Literaturgefluester

2020-07-07

Jahrhundertsommer

Jetzt kommt passend zur Jahreszeit, ein Sommerbuch, obwohl es nicht wirklich eines ist, das zweite aus der „Wortreich-Edition“ jedenfalls, das ich vor cirka einem Jahr im Schrank gefunden habe.

„Jahrhundertsummer“ des 1974 in Luxemburg geborenen Raoul Biltgen, den ich einmal in einer Bar kennenlernte, als der „Molden-Verlag“ dort ein paar Autoren lesen und dann die Zuschauer entscheiden ließ, welches Buch gedruckt werden soll.

Ich glaube sogar, Raoul Biltgen, der auch Schauspieler und Theaterautor und, glaube ich, sogar ein Freund, einer Kindergruppenfreundin der Anna, war, hat das Ranking gewonnen und bei diesem Buch bin ich ein wenig ratlos, denn es ist kein Krimi, wie ich Anfangs dachte, ein Liebesroman, wie der Klappentext vermuten läßt, allerdings auch nicht wirklich.

Ein Buch, das auch in Vorarlberg spielt, sowie in Wien und in zwei Strängen zeitlich verschieden und ineinander greifend von einem „er“ und seiner großes Liebe erzählt.

Es beginnt auch ganz passend im Cafe Prückl, da sitzt der namenlose „er“, offenbar ein Student, trinkt Kakako und ißt toast, dann fährt er in den sechzehnten bezirk und kauft sich einen Revolver.

In chronologischen Sprüngen geht es dann ein Jahr zurück in den Jahrhundertsommer, wie Biltgen im Nachwort schreibt, von 2003, da arbeitet er bei den Bregenzer Festspielen.

Sie fährt die Bimmelbahn vom See zum Festspielhaus oder zum Bahnhof und er setzt sich mit einem Buch auf die Promenande und schaut sie an. Sie lächelt ihn an und eine Romanze beginnt. Sie verlaßen beide ihre Jobs und gehen auf Reise, die bis nach Frankreich führt. Dann fährt er nach Wien zurück. Die Uni beginnt, sie kommt ihm aber besuchen, sagt sie hätte ein Kind von ihm abgetrieben und verläßt ihn dann.

Das ist der eine Strang, der zweite ist, daß er sich nachdem sie ihn verlassen hat, mit dem Revolver erschießen will. Das mißlingt aber und er lernt schließlich eine andere Frau kennen und der Schluß ist ein wenig surreal und ich bin nicht sicher, ob ich das, was Clementine Skorpil die Krimiautorin auf den Buchrücken schreibt, für mich stimmig ist.

„Zwei heiße Sommer. Zwei Städte. Zwei Leben, je eines auf einer Seite einer hauchdünnen Linie zwischen Lebenslust und Todessehnsucht“, steht jedenfalls am Klappentext.

13 Kommentare »

  1. Jetzt denk ich: Kanns das geben?
    Telepatie oder so im Leben!
    Gestern beinah´ hätt ich das Buch erworben,
    war dann abgelenkt und habs vergessen zu besorgen.
    Mit der FAZ bin ich aus der Buchhandlung Brunner raus,
    da gibts so einen Spruch vom Affen und der Laus.
    Denn gut, dass ich es nicht genommen,
    der Rezension nach zu schließen wärs mir nicht sehr bekommen.
    Eigentlich sollten wir längst wieder in St.Pölten sein,
    doch Lothar hat sich quartiert im Krankenhaus ein.
    In Bregenz hat man da aus dem Zimmer Blick auf den Bodensee,
    sogar auf die Berge mit Gipfeln im Schnee.
    Ich, die ich keine Maske will,
    sie jeden Tag als Gattin und Besucherin trag ganz still.
    Ein Besucher eine Stunde pro Tag,
    die Enkelkinder zu trösten ist eine Plag.
    Keine Chance zu Opi hineinzukommen,
    die Corona-Maßnahmen sind irre und machen mich beklommen.
    Warteschlange geabstandet, Security, Datenblatt vor dem Eingangstor,
    man kommt sich wie ein Besucher eines Gefängnisses vor.
    Die Temperatur wird gemessen,
    man ist – pardon – per Verodrnung auf jeden Besucherfurz versessen.
    Heute darf Lothar Gottlob wieder raus
    und morgen fahren wir dann nach Haus!

    Doris Kloimstein

    Kommentar von schreibzeug123 — 2020-07-07 @ 07:05 | Antworten

  2. Ja, ja, das ist schwierig und jetzt kommt ja, da die Zahlen steigen, die Maßnahmen und die Maskenpflicht wieder zurück! Bin gespannt, wie es weitergeht? Norbert Hofer hat ja da vor ein paar Jahren ganz recht gehabt, daß man sich noch wundern wird, was alles möglich ist, denn wenn man das jemanden vor einem Jahr erzählt hätte, wäre man sicher für verrückt gehalten worden!
    Um welches Buch geht es? Kommst du am Samstag auf den Markt?
    Da war alles am vorigen Samstag ganz normal und keine Maske zu sehen, obwohl sie, glaube ich, schon am Freitag im Oe 24 TV den ganzen Tag gesendet haben, daß Maskenpflicht wieder her sollte!
    Was hatte Lothar? Ich wünsche ihm alles Gute, aufpassen und gesund bleiben, wie das so blöd heißt!

    Kommentar von jancak — 2020-07-07 @ 11:01 | Antworten

  3. Am Samstag auf den Markt ich geh,
    und gern mit Euch zusammensteh,
    im Freien soll es ohne Maske bleiben,
    nur „indoor“ wird Maulkorbpflicht ziemlich sicher sein – zum „Schpeiben“.
    Das Buch, das Du hast rezenisiert,
    ich hätt es fast gekauft – darum hab ich auf deine Expertenmeinung reagiert.
    Der Lothar ist jetzt wieder frei,
    ich hoffe, dass er weiter gesund auch sei!!
    Tabletten muss er jetzt mal schlucken,
    und nicht auf der Ärzte Rat nur spucken.
    Doch scheint Vernunft bei ihm gegeben,
    da er geblieben ist am Leben.

    Doris Kloimstein

    Kommentar von schreibzeug123 — 2020-07-07 @ 13:34 | Antworten

  4. Meinst du den „Jahrhundertsommer“?
    Wir waren gerade dabei auf das „Lesefest“ nach Strobl zu fahren, wo Margit Heumann, Erika Jronabitterl, Lluis Stabauer etcetera lesen sollen. Die Maskenpflich, die in OÖ gerade bekanntgegeben wurde, scheint das aber zu verhinder, liebe Grüße, dann bis Samstag, freu mich schon!

    Kommentar von jancak — 2020-07-07 @ 13:44 | Antworten

  5. Jahrhundertsommer war gemeint,
    in Bregenz jetzt die Sonne scheint.
    Wir aber fahren nun nach Hause
    und ich mach mit dem Dichten vorerst Pause.

    Doris Kloimstein

    Kommentar von schreibzeug123 — 2020-07-08 @ 11:12 | Antworten

  6. Ich amüsiere mich jedes Mal über Doris‘ Reime, also ich brächte höchstens einen Vierzeiler zusammen – und das nur einmal! Ich hoffe, sie liest diesen Kommentar.
    Wegen der Maskenpflicht bin ich auch mal gespannt, ob sich die noch auf Strobl ausweitet. Aber es besteht Hoffnung: Strobl liegt zum Glück nicht in OÖ, sondern in Salzburg.
    LG Margit

    Kommentar von Margit — 2020-07-08 @ 21:02 | Antworten

  7. Ja, das ist ein Glück, denn das wäre ein Grund der mich, wie du weißt, abhalten würde, wir haben deshalb auch schon mit der Erika Kronabitter telefoniert, denn zeitlich ging es sich aus und es wäre eine Art Kurzurlaub, weil ja der richtige, Corona zum Opfer gefallen ist, also laß dich überraschen!

