Literaturgefluester

2020-05-02

Lockerungen der Corona-Maßnahmen

Filed under: Alltagsgeplauder — jancak @ 00:31
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Seit sechs Wochen, seit dem zehnten März, um genau zu sein, herrscht in Österreich ein strenges Regime, um das Corona-Virus auszudünnen. Ausgangsbeschränkung, nur zu Arbeit, um anderen zu helfen oder, um  spazieren zu gehen, wobei da lange nicht klar war, ob man sich auf eine Parkbank setzen durfte oder, ob man da von einem Polizeibeamten  eine fünfhundert Euro Strafe wegen Verletzung des Sicherheitsabstandes von einem Meter, aufgebrummt bekam. Man durfte zu Ostern seine Verwandten nicht besuchen, obwohl sich jetzt herausstellt, daß man trotz der drei Ausgangsgründe immer jemanden besuchen hätte dürfen, das aber offensichtlich nicht wußte, weil es erst vor ein paar Tagen verkündet wurde und zum Arzt beziehungsweise zum Psychotherapeuten durfte man auch gehen.

Mit dem Letzteren konnte man aber auch telefonieren, was meine Klienten zu einem Drittel machten und bei den Ärtzten war es auch sehr schwierig, weil die ja wegen mangelnder Schutzausrüstung in Panik wegen der Ansteckungsgefahr waren und daher nur telefonisch oder aus dem Fenster ordinierten und in den Spitälern wurde man auch nicht so gut behandelt, weil man die Intensivstationen für mögliche Corona- Patienten freihalten mußte und sich die Leute vielleicht auch  nicht hintrauten.

Ab sechsten April durfte man nur mit Mund und Nasenschutz in den Supermarkt und etwas später auch mit einer solchen nur in die Öffis und in die Autos, wenn man beispielsweise mit einem Taxi fuhr.

Da habe ich ja einen Gutschein von der Stadt-Wien bekommen, weil ich schon über fünfundsechzig bin und also zur möglichen Risikogruppe gehöre. Da ich aber nicht so gerne Maske trage und außerdem nicht wüßte wohin ich fahren soll, habe ich ihn noch nicht eingelöst.

Die Maßnahmen haben aber gewirkt, weil sich alle oder die meistens jedenfalls so brav daran gehalten haben, wie der Bundeskanzler, der Innenminster und der Gesundheitsminister Rudi Anschober von den Grünen auch immer sehr betonten.

„Wir danken den Österreichern und den Österreicherinnen und vielleicht auch den Menschen, die in Österreich leben,  Abstand halten  und die Hygienemaßnahmen einhalten, weil man sonst bald, wie in Italien jemand kennen würde, der am Virus gestorben ist.

Das ist zum Glück nicht eingetroffen, die Spitäler und die Intensivstationen sind noch immer leer, beziehungsweise kann der normale Spitalbetrieb wieder aufgenommen werden und die Maßnahmen, wurde schon vor Ostern verkündet, können, wenn die Zahlen weiterhin so gut stimmen, schrittweise gelockert werden.

Das heißt, die Baumärkte wurden schon nach Ostern wieder aufgesperrt und auch in Wien, die Bundesgärten, wie der Augarten, Schönbrunn, das Belvedere, etcetera, denn die waren bis dahin seltsamerweise geschloßen, so daß die Leute, die mit ihren Kindern oder auch, um keine Thrombose zu bekommen, eine Stunde nach draußen wollten, sich auf der Straße oder in den kleineren Parkanlagen drängten und auf der Donauinsel oder im Prater die Polizei ihre Runden drehten, um die nicht Abstand haltenden Radfahrer einzumahnen.

Die Baumärkte und die Bundesgärten sind also wieder offen und seit einer Woche kann man  auch beim Mc Donald`s im Mc Drive-Verfahren einen Hamburger kaufen. Die Friseure und die anderen Geschäfte sollen am zweiten Mai folgen. Wie man sich  mit Maske die Haare schneiden läßt, ohne einen Cut hineinzubekommen oder beim Waschen naße Ohren, ist noch nicht so klar und muß noch ausprobiert werden.

Von mir vorläufig nicht, denn zum Glück schauen meine leider sehr dünnen Haare ohnehin noch gut aus. Die Stirnfransen schneide ich mir ohnehin immer selber. In die Restaurants kann man dann ab dem fünfzehnten Mai gehen, die haben dann mit elf offen. Die Kellner müßen Maske tragen, die Gäste dürfen ohne essen und zu viert an einem Tisch sitzen, den man vorher reservieren muß.

Ein bißchen seltsam könnte man die neue Normalität, wie es der Bundeskanzler nennt,finden und die FPÖ findet, daß sie lieber eine alte oder normale Normalität  hätte, dem sich die Maskenphobikerin eigentlich anschließen würde und sich nicht vorstellen kann, wie man im Sommer mit einer solchen im Bad liegt? Aber gut, da gehe ich ohnehin nicht hin, sondern lieber mit einem Buch in die Badewanne, aber es ist schon ein bißchen befremdlich, daß die FPÖ, die Heimatpartei, jetzt die einzige ist, die sich,  um die Freiheit der Bürger sorgt,  denn das Virus soll ja mit einer Bewegungsapp oder Bewegungsüberwachung eingeschränkt werden und ist man positiv getestet, eruieren Kriminalbeamte, die Kontaktpersonen, was ich auch ein bißchen dystopisch finde und mich zum Gruseln bringt, weil ich ja denke, daß man den Sicherheitsabstand auch ohne Zwang und Überwachung einhalten kann, weil sich sicher ohnehin keiner anstecken will.

Die FPÖ und Exminister Kickl, gegen den ich ja vor einem Jahr unterschrieben habe, worauf mir die SPÖ ein halbes Jahr Einladungen zu allen Wahlveranstaltungen und Aufforderungen zur Mitarbeit schickte, setzt sich jetzt für die Freiheit der Bürger ein, denn eine Diskussion, ob es, wenn es eine Impfung gibt, eine allgemeine Impfpflicht kommt, gibt es auch und auch Gerüchte, daß das Bargeld abgeschafft werden soll und wer bitte soll das alles bezahlen, wenn es jetzt schon eine Million Arbeitslose gibt und die Unternehmer mit den Entschädigungszahlungen, die sie bekommen sollen, bisher sehr inzufrieden sind.

So gibt es seit einigen Tagen eine Unterschriftenaktion der FPÖ „Stoppt den Corona-Wahnsinn!“  und Demos gab es auch schon, am Albertinaplatz, allerding eine illegale, weil die zuerst erfolgte Genehmigung zurückgezogen wurde, weil zu befürchtet war, daß mehr, als die erlaubten fünf Personen dazu kommen würden.

Fünf Personen sind wahrscheinlich keine Demonstration und es kamen auch an die hundert Leute zur Albertina zum Hrdlicka-Denkmal gegen den Faschismus über das ich ja schon einen Text geschrieben habe und interessant war, wer daran teilgenommen hat, nämlich unter anderen Martin Sellner von den Identitären und Maria Stern von der Liste Jetzt.

Interessant, interessant, wenn nicht ein wenig sehr verrückt, daß wir jetzt eine grün-türkise Regierung haben mit Werner Kogler als Viezkanzler und Rudi Anschober als Gesundheitsminister, der eigentlich sehr besonnen und smpathisch wirkt und sich ausgerechnet Minister Kickl und der Chef der Identitären gegen den Verlust der Freiheit einsetzen und das ist ja, was ich befürchte oder immer noch sehr dystopisch finde, wenn ein alter Mann,  der mit seinem Bruder eine Apotheke betritt, eine Strafe von fünfhundert Euro bekommt, die er, weil er Mindestrentner ist, nicht zahlen kann und dafür vielleicht zehn Stunden ins Gefängnis muß.

Verrückt, verrückt, das Leben im dystopischen Raum in dem wir jetzt seit über sechs Wochen leben und eine weitere Seltsamkeit in Zeiten, wie diesen wäre  vielleicht noch, daß ich in letzter Zeit nie nie so gut gegessen habe, wie jetzt, da der Alfred, um die Wirtschaft zu retten immer zum „Fruth“, um gute Törtchen geht, Calamari bratet und Saltimbocca umd guten Rotwein und Sekt gibt es auch.

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