Literaturgefluester

2020-05-31

Pfingstsonntag Normalität mit der Ruth

Wir sollen ja jetzt allmählich, weil die Zahlen so gut sind, zu der alten oder vielleicht auch neuen Normalität, so genau weiß man das noch nicht, zurckkehren.

Also seit ersten Mai wieder Besucher in seiner Wohnung empfangen, zu Ostern war das ja noch verboten und man wußte auch nicht so genau, ob jetzt die Polizei durch die Türe stürmen und nachsehen darf, ob man vielleicht einen solchen unter seinem Bett versteckte?

Zum Muttertag war das schon anders. Da waren wir in Harland, haben gegrillt und die Doris Kloimstein dazu eingeladen, die sich dann doch nicht zu kommen traute, obwohl es am Markt meiner Meinung nach ja gefährlicher, beziehungsweise mehr Menschen waren, in Harland nur die Oma, die Anna und das Baby und das habe ich gehört, ist ja nicht so gefährdet und hat wahrscheinlich auch weniger Gelegenheit jemanden anzustecken, vor allem weil es ja noch nicht in den Kindergarten geht.

Jetzt ist aber überhaupt alles leiwand, weil die Geschäfte schon offen, die Hotels auch, die Bäder haben aufgesperrt, obwohl man sich bei diesem Wetter wahrscheinlich noch nicht, um einen der begehrten freien zehn Meter Plätze raufen muß.

Es ist Pfingsten und da wären wir, wenn wir in Harland wären und er stattgefunden hätte, zum Pfingstmarkt nach Nußdorf an der Traisen gefahren. Hat aber beides nicht, so bin ich auf die Idee gekommen, die Ruth zum Essen einzuladen, um dieses Pfingsten ein wenig literarischer zu machen.

Die Ruth ist auch eine Bezugsperson mit der ich während der Krise regelmäßig telefoniert habe, am ersten Mai habe ich sie dann bei der Oper getroffen. Sie ist schön mit Maske aufmarschiert, hat sie dann aber hinuntergegeben und jetzt hat sie auch keine aufgehabt, sondern mir eine weiße Eule mitgebracht, weil sie ihre Eulensammlung wegen ihres Wohnungsumzugs auflöst und sie sie daher in meinem Bücherregalen aufgestellt haben will. Da muß ich zwar wahrscheinlich erst Platz schaffen, ein Pfingstrosenstrauß war aber auch dabei und die „Autorensolidarität, die Zeitschrift der IG-Autoren, die man abonnieren muß, um sie zu bekommen, so daß ich nur die Nummern habe, die bei den GVs gratis aufliegen. Aber interessant, als mich die Cornelia Stahl am Freitag zum Eisessen abgeholt hat, hat sie mich auch gefragt, ob ich die neue Nummer, die gerade ausgeschickt wurde, schon bekommen habe?

Habe ich nicht, aber jetzt habe ich das Heft in dem viele viele Fotos von der letzten GV abgebildet sind, darunter einige von mir, die aber leider weder besonders schön noch besonders scharf sind.

Ein Portrait vom lieben Rudi gibt es auch und leider auch eine unerfreuliche literarische Nachricht, die ich allerdings nicht aus der „Autorensolidarität“ sondern von der Facebookseite der „Gesellschaft“ habe, Alfred Kollertisch, der Begründer der „Manuskripte“ ist gestorben und dem habe ich ja, meine Leser wissen es wahrscheinlich, als ich noch meine Texte herumschickte, jahrelang etwas zugeschickt und einmal, als ich in die Gav aufgenommen wurde und einen Text im „Wespennest“ hatte, ihm hoffnungsvoll geschrieben „Einmal werden sie mich auch nehmen!“

So kann man sich täuschen. Werden sie nicht, denn ich schicke nichts mehr hin, habe aber jahrelang das Heft zugeschickt bekommen, weil mir Hans Jörg Waldner einmal gesagt hat, ich solle im Kulturamt der Stadt Wien anrufen und mich auf die Gratisabonnentenliste setzen lassen. Dann habe ich eine Rechnung und die Mahnung sie zu zahlen bekommen und bin mit einem Telefontat mit dem Herrn Kolleritsch und der Frau Danielcyck draufgekommen, daß die ihr Abo schon lange aufgekündigt hat. Ein paar Mal ist das Heft dann noch zu mir gekommen und als ich mich dann mit der Sekretärin geeinigt habe, daß ich es wenn sie es mir weiterschicken, rezensieren werde, hat das aufgehört.

Also auch ein Großer weniger und in der „Autorensolidarität“ kann man lesen, daß auch Kurt Bracharz, von dich schon was gelesen habe und mit dem ich 2005 bei dieser „Text und Kritik-Werkstatt“ war und Hans Eichhorn gestorben sind.

Aber zurück zum Pfingsonntäglichen Mittagessen, Antipasti, nämlich Roastbeef und Artischocken, hat es zum Prosecco gegeben, danach Garnelen, anschließend Saltim Bocca und zum Desert ein Erdbeertiramisu, das ich schon am Samstag vorbereitet habe.

Literarische Gespräche, denn die Ruth hatte noch einiges vor, wird ja das Admiralkino wiedereröffnet und dort der Dohnal-Film gezeigt, den wir schon im Februar gesehen haben, bevor wir zu der Ruth ins Hinterthal zum Schiurlaub gefahren sind und die wird dort ihr „Auf Buch- Zündete Funken“ verkaufen, so daß wir uns ein bißchen über die vergangenen feministischen Zeigten, die Elfriede Haslehner, den Arbeitskreis etcetera unterhalten haben.

Ein Leben mit Normalität, langsam scheint das einzukehren und weil am fünfzehnten Juni ja wieder ohne Maske in die Geschäfte gehen kann, kann ich dann dem Baby rechtzeitig zum ersten Geburtstag auch eine Puppe kaufen und die Ruth will hat sie gesagt, wieder nach St. Pölten fahren, da können wir sie beispielsweise mit der Doris Kloimstein am Markt treffen, wenn die nicht da gerade in Innsbruck oder Bregenz ist, aber die hat mir jetzt einen regelrechten Gedichtereigen geschickt und mir auch mitgeteilt, daß man jetzt schon den Gottesdienst ohne Maske besuchen darf. Es geht also aufwärts, mein treuer Stammkommentierer Manfred Lagler-Regall, den ich schon vermißt habe, hat sich auch bei mir gemeldet und mir sein neues Buch als PDf geschickt und der Alfred hat die Ruth, weil wir für morgen Tafelspitz eingeplant haben wieder zum Essen eingeladen. Die wollte zwar mit der Erika Brunngraber, der Tochter des Superstars spazieren gehen, kann das aber auch mit uns auf die Mostalm machen, weil wir das auf den Montag verschoben haben. Das Restaurant war zwar, als wir das letzte Mal dort waren noch geschloßen, obwohl schon der fünfzehnte Mai vorüber war, aber schauen wir mal, ob auch da schon die Normalität eingekehrt ist und noch etwas Erfreuliches kann man für nach Pfingsten vermelden. Die Kinder dürfen da nämlich wieder ohne Maske in die die Schule gehen und sie dürfen auch laufen, Ballspielen und singen, was ich als Psychologin sehr sehr gut finde, weil ich mir schon Sorgen machte, wieviel Traumatsierungen da entstehn werden, die die Psychologen der nächsten Generationen aufzuarbeiten haben, aber da, richtig, werde ich nicht mehr davon betroffen sein, kann mich also auf den morgendlichen Besuch und den morgendlichen Spaziergang freuen und das Besuchsverbot und die Kontaktsperre der letzten Wochen auf diese Art und Weise ein wenig kompensieren.

2020-05-30

Pfingsten zu Corona-Zeiten

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 00:33
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Pfingsten hat für mich, meine Leser wissen es, obwohl ich ja nicht religös oder katholisch bin,, eine besondere Struktur oder meine Rituale und Erinnerungen.

Eine der frühsten Erinnerungen sind wohl die Pfingstrosen, die ich im Gartenhäuschen meiner Eltern am Almweg erblickte. Dann kommt eine lange Pause und dann die Pfingstausflüge mit dem „Klub der logischen Denker“ nach St. Gallen in der Steiermark nicht in der Schweiz.

Das erste Mal bin ich da 1977 mit dem Herrrn Lembacher nach meinem Dissertantengespräch, die Voraussetzung meine Dissertation zu beginnen, dorthin gefahren. Wir hatten eine Panne in St. Pölten, das erste Mal, das ich in dieser Stadt beziehungsweise in einer Tankstelle dort gewesen ist, dann gab es nur ein Doppelzimmer, bis ich dann natürlich in ein einzelzimmer übersiedelt bin. Ein paar Mal bin ich da mitgefahren,

Ich kann mich an ein Pfingsten erinnern, das war wohl 2000, wo wir die Doris Kloimstein besuchten, ich ihr stolz mein neues Buch, es war wohl die „Viertagebuchfrau“ für eine Rezension im „Ecetera“ überreichte und dann über ihr „Eigenverlag nehmen wir nicht!“, sie hat es wohl anders formuliert, betroffen war. Sie hat mir dann eines ihrer Bücher gegeben und ich kann mich erinnern, daß ich ihr auf eine Karte geschrieben habe, daß ihre Gedichte oder was es war, auch nicht besser als meine realistischen Romane wären.

Das ist auch lang vorbei. Dann war mal der Alfred mit dem Karl irgendwo auf der Welt unterwegs, was er jetzt nicht kann und ich in Wien beim Bachmann-Symposium oder Ausstellung im Palais Palfy.

