Literaturgefluester

2020-02-13

Elisabeth Klars und eigene Metamorphosen

Der erste Roman der 1986 geborenen Elisabeth Klar „Wie im Wald“, die ich, glaube ich, im Zuge dieser von Semir Insaif geleiteten Schreibwerkstatt in der „Gesellschaft für Literatur“ kennenlernte, hat mir ja nicht so gefallen, obwohl er hoch gelobt wure, den zweiten, 2017 erschienen, „Wasser atmen“ habe ich dann nicht gelesen, weil mir „Residenz“ nicht mehr seine Vorschauen schickte.

Jetzt ist der dritte „Himmelwärts“ erschienen und ich muß sagen, wenn  auch keine Metamorphose, so erlebte ich mit Elisabeth Klars Schreiben eine Veränderung oder Weiterentwicklung, so daß sich wieder einmal bestätigte, daß man ein Buch zu Ende lesen und von einer Autorin auch ein eiteres beginnen soll, wenn einem das erste nicht so gefallen hat.

Als ich den Veranstaltungssaal im Palais Wilczek erreichte, stand Manfred Müller schon am Podium und lobte das Buch in den überschweniglichsten Worten.

„Ein kleines Buch, das einem viel mehr gibt, denn wenn man es liest, hat man die ganze Welt erlebt!“ oder so. Vorher hat er noch etwas von einer Füchsin und einem Jonathan, der nach Huhn riecht und von männlichen und weiblichen Verwandlungen, etcetra, erzählt, was Elisabeth Klar, die sich, glaube ich, auch optisch verändert hat, seit ich sie das letzte Mal gesehen habe, mit einem Lächeln quittierte und dann wiederholte, daß es um die Füchsin Sylvia ginge, die sich eine Menschenhaut übergestreift hat und, um eben diesen nach Huhn riechenden Jonathan, der für ein Jahr nach Brasilien gegangen ist und um eine Bar, die so, wie der Buchtitel heißt.

Die Füchsin Sylvia, die gerne tanzt, arbeitet oder jobbt auch auf der Mariahilferstraße, als Spendensammlerin und offenbar auch in einem Lokal im Prater und  Jonathan, der gerade von Brasilien zurückkommt und bei Sylvia einzieht, wachsen Engels oder Hühnerflügel, obwohl er immer ein Mensch gewesen ist.

Die Flügel will er dann loswerden, dazu braucht er eine Rattenkönigin, die am Karlsplatz in den Mistkübeln stirlt, eine alte Katze gibt es auch und in dem Lokal treten die Dragqueens auf.

Alles sehr verwirrend, schön erzählt und vorgelesen und was mich besonders freut ist, daß es auch um das politische Zeitgeschehen, die Flüchtlingsproblematik und anderes zu gehen scheint.

„Eine Utopie“ steht im Programm und offenbar auch am Buchrücken und Elisabeth Klar erzählte im Gespräch erstaunlich viel von ihren Erzählperspektiven und ihren Schreibblockaden, die sie während des Schreibens hatte.

Märchen oder Metamorphosen, beziehungsweise die literarischen Vorlagen wurden noch erwähnt und Semir Insaif, der im Publikum saß, erzählte wieder sehr viel von seinen Eindrücke und Erfahrungen, die er beim Zuhören hatte.

Das Damenteam des „Residenz-Verlags“ war gekommen, Gertraud Klemm, Christl Greller und noch einige bekannte Gesichter habe ich gesehen und mir das Buch wender gekauft, noch angeschnorrt, obwohl es mich sehr interessiert und über zwei literaische Ereignisse, eine gute und eine schlechte, die mir heute widerfahren sind, kann ich auch berichtetn.

Kam doch zuerst ein Mail von Christoph Kepplinger in dem er mitteilte, daß er sich entschloßen hat, keine „Lnkes Wort-Lesungen“ mehr am Volksstimmefest zu organisieren, was sich zwar ohnehin schon angebahnt hat und mir Gerald Grassl im vorigen Mai bei Peter Paul Wiplingers Geburtstagsfest schon andeutete und es ja auch die Anthologien von 2018 und 2019 noch nicht gibt, für mich aber ein Schlag im Wasser ist, denn wo werde ich dann noch lesen?

Die Antwort auf diese Frage kam dann gleich am Nachmittag durch ein Mail von Doris Kloimstein oder doch nicht so ganz, denn sie hat mich zu  keiner Lesung eingeladen, aber  zu einer Art Schreibwerkstatt beziehungsweise zu einer Bibelfestwoche ins Stift Seitenstetten, wo sieben Schriftsteller und sieben Maler vier Tage zu den biblische Prophezeiungen arbeiten sollen und  dann in einem Buch verewigt werden wird.

Was zwar  ein Sprung in eine ganz andere Richtung bedeutet, für eine Atheistin aber vielleicht auch sehr  spannend sein kann.

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