Literaturgefluester

2020-08-06

Die Grammatik der Zeit

Filed under: Bücher — jancak @ 00:21
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Jetzt kommt das dritte „Wortreich-Buch“, das ich vor circa einem jahr in den Schränken gefunden habe. Mit dem Lesen hat es etwas, weil ich ein paar Bücher vorgezogen habe, ein paar Neuerscheinungen kamen und ich auch noch ein paar HarlandBücher vorher auf der Liste hatte etwas gedauert, obwohl ich mich auf das Buch schon sehr gefreut habe, weil ich von Patricia Brooks, von der ich das erste Mal etwas gehört habe, als sie mit mir dieses Autorinnenportrait in der Zeitschrift „Buchkultur“ hatte, wo die Autorinnen etwas verrissen wurde, weil „Wo keine Männerