Literaturgefluester

2020-07-01

Ohne Kunst wirds still

Als ich das letzte Mal auf der „Zwei Meter Abstand für Kunst und Kultur- Demo“ war, ich gehe da nicht auf alle, weil ich Erstens ja sowieso daneben stehe, Zweites nicht immer mitbekam, wenn welche waren, Gerhard Ruiss schickte das ja nur einmal aus, hat Erwin Leder, den ich vom Lesetheater kenne, zu einem Schweigemasch „Ohne Kunst wirds still“ aufgerufen. Das habe ich mir gebe ich zu, auch nicht gemerkt, denn man kann ja nicht immer demonstrieren, diesmal hat aber Gerhard Ruiss, der ja heuer den H.C. Artmann-Preis bekommt, wieder dazu eingeladen und ich habe mir ja, da ich ja mit dem Korrigieren vom „Frühlingserwachen“ jetzt fertig bin, meine Stundenfreiezeit vorgenommen, mir mein Wien wieder zurückzuerobern, beziehungsweise ein paar Recherchetage für meinen nächsten Text zu machen, auch ein bißchen was einzukaufen, da war ja in den letzten Monaten nicht viel und heute hatte ich nur um zwei und um drei Stunden und da wollte ich zum Yves Rocher, meine Gutscheinkarte einlösen.

Da war ich zwar schon am Montag, als ich ins Weinhaus Sittl gegangen bin, aber die haben, wahrscheinlich Corona bedingt nur bis sechzehn Uhr offen, dann bin ich in das schöne Spiezeuggeschäft in die Westbahnstraße gegangen, wo ich vor dreißig Jahren für die Anna ja ein paar schöne Holzspielzeuge kaufte, die ich nach und nach der Lia bringe und dann bin ich zurück, weil ich habe das Wetter falsch eingeschätzt und daher in meiner Jean stark geschiwtzt, richtig bei den beiden Bücherschränken gab es reiche Beute und beim Nordsee habe ich mir auch ein Backfischmenü gekauft. Das war aber nur ein kaltes Stück Fisch in einemWeckerl, mit Pommes und Sauce Tatare und einem Getränk nach Wahl und den Nachmittag wo ich ja weiter flanieren hötte können, war der Schweigemarsch, um drei, wo man entweder von der Urania oder von Schottenring losmarschieren hätte können, aber ich hatte ja eine drei Stunde, bin daher gleich zum Karlsplatz, wo die Sclußkundgebung stattfinden sollte und dann auf den Ring, weil dort noch nichts los war.

Am Swarzenbergplatz habe ich dann die Gruppe getroffen, die Uli Fuchs begrüßt und mich angeschlossen. Den Jopa Jotakim habe ich mit Fahrrad gesehen, die GAV hat es auch ausgeschickt, den Grezgorz Kielawski, dann den Peter Paul Wiplinger mit Maske, als wir schon wieder am Karlsplatz waren und die Erika Parovsky mit der ich mich unterhalten habe.

Das Programm war sehr reichhaltig, zuerst haben sich die Organisatoren vorgestellt und dann haben verschiedene Künstler von den verschiedenen Sparten ihre Corona bedingte Forderungen an die Regierung gestellt, weil sie sich ja übersehen und übergangen vorkommen.

So fordern sie ein Kunstministerium, das hatten wir schon mal, schwarz blau eins, hat es, glaube ich, abgeschafft und ein Grundeinkommen von ,glaube ich, monatlich sechhundert Euro. Da kann ich sicher nicht einreichen und fühle mich, obwohl ich ja übermorgen meinen zwölften Bloggeburtstag feiere, ein wenig abseits und nebenbei stehe und mein neues Buch, das ich herumzeigen hätte können, habe ich auch zu Hause gelassen, weil ich nicht so viel schleppen wollte.

Zuerst sprach also eine Zirkusakrobatin und ein paar Jongleure haben dazwischen ihre Bälle hochgeworfen. Einen Chor gab es auch und die vierundneunzigjährig Erni Mangold, die die Jungen zum Widerstand aufrief.

Gerhard Ruiss, der ganz am Schluß seine Rede hielt, habe ich gesehen und mich dann an den Teich, dort wo die Henry <Moore Statue steht, die ich ich ja mal mit der Ruth beschrieben habe. Die war nicht da, aber Barbara Eder, die ich, glaube ich, vom Linken Wort oder von der „Alten Schmiede“ kenne und die sehr kritisch ist, hat sich zu mir gesetzt und wir haben uns lange über die Situation der Künstler unterhalten, so daß ich die folgenden Statesments darüber fast versäumte.

Zu regnen hat es auch angefangen und was Corona betrifft, scheint sich ja jetzt einiges zu wenden. Denn langsam geht alles auf. Zum Rathausplatz- Filmfestival muß man sich zwar, glaube ich, anmelden, aber die O-Töne beginnen in zwei Wochen und der Sommer beginnt auch, wo ja die „Alte Schmiede“, die „Gesellschaft“ und das Literaturhaus schließen und die Leute versuchen, wie ich, wieder normal zu leben.

