Literaturgefluester

2020-03-15

Haßposting an Corona oder Veranstaltungsstop II

Es ist ein deja vue „Leipzig virtuell„, statt aus dem Schlafzimmer und wieder eine Veranstaltungspause, bis Ostern oder so, vielleicht auch länger, man weiß ja nicht, voriges Jahr war es das Gipsbein, das mich hinderte, diesmal Corona, Corona, Corona, das Virus aus dem fernen Osten, aus China, das plötzlich nach Weihnachten überall auftauchte und man dachte zuerst, „Sars, Schweingrippe, Hühnergrippe“, „H1N1! Virus“, das kennen wir schon, haben wir schön gehört, hören wir jedes Jahr, daß da die Menschen in China ihre Hühner schlachten, was ich eigentlich für einen Wahnsinn halte oder mit Mundschutz herumrennen, aber dann weitete sich die Panik aus und schwappte bis in unseres sicheres Europa hinüber, denn soetwas, ganz ehrlich, habe ich noch nie erlebt und wiederum ganz ehrlich macht es mir Angst!

Dabei ist es nicht das Krönchenvirus vor dem ich mich fürchte und auch nicht das „Corona-Bier“, das pötzlich alle ansteckt, sich weltweit überall ausweitet, von den Jungen an die Alten übergeht, die aber meistens keine oder nur ganz schwache Symptome haben und nach vierzehn Tagen wieder gesund und nicht mehr übertragbar sind, denn ich gehöre ja noch zu der Generation, die sich vor Viren nicht fürchtete, an das Immunsystem glaubte, bei Schnupfen Zitronentee trank, bei Heiserkeit vielleicht inhalierte, um die Stunden und die Vorlesungen abhalten zu können und sich an das alte Hausrezept hielt, ein paar Tage Bettruhe und alles ist in Ordnung, was man ja auch als eine Art Quarantäne bezeichnen könnte.

Die Kranken bleiben zu Hause, trinken Tee und eßen Hühnersüppchen, wie ich eine von „Oe24“ interviewte, infiszierte Patientin, vor kurzem sagen hörte, Medikamente dagegen gibt es nicht und ihr geht es gut!

Wozu dann bitte die Aufregung und die Bilder von den Menschen, die mit Gasmasken und Schutzanzügen, die Straßen entlanglaufen, in den Supermärkten ihre Einkaufswagen mit Klopapier und Dosenravioli vollfüllen und sogar in Kinderkliniken einbrechen, um dort Desinfektionsmittel zu stehlen?

Alle Infiszierten sollen erfaßt werden, um zu Hause zu bleiben, sich auskurieren, ja das ist sinnvoll und auch den älteren und kranken Menschen, die sicherlich anfälliger sind, ist, das anzuraten.

Die Viren übertragen die Kinder und die Jugendlichen und werden nicht krank, die Schulen sollen aber geschloßen werden, dann werden vielleicht die Omas auf die Kinder aufpassen und ich habe ein Video gesehen, wo in Deutschland wegen der Schulsperren, etwa zwanzig Kinder in einem Zimmer zusammen waren und von den Journalisten befragt wurden, ob sie sich über die Zwangsferien freuen?

„Wo ist da der Unterschied?“, habe ich gedacht und daran, daß die Hysterie und die Panikmache, vielleicht der größere Virus ist  und mehr Schaden auslöst, als, wie man es früher machte, die Grippewellen einfach vorüber gehen zu lassen.

Gut, da gab es 1919, die spanische Grippe und daran sind, wie ich hörte, mehr Menschen als im ersten Weltkrieg gestorben, aber die waren ausgemergelt und unternernährt nach den Jahren des Krieges und hatten keine Abwehrkräfte und, wieder gut, die medizinische Entwicklung war nicht so weit, wie heute, wo das medizinische Personal mit Mundschutz und Atemmasken, die Tests ein den Infiszierten macht, die vielleicht durch Bewegungsmeldungen der Handys der Positiverkannten, ausfindig gemacht und mit der Polizei abgeholt werden.

Ein Impfmstoff wird entwickelt und bis es soweit ist, werden Messen, Konzerte, Kongreße und Veranstaltungen abgesagt.

Die Wirtschaft kann man überall hören, bricht überall nicht nur mehr ganz allmählich, sondern rasant zusammen und das macht mir Angst und auch, die Kriiminalisierung, die passiert, wenn man auf dieses Virus getest ist, der Haß, den es  auslöst.