    Kommentar von jancak — 2020-07-08 @ 22:06 | Antworten

  8. Das Reimen war einmal ein Spiel,
    ich hoffe, dass es nicht zu viel –
    denn unlängst sagte schon ein Mensch empört,
    dass ihn mein dummes Reimen stört.
    Ist es einmal in Gang gesetzt,
    ich bin darüber selbst entsetzt,
    läuft es aus mir heraus ganz unbedacht,
    und immer weiter es sich macht.

    Doris Kloimstein

    Kommentar von schreibzeug123 — 2020-07-09 @ 12:25 | Antworten

  9. Der Mensch war wahrscheinlich der Uli, mein rechter Kritiker, der sich einmal über einen meiner Kommentare im Literaturcafe empörte und der auch sonst der Ansicht ist, daß ich nicht schreiben kann, uneinsichtig bin, kein Stilgefühl habe, etcetera, mich aber trotzdem regelmäßig liest!
    Daß er auch mit deinen Gedichten nicht einverstanden hat, hat wahrscheinlich mehr mit mir, als mit dir zu tun und sollte dich auf keinen Fall abschrecken, um so mehr, da ja auch Margit Heumann ihre Begeisterung ausdrückte und meinte, daß Sie sie gerne lesen würde!
    Für mich sind sie eine Bereicherung und genau das, was ich mir als Rückmeldung auf meinen Blog, als Diskussion über Literatur wünsche.
    Ansonsten denke ich, wie ich schon geschrieben habe, du solltest sie sammeln und vielleicht als Band unter dem Titel „Gedichte in Coronazeiten“ oder so herausgeben!
    Liebe Grüße und bis Samstag auf dem Markt!

    Kommentar von jancak — 2020-07-09 @ 13:18 | Antworten

  10. Dein rechter Kritiker war es nicht,
    es war ein männlich Mondgesicht.
    Ich habe schon im Dienst gereimt,
    anstatt sehr schneckengleich geschleimt.
    Das kam mir wieder in den Kopf
    weshalb ich hatte einen Knopf –
    im Hirn ob des Margitschen Lobes,
    worauf ich erinnerte den Mann für Grobes.
    Ich schleppe ja in meinem Hirn umher,
    was längst schon im Vergang´nen wär.
    Doch ploppt Verdrängtes unerwartet hoch.
    So ist es gegenwärtig noch.
    Der Reim ist hier sogar gestockt,
    denn hoch und noch sind wohl verbockt,
    wenn damit ich die Verse ende,
    somit ich nun nichts weiter sende.

    Doris Kloimstein

    Kommentar von schreibzeug123 — 2020-07-09 @ 21:31 | Antworten

  11. Na dann müßen wir weitersuchen beziehungsweise dichten!

    Kommentar von jancak — 2020-07-09 @ 21:50 | Antworten

  12. Ich dichte heute gar nicht viel,
    zu heiß ist mir für dieses Spiel.
    Ich nehme jetzt den Gartenschlauch,
    gieße die Blumen und mich selber auch.
    Dann nehme ich das Buch „Corona-Fehlalarm“;
    hoffentlich wird mir dabei nicht noch mehr warm.

    Doris Kloimstein

    Kommentar von schreibzeug123 — 2020-07-10 @ 10:30 | Antworten

  13. Von dem hab ich auch schon viel gehört, dann bis morgen, dann ist es ja offensichtlich nicht mehr so heiß und der Regen kommt angeblich von oben!
    Warheute schon in St. Pölten, beim Rathaus, habe in der Schubert-Kiste gewühlt und mir neue Schlapfen besorgt!

    Kommentar von jancak — 2020-07-10 @ 14:22 | Antworten


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