Das heißt, drängen sich am Donaukanal und in den Bädern und gehen ohne Sicherheitsabstand demonstrieren. Da gab es ja letzte Woche drei in Favoriten, wo die rechten türkischen Jugendlichen oder die, die den Wolfsgruß zeigten, gegen die Kurden hetzten. Die Zahlen steigen deshalb langsam wieder an. Die Regierung warnt von der zweiten Welle und ich versuche mich an die Abstandsregel zu halten, stelle mich möglichst in den Hintergrund, gebe niemanden die Hand und auch keine Küßchen und werde morgen noch einmal in Wien herumlaufen und am Freitag gibts dann in Harland beziehungsweise in St. Pölten einen großen Literaturgeflüsterfeiertag, denn da wird ja mein Blog, wird da das Literaturgeflüster zwölf Jahre an.

Der entsprechende Feierartikel, den ich schon geschrieben habe, fällt zwar wegen oder auch ohne Corno ein wenig resignierend aus, der zweitausenste Kommentar wurde aber schon von meiner lieben Freundin Doris Kloimstein in Gedichtform geschrieben und das finde ich auch sehr interessant, genauso wie daß die Bücherschrankfunde diesmal sehr reichlich war, ich gehe aber mit einem Sommerbuch in den Sommer und bin auf das was noch kommen wird, sehr gespannt.

Stuill ist es am Karlsplatz übrigens nicht sehr gewesen, denn zumindestens die Künstler sind sehr laut für ihre Rechte eingetreten und das Gespräch mit Barbara Eder war sehr interessant.

4 Kommentare »

  1. Nun bin ich g´rad´ am Kofferpacken
    und Wafferl für die Enkelkinder einzusacken.
    Mund und Nase gilt es zu umwinden
    ich tu´s, um mich an den Nachwuchs gut zu binden.
    Sie soll´n nicht sagen: Wer ist die fremde Frau?
    Sondern: Omi ist wieder da, oh wau!
    So bieder bin ich wor´n wie Meier,
    von glücklichen Hühnern bezieh´ ich die Eier.
    Ob Demo oder Schweigemarsch,
    jetzt reimt sich drauf – ach weh – nur Ar…
    Doch hab´ ich bestellt ein neues Buch –
    das hol ich in der Buchhandlung – bevor ich im Zug sonst fluch.
    Denn lesen will ich während der langen Fahrt
    und schreiben auch selber über Corona-Art!

    Doris Kloimstein

    Kommentar von schreibzeug123 — 2020-07-02 @ 08:12 | Antworten

  2. Ja, das Erkennen mit Maske ist schwierig bis unmöglich, so hätte ich den Peter Paul Wiplinger wahrscheinlich nicht erkannt, wenn ich ihn nicht vorher gesehen und beimMaskieren beobachten hätte!
    Schöne Zeit in Bregenz, ich lese ger ade Roul biltgens „Jahrhundertsommer“, der auch dort spielt und war ja vor drei Jahren, glaube ich, einen Tag und zwei Hotelzimmernächte lang dort, als ich mit der Ruth den Bodensee umkreist habe. Die Erika Kronabitter, die dort eine schöne Wohnung mit Blick zum See hat, haben wir auch besucht!
    Welches Buch hast du dir abgeholt?
    Und wollen wir hoffen, daß der Schweigemarsch nicht für den Arsch gewesen ist!
    Bei mir bin ich mir da ja gar nicht sicher, wie es literarisch weitergeht, obwohl ich schon auf Stoffsuche für das neue Projekt bin, das hätte dann aber mit Corona wahrscheinlich nicht so viel zu tun oder vieilleicht doch ganz ganz indirekt!
    Und morgen gehts auf jeden Fall ans Feiern auch wenn es nur ein Grabgesang werden würde!?

    Kommentar von jancak — 2020-07-02 @ 09:43 | Antworten

  3. Im Railjet sitzen heute viel mehr Leut,
    was mich aufgrund der Maskenpflicht nicht freut.
    Ich hab verrollt mich auf einen Ecksitz,
    ohne Maske – bei Kontrolle – rauf damit wie der Blitz!
    Innsbruck ist der nächste Halt,
    bis Bregenz wird man schon recht alt …
    Vorigen Donnerstag war Innsbruck erstes Ziel der Reise,
    um nach der langen Coronapause einzunehmen mit einer Tiroler Cousine Trank und Speise.
    Am Freitag war dann Literaturcafé,
    auf der Nordkette entweder Kalk oder Schnee.
    Der Turmbund hat gehabt ebenso Veranstaltungsstopp,
    beim Wiederstarten nahmen die Mitglieder die Abstandsregeln eher salopp.
    Doch heute geht die Reise weiter,
    ich lese im neuen Buch und werde hoffentlich gescheiter.
    Ocean Vuong: Nachthimmel mit Austrittswunden,
    die Seele wird bei dieser Lyrik schon ziemlich geschunden.
    Ist nicht so dämlich wie mein Getippe,
    Vuong zerlegt die Sprache schmerzhaft bis aufs Gerippe.
    Im Hanser Verlag zweisprachig, Englisch und Deutsch erschienen,
    mit solcher Lyrik kann ich nicht dienen.
    Ich lese weiter und beende die Zeilen.
    Bis Sonntag werde ich in Bregenz verweilen.

    Doris Kloimstein

    Kommentar von schreibzeug123 — 2020-07-02 @ 18:53 | Antworten

  4. Na dann bis nächste Woche am Markt

    Kommentar von jancak — 2020-07-02 @ 18:56 | Antworten


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