Davon hat ja diese Dame, der es wieder gut geht, über Skype gesprochen, die Freunde haben sich von ihr abgewandt und sie beschimpft und ihr Betrieb ist, da sie freibeuflich ist, in den vierzehn Tagen Quarantäne zusammengebrochen oder ist in Gefahr das zu tun und als vor ein paar Wochen bekannt wurde, daß in einem Wiener Gymnasium, eine Lehrerin, die in Norditalien auf Urlaub war, Sympotme hatte, ist die Polizei mit angeblich ohnehin wirkungslosen Mundschutz aufmarschiert, hat die Gasse abgeriegelt, die Kinder nicht nach Hause gelassen und die Eltern, glaube ich, nicht einmal darüber informiert.

Nachher hatte die Lehrerin den Virus nicht, inzwischen gibt es aber auch in Österreich Infiszierte, ganz Italien wurde abgesperrte und  die  Journalisten reisen lustig hin und her, um die Fiebermeß- und Paßkontrollen zu fotografieren.

Veranstaltungen wurden abgesagt, wie die „Leipziger Messe“ aber auch, die über hundert Personen, also Konzerte,Theater und Museen.

In der „Alten Schmiede“ und in der „Gesellschaft für Literatur“, die ja viel kleiner sind, hängen Informationen vor der Tür oder am Klo, wie man sich richtig schneuzt und die Hände korrekt wäscht, ist in acht Punkten aufgezeichnet.

Desinfiszieren, braucht man die nicht immer, denn Erstens gehen dadurch die Abwehrkräfte auf die Dauer auch kaputt und Zweitens fehlen sie dann im Spital, wo die Ansteckungsgefahr natürlich höher ist, als in einem Spital und der „Poetry Slam“ im Literaturhaus am Freitag wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt, denn da sind wahrscheinlich mehr, als hundert Personen zu erwarten, aber ich habe mir ohnehin schon gedacht, daß es da vielleicht ratsam wäre, nicht hinzugehen, aber sonst, denke ich,  könnte es vielleicht ruhiger gehen, als diese weltweite Panik mit Polizei- und Strafandrohungen, die die Wirtschaft vielleicht schneller kaputt machen kann, als es der Virus täte, denn in China hört man, wo es ja rigorose Maßnahmen gab, gehen die Erkrankungen zurück und die ersten zwei Italiener, die das Virus in ein Innsbrucker Hotel vor ein paar Wochen brachten, sind auch wieder gesund und könnten weiter arbeiten, wenn  das Hotel noch geöffnet wäre und natürlich könnte man, wie mir auch „Wagenbach“ vor ein paar Tagen mailte, sich jetzt in sein Zimmer zurückziehen, die virtuelle Onlinemesse aufdrehen, Karin Peschka ermöglicht auf ihrer Website, da auch den Autoren, die das sonst in Leipzig getan hätten, dort ihr Buch vorzustellen oder nach den Büchern greifen, um sie bei Tee und Hühnersüppchen in sich hineinzuziehen und die Krisenzeiten abzuwarten, wenn es dann nicht schon zu spät ist und die Psychotherapeuten in den nächsten Jahren die Panikattacken und Traumatiserungen, die dadurch entstanden sind, abzuarbeiten und natürlich ist die Panik wohl auch eine Folge der Globalierung, die ja alles schnell und überall herumträgt und sich ausbreiten läßt, die Informationen, wie die Kartoffeln, die von einem Land ins andere gekarrt werden, um gewaschen, geschnitten, verpackt und verkauft zu werden, wie die Viren, die sich weltweit und rasant ausbreiten,wenn man von einem Land zum anderen fliegt.

Also Großmutters Rat befolgen, zu Hause bleiben, Tee trinken, sich auskurieren, dann braucht man auch keine Polizei mit Mundschutz, die vor den Türen sitzt und alles bewacht.

Der Hausverstand  könnte das vielleicht besser tun, aber das ist in Zeiten, der Massenglobalisierung, Massenin- und  auch Fehlinformationen, wohl nicht so einfach möglich.

9 Kommentare »

  1. Ja, sehr schwierig, ich habe den Artikel schon vor einigen Tagen geschrieben, daher ist er nicht mehr an letzten Stand, aber sicherlich ein Zeitdokument, deshalb habe ich ihn auch nicht verändert und gestern, den ganzen Tag im Rahmen der virtuellen Buchmesse, die deutschen Nachrichten gehört, die ja den österreichischen Maßnahmen schrittweise nachgekommen ist und dann die Berichte über die Polizeieinsätze nach den Spuckattacken in der U-Bahn, das macht natürlich Angst und ist etwas, was wir alle noch nicht erlebt haben und jetzt sehr sehr schnell lernen müßen damit umzugehen!
    Psychologisch kann man sicherlich sehr viel davon lernen und es ist wahrscheinlich auch eine Chance über sein Leben nach und vielleicht neu zu gestalten!
    Ich hoffe, es geht Ihnen gut, ich kann den letzten „Talk im Hangar-7: Gesellschaft vor dem Kollaps“, den ich für sehr ausgewogen halte, sehr empfehlen, liebe Grüße aus Wien und lesen ist wahrscheinlich wirklich eine Form etwas entspannter mit der Situation umzugehen, wenn wir jetzt zu Hause bleiben!

    Kommentar von jancak — 2020-03-15 @ 10:04 | Antworten

  2. Liebe Frau Jancak,

    die postapokalyptische Welt nach der Pandemie wird Ihnen bestimmt für Ihr „Zeitdokument“ ewig dankbar sein! 🙂

    Bleiben Sie gesund!

    Kommentar von Ulrich Lucas — 2020-03-16 @ 07:46 | Antworten

    • Mal sehen, bis dahin ist ja noch Zeit! Inzwischen hilft es vielleicht die Gedanken zu ordnen und sich zu beschäftigen und das ist auch sehr wichtig!
      So gibt es ja jetzt auch einige diesbezügliche Initativen, wie beispielsweise das Singen von Balkonen und ein „QuarantiMo“ wurde von einem Schreibcoach auch gestartet!
      Ich werden darüber berichten und sicher auch zu diesem Thema schreiben!
      Wie geht es Ihnen? Sie sind ja inzwischen wieder etwas verstummt, lesen mich aber, wie ich sehe, bleiben Sie also auch gesund!

      Kommentar von jancak — 2020-03-16 @ 09:23 | Antworten

  3. Danke der Nachfrage, bei mir ist alles im grünen Bereich! Verstummt, vielleicht. Manchmal muss man erkennen, wann es Zeit ist, seine Energie anderweitig einzusetzen.

    Kommentar von Ulrich Lucas — 2020-03-16 @ 09:31 | Antworten

  4. Ich denke, lesen ist auch eine gute Initiative mit der Situation umzugehen und lese gerade auch ein paar Bücher, die Sie interessieren könnten, bleiben Sie also dran!

    Kommentar von jancak — 2020-03-16 @ 09:34 | Antworten

  5. Liebe Frau Jancak-Nagl,

    ich bin froh, dass ich wieder in Ihrem Literatur-Blog lesen darf und mittels Computer auch lesen kann. Sie schreiben ihre persönliche Meinung über die Situation hier in Österreich und in Europa rund um den Corona-Virus, den es auszurotten gilt, weil er unser gemeinsames ZusammenLeben mehr und mehr sehr stark gefährdet.

    Sie schreiben folgendes: „Die Wirtschaft kann man überall hören, bricht überall nicht nur mehr ganz allmählich, sondern rasant zusammen und das macht mir Angst und auch, die Kriminalisierung, die passiert, wenn man auf dieses Virus getestet ist, und der Hass, den es auslöst.“ Diese Gedanken sind mir auch nicht fremd, und ich fürchte ähnliche schlechte Gefühle, und die etwas überzogene Hysterie, die dieser neue entdeckte Virus auslösen könnte.

    Ich möchte mich nun mit meinem Kollegen Ulrich Lucas anschließen! Bleiben Sie gesund! Und alles Gute weiterhin für Ihren blog, und lesen Sie weiter, so dass Sie Informationen sammeln können, und letztlich darüber schreiben können!

    Liebe herzliche Grüße!
    Ihr
    Manfred LAGLER – regall

    Kommentar von Manfred Lagler - regall — 2020-03-17 @ 11:22 | Antworten

    • Freut mich auch, wieder von Ihnen zu hören, ich habe Sie ja schon vermißt! Ja, wir leben in schwierigen Zeiten, in den schwierigsten, die wir alle wahrscheinlich je erlebt waren und müßen da wahrscheinlich durch die nächsten Wochen, wo jetzt ja jetzt die Informationen überschwappen und sollten uns, wenn es geht, nicht allzu verunsichern lassen!
      Freut mich, daß Sie mich und wahrscheinlich auch anderes lesen, der Osterspaziergang wird ja heuer höchstwahrscheinlich wieder ausfallen, aber lesen und schreiben wir uns weiter, alles Gute, leben sie wohl!
      P.S. Wissen Sie es schon? Wir haben seit fünfzehnten Juni ein Enkelkind?

      Kommentar von jancak — 2020-03-17 @ 11:36 | Antworten

  6. Liebe Frau Jancak-Nagl,

    Gratulation zu ihrem Enkelkind! Alles Gute und viel Freude mit eurem Kind!

    Ihr
    Manfred Lagler – regall

    Kommentar von Manfred Lagler - regall — 2020-03-18 @ 09:14 | Antworten


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