Literaturgefluester

2020-02-25

Andras Forgach vor den gläsernen Vorhang

Bei der vorletzten Leseauslese haben Cornelius Hell oder Katja Gasser Andras Forgach „Akte geschlossen“ vorgestellt und sehr gelobt.

Ich bin nach Hause gegangen, habe mir Fritschs Tagebücher und Damir Ofcinas „Zwei Jahre Nacht“ bestellt und mir das bei dem in 1952 in Budapest geborenen Theatermacher und Übersetzter verkniffen und dann doch damit geliebäugelt.

Stephan Teichgräber es als Lektüre für sein Centrope-Workshop vorgeschlagen, dann aber bei der nächsten Leseauslese Janos Terey „Budapester Überschreitungen“ angefragt und nicht bekommen, beziehunsweise mir etwas später Geörgy Dragomans „Scheiterhaufen“ aus meinen Regalen gesucht und jetzt, da ich mich an das „Leipziger Buchpreislesen“ machen und inzwischen die Bücher auch schon ungefragt bekomme, habe ich ohnehin keine Lesechance, aber trotzdem begeistert in die Gesellschaft gepilgert, als ich erfuhr, daß dort Andras Forgach aus dem gläserenen Vorhang schauen würde und dafür die Stabauer-Lesereihe im Siebenstern und eine sicher ebenfalls interessante „AS“ Veranstaltung ausgelassen.

Wieder bin ich zu spät gekommen, Frau Elisabeth wird mich rügen, weil wieder, wie fast jeden tag in dieser Woche eine sechs Uhr Stunde und als ich den Lesesaal erreichte, war Cornelius Hell schon bei der Vorstellrunde, der ORf hat gefilmt und ich habe fast nur mehr einen Platz in der ersten Reihe mehr bekommen und das Buch ist interessant oder auch nicht beziehungsweise nicht wirklich etwas Neues, daß da ein Sohn nach dem Tod der Mutter ihre Geheimdienstakte entdeckt und erkennt, sie war eine Spionin oder ein Spitzel der Staatssicherheit.

Da habe ich ja gerade erst ein solches Buch gelesen und hier ist die Geschichte besonders brisant, denn Andras Forgach Mutter war eine Jüdin die zwar die Religion nicht besonders hoch gehalten hat, aber aus Israel nicht der Liebe wegen nach Budapest gekommen ist, eine überzeugte Kommunistin oder Stalinistin war und Andras Forgach hat das Buch in einigen Teilen geschrieben und aus diesen gelesen.

Begonnen hat er im Jahr 1982, als die Mutter sechzig war und sich mit drei Herren oder Genossen von der Staatssicherheit in einer Konditorei in Budapest traf, die ihr eine Tischdecke und einen Blumenstrauß überreichten und sie auch nötigten sich ein süßes Stückchen zu ihrem Tee zu bestellen.

Dann kamen zwei Briefe, die der Vater im Jahr 1947 an die Mutter geschrieben hat und danach ein Teil des Nachwortes in dem Andreas Forgach beschrieb, was die Erkenntnis, die geliebte Mutter war ein Spitzel, aus ihm machte.

Der Autor hat überhaupt sehr viel und sehr launig in sehr guten Deutsch über die Entstehungsgeschichte erzählt und nun kann ich raten, mutmaßen oder vermuten ob das Buch jemals zur mir kommen wird? Interessant wäre es  allemal.

Und ich kann was das „Selfpublishing“ und die Diskrimierung, daß man damit nicht überalle lesen kann, betrifft, anmerken, daß ich das in der „Gesellschaft“, die sich ja auch dieser Meinung angeschloßen hat, zweimal am Faschingdienstag, als dort einige Zeit lang, der Dichterfasching stattfand, gelesen habe.

Da sollte man sich kostümieren, anschließend hat es ein Krapfenbuffet gegeben, Marianne Gruber hat eine Dompteurkostümjacke getragen und jeder konnte honorarlos lesen.

Gemeint waren wahrscheinlich lustige Stanhzerl. Es sind aber natürlich die Autoren gekommen, die ihre Werke präsentieren wollten und das sonst nicht können.

Ich habe das erste Mal, das war, glaube ich, 2005 die Opernballszene aus der unveröffentlichten Erzählung „Zwischen Hütteldorf und Heisligenstadt“ gelesen, die mit den Namen Marianne, eine der dortigen Protagonistennen, die aber nichts mit Marianne Gruber zu tun hat, begann und alle lachten.

Das zweite Mal eine Szene aus dem „Wiener Stadtroman“, wo sich die beiden Therapeuten, glaube ich, im Cafe Sperl treffen, worauf mich Claudia Erdmann angesprochen hat und sich für den Text interessierten.

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