Da bin ich zuerst auf einen Spaziergang auf den Spuren der Bachmann gegangen, habe vor dem Cafe Raimund von Hans Weigels „Unvollendete Symphonie“ gehört, das ich am inzwischen gelesen habe und am Nachmittag wollte ich von Neuwaldegg auf den Kahlenberg wandern. Bin aber, glaube ich, ab Salmansdorf mit dem Bus gefahren und dann vom Leopoldsberg über den Nasenweg nach Nußdorf zurück.

Nußdorf ist auch so ein Schlagwort, nämlich ein berühmter Heurigenort in Wien, aber auch der Sitz von Alfreds Lieblingswinzer oder den, der ihm das Spritzmittel für seine Weintrauben gibt, durch den sind wir auf den Pfingstmarkt in Nußdorf an der Traisen gekommen, den wir seit <jahren immer besuchen, wenn wir zu Pfingsten in Harland sind.

Das sind wir heuer nicht und der Pfingstmarkt ist, glaube ich, auch Corona bedingt abgesagt, obwohl er ja in Freien stattfinden würde, aber wohl immer noch zu viele Menschen und am Klo, wo sich die dann ja drängen müßte man wohl Maske anlegen und auch wenn man, was der Alfred meistens wollte, in Traismauer mit dem Zug zurückfahren wollen.

Aber wir bleiben ja heuer sowieso zu Pfingsten in Wien und da habe ich ja auch noch ein Pfingsten, wo der Alfred mit dem Karli wieder irgendwo war, vergessen, wo ich mich zu einem Lesemarathon aufmachte, da zwei Tage lang, glaube ich, zu Hause gelesen und die restlichen zwei mich auf Bücherschranktouren aufmachte.

Wie werden wir Pfingsten heuer in Corona-Zeiten verbringen, wo ja inzwischen schon die Friseure, aber da gehe ich ja mit Maske nicht hin, die Geschäfte, detto, die Lokale, wo man sich in den Gastgarten ohne setzen kann und ansonsten eine zum Betreten brauchen würde und jetzt sogar schon die Hotels geöffent haben.

Das ist mir zwar egal, weil wir ja sowohl in Wien, als auch in Harland eine Wohnung, beziehungsweise ein Haus haben und zu Pfingsten eigentlich nie auf Urlaub gefahren sind, aber das Leben normalisiert sich langsam und ich habe ja sowieso immer versucht normal zu leben.

Das heißt, ich habe immer ein Drittel meiner Stunden live gemacht, am Abend habe ich in der Badewanne gelesen, statt zu Veranstaltungen zu gehen, die es ab hundert Persoen ja ab Ende Mai auch schon geben soll, ich aber keine Ahnung haben, ob die „Gesellschaft“ die „AS“ oder das Literaturhaus da ein Programm anbieten können, aber mit Maske, eh schon wissen und meine Normalität besteht ja im Vermeidungsverhalten, denn mit Maske würde ich mir sehr komisch vorkomen und dem Glück, daß der alfred ohnehin auch schon früher soviel eingekauft hat, daß ich das kaum machen mußte.

Am dreißigsten April ist die Cornelia Stahl zum Interview zu mir gekommen, das haben wir schon Anfangs März kurz vor dem Lockdown ausgemacht und beibehalten obwohl die Ausgangsperre ja bis ersten Mai galt und erst am letzten Tag, glaube ich, durchgesickert ist, daß man sich ohnehin immer besuchen hätte dürfen.

Am ersten Mai sind wir dann gleich zu Demonstrationen gegangen, weil erstens Tag der Arbeit und es dann auch gut ist, gegen oder den Kurzschen Plan alles perfekt mit Überwachungsapp, Maske, Testung und vielleicht auch Impfzwang zu organisieren, etwas zu tun.

Da die Corona-Demos aber offenbar eher in rechter Hand liegen und sich inzwischen ohnehin schon einiges gelockert hat, beziehunsweise sich schon der Mainstream gegen die Maskierung ztu wehren scheint, werde ich das vielleicht lassen, habe mit dem Alfred am letzten Sonntag aber schon auf der Rudolfshöhe gegessen und dann in der Radlerschenke einen Kaiserspritzer zu trinken.

Das habe ich mir ja im letzten Jahr angewöhnt bei meinen Radtouren zu tun, aber neben der Schank ein Schild mit „Bitte Maske bei der Bestellung!“ Wir kommen ohnehin erst nächste Woche hin und für den Pfingstsonntag haben wir ja die Ruth zum Essen eingeladen und da kann ich gleich wieder eine Gedächtnislücke schließen, denn als ich mit ihr, als der Alfred wieder irgendwo mit dem Karl war, den öffentlichen Raum erforschten, haben wir das auch zu Pfingsten gemacht, beziehungsweise bin ich da, glaube ich, allein auch zur Seestadt hinausgefahren, habe dort den Pfingsmarkt beobachtet und ein Würstel gegessen.

2020-05-29

Zwei Meter Abstand für Kunst und Kultur

Filed under: Gesellschaftspolitik — jancak @ 22:40
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Ich bin ja in den letzten Wochen in Wien fast nur aus dem Haus gegangen, um auf die Bank, zum Briefkasten, zur Mülltonne und zum Bücherschrank und natürlich zu Demos zu gelangen.

Klingt in in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen, der Maskenpflicht und des Sicherheitsabstandes ein wenig absurd, war aber so und die ersten Demos hat es für mich am ersten Mai gegeben, da ist der Maiaufmarsch in sehr sehr abgespeckter Form in die Demo für Kunst und Kultur hineingefloßen und ich habe mich zweimal ein wenig gewundert. Erstens, daß ich niemanden kannte und zweitens habe ich mich gefragt, was ich hier eigentlich mache, außer meine Füße zu vertreten, denn ich habe ja weder beim Härtfallfond noch beim Künstlerunterstützungsfond eingereicht, weil ich ja keinen literarischen Einnahmensverlust, da sowieso keine literarischen Einnahmen habe.

gewundert habe ich mich auch, keine Literaten dabei gesehen zu haben und auch, daß Gerhard Ruiss nicht das Wort ergriffen und eine schwungvolle Brandrede gehalten hat.

Als ich vor zwei Wochen auf diesen Spaziergang für das Ende der Maskenpflicht gewesen bin, habe ich einen Teilnehmer zu einem anderen etwas von einer Kunstdemo sagen gehört, bin aber erst zu Hause darauf gekommen, daß ich die versäumt habe oder eigentlich aus den obigen Gründen wieder nicht.

Inzwischen waren ja schon die Restaurants und die Geschäfte aufgesperrt und die Künstler mit der Staatssekretärin Ulrike Lunacek höchst unzufrieden, weil die bei einer Pressekonferenz etwas von „Kein Küßen und kein Spucken auf der Bühnen und auch keine Blasmusik!“, gesagt hat.

Das führte dann zum Rücktritt, inzwischen ist Andrea Ecker, die jetzt Mayer heißt, Staatssekretärin und die Kinos, beziehungsweise, Veranstaltungen bis unter hundert Personen können heute aufsperren, die Salzburger Festspiele wird es auch geben.

Die neue Staatssekretärin hat einen neuen Unterstützungsfond für bei der SVA versicherte Künstler, also auch nicht für alle, angekündigt und Gerhard Ruiss hat mir ein Mail geschrieben und mich zu der dritten Demo für Kunst und Kultur eingeladen.

Es geht also etwas weiter, habe ich gedacht und bedauert, daß ich wieder eine fünf Uhr Stunde hatte, also zu spät kommen werde.

Aber vorher hat mir noch Cornelia Stahl gemailt, daß das Interview, das sie am 30.4. mit mir machte am 23. 6 zwischen achtzehn Uhr und achtzehn Uhr dreißig im „Literaturfenster“ im Radio Orange gesendet wird.

Wer es hören will, bitte vormerken. Dann hat sie mich noch in den Eissalon am Margaretenplatz eingeladen, wo der Service, ein bißchen anders als früher, Selbstbedienung und nur Wegwerfgeschirr, war und literarisch ist diese Woche auch einiges losgewesen.

So habe ich sehr viele Kommentare bekommen, der Rudi , die Margit Heumann, hat sich gemeldet, Peter Cak hat mir gesagt, daß er die Schreibgruppe gerne wieder beleben möchte, Doris Kloimstein hat mich gefragt ob ich auf die Demos gehe?

Mit der Ruth habe ich abgemacht mich dort mit mir zu treffen. Als ich aber nach dreiviertel sechs losgestapft bin, hat es zu Schütten angefangen. Das hat dann zwar wieder aufgehört. Die Ruth war aber offenbar schon weg oder vielleicht auch gar nicht da, als ich patschnaß den Maria-Theresia Platz mit dem Denkmal der Kaiserin zwischen den zwei Museen erreichte. Ein Orchester war unter einem Zeltdach improvisiert, der Schauspieler Cornelius Obonja hat Ulrike Lunacek verteidigt und wurde ausgebuht.

Ich denke auch, daß sie genau soviel dafür kann, wie die anderen Minister, daß nichts weitergegangen ist und wahrscheinlich auch nicht weniger Ahnung von der Kultur als Werner Kofler oder Sebastian Kurz hat, aber man geht ja immer auf die Frauen los und versucht sie hinauszudrängen. Susanne Scholl, die Literatin, Journalistin und Oma gegen Rechts habe ich wieder versäumt, aber die Rede der Schauspielerin Andrea Eckert angehört. Lukas Cejpek gesehen, Gerhard Ruiss nach seiner rede gefragt, ob er mein Buch bekommen hat. Ein Kunstministerium wurde wieder gefordert und das bedingungslose Grundeinkommen. Es gab musikalische Einlagen, eine Frau hat ein Lied gesungen, Dudelsackpfeifer haben den „Lieben Augustin“, gespielt und gesungen: „Geld ist weg, Kultur im Dreck“ und am Schluß, da war mit schon ziemlich kalt, hat noch Harry Stojka gespielt und ich glaube auch gesungen.

Der geforderte Mindesabstand von zwei Meter wurde nicht ganz eingehalten, von der Regierung wird aber ohnehin nur einer verlangt und im Freien gibt es auch keine Maskenpflicht und die soll ja „Hurrah, Hurrah!“, in vierzehn Tage in den Geschäften wegfallen und nur mehr in den Verkehrmitteln, beim Friseur und wahrscheinlich auch bei den Innenveranstaltungen gelten, also vorläufig keine „Alte Schmiede“ und kein Literaturhaus, etcetera, aber die werden wahrscheinlich im Juni ohnehin kein Programm zusammenbringen. Dann kommt ja die Sommerpause und bei mir gibt es, kann ich schon verraten, während ich meinen Corona-Kurzroman korrigiere und vielleicht auch noch verändere noch mindestens zwei Szenenschmankerl, denn ich bin ja eine aktiv schreibende Frau, auch wenn ich im Literaturbetrieb so danebenstehe, daß ich weder eine „Steuerbefreiung bei Kunstankäufenm noch eine umgehende Verbesserung der Künstlersozialversicherung“ fordern kann und richtig Erwin Leder, den ich vom Lesetheater kenne ist auch aufgetreten und hat etwas von einem Schweigemarsch der Kunst erzählt, der am ersten Juli am Ring stattfinden wird, denn wenn es „Keine Kunst und Kultur gibt, stirbt das Land!“,

Das weiß ich jetzt nicht so genau, ob das wirklich stimmt. Für mich waren die Corona-Zeiten jedenfalls sehr intensiv, was das Schreiben und das Lesen betrifft.

2020-05-28

Digitaler Bachmannpreis

Filed under: Literaturbetrieb — jancak @ 17:50
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Der Bachmann-Preis oder die „Tage der deutschsprachigen Literatur“ in Klagenfurt“, wie es ja richtig heißt und den es seit 1977 gibt, ist mir ja, wie meine Leser wahrscheinlich wissen, sehr wichtig.

Das heißt, ich hätte immer schon sehr gerne dort gelesen und habe auch zwei oder dreimal Mal ist es, glaube ich, gewesen, meine Texte dorthin geschickt.

Aber „Keine Chance, keine Chance!“, wie es so schön heißt, dazu bin ich wahrscheinlich sprachlich zu ungenau, zu wenig abgehoben, vielleicht auch zu konventiell oder einfach nicht im Literaturbetrieb, ich habe mich aber immer schon dafür interessiert und habe versucht soviel wie möglich davon mitzubekommen.

Das war in den Siebzigerjahren, wenn man keinen Fernseher hatte, auch nicht so einfach und damals, das hat man heute wahrscheinlich schon vergessen, war dieser Preis, wo das erste Mal öffentlich über einen Text diskutiert wurde und Marcel Reich-Ranicky hatte ja eine sehr scharfe Ausdrucksweise und ein starkes Fingerwackeln, war er vor allem in Österreich sehr umstritten.

Die IG- Autoren haben sich dagegen aufgelehnt und, ich glaube, es war am Anfang gar nicht so einfach Autoren dafür zu finden, die haben sich dann meistens herumgewunden und Ausreden dafür gefunden, wenn sie schließlich doch gelesen haben. Das Preisgeld war wahrscheinlich schon verlockend. Das ist heute längst besser geworden, die Autoren reißen sich darum, kommen sie ja dadurch mit den Publikumsverlagen in Kontakt und verlegen dann vielleicht bei „Suhrkamp“ oder „Hanser“.

Wolfgang Tischer vom Literaturcafe hat sich auch des Bachmanns-Preises angenommen und reist jedes Jahr dafür mit seiner Badehose zum schönsten Betriebsausflug der Welt, Cornelia Travnicek hat sich einige Jahre die Finger wund gedrückt, bis sie 2012 lesen durfte. Und 2013 sollte der Preis überhaupt abgeschafft werden. Da gab es scharfe Proteste und ein Eingestehen der Preis wird bleiben und heuer wieder in diesem Schicksalsjahr, wo sich das Corona-Virus ja über uns stülpte und uns einen Mundschutz verordnete, beziehungsweise in eine Pleitewelle hineinschleuderte, hieß es ja Ende März, als alle Veranstaltungen bis Juni abgesagt waren, daß es das Klagenfurter Wettlesen, das ja immer Ende Juni, Anfang Juli stattfand, auch nicht geben wird.

Warum, habe ich mich gefragt, kann man doch eine gerade eine Veranstaltung, wie diese sehr leicht digital durchführen und außerdem kann ja im Juli alles anders sein und vierzehn Autoren vor sieben Juroren kann man ja mit Sicherheitsabstand lesen lassen und der Kameramann kann ja das alles mit Mundschutz filmen? Wo ist das Problem?

Die Jury hatte auch keines und rief zu einem digitalen Wettbewerb auf, Wolfgang Tischer mit seinem grimmigen Humor, den ich nur sehr schwer verstehe, machte einen Aprilscherz oder meinte es vielleicht ernst, daß er keinen ungeschminkten Klaus Kastberger in seiner Küche im Video-Chat sehen wollte, da war schon bekanntgegeben, daß der Preis digital vorbereitet wird und am 28. Mai werden die Details bekannt gegeben. Daß die Veranstaltung vom 17. bis 21. Juni stattfinden wird, war dann auch schon bekannt und heute weiß man wieder etwas mehr.

Nämlich, daß Kärnten fast virusfrei ist und Landeshauptmann Kaiser sich für Erleichterungen und Grenzöffnungen einsetzt. Morgen werden die Hotels eröffnet. Da wird für einen Urlaub am Wörthersee geworben. Veranstaltungen bis hundert Personen sind ab morgen auch erlaubt. Also wäre wahrscheinlich auch ein richtiger Bachmannpreis mit oder ohne Maskenpflicht mglich. Sitzen da halt dann nur die ausgesuchten Verlagsvertreter mit Sicherheitsabstand im Publkum und das Publkumviewing am Lendhafen könnte mit diesen auch stattfinden.

Mir ist das aber egal, bin ich ja nur einmal live vor Ort gewesen und würde es mir auch heuer nur per livestream ansehen.

Möglich wäre es, vielleicht ist die Literatur dem Landeshauptmann auch nicht so wichtig, daß er die digiatlen Vorbereitungen nicht stören wollte, obwohl die zugelassenen hundert Personen ja ein paar Hotelbetten gesichert hätten.

Die ausgesuchten Autoren haben, was mich auch schon ein wenig wunderte, schon zum Zeitpunkt der Absage festgestanden. Jetzt wurden sie wieder eingeladen oder vielleicht auch andere, denn ich habe schon ein Buch bekommen, wo es, glaube ich, schwarz gezeichnete Seiten gibt, denn die Texte dürfen ja nicht schon veröffentlicht sein.

Es gibt auch zwei Kommentatoren, nämlich Julya Rabinowich die ja auch schon dort lesen durfte und Heinz Sichrovsky. Sonst soll alles in den Arbeitszimmern der Juroren, bei denen Philipp Tingler und Brigitte Schwens-Harrant heuer neu sind, Hubert Winkels wieder den Vorsitz hat und sonst aus Klaus Kastberger, Insa Wilken, Nora Gomringer und Michael Wiederstein bestehen, stattfinden.

Die Lesereihefolge wird ausgelost, die Bachmann-Preisträgerin von 2016 Sharon Dodua Otoo wird die Festrede „Dürfen schwarze blumen malen“ halten und nun zu den vierzehn Glücklichen von denen es heuer, was ich sehr gut finde, fünf Österreicher oder innen gibt.

Das sind auch die meisten, die ich kenne, denn der Durchschnittsautor wurde in den Neunzehnachtzigerjahren geboren. Eine Außreißerin, was mich auch sehr freut, nämlich die achtzigjährige Helga Schubert aus der ehemaligen DDR gibt esaucch. Die hätte 1980 lesen sollen. Hat aber keine Ausreisegenehmigung bekommen, dafür war sie von 1987-1990 in der Jury und ich würde mich jetzt schon freuen wenn sie gewinnt.

Von den fünf ÖsterreicherInnen kenne ich vier, nämlich Laura Freudenthaler, Lydia Haider, Jörg Piringer, das sehr experimentell- digiatle GAV-Mitglied und Carolina Schutti, die 1990 in Mainz geborene Hanna Herbst, arbeite lange in Österreich und wird daher unter D und A gereiht und der 1961 in Graz geborene Egon Christian Leitner, von Klaus Kastberger eingeladen, war mit bisher völlig unbekannt, dürfte aber ein sehr schräger Typ und höchstwahrscheinlich aus sozialkritisch sein.

Der 1987 in Greiz geborene Maththias Senkel hat schon 2012 in Klagenfurt gelesen, Die restlichen Schweizer oder deutsche Autoren sind mir völlig unbekannt.

Ich bin also gespannt und freue mich auf das Livestreaming. Der Literaturkurs fällt heuer aus. Die Autoren sind aber schon für 2021 ausgesucht,

Da können wir also nur hoffen, daß uns das Corona-Virus dann schon verlassen hat. Die Zahlen sind aber, wie ich höre ohnehin sehr gut. Nur von der Maskenpflicht will man noch nicht abgehen. Gerüchteweise soll das ja erst nach der Zwangsimpfung passieren. Das wäre nicht sehr gut für mich und würde mich wahrscheinlich noch mehr vom Literaturbetrieb, als ich es schon bin wegbringen.

Aber nein, das stimmt ja nicht, schreibe und lese ich ja mehr denn je und bin ja auch dabei hier nach und nach meinen Corona-Text zu veröffentlichen, so daß ich in Klagenfurt oder in meinem Wohnzimmer ja gar nicht lesen dürfte, denn meine Texte sind ja jetzt meistens schon veröffentlicht.

Die O-Töne merke ich noch an, soll es diesen Sommer geben und können ja wahrscheinlich, wenn es nicht regnetm maskenlos besucht werden. Die Salzburger Festspiele gibt es abgeschminkt und wahrscheinlich mit Maske zum Abendkleid und Frack, auch. Aber da fahre ich ihnehin nicht hin, wie auch nicht nach Frankfurt, daß es auch in abgeschminkter Form geben wird und da wurden die Details heute ebenfalls in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Gastland wird Kanada mit einem wahrscheinlich digitalen Auftritt sein.

2020-05-27

London N-W

Filed under: Bücher — jancak @ 00:46
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Jetzt kommt ein Buch von meiner Harlander Backleseliste, das mir der Alfred im Vorjahr von der „Thalia-Abverkaufskiste“ in der Kremsergasse mitgebracht hat.

Zadie Smiths 2012 erschienener Roman „London NW“ der von vier Dreißigjährigen handelt, die alle in diesem Londoner Bezirk in einer Sozialwohnung aufgewachsen sind.

Von der 1975 offenbar ebenfalls in diesem Stadtteil geborenen Autorin, deren Mutter aus Jamaika stammte, habe ich schon „Swingtime“ gelesen „Zähne zeigen“ und „Von der Schönheit“ muß ich noch lesen und der Episodenroman „London NW“ ist, da in einem eher experimentellen Stil geschrieben, gar nicht so einfach zu lesen, da es mit den verschiedenensten Stilmitteln arbeitet.

Leah, Natalie, Felix und Nathan sind jedenfalls in diesen Stadtteil aufgewachsen und der erste Erzählstrang „Heimsuchung“ handelt von der weißen Leah, die mit ihrem Freund Michel in einem Wohnblock lebt, trotz ihres Studium eine eher untergewordnete Arbeit hat und nun von einer Trickbetrügerin heimgesucht wird, die sie komplett durcheinander bringt.

Der zweite Teil „Gast“ handelt von Felix, der war drogensüchtig, hat sich davon gelöst, besucht nun seinen Vater, kauft sich ein Auto und will mit seiner neuen Freundin Grace ein neues Leben anfangen. Dabei besucht er noch einmal eine Freundin aus seiner Vergangeheit und wird am Rückweg von zwei Burschen, die er schon vorher in der U-Bahn traf, zusammengeschlagen.

Im dritten Teil geht es zu Natalie oder besser Keisha Blake Lehah besten Freundin, als die sechzehn war bekam sie von Leah einen Dildo geschenkt, das hat dann die Beziehung etwas auseinandergebracht, beziehungsweise brachte Keishas Mutter sie mit einem Jungen zusammen der genauso viel las wie sie, mit ihm haben sie sich dann für ein Jus-Studium beworben, wurden auch genommen, die Beziehung zerbrach aber, Keisha die sich fortan Natalie nannte, kam mit einem Frank oder oder einem Francesco De Angelis, einem Sohn aus gutem Hause sozusagen zusammen, heriatete ihn, wurde auch erfolgreiche Anwältin, bekam von ihm zwei Kinder, nach einem Streit weil Frank auf ihre Internetauftritte aufmerksam wurde, verläßt sie fluchtartig mit den Kindern das Haus und trifft dann Nathan auch einen Gefährten ihrer Kindheit wieder, geht dann zu Leah, die Streit mit ihrem Michel hatte, der darauf gekommen ist, daß sie immer noch verhütet obwohl der doch Kinder will und der Bogen spannt sich dann zurück zu Felix der in diesem Episodenroman bisher etwas isoliert gewesen ist, Nathan wird nämlich des Mordes verdächtig und wir haben ein interessantes Buch gelesen, das mit einigen sprachlichen Experimenten, so taucht im ersten Teil zwischen den Kapiteln die Zahl 37 öfter auf, experimentiert.

2020-05-26

Ein überraschender Besuch

Gleich wieder ein Szenenschmankerl aus meinem „Work on Progress“ „Kein Frühlingserwachen“ mehr, das derzeit aus fünfundzwanzig Szenen, siebenundfünfzig Seiten und 27 084 Worten besteht.

Zwei Szenen, die von Egon Herweg, den als Alzheimer leidenden Gatten, der Heldin Roswitha, der den Lockdown auf seine eigene Art und Weise erlebt, habe ich hier schon vorgestellt.

Jetzt gehts ein wenig weiter nach vor im Text, nämlich zu Szene fünf, wo Roswitha und Egons Tochter Beate, die gerade ihren Abschluß auf der Sigmund Freud Uni gemacht hat, Besuch von ihrer Freundin Esther Jablonksy bekommt. Aber in Zeiten der Ausgangssperre war das ja verboten oder eigentlich auch nicht, wie wir inzwischen wissen.

„Schön, daß du gekommen bist, Esther!“, rief Beate Herweg begeistert und drückte der Freundin, die mit einer schwarzen Reisetasche und einem Blumenstrauß vor der Tür ihrer Dachwohnung stand, einen Kuß auf den Mund. Spontan und aus alter Gewohnheit hatte sie ihre Lebensmenschin, die Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin Esther Jablonsky, mit der sie seit zwei Jahren mehr oder weniger heimlich zusammen war, an sich gedrückt. Wich, als sie das bemerkte, erschrocken zurück und fuhr sich mit der Hand über den Mund.

„Entschuldigung, Esther! Wie konnte ich das vergessen! Das darf man jetzt nicht mehr! Haben wir jetzt das Socialdistanciering und das Berührungsverbot! Ich habe dich hoffentlich nicht angesteckt! Ich bin aber, kann ich dir versichern, seit die Bundesregierung diese Verordnung herausgegeben hat, brav zu Hause geblieben und auch mehr oder weniger symptomfrei!“

„Keine Angst!“, antwortete die Freundin, stellte ihre Tasche ab, drückte Beate den Blumenstrauß in die Hand und erwiderte den Kuß.

„Keine Angst, Bealein und herzlichen Glückwunsch, daß deine Abschlußarbeit angenommen wurde, du nun eine richtige Therapeutin bist und voll ins Berufsleben einsteigen könntest, wenn man das in Zeiten, wie diesen, dürfte! Aber keine Angst, Beate! Ich bin nicht so hysterisch, wie es rund herum den Anschein macht und stehe dem Ganzen eher skeptisch gegenüber! Nichtsdestotrotz fühle ich mich in meiner Wohngemeinschaft ein wenig einsam und da du mich, als die gewisenhafte Frau, die du bist, nicht besuchen wirst, habe ich entschloßen meine sieben Sachen zusammengepackt und beschloßen, bevor die totale Ausgangssperre kommt und man, wie in Frankreich oder Spanien, sich nur hundert Meter um seine Wohnung bewegen darf, vorübergehend zu dir zu ziehen und mit dir, wenn du einverstanden bist, eine Zweckgemeinschaft zu gründen! Dann könnten wir, wie es auch der Bundeskanzler vorschlägt, uns beim Einkaufen ablösen! So das Risiko reduzieren und das Homeworking, das mir meine Organisation vorschreibt, kann ich, wenn du nichts dagegen hast, vielleicht auch in deinem Wohnzimmer machen!“

„Nicht die Spur!“, antwortete Beate Herweg ein wenig überrascht und erwiderte Esthers Umarmung etwas zögernd, weil sie nicht so sicher war, sich nicht vielleicht anzustecken oder einen eventuellen Virus zu übertragen. Andererseits gehörten sie beide nicht zur Risikogruppe und wenn sie die nächsten Tage, wie verlangt zu Hause blieben, war die Verbreitungsgefahr gering.

„Gar nicht, ich freue mich im Gegenteil darüber! Denn weißt du, dir kann ich es gestehen, mir ist die Decke in den letzten Tagen sehr auf den Kopf gefallen! Den ganzen Tag allein zu sein, bin ich, fürchte ich, nicht gewohnt! Noch dazu, wo ich meine Abschlußparty absagen mußte und die Sponsionsfeier entfallen ist! ich hätte zwar nicht gewagt, dir das vorzuschlagen, möchte ich dich auch nicht gefährden und es ist, wie ich fürchte, auch nicht ganz legal, weil wir nicht zusammenwohnen!“, sagte sie und brach wieder ab, um Esther Jablonsky fragend anzusehen, die energisch den Kopf schüttelte und ihr noch einen feuchten Schmatz auf den Mund drückte.

„Nicht so ängstlich, Bealein! Eine klitzekleine Gesetzesübertretung ist erlaubt! Wenn du möchtest, nehme ich sie auf meine Kappe, zahle die Strafe und gehe, wenn sich die Vorsichtsmaßnahmen vielleicht doch als übereilt herausstellen sollten, bis in die letzte Instanz vor Gericht und hole die Strafzahlung wieder herein!“, kündigte sie lachend an.

„Man muß, Bealein, das ist, wenn du es wissen willst, meine Meinung nicht so übergehorsam sein und kann dem bösen Onkel Innenminister, der eine kontrollieren will, vielleicht ganz gesetzeskonform eines auswischen, denn wir stehen uns, auch wenn das noch nicht so offiziell bekannt sein sollte, schon länger nahe und, daß ich nicht bei dir gemeldet bin-? Wer soll das kontrollieren? Wer will das überwachen und uns vernadern? Man muß da nicht so ängstlich sein und die anderen durch seine Fragen nicht erst auf Ideen bringen, die sie vorher gar nicht hatten! Ich bin also da! Deine Freundin ist vorübergehend, um eine Zweckgemeinschaft zu gründen, bei dir eingezogen und nun laß uns deinen Abschluß feiern! Machen wir eine kleine Corona-Party und sind dabei so leise, daß es die bösen Nachbarn, nicht merken und nicht die Polizei holen können! Wenn die aber trotzdem kommt, kann ich dir versichern, daß ich meine ganzen juristischen Kenntnisse einsetzen werde, um dich und mich zu verteidigen und da das alles ein Schnellschuß, sehr widersprüchig und, wie ich höre, auch noch nicht so hundertprozentig ausjustiziert ist, habe ich da keine Sorge! Denn ich bin, wie du siehst, nicht so ängstlich und war schon in der Schule, zum Leidwesen meiner Mutter, ein ungehorsames Mädchen!“, behauptete sie noch einmal lachend, bevor sie sich nach ihrer Reisetasche bückte.

„Stell die Blumen ins Wasser und schau in der Speisekammer nach, ob du eine Flasche Wein zu Hause hast? Ein bißchen Weißbrot, Schinken und Oliven? Ansonsten bin ich bereit, das alles schnell zu besorgen, damit es eine schöne Feier wird und dein Schlafzimmer kenne ich bereits!“, behauptete sie und lachte anzüglich auf, was Beate, wie sie fürchtete, rot werden ließ.

„Habe ich es doch schon mit dir benützt! Bin dir also, wenn du es so willst, schon so nahe gekommen, daß ein eventueller Virus keine Chancen hat!“

„So ist es!“, antwortete Beate gehorsam, bevor sie sich in die kleine Küche begab, um die Blumen zu versorgen.

„Rotwein und Bier habe ich zu Hause! Baguette und ein bißchen Käse ist auch vorhanden, so daß du dich nicht bemühen mußt und vielen Dank für alles! Du weißt, ich freue mich sehr!“, sagte sie, während sie die Blumen auf den Küchentisch stellte und der Freundin in das Schlafzimmer folgte, die ihre Tasche auszupacken begann.

„Und jetzt erzähl mir, wie du deine Quarantänetage verbracht hast?“, wollte sie dann wissen. Beate Herweg zuckte mit den Achseln.

„Vor dem Fernseher größtenteils! Ich fürchte, daß ich, wie paralisiert davor gesessen bin und mich nicht einmal das Abschlußzeugnis aufheitern konnte! Dann habe ich meine Eltern, die zur Risikogruppe zählen, angerufen und ihnen angeboten, ihre Einkäufe für sie zu besorgen! Sie haben aber ohnehin eine Betreuerin. Eine junge Slowakin aus Kosice, da der Papa seit drei Jahren Alzheimer hat!“, sagte sie mit gedämpfter Stimme.

„Die Mama hat mir erzählt, daß sie jetzt eine Ausstellung über das „Rote Wien“, die im Juni eröffnet werden soll, im Homeoffice mit ihrem Assistenten vorbereitet!“

„Mit ihrem Assistenten, cool!“, wiederholte Esther, nahm einen schwarzen Hosenanzug aus der Tasche, um ihn forsch und ungeniert in den Kleiderschrank zu hängen.

„Ich hoffe, er ist ein schöner junger Mann und wenn du Pech hast, bahnt sich zwischen den Beiden etwas an!“, sagte Esther und brach ab, als sie Beates entsetzten Gesichtsausdruck bemerkte, die „Glaubst du wirklich?“, hervor stieß.

„Vergiß es! Du weißt, ich bin eine vorlaute Person mit einer unerlaubten Vorstellungskraft, die mir schon so manche Schwierigkeiten eingebracht hat! Ich nehme alles zurück und entschuldige mich, wenn du willst, auch förmlich, obwohl die Vorstellung schon etwas Faszinierendes hat und Phantasie ist in diesen Zeiten, wie ich hörte, erlaubt! Aber schau nicht so entsetzt, Bea-Mädel und glaub nicht alles! Das Mütterlein wird in der Quarantäne mit ihrem Assistenten nicht zusammen sein, sondern mit ihm höchstens über Skype oder Zoom kommunizieren und wird, wie du mir erzähltest, ohnehin von ihrer Hausbetreuerin bewacht, wenn die nicht vielleicht die Gunst der Stunde nützt und mit ihrem Schützling zu Techtelmechteln beginnt! Aber ich bin schon still, Beate und stoppe meine böse Zunge! Dein Vater war Universitätsprofessor nicht wahr, bevor ihm das Schicksal diese Krankheit brachte?“

„So ist es!“, antwortete Bea und setzte energisch „Du hast wirklich eine böse Zunge und wir sollten das Thema wechseln! Komm in die Küche! Ich hole den Wein aus dem Regal und schaue nach, ob es noch ein Glas Oliven oder Artischoken gibt? Und du kannst dich entscheiden, ob du in der Küche oder auf der Dachterrasse feiern willst?“, hinzu.

„Auf der Terrasse Bea, wenn du dich das traust und dich vor den bösen Nachbarn mit den Feldstechern, die uns der Polizei melden könnten, nicht fürchtest!“, antwortete Esther Jablonsky gemütlich, schob ihre Reisetasche in eine Ecke und kam noch einmal auf Beate zu, um ihr einen Kuß auf die Wange zu drücken.“

2020-05-25

Egons Verdacht

Hier wieder ein Stück aus meinem Corona-Roman, der eher eine Erzählung ist:

„Egon Herweg hockte in seinem Trainingsanzug vor dem Schreibtisch am Computer, als Roswitha das Zimmer betrat und zuckte, als sie ihn ansprach, unwillig zusammen.

„Ich hoffe ich störe nicht, Egon! Ich wollte dir nur mitteilen, daß ich wieder zu Hause bin! Ich war im Museum, um den Raum noch einmal zu vermessen!

Das hat ein bißchen gedauert und ich habe gehört, daß sich Beate und Janina Sorgen, um mich machten! Das hast du, wie ich sehe nicht! Es wäre auch nicht nötig gewesen! Janina hat mir auch erzählt, daß du an deiner Vorlesung arbeitest! Wie geht es dir dabei?“, fragte sie und wunderte sich nicht, daß er sie unwillig anknurrte und „Was willst du, Hexe?“, fragte.

„Willst du mich schon wieder kontrollieren, damit ich brav zu bleibe und nicht zu meinen Studenten komme? Da hast du dich mit der anderen Hexe, die mit den klappernden Ohrringen, zusammengetan, damit ich das nicht kann! Ich weiß gar nicht, warum ihr so besessen seid, daß ich zu Hause bleibe! Aber ich habe euch durchschaut und es wird euch nicht gelingen! Und damit du beruhigt bist, die Ohrringenhexe habe ich zufrieden gestellt! Das ging ganz einfach! Mit einem Zehneuroschein, von denen ich noch einige in meiner Brieftasche habe, habe ich das gemacht! Sie hat sich zwar zuerst geziert und „Das darf ich nicht nehmen, Herr Professor!“, gesagt. Dabei aber so schnell, wie ich gar nicht schauen konnte, nach dem Geld gegriffen und es in ihren Ausschnitt gesteckt. Vorhin ist sie wieder ohne anzuklopfen in mein Zimmer gestürmt und hat mich, wie du, bei meiner Vorstellung gestört! Hat sich vor mir im Kreis gedreht und mir die neuen Klimperdinger, rosa und gelb gesprenkelt, wie sie mir erklärte, vorgeführt.

„Sie sind ein Engel, Herr Professor!“, hat sie mich angesäuselt. Ihr beide seid höllische Geschöpfe und stört mich bei meiner Vorlesung, die sehr wichtig ist! Denn stell dir vor, Roswitha-Hexe, ich habe das Spiel durchschaut und werde das auch meinen Studenten mitteilen!“

„Wie meinst du das, Egon?“, fragte sie erstaunt und nahm auf der Couch, die dem Schreibtisch gegenüberstand Platz.

„Das ist so logisch, wie der Abstand von dem Babyelefanten von dem jetzt ständig die Rede ist und den mir die Ohrringenhexe immer einzubleuen pflegt, wenn Sie mich am Weggehen hindern will! „Sie müssen Abstand halten, Herr Professor, weil Sie krank werden und sterben können!“, pflegt sie mir mit ihrer süßlichen Bebystimme, als wäre sie eine Kindergärtnerin, vorzusäuseln, aber ich habe sie durchschaut und weiß, was gespielt wird! Weiß es was genau!“, antwortete er energisch und schaute sie grimmig an.

„Wie meinst du das, Egon?“, fragte sie erneut.

„Das Corona-Virus ist wahrscheinlich ernst zu nehmen und da wir beide zu Risikogruppe zählen, ist es sicher besser vorsichtig zu sein und zu Hause zu bleiben! Das sagt die Regierung bei ihren Pressekonferenzen und das meint wahrscheinlich auch Janina, wenn sie dich am Fortgehen hindern will! Du kannst das auch tun, da du dich seit drei Jahren in Pension befindest und keine Vorlesungen mehr hältst! Du kannst aber das, was dir wichtig ist, aufschreiben und es vielleicht als Buch herausgeben!“, meinte sie dann wieder das, was sie schon sehr oft gesagt hatte und man ihr auch in der Alzheimer-Angehörigengruppe, die sie ein paarmal besucht hatte, empfohlen hatte und wunderte sich ein wenig, daß Egon ihr nicht, wie gewohnt, widersprach, sondern nickte.

„Genau, das, Hexe, werde ich auch tun!“, sagte er, hob die Hand und hielt ihr seinen ausgestreckten Zeigefinger vors Gesicht.

Ich werde das, was ich auf der Straße erlebt habe, als ich zu meiner Vorlesung wollte und nicht konnte, weil mich die Ohrringenhexe vor dem Supermarkt erwischt und nach Hause geschleppt hat, aufschreiben! Aber die habe ich mit neuen Ohrringen bestochen! Dann gibt sie, das weiß ich, eine Zeitlang Ruhe! Stellt sich damit vor den Spiegel und dreht sich, wie ein Pfau im Kreis oder sie macht, wie sie mir erzählte, ein Foto und schickt es an ihre Freundinnen, die in Kosice in Quarantäne hocken oder in anderen Wohnungen bei anderen Leuten sitzen und aufpassen, daß sie brav zu Hause bleiben! Ich habe es aber durchschaut und werde alles aufzeichnen und wenn es sein muß auf diese Art und Weise meinen Studenten schicken, damit sie verstehen was läuft und sich nicht täuschen lassen!“, sagte er und nickte energisch mit dem Kopf.

„Wie meinst du das, Egon?“, fragte sie zum dritten Mal und wunderte sich nicht, als er jetzt „Orwell“ und „1984“ antwortete.

„Hast du das Buch nicht gelesen und nicht gemerkt, daß wir in einen dystopischen Roman geraten sind, Hexe? Ich hätte gedacht, du hast das mitbekommen, da du jetzt auch nicht mehr nach draußen gehst, sondern den ganzen Tag zu Hause hockst, dort deine Arbeit machst und dabei mit deinem Assistenten schäkerst, wie mir die Janina-Hexe erzählte! Du siehst, ich bin informiert und kenne mich aus!“, behauptete er energisch und hob noch einmal den Zeigefinger, was Roswithas Schuldgefühle prompt verstärkte und Scheiße!“, denken ließ.

„Vielleicht sollte ich Janina auch einen Zehneuroschein zustecken, damit sie sich grüne Froschohrringe kaufen kann, mich in Ruhe läßt und meine Arbeitssitzungen mit Viktor nicht brühwarm an Egon und Beate weitergibt.

„Das sind meine Arbeitssitzungen mit Viktor Neumann, Egon!“, antwortete sie mit schuldbewußter Stimme und hochroten Kopf.

„Da ich auch schon über Fünfundsechzig bin und von zu Hause arbeiten muß, machen wir soviel es geht Online, wie du deine Vorlesungen auch besser zu Hause machst und was George Orwell betrifft, hast du, glaube ich recht! Ich habe auch schon gedacht, daß wir in einem falschen Film geraten sind! Obwohl niemand etwas für das Virus kann und man sicher vorsichtig sein und aufpassen soll!“, sagte sie dann zögernd, das, was sie aus dem Mund des jungen feschen Bundeskanzlers jeden Tag hören konnte und hob die Hand, um Egon trotz seines grimmigen Gesichtsausdrucks zu streicheln und sich dabei an den jungen Geschichtsassistenten zu erinnern, den sie vor über fünfunddreißig Jahren bei einem Vortrag kennengelernt hatte und an den sie ihr Assistent manchmal erinnerte.

„Laß sehen, was du geschrieben hast, Egon?“, sagte sie, versuchte in den Bildschirm zu blicken und war zufrieden, als sich sein Gesichtsausdruck ein wenig entspannte und er sogar zur Seite rückte, so daß sie ihm näher kommen konnte.

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2020-05-24

Halbschwimmer

Filed under: Bücher — jancak @ 00:19
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Weiter gehts mit meiner Backlist-Leseliste und einem Buch, das ich mir eigentlich nach Leipzig mitnehmen wollte, weil die Autorin Katja Oskamp 1970 dort geboren wurde, dann bin ich aber wieder nicht dorthin gekommen und das Buch habe ich, wenn ich mich nicht irre an dem Tag gefunden, wo ich beim „Tag der offenen Tür“ von NHP war und,  als ich nach Hause gekommen bin, Erika Parovsky am Band hatte, die mit mitteilte, daß meine Arbeitskreiskollegin Hilde Langthaler gestorben ist.

Jetzt  habe ich es gelesen,  2005 im Berliner TB Verlag erschienen, 2003 ist es schon bei „Amman“ herausgekommen und interessant ist daran, daß in dem Buch, meines hat eine Widmung der Autorin vom 10. April 2010, wo Katja Oskamp offenbar in Rauris aufgetreten ist, „Roman“ daraufsteht. Es scheint sich aber um neun Kurzgeschichten zu handeln, die  von  einer „Jugend in der DDR handeln“ .

Mit der Ersten „Rolf und Mucki“, hat Katja Oskamp 2000 den MDR-Literaturpreis gewonnen, 2004 hat sie dann den Rauriser Literaturpreis für den Roman“ Halbschwimmer“ gewonnen.

Interessant, daß die „Amman- Ausgabe“, als Erzählungen betitelt sind. Katja Oskamp, die auch am Leipziger Literaturinstitut studierte,  hat oder hatte den Schweizer Schriftsteller Thomas Hrlimann zum Partner, lebt  jetzt iwieder in Berlin und arbeitet seit 2015 als Fußpflegerin in Marzahn. Deshalb heißt ihr letztes 2019 erschienenes Buch auch „Marzahn mon amour- Geschichen einer Fußpflegerin“, von dem ich schon viel gehört habe.

Aber jetzt zu dem Debutband, der von einer Tanja, der Tochter eines hohen NVA-Offiziers und einer Schuldirektorin handelt, die sehr liebeshungrig ist, wie im Beschreibungstext steht und in „Rolf und Mucki“, erzählt die Ich-Erzählerin auch sehr schnodderig von ihrem Nachbarn Rolf, den sie schon als Kind sehr gern besuchte und der den gleichen Namen wie ihr Hamster hat, was für mich ein wenig befremdlich war.

In „Halbschwimmer“ verbringt das Kind mit den Eltern einen  Urlaub an der Ostsee und  Katja Ostkamps Hintergründigkeit, weshalb sie wahrscheinlich mit ihrem Debut soviel Aufsehen machte, ist auch in der dritten Geschichte zu spüren, wo sie ebenso hintergründig mit der Naivität eines Kindes von einem Pantscherl zwischen ihrer Mutter und deren Kollegen Herrn O erzählt. Das  Kind kommt nach Hause trifft die Beiden an, es riecht nach Menthol und rrüner Apfel, Rotkäppchensekt wird getrunken und als der Vater ein Major dazu kommt, geht er mit der Tochter joggen. Die fragt nach den Rängen, der Wehrbeauftragte der Schule O. ist nur Leuntnant, also dem Vater unterlegen. Dann sucht die Mutter für ihn eine Frau und am Schluß kommt die erwachsene Tochter nachHause und erfährt vom Tod des Herrn O und die Mutter geht nicht  zum Begräbnis.

Im Brief versetzt die aufmüpfige Kleine, die mit ihrer scheinbaren Naivität, die ganze DDR, wie weiland der Schwejk oder der Herr „Bockerer“ untergräbt, die ganze Schule in Aufregung, denn sie hat einen Brief an das Ministerium geschrieben und das Bildnis des kranken Physiklehrers, der seine Hände immer auf seine <hönde legt, geistert in dem Text auch noch herum.

Dann geht es zu den Großeltern, der Großvater hat ein Holhzbein, seines hat er aber nicht im Krieg sondern erst später verloren, deshalb hat er ein besonderes Gefährt und Tauben, die er züchtet hat er auch.

Daß es doch ein Roman ist, bekommt man wahrscheinlich erst am Schluß heraus, in Episode  sechs  „Was die Mode streng geteilt“, geht die Familie, Vati, Mutti, Tanja und deren mehr doppelt so alter Freund Karl der Schauspieler zum Silvesterkonzert in den Palast der Republik, es ist die Wende zu 1989, der Mayor hat die begehrten Karten ohne Anstellen bekommen. Der Schauspieler, Tanja scheint inzwischen an seinem Theater zu hospitieren, kommt in Jeans, die Mutter hat dem Vater die Ausgehunform ausreden können, dafür schmerzen ihre Füße in den neuen Schuhen und in der nächsten Episode, hat Tanja Karl  verlassen, zieht in die WG ihrer Schulfreundin Nina ein, hat auch einen neuen Freund, bemerkt aber das sie schwanger ist, das Kind stammt offenbar noch von Karl, nach einer wilden Party verliert sie es dann ohne abtreiben zu müßen.

In „Schnitt“ geht es dann in ein Provinztheater, Konrad ist der neue Freund und offenbar der Dirigent der Opernaufführung, alle sind nervös, Tanja huscht ständig zum Buffet um sich ein Glas Sekt zu kaufen und wohl Konrads ganze Gage damit auszugeben, merke ich an und am Schluß geht es nach Pankow zum Friedhof und zu Karls Begräbnis, eine jahreszahl wird nicht genannt. Es muß wohl weit nach der Wende sein. Karl hat sich offenbar zu Tode gesoffen oder einen Lungenkrebs angeraucht, deshalb hat ihn sein Freund Franz, mit dem er einmal nach Berlin gegangen ist, um ein Theater zu übernehmen, zwar nicht hinausgeschmissen, gibt ihn aber keine Rollen mehr. Sie findet den richtigen Friedhof auch nicht gleich, sieht ihren Vater mit dem sie auch ein Stück ohne mit ihm zu sprechen zum Grab geht, um sich nach der Beerdigung mit Karls tochter Fine, die gleich alt ist, wie sie zu treffen und sich mit ihr wöglicherweise anzufreunden.

„Ein Debut wie man es sich wünscht:herzersfrischend, klug und brüllend komisch“, steht am Cover. Ich denke eher, daß es der distanzierte Tonfall macht, wie hier ein Leben in der DDR und der Weg hinaus, das Scheitern, das Saufen, die Sehnsucht nach Liebe und die nicht finden etcetera, mit einem sehr distanzierten Tonfall erzählt wird. Ich könnte, weil ich mich ja auch öfter im Schreiben eines Episodenromans versuchen, auch anmerken, daß dieser sehr geglückt ist, schon die Tatsachen, daß in den zwei Ausgaben einmal Roman und ein anderes Mal Geschichten steht, sagt ja schon sehr viel aus und Geschichten beziehungsweise Romane über die DDR und ihren Untergang habe ich in der letzten Zeit auch einige gelesen.

 

2020-05-23

Marktbesuch in der Zombie-Apokalypse

Seit der Corona-Krise bin ich ja nicht mehr am Markt gewesen und habe daher auch nicht, wie wir das ja früher regelmäßig taten, Doris Kloimstein dort nicht mehr getroffen, die Autorenkollegen, die ich ja einmal bei einer Regionalversammlung der IG-Autoren in St. Pölten kennengelernt habe, dann als sie Obfrau der LitGes war, einmal dort gelesen habe, das heißt, ich hätte es mit Manfred Wieninger tun können, der hat aber, weil noch in seinen Plagiatsskandal verwickelt, abgesagt, so daß ich es alleine tat und wahrscheinlich nicht sehr viele Zuhörer hatte.

Dann war ich, glaube ich, im Jahr 2000 mit ihr auf dem Osterspaziergang, der damals, glaube ich, entlang der Traisen bis zum Bootshaus, angeführt von Alois Eder gegangen ist und ich habe eine Ostereier-Szene aus der „Viertagebuch-Frau“, wo es ja im die ersten hundert Tage von schwarz-blau was damals eine große Aufregung war, gelesen.

Dann habe ich sie einige Male in St. Pölten aber auch in Wien getroffen, sie war auch in der Schreibgruppe, solange es die gegeben hat und jetzt Marktbesuche mit Büchertausch. Das letzte Mal war das glaube ich im Jänner oderFebruar, wo wir uns am Markt getroffen haben. Nach der diesjährigen Regionalversammlung der IG Autoren ist sie mit uns mitgefahren, da habe ich vorher im „Wortschatz“ Adelheid Popps „Jugend einer Arbeiterin“ gefunden, was ich aber schon hatte, so daß ich es ihr und auch die andere Bücherfunde, die sich am Harlander Küchenschreibtisch angesammelt habe, übergeben wollte, dazu ist es aber nicht gekommen, weil die Doris ja nicht immer da ist, sondern zu ihren Enkelkindern nach Bregenz oder innsbruck fährt.

So war unsere letzte Begegnung bei der GV der IG Autoren in Wien, wo ich ja den Selfpublisherantrag stellte. Sie mir Josef Haslingers „Mein Fall“ übergeben hat. Sie kauft sich immer sehr aktuelle Bücher und stellt sie dann mir zur Verfügung, ich habe ihr die Doppelzusendung von David Albaharis „Heute ist Mittwoch“ gegeben und dann dann die Corona-Krise und die Ausgangssperre und ich bin bis Ostern nicht mehr in Harland gewesen und noch länger nicht am Markt, weil es da ja keine Würstl und kein Bier gegeben hat, wo sich in den letzten Jahren ja die ganze Szene am Samstag mit gänzlich ohne Sicherheitsabstand, weil man den ja damals weder brauchte noch kannte, traf.

So ist der Alfred alleine einkaufen gegangen, denn auf den Märkten herrscht ja, glaube ich, seit ersten Mai auch Maskenpflicht, zumindest scheint man die zum Einkaufen zu brauchen, die Doris sagte aber, daß es am Markt, weil ja vorige Woche die Gastronomie wieder aufgesperrt hat, wieder Würstel gäbe und so bin ich heute mit dem Rad in die Stadt gefahren, bisher habe ich meine Runde ja in Richtung St. Pölten meist bei der „Seedose“ enden lassen oder bin meine Runde um den Naturlehrfpfad auf der andere Seite gegangen.

Aber heute in den Markt hinein und ein bißchen ängstlich gewesen, ob da gleich die Polizisten kämen und „Kein Zutritt ohne Maske!“, riefen.

War dann nicht so, obwohl sich die meisten Leute verhüllt hatten, hat es ein paar Maskenlose gegeben, die sich um den Bierwagen versammelten. Würsteln hat es keine gegeben, wohl aber Leberkässemmel, Bier aber keinen Birnencidre, den ich meistens getrunken habe und auch keinen roten Gspritzer.

Der Alfred hat aber eine Flasche Erdbeerfrizante eingekauft und sogar Sektgläser besorgt, Erdbeertörtchen gab es auch. Ein wenig gewöhnungsbedürftig vielleicht, sich am Markt seine Gläse selber mitzubringen, aber in Zeiten wie diesen ist ja alles anders und der Bierverkäufer hat sich auch nicht aufgeregt.

Die Büchertaschen waren auf beiden Seiten gefüllt, hatte ich ja ein Buch der Marina Lewycka, eines der Katharina Hagena und dann noch den „Weihnachtshund“ und Julia Franks „Mittagsfrau“ gefunden, beides Bücher die die Doris schon hatte, die mir dafür aber Ernst Lothars „Erinnerungen“ brachte. Der wird ja jetzt von „Zsolnay“ wieder aufgelegt. Bei der Präsentation seiner „Rückkehr“ war ich mit dem Alfred in der „Gesellschaft“.

Dann gab es noch ein Debut von einer belgischen Autorin, Gedichte von Sonja Henisch und ein „Reclam-Bändchen“ mit Essays von Susan Sontag, also wieder sehr viel zu lesen und wir sind nachdem das Bier getrunken und die Erdbeertörtchen gegessen waren, in Richtung „Hager“ gegangen. Denn dort bekommt man, wenn man über zwei Euro fünfzig einkauft ein Markerl und wenn man die auf ein Kärtchen kebt und das voll hat, bekommt man ein Brot oder einen Kaffee nach Wahl und der Alfred kauft dort fließig Marillenkuchen für die Oma. So war das Kärtchen schon vor Corona fast voll und das zweite füllte sich dann in den acht oder neun Wochen, wo die Krise schon dauert und da es beim „Hager“ Tische draußen gibt, kann man dort auch ohne Maske konsumieren. Nur das Personal muß sich damit bewappnen. Es gab auch einen freien Tisch, der mußte zwar zuerst abgeräumt und desinfiziert werden und daneben stauten sich die Menschen mit den Masken um den Mund oder in der Hand, die in das Geschäft wollten, um Brot und Semmeln, etcetera einzulkaufen.

Wirklich seltsam für einen Besucher von einem anderen Stern oder für meinen Egon Herweg wahrscheinlich, die anderen haben sich vielleicht schon daran gewöhnt und so haben wir auch die Brigitte S. die ja in einem der alten Häuser neben dem Cafe Schubert wohnt, dort mit einer Freundin dort sitzen sehen, die uns gleich ihre Masken zeigten, am Rückweg haben wir dann noch eine Autorin getroffen mit ich öfter beim Osterspaziergang der LitGes gewesen bin. Wir haben also unsere Gutscheinkärtchen eingelöst und uns ein bißchen mit der Dame vom Nebentisch unterhalten und sind dann weiter auf den Rathausplatz gegangen, weil der Alfred uns die Tische mit den breiteren Abstand, die, wie er meinte, ein italienisches Flair verbreiten, zeigen wollte.

Wir haben bei denen des Eissalons Platz genommen, die Serviererin, die eines der Vesire trug, so daß man ihr Gesicht sehen konnte, war sehr freundlich. Ich habe einen „Hugo“ getrunken und dann noch einen Eisbecher gegessen, weil ja weil der Ausgangssperre einiges nachzuholen war.

Nächste Woche hat die Doris uns versichert, soll es dann am Markt auch Tische und Würstl geben. Ich werde das aber erst in vierzehn Tagen nachprüfen können.

2020-05-22

Die Veränderung

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:40
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Und jetzt als Schmankerl eine Szene aus dem „Frühlingserwachen“:

„Geglückt, geglückt!“, dachte Egon Herweg fröhlich, nachdem er die Türe des Altbauhauses in dem er mit seiner Familie, wie er sich zu erinnern glaubte, an die dreißig Jahre lebte, geöffnet hatte und vorsichtig, um sich schielend, hinausgetreten war und sich nun in der Albertgasse befand, die, was ihn ein wenig wunderte, ungewöhnlich leer war.  Oder war das die Folge der neuen Zeit, von der alle sprachen und nicht wollten, daß er auf dieUniversität zu seinen Vorlesungen und seinen Studeten ging. Er war seinen Hexen entkommen, wie er pfiffig vor sich hindachte und dabei zufrieden nickte. Die dunkle Ohrringenhexe, die sich, wenn er sich wieder richtig erinnerte, Janina hieß. Janina Pavlova, um genau zu sein und die, wie sie ihm  mit einer kindlich hochgezogenen Stimme, als würde sie zu einem Säugling und nicht zu einem Universitätsprofessor sprechen und ihm erzählte, daß sie aus Kosice, um sich um ihn zu kümmern, hergekommen war. Von wegen kümmern. Er brauchte ihre Fürsorge nicht. Brauchte keine dunkelhaarige Ohrringenhexe, die sich in dem Zimmer eingenistet hatte, in dem früher seine Kinder gehaust hatten und ausgezogen waren, als sie, wie Albert heirateten oder, wie Beate, um Psychotherapeutin zu werden. Die Ohrringenhexe war aber mit einem Einkaufskorb verschwunden, um ihm ein schönes Bierchen mitzubringen, während die sogenannte Roswitha-Hexe, in ein Telefonat mit einem Viktor vertieft gewesen war, als er vorsichtig an ihr vorüber schlich. Die zwei Stockwerke hinabzusteigen war kein Problem. Hatte er doch darauf geachtet, von der Hausmeisterin nicht gesehen zu werden. Da sich diese in seinen Weg stellen würde und  „Wo wollen Sie denn hin, Herr Professor?  Bleiben Sie da, Ihre Damen sorgen sich , um Sie!“, kreischen und ihn zu seinem Hexenquartett zurückbringen würde, die ihn mit den gleichen Worten empfangen und in sein Zimmer sperren würden. Das wußte er schon. Deshalb war er vorsichtig und es war, wie er sich zu korrigieren wußte, auch kein Quartett, sondern ein Duett, das aus der Ohrringenhexe und der Roswitha-Hexe bestand oder nein, da kam noch als dritte im Bunde, Frau Jovanovic dazu und seine Tochter Beate war die Nummer vier mit ihren Ermahnungen, an die Roswitha-Hexe, so daß es wieder stimmte und er sich nicht geirrt hatte. Er war einem Hexenquartett ausgeliefert, das ihn in sein Arbeitszimmer einsperrte, weil es draußen angeblich so gefährlich war. Er war ihnen aber entkommen und hatte die Josefstädterstraße erreicht. Wenn er die in Richtung Ring hinunterging,erreichte er die Universität und kam zu seiner Vorlesung zurecht, um seine Studenten, die sicher schon auf ihn warteten, etwas von Karl dem Großen und dem Mittelater vorzutragen. Denn das war sein Spezialgebiet, während die Roswitha-Hexe, wenn er sich wieder richtig erinnerte, sich mit dem „Roten Wien“ beschäftigte und das war zwar interessant, aber nicht sein Fach in dem er sich habilitiert hatte. Seltsam, daß auch die Josefstädterstraße, die sonst sehr bevölkert war, verwaist wirkte. Sehr seltsam war das . Denn es war, wenn er richtig auf seine Uhr gesehen hatte, halb fünf am Nachmittag und da schloßen die Büros und die Leute strömten auf die Straßen um nach Hause zu gehen, einzukaufen oder, wie die Studenten, die ihn inskribiert hatten, auf seine Vorlesung zu warten. Es war wirklich komisch. Wie, wenn das geschehen wäre, von dem sie jetzt im Radio so viel berichteten, die Ohrringenhexe, die Hände übern Kopf zusammenschlug und „Furchtbar, furchtbar, Frau Doktor!“, zur Roswitha-Hexe sagte und zu ihm „Sehen Sie, Herr Professor, Sie müßen brav zu Hause bleiben, weil Sie sonst die Polizei erwischt und sue strafe zahlen müßen!“

Es war wirklich kindisch! Was bildete sich die Person nur ein? Er war kein Kind, das brav sein mußte und was sollte die Polizei von ihn wollen? Er war Universitätsprofessor und kein Gesetzesbrecher, den man bestrafen konnte, wie bei einem Einbrecher oder Einbruchsdieb. Bankräuber, das war die richtige Assoziation, dachte er und nickte ein wenig versunsichert vor sich hin. Kam ihm doch gerade ein etwa gleichaltriger Mann mit einer schwarzen Lederjacke und einem weißen Bart entgegen und der hatte ein rotres Sacktuch, um seinen Mund geschlungen. Als er ihm erblickte, zuckte er zusammen und wich in großen Bogen aus, als würde er sich vor ihm fürchten. Er blieb stehen, schaute ihm nach und schüttelte den Kopf. Wirklich äußerst seltsam, da gab es keinen Zweifel. Er spürte es genau und ließ sich nicht täuschen, obwohl er, das gab er schon zu, das Ganze nicht verstand. Denn warum hatte der ungefähr Sechzigjährige, der gar nicht, wie ein Bankräuber wirklte, ein rotes Kopftuch in Wildwestmanier um den Mund gebunden, wenn es  zumindest da, wo er entlang ging, gar keine Bank gab?  Das war doch seltsam und auch, daß sich außer ihm niemand über den Cowboy wunderte. Niemanden fiel er auf, keiner mokierte sich darüber und das wahrscheinlich nicht nur, weil die Josefstädterstraße auffällig leer war, sondern, weil auch sonst eine merkwürdige Stimmung herrschte, denn die Frau die ihm nun entgegekam und die, wie die Ohrringenhexe, einen Einkaufskorb in der hand schwang, war bestimmt keine Bankräuberin. Sie hatte aber auch eine Maske, um den Mund gebunden. Eine Weiße, wie die, die man in den Spitälern benutze und er sich an seinen Zahnarzt erinnern konnte, der in seiner Praxis auch mit so einem Fetzen herumlief. Die Frau mit dem Einkaufskorb war  keine Zahnärztin und hatte trotzdem einen solchen Mundschutz umgebunden. War er in einen schlechten Film geraten oder war sie aus der Ordination entwichen und vergessen, die Mundfessel abzunehmen<?

„Setsam, seltsam!“, dachte er noch einmal und drückte die schwarze Aktentasche, die er für seine Vorlesung brauchte, fest an sich. Denn so war es immer gewesen. Die Vorlesungsunterlagen befanden sich darin. Als er noch Asistent gewesen war, als Manuskript, später im Laptop und jetzt sollte es, wie er gehörtt hatte, ein E-learning geben. Die Professoren hielten ihre Vorlesungen per Videokonferenzen in ihren Arbeitszimmern ab. So hatte es ihm jedenfalls die Roswitha-Hexe erklärt, wohl um ihm vom Verlassen der Wohnung abzuhalten. Er wußte selber nicht genau, warum die Weiber alle so scharf darauf waren, daß er zu Hause blieb und das sogar im Radio und Fernsehen durchsagen ließen.

„Bleiben Sie zu Hause, halten Sie Abstand, beschützen Sie sich und die anderen!“, hatte der Spruch gelautet, den sie ständig dreschten und der, er glaubte seinen Augen nicht zu trauen, war auch auf der Lichtfaßsäule vor dem Theater auf dem sonst immer die Programmankündigungen standen, platziert.

„Aus gegebenen Anlaß haben wir vorübergehend geschlossen!“, stand da zu lesen. Er glaubte seinen Augen nicht trauen und schüttelte den Kopf. War jetzt er, beziehungsweise, die anderen verrückt geworden oder befand er sich in einen schlechten Film? In einem, wo der Weltuntergang ausgebrochen war, die Straßen von den Menschen gelehrt worden waren und die wenig Übergebliebenen mit Stoffstücken vor Mund und Nase herumliefen.

„Seltsam, seltsam und wirklich sehr verrückt!“, dachte er, schüttelte noch einmal den Kopf und atmete auf, als er zwei junge Männer auf sich zukommen sah, die dicht nebeneinander gingen und, wie er befriedigt feststellte, keine Masken umgebunden hatten. Es war also doch alles normal. Er hatte sich nur wegen seiner Hexen in einen Alptraum hineingesteigert, den er aber, als reifer Mann, der sich nicht täuschen ließ, von sich abschütteln würde, nahm er sich vor und machte zwei Sekunden später einen Sprung nach vorn und wechselte die Straßenseite. Was war das? Offenbar befand er sich wirklich in einem Alptraum, denn das, wovor seine Hexen immer warnten, schien wirklich eingetroffen. Kamen doch jetzt zwei Polizisten, zwei junge Leute in den neuen Uniformen, auf die beiden Männer zu und schienen sie, statt dem Bankräuber von vorhin zu verhaften. Ihn ließen sie in Ruhe, obwohl ihm seine Hexen immer predigten, daß er nicht hinausdurfte, weil ihm sonst die Polizei einfangen würde. Die war aber auf die beiden Männer zugegangen. Da konnte er, er traute seinen Ohren nicht, wirklich hören, daß sie, weil sie den Sicherheitsabstand mißachtet hatten, Strafe zahlen mußten. Verrückt, verrückt! Aber ihn ging das nichts an und er mußte sich nur beeilen, um nicht zu spät in seine Vorlesung zu kommen und so war es wahrscheinlich besser, daß er nicht stehenblieb und die Polizisten, von denen einer, wie er sehen konnte, eine Polizistin war, die ihre blonden Haare zu einem Roßschwanz zusammengebunden hatte, nicht auf sich aufmerksam machte. Also die beiden Männer, die jetzt den Ordnungshütern erklärten, daß sie zusammenwohnten, hinter sich lassen und in Richtung zur Universität marschieren. Wenn er sich beeilte, kam er zurecht und er war auch sehr gespannt, ob sich die Studenten normal benahmen oder auch ein rotes Tuch, beziehungsweise eine Tauchermmaske, um den Mund gebunden hatten, dachte er und blickte sich suchend um.

„Keine Sorge, ich bin richtig!“, beruhigte er sich. Hinter ihm lag das Theater, vor ihm der Supermarkt in dem, wenn er sich nicht irrte, seine Ohrringenhexe immer einzukaufen pflegte und die auch dorthin unterwegs war, um ihm ein jschönes Bierchen mitzubringen. Vielleicht sollte er noch einmal vorsichtig sein und die Straßenseite wechseln, um ihr nicht in die Arme zu laufen, dachte er listig, um kurz darauf zusammenzuzucken und ein „Verdammt!“, vor sich hinzufluchen. Sah er doch vor sich schon ihre orangen Ohrringe baumeln und hörte ihre aufgeregte Stimme mit dem tschechischen oder russischen Akzent krreischen „Da sind Sie, Herr Professor! Ich habe Ihnen doch eingeprägt, daß Sie zu Hause bleiben sollen! Gut, daß ich Sie getroffen habe und Sie zurückbringen kann! Die Frau Doktor wird sich sicher Sorgen um Sie machen und mit mir schimpfen, weil ich nicht aufgepasst habe!““

So das war die Szene acht des Rohentwurfs, derzeit hat das Ganze siebenundfünfzig Seiten, 27 301 Wlrte und fünfundzwanzig Szenen. Ich bin auch noch nicht fertig, sondern derzeit beim Szene für Szene Durchkorrigieren und kann dann entscheiden, ob und was ich noch anfügen werde.

Zur weiteren Information verlinke ich die Artikel, die sich mit den Schreibfortschritten beschäftigen und kann ankündigen, daß es möglicherweise hier noch das eine oder andere Schmankerl aus meiner Schreibwerkstatt geben kann, bevor ich dann wahrscheinlich im nächstes  Jahr höchstwahrscheinlich mein   neundundfünfzigstes Indie-Book hier proundly präsentieren kann.

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