Literaturgefluester

2020-04-26

Lesen in Corona-Zeiten

Nachdem der „Welttag des Buch“ vorbei und wahrscheinlich trothz schon wieder geöffneter Buchhandlungen, natürlich mit Mundschutz, Sicherheitsabstand und nur einer Person pro zwanzig Quadratmeter, etwas anders, als sonst geworden ist, widme ich mein heutiges Krisentagebuch dem Lesen, was ich, könnte man so sagen, schon längst tun hätte sollen und das auch schon habe, denn eigentlich hat ja alles, das heißt meine Beschäftigung mit der Krise mit der Absage der Leipziger Buchmesse angefangen. Da war das Virus gerade in Italien angekommen. Es gab die ersten Todes- und auch die ersten Quarantänefälle und da kamen auch die entsprechenden Literaturempfehlungen.

„Lest Camus „Pest!“ hat zuerst Wolfgang Tischer vom Literaturcafe empfohlen. Später folgten ihm andere und es gab auch Gruppenlesungen aus diesem Buch, das ich, wie ich mich erinnern kann, im Sommer 1973 nach meiner Matura im Gartenhäuschen meiner Eltern mitten drin in meiner philosphischen und Weltveränderungskrise im Gartenhäuschen meiner Eltern mit Begeisterung gelesen habe.

Das lese ich jetzt nicht noch einmal, denn das tue ich angesichts meiner Bücherberge ja selten, daß ich ein Buch zweimal lese, als ich mich im Rahmen meiner „Berührungen“ mit Stefan Zweig beschäftigt habe, habe ich das mit „Der Welt von gestern“ getan, aber jetzt hatte ich die Bücher von „Leipziger Buchpreis“ angefragt und noch andere Neuerscheinungen vor mir.

Ein Verlag hatet auch eine vierzehn Bücher-Empfehlung für jeden Tag der Quaratäne je eines. Die Pest war natürlich dabei und als dann in Österreich die Maßnahmen eingesetzt wurden, haben die Autoren, deren Lesungen abgesagt wurden, ihre Lesungen ins Netz gestellt.

Es gab und gibt die „Corona-Lesungen“, die „Corona -Tagebücher“, etcetera und ich habe, als die Veranstaltungen abgesagt wurden und ich infolgedessen auch am Abend in die Badewanne gestiegen bin, und gelesen und gelesen habe und die ersten Bücher über die Krise sind auch erschienen.

So hat mich „Rowohlt“ darüber informiert, daß der Bestsellerautor Paulo Giordano, von dem ich ja zwei Bücher gelesen habe und das dritte auch gefunden habe, ein Sachbuch über „In Zeiten der Ansteckung“ geschrieben hat, in dem er über die situation in Italien informiert. Das habe ich angefragt, auch versucht es über Netgalley zu bekommen, habe aber da noch auf Nele Pollatscheks „Brexit oder Oxbrigde-Buch“ gewartet und dieses dann in Zeiten als Boris Johnson wegen Covid 19 auf der Intensivstation lag auch bekommen, als PFD nicht alsBuch, denn die Krise hat ja  auch die Grenzen zugemacht und so scheinen Bücner aus Deutschland nicht oder nur sehr schwer zu mir zu kommen und als mich „Rowohlt“ gefragt hat, ob meine Adresse stimmt, weil sie soviele Bücher zurückbekommen, habe ich an den „Berlin-Verlag“ und auch an „Suhrkamp“ geschrieben und gefragt, ob sie mir das „Oxbridgde-Buch“ und das von Lutz Sailer, das trotz Zusagen nicht gekommen ist, vielleicht als PDF schicken können?

Sie haben und da meine Leseliste sowohl, was das Backlistlesen, als auch die Neuerscheinungen trotzdem sehr lang ist, hatte ich auch keinen Lesemangel und habe gelesen und gelesen, was ich ja sehr gerne tue und auch alles quer durch den Gemüsegarten, die „Leipziger-Buchpreisbücher“ sofern sie zu mir kamen, dann die Neuerscheinungen, da waren interessanterweise einige Krimis dabei und dann auch einige deutsche oder österreichische Neuerscheinungen von denen ich mir vorstellen können, daß sie demnächst, das heißt wenn es das dann noch gibt auf den „Deutschen oder Österreichischen Buchpreislisten“ stehen können. Das heißt wiederum der „Deutsche- und der österreichische Buchpreis“, der Schweizer ebenfalls, sind ausgeschrieben, die Juries bestellt, die Bücher werden eingereicht und werden wohl, wenn nicht die Verlage vorher pleite gehen, gedruckt. Ob es die Frankfurter-Messe in diesem Sinne geben wird, kann ich mir jetzt schwer vorstellen. Aber wir fahren dort ohnehin nicht hin und die zwanzig Bücher kann man ja aus den hundertachtzig oder so eingereichten auf jedenfall aussuchen und notfalls auch wieder übers Internet vergeben.

In Österreich gilt das, was die österreichische Buchmesse und den „Österreicheischen Buchpreis“ betrifft dasselbe und da ja sowohl die „Alte Schmiede“, als auch die Hauptbücherei einen Teil ihres Programms online ablaufen läßt und der Hauptverband Katja Gassner dafür engagiert hat, daß sie mit österreichischen Autoren spricht, bin ich ja diesbezüglich ganz gut informiert, habe sowohl einige österreichisches als auch deutsche Neuerscheinungen, wie  beispielsweise Bov Bjergs „Serpentinen“ gelesen und das neue Buch der Claudia Bitter bei „Klever“ angefragt, ob ich es bekomme ist noch nicht so klar und auf zwei mir schon versprochene „Diogenes-Bücher“ wartn ich auch noch, dafür ist jetzt das PDF des Giordano- Buchs zu mir gekommen und so kann ich das, was man während einer abgesagten Buchmesse, das habe ich ja schon ganz am Anfang geschrieben und während der Ausgangssperre, die ja trotz der ganzen Diskussion über die schrittweise Geschäftsöffnunge  und der schrittweisen Sport. und Veranstaltungsbeginn immer noch gilt, am besten tun kann, nämlich lesen lesen, lesen.

Ich habe Margit Heumann ja ein wenig verstört, als ich ihr kommentierte, daß ich mich sicher nicht mit Maske in die „Alte Schmiede“ setzen werde. „Man gewöhnt sich an alles!“, hat sie mir geantwortet „und ich gehe damit schon einkaufen!“

Da habe ich das Glück das das der Alfred für mich tut, dem es Spaß macht, die Verkäuferinnen damit zu schreken, daß er sich ein rotes Kopftuch so wie ein Bankräuber oder ein Wildwestheld um sich herumbildet. Das habe ich gerade in einer Eugen Szene in meinem „Kein Frühlingserwachen“ so beschrieben, wo ich ja die Corona-Krise herrlich aussnütze, wie ich ja auch meine Eindrücke eigentlich gleich zu Beginn beschrieben habe, als Zeitdolument für die Nachwelt, habe ich Xeniana kommentiert, worauf sich der Uli mokierte, wer sich wohl für meine Zeitdokumente interessen würde?

Weiß ich nicht, ob das jemand tut. Ist auch egal und vielleicht nur für mich wichtig alles aufzuschreiben und was mich ja an der Krise am meisten stört, sind die Polizeimaßnahmen, daß eine Mutter beispielsweise fünfhundert Euro Strafe zahlen muß, wenn sie mit ihrem Kind Ball spielt oder drei Leuten im Wald nachgeschoßen wird, wenn sie den Sicerheitsabstand nicht einhalten. Die Diskussion, ob die Corona-App verpflichtet sein wird und ich einen Schlüßel mitnehmen muß, wenn ich kein Handy habe oder, daß Kriminalbeamte eingesetzt werden, um positive Geteste nach ihren Kontakten zu fragen.

Das stört mich und finde ich bedenklich, auch wenn der <innenminister immer lächelt und sich bei den „Österreicher und Österreichinnen und den in Österreich lebenden Menschen!“, dafür bedankt, daß sie die Maßnahmen so  brav einhalten und ich da immer denke, daß wir sehr aufpassen müßen, daß wir diese Entmüdigungen nicht noch haben, wenn Corona längst vorbei ist.

Also, es ist das Ärgste, was ich je in meinem Leben erlebt habe, daß ich mich, wie in einem dystopischen Roman dabei fühle und das jetzt auch meinen an „Alzheimer“ erkrankten Egon so erleben lasse, habe ich schon geschrieben und sonst geht es mir gut.

Ich gehe wenig aus dem Haus, war nur vorigen Sonntag mit dem Alfred auf der Mostalm, wie wir das, wenn wir Sonntags in Wien sind ja immer tun, wenn ich das mit den Schüßen da schon gewußt hätte, hätte ich es vermieden,  lese und schreibe viel, auch wenn das niemanden interessiert, was ich über Corona denke und wünschen tue ich natürlich auch, daß mein Corona-Tagebuch wie mein übrigers „Literaturgeflüster“ viel gelesen wird und sich vielleicht auch einige Leugte für meine selbstgemachten Bücher, das „Lese und Schreibebuch“, das jetzt an die Druckerei gehen kann, das „Fräulein No“, das noch beim Alfred liegt und das „Kkein Frühlingserwachen“ das  umständlebedingt ein Corona-Roman, obwohl es gar nicht so geplant war, werden wird und an dem ich zwischen meinen Stunden, von denen ich ein Drittel telefonisch mache, eifrig auf der Terrasse schreibe.

Und natürlich wirkt sich diese Quarantäne auch auf meinen Bücherzugang aus. Da kommen Erstens, wie schon erwähnt, jetzt vermehrt E-Books oder PDFs herein, die ich ja nicht so gerne lese und wenn ich wenig aus dem Hause gehe, komme ich auch nicht zu den Bücherschränken.

Ein wenig doch natürlich, wenn ich zum Briefkasten muß oder die Plastikflaschen entsorge und so habe ich in den letzten Tagen auch Dominik Bartas „Vom Land“ von dem man jetzt  sehr viel hört, Constantin Göttferts „Steiners Geschichte“, wo ich schon einmal die Präsentation in der „Alten Schmiede“ hörte und als Letztes besonders erfreulich, weil es mir noch fehlte Gertraud Klemms „Erbsenzählen.“

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