, … “ Im Ernst, Frau Jancak?

    Kommentar von Ulrich Lucas — 2020-01-31 @ 10:32 | Antworten

  2. Vielen Dank, lieber Uli, für das Korrekturlesen!
    Sie wissen ja ich bin eine berufstätige Frau, die viel liest, viel schreibt, viel auf Veranstaltungen geht und dann den täglichen Blogeintrag in etwa einer Stunde erledigen möchte!
    So korrigiere ich einmal und lasse es dann stehen, merke beispielsweise beim Verlinken oder an Kommentare, wie den Ihren, daß immer noch viele Fehler drinnen sind!
    Vielen Dank also für das Rückmelden, weil ich ja ein Einfrauenbetrieb bin, der kein Lektorat hinter sich hat!
    Es freut mich auch sehr, daß Sie mich nach wie vor lesen und hoffe, daß ich Ihnen als Gegenleistung einen kleinen Einblick vom Wiener Literatur- oder überhaupt Literaturbetrieb geben kann!

    Kommentar von jancak — 2020-01-31 @ 11:16 | Antworten

  3. Bitteschön! Wobei all das, was Sie als Gründe für diese schmerzhafte Schreibweise anführen, natürlich nur vorgeschoben ist. Das ist ja nichts Neues. Ohne mich wiederholen zu wollen, aber Sie hauen jeden Tag dermaßen viele Fehler jedweder Art in Ihre Texte, dass das unmöglich nur der Eile oder dem Zeitmangel geschuldet ist. Es ist, was Sie selbst schon öfter zugaben, nämlich Schlampigkeit. Und das ausgerechnet beim Arbeiten mit unserer Schrift und unserer Sprache. Ziemlich traurig …

    Kommentar von Ulrich Lucas — 2020-01-31 @ 13:17 | Antworten

  4. PS: es heißt „Texte sind, aus DENEN das Buch besteht, …“ (Plural, wenn es mehrere Texte sind) oder „Text ist, aus DEM das Buch besteht …“ (Singular, wenn es nur ein Text ist)

    Kommentar von Ulrich Lucas — 2020-01-31 @ 13:20 | Antworten

  5. Bringt wahrscheinlich nicht viel weiter, sich über die Henne oder das Ei zu streiten!
    Ja, ich bin ein bißchen oder meinetwegen auch sehr fehlerhaft, trotzdem ist es mir wichtig über mein literarisches Leben zu schreiben und wenn Sie mir da ein bißchen beim Korrigieren helfen wollen, wird mich das freuen, weil ich es einfach nicht schaffe, jeden Text fünfmal durchzusehen, umsomehr da es dann oft schon Mitternacht ist und ich müde bin!
    In diesem Sinn ein schönes Wochenende, in dem es bei mir zuerst zu einem Workshop über die Gegenwartsdramatik und dann an das Korrigieren des „Fräulein Nos“ geht.

    Kommentar von jancak — 2020-01-31 @ 14:03 | Antworten

  6. Doch, Sie könnten es schaffen. Ich schrieb Ihnen schon mal vor einer gefühlten Ewigkeit: Schreiben Sie weniger, aber dafür korrekt! Schreiben Sie eine Rohfassung und lassen Sie meinetwegen den Duden-Korrektor drüberlaufen (Download oder im Handel) Und wenn es zwei Tage dauert, bis der Text fertig ist, na und?

    Ihre ganze Hetzerei von Text zu Text führt zu genau dem Gegenteil von Interesse an ihrem literarischen Leben, nämlich Abschreckung.

    Und, liebe Frau Jancak, auch das hatten wir schon mal: Selbst wenn ich hinginge und Ihre Texte lesbar abändern würde, Sie würden es ja nicht akzeptieren. Von daher kann ich gerne auf solche Extreme wie dem aktuellen hinweisen, nur sind das Tropfen auf heiße Steine. Schade.

    Kommentar von Ulrich Lucas — 2020-01-31 @ 14:22 | Antworten

  7. Sie haben vermutlich recht, trotzdem wird es wahrscheinlich so bleiben, obwohl ich Ihnen gern versprechen will, heute auf meinen Artikel ein wenig mehr zu achten!
    Aber, wie heißt das so schön, keiner kann aus seiner Haut heraus oder die Seele ist ein weites Land, etcetera!
    Wenn Sie mich gelegentlich auf einen Fehler aufmerksam machen, freut es mich und ich werde es verbessern!
    Weniger zu schreiben verspreche ich Ihnen nicht, weil ich das wahrscheinlich weder will noch kann!

    Kommentar von jancak — 2020-01-31 @ 14:27 | Antworten


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