Literaturgefluester

2020-08-02

Sommerfrischenhalbzeit

Dieser Sommer ist ja Corona bedingt wahrscheinlich ein anderer als der letzte, starren wir ja gebannnt auf die steigenden Fallzahlen, legen uns mit Maske ins Bad, hoffentlich bekommen wir da keinen Ausschlag und keine Atemnot und werden an den Flughäfen zwangsgetestet oder ins Quarantäne geschickt.

Auf der anderen Seite unterscheiden sich meine Sommerfrischenwochenenden nicht so sehr von denen der vergangen Jahre, wo wir zwar zweimal in die Schweiz gefahren sind und ich heuer nur zwei literarische Kurzreisen machte, aber sonst drei Tage Wien mit O-Tönen, Cafe Prückl und Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl und in Harland radfahren, lesen in der Badewanne und am neuen Roman schreiben, der ja den Arbeitstitel „Das rotbraunkarierte Notizbuch“ hat und mir damit meine eigene Schreibwerkstatt mache.

Ich habe auch sehr euphorisch Anfang Juli damit angefangen, habe die Figur der Kathi Sommer kreiert, der rothaarige, sommersprossige Polizist Simon entstand aus den Storytelling Anleitungen, die in „Das ist kein dummes Buch“, enthalten sind, die Angela Hager und die Jasmin Bauer habe ich mir aus meinen Recherchetagen Anfang Juli beziehungsweise aus der Kunstschweigemarsch-Demo geholt , die Tante Aloisa, die alte Klavierlehrerin, habe ich im Weinhaus Sittl kennengelernt.

„Wui!“, denkt man da euphorisch, das ist ja ganz schön viel und schreibt einmal los. Ich mache das zumindest, es gibt ja noch als alter Ego, die Eja Augustin, der Uli würde sagen, das ist „die liebe Frau J. aus W. an der D.“

Ist ihr zumindestens stark nachempfunden, die fährt im Sommer aufs Land in das geerbte Häuschen ihrer Eltern in St. Georgen am Steinfeld und schreibt dort ihren neuen Roman. Will ihn schreiben, fährt zum Recherchieren zur „Seedose“ an den Viehofner See, findet dort das Buch, beobachtet ein streitendes Paar, denkt sich, ich habe jetzt den Plot oder kann ihn aus meinen Figuren machen. Dann fährt sie zurück, hört im Radio oder Fernsehen von der neu verordneten Maskenpflicht, von den Clustern, dem geplanten Ampelsystem und schreibt im Netzt mit ihrer Freundin Lena Wünsche Corona-Gedichte hin und her und das Ganze ist jetzt ein paar Wochen alt und hat derzeit achtundvierzig Seiten, 22 940 Worte und siebzehn Szenen und ich muß ein bißchen aufpassen mich nicht zuviel zu wiederholen.

Denn das eine Frau in Pension geht und beschließt einen Roman zu schreiben, nachdem sie drei Personen in einem Auto vor einer Kreuzung stehen sieht hatten wir schon einmal. Da gibt es auch immer Figurenszenen und dazwischen schreibt oder reflektiert die Magdalena Kirchberg ihren Plot.

So weit bin ich jetzt auch, Corona, das mich ja, obwohl sehr kritisch, brennend interessiert, kann ich da auch nicht ausslassen und muß Bezug darauf nehmen.

So gibt es die Chefredakteurin eines Privatfernsehsenders namens Dagmar Schneider, die Nachbarin der Tante Aloisia, die im Sender für das Maskentragen plädoyieren muß, selbst aber vielleicht nicht soviel davon hält. Der Simon soll seine Geschichte haben, die Kathi, die Tante Aloisia , aber auch die Eja mit ihrer tochter Toni, dem Enkelchen Alix und der Freundin Lena Wünsche mit der sie Corona-Gedichte austauscht.

Irgendwie habe ich ja oft das Gefühl, ich hantle mich am Rand herum und komme nicht wirklich in die Substanz hinein. So habe ich jetzt auch angefangen das Ganze wieder durchzukorrigieren und vielleicht umzuschreiben und verändern. Das nehme ich mir auch meistens vor und dann bleibt es schließlich doch so wie es war.

Mal sehen, ich bin gespannt und werde auch das zweite Sommerfrischenmonat dazu nützen. Eines ist ja in den zwölf Jahren in denen ich blogge und da öffentlich über mein Schreiben reflektiere schon passiert, meine Schreibhemmungen sind gefallen und ich bin auch wenn es nach außen nicht merkbar wird, selbstbewußter geworden und so wird sicher was entstehen, auch wenn es dann vielleicht wieder an der Oberfläche bleibt. Mal sehen ich bin gespannt.

Die Vorschau vom „Fräulein No“ meinem „siebenten Nanowrimo“ und noch nicht durch Corona beeinflußten Text gibt es schon und ich hoffe, daß ich das Buch bald proudly präsentieren kann.

Die Sommerlesereihe im Cafe Prückl, ist am Montag zu Ende gegangen, die des Sittls und die O-Töne gibt es noch. Am Montag will ich ja lieber in Harland bleiben, am Donnerstag ins MQ gehen, so ferne es nicht regnet oder die Veranstaltung, wie die mit der Frau Mayröcker in einer Halle stattfindet.

Ansonsten radfahren, einen Spritzer dabei trinken, da gibt es ja die Radlerschänke in der einen richtung in Ochsenburg und die „Seedose“ in der anderen und die ist ja besonders interessant, weil meine zweite Szuene dort spielt.

Am Samstag waren wir am Markt, sehr viele Menschen, die sich nicht so ganz, an den inzwischen abgeschafften Babyelefanten gehalten haben, sondern sich um die kleinen runden Tischechen drängten, haben dort wieder die Doris Kloimsteingetroffen, die mir wieder interessante Bücher, unter anderen „Lesen als Medizin“ gegeben hat, wir haben dann bei ihr in ihrem schönen Garten noch Kaffeee getrunken, Kuchen gegessen und die Literaturszene beziehungsweise die Corona-Maßnahmen ein bißchen ausgerichtet und heute wollen wir statt auf die Rudolfshöhe auf den Göller gehen und am neunten August hat der Alfred seinen fünfundsechzigsten Geburtstag, da gehen wir zum Vincent Pauli essen. Eine Woche später gibt er dann ein Fest in Harland und dann kommt schon die deutsche Buchpreisliste und das „Kampflesen“, wie es Kritiker nennen könnten.

Meine diesjährigen Buchpreisspekulationen werden noch folgen. Corona bedingt bin ich da heuer vielleicht nicht so ganz informiert und erwarte mir eher lauter mir bisher unbekannte Bücher.

Dann ist der August zu Ende, die „Linke Wort-Lesung“ wurde schon früher vom Christoph Kepplinger abgesagt, das Volkkstimmefest erst später.

Trotzdem ist das Wetter ist schön und die Sommerfrischenwochenenden mit den anschließenden Wien-Tagen sind schön und ich kann mir ja meine eigene Schreibwerkstatt machen und die dümpelt so mehr oder weniger euphorisch vor sich hin.

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