Literaturgefluester

2020-03-04

Vom Doml zu Xaver Bayer und Ulrich Becher

Es ist März, das neue Semester hat angefangen und bei Stephan Teichgräber gibt es eine Fortsetzung der „Gegenwartsliteratur und der Gegenwartsdramatik“, so bin ich mit meinen Kalender, nach meiner drei Uhr Stunde hinmarschiert, um ihm zu eröffnen, daß ich nächste Woche doch kommen kann, weil Leipzig, leider, leider, wurde ja gestern abgesagt, was er noch nicht wußte, aber dorthin fahren wird, um seine Nichte zu besuchen.

Nun ja, nun ja und da ich die Bücher, die ich im letzten Semster für den Workshop gelesen habe, inzwischen in Harland ausgelagert habe, habe ich mich nach der neuenLeseliste erkundigt und Stephan Teichgräber hat neben  Anna Weidenholzer und Peter Rosei noch Vea Kaisers „Blasmusikpopp“ angeschleppt und dieses Buch habe ich ja vor ein paar Wochen endlos gesucht und dann endlich gefunden, aber jetzt so eine elendslange Neuerscheinungsleseliste, daß ich wahrscheinlich gar nichgt mehr dazu käme und Geörgy Dragomans „Scheiterhaufen“ würde ich ja auch gerne lesen und  Janos Terey „Budapester Überschreitungen“ aber das ist ja noch nicht zu mir gekommen und hatte ich fast abgeschrieben, als ich am Abend im Literaturhaus Christoph Haacker begegnete, denn ich habe mich statt der Lyrik im März für Xaver Bayers „Geschichten von Marianne“ entschieden, denn ich habe von dem 1977 in Wien geborenen „Priessnitz-Preisträger“, dessen erste Bücher ich gelesen habe, schon lange nichts gehört.

Und die zwanzig Horrorgeschichten bildeten am Tag eins, der Absage von Leipzig, um eine Massenepidemie zu verhindern, einen interessanten Kontrast, denn erstens sehr voll und zweitens ging es in einer vier Geschichten, die der Autor, moderiert von Barbara Zwiefelhofer gelesen hat, auch, um eine Dystopie und um eine Quaratäne, allerdings um keine wegen Corona, sondern wegen einer plötzlichen Kälte, die das Land erfaßte, so daß der Ich-Erzähler mit seiner Marianne zuerst alle Möbel in der Wohnung verheitzten, dann, die Bücherregale und die Schallplattensammlung, zuletzt kamen die Bücher dran und der Erzähler verkündete mit lauter Stimme „Ich übergebe den Flammen, die Bücher von Erich Kästner, eceterca…“

„Darf man das?“, fragte Barbara Zwiefelhofer im anschließenden Gespräch, aber der Erzähler verbrannte ja nicht nur Ray Bradburys „Fahrenheit 451“ und alle Bernhard Werke sondern auch die vom Autor selbst,  die „Alaskastraße“ also „, „Heute könnte ein glücklicher Tag sein“, „Die durchsichtigen Hände“ , die „Geschichten von „Marianne“, etc, ob ihm draufhin wärmer geworden ist, war nicht so leicht herauszubekommen und richtig Jochen Jung, der Doyen, hat vorher noch das Publikum begrüßt und allen einen unvergeßĺichen schönen Abend gewünscht und in den vier von den zwanzig in dem Buch versammelten Geschichten, ging es um eine Liftfahrt mit den Einkaufstüten in den elften Stock des Hauses, aber der Lift blieb nicht stehen, sondern raste weiter tagelang in Stockwerk tausend bis zweitausend und in der nächsten Geschichte wird der Erzähler, der irgendwie dann doch in seine Wohnung gelangte, von zwei Drohnen verfolgt, während seine Marianne sich mit einer Freundin auf einer Kambodscha-Reise befindet und eine Horrorfahrt in einen Wald gab es auch.

Barbara Zwiefelhofer vom Literaturhaus bemühte sich verzeweifelt den Autor zu interviewen und Fragen zu seiner Schreibtechnik zu stellen, erwähnte Kafka und der  Michael Ende, blieb aber eher unwillig bei der Fragenbeantwortung, sagte nur ungefähr, „Der Leser hat immer recht und verraten sie nicht alles!“ und nachher gab es ein exquisites Käsebuffet und alle „Jung und Jung-Autoren“, waren da oder sagen wir, ich habe Richard Obermayr, Hanno Millesi, Angelika Reitzer und Lorenz Langenegger erkannt, Theresa Präauer, Sabine Gruber gesehen und Christoph Haacker zuerst gefragt, ob er auf mich vergessen hätte und ihm dann meine zweite Ulrich Becher Geschichte erzöhlt, denn erinnern wir uns, ich habe in den Neunzigerjahren, als ich noch in der Gumpendorferstraße wohnte und das Gratisleben ausprobieren wollte, in einer Kiste vor der Städtischen Bücherei zwei ausrangierte Bücher zur freien Entnahme gefunden. Es waren Ulrich Bechers „Kurz nach Vier“ und der „Nachtigallenzyklus“ und ich habe nach ihnen gegriffen, weil mich erstens Bücher ja schon immer interessieren und ich zweitens den Ulrich wahrscheinlich mit dem Johannes R. verwechselt habe und dann die Bücher lange ungelesen im Badezimmer in der Gumpendorferstraße liegen gehabt, weil in ihren ja keine biografische Angaben, „Wukipedia“ hat es noch nicht gegeben und bitte wer ist Ulrich Becher?

Das hat sich dann 2005, glaube ich, geändert, als wir außertourlich nach Leipzig fuhren, um einen runden Geburtstag der Ute zu feiern und da in der Stadt einen Tag spazieren gingen, denn da gabs bei „Hugendubel“ einen großen Abverkauf und ich erwischte ein „Aufbau-BüchleinW, wo Briefe des Verlags an seine Autoren enthalten waren und da war einige von Ulrich Becher dabei.

2010 habe ich mich dann aufgerafft, „Kurz nach vier zu lesen“ und zu rezensieren, habe da diese Geschichte hineingeschrieben, bin kurz oder länger darauf mit Alfreds Wandergruppe in die Berge gegangen und hatte danach einige Mails von Chrstiph Haacker in meiner In-Box, weil er glaubte, daß ich Orginalbriefe hätte, die er in der Neuausgabe verwenden könne.

Hatte ich nicht, das neue Buch von ihm aber bei der „Buch-Wien“ bekommen und nicht gelesen, das heißt nur die bigoraphischen Anfaben, die drinnen standen, denn ich hatte es ja schon gelesen, Konstantin Kaiser hat dann auch einen Briefwechsel herausgegeben, die „Murmeljagd“ ist auch erschienen und den „Nachtigallenzyklus“ habe ich dann auch gelesen.

Dann ist es, wie mir Christoph Haacker sagte wieder etwas stiller, um den 1990 in Basel Verstorbenen geworden, aber jetzt hat „Schöffling & Co „Die Murmeljagd“ und einen Band mit „New York Novellen“ herausgebracht, die ich mir beide, ohne viel Nachzudenken bestell hat und erst in den Novellband hineingesehen habe, als die bücher gestern zu mir gekommen sind und natürlich die Entdeckung machte, das ist der „Nachtigallenzyklus“ oder zumindestens ein Teil davon und also habe ich jetzt beide der damals gefundenen Bücher in einer Neuauflage und gelesen habe ich sie auch und ob jetzt Janos Terey „Budapester Überschreitungen“ zu mir gekommen werden, bin ich gespannt, wenn nicht, werde ich wohl auch in keinen Lesenotstand geraten, wäre aber sehr gerspannt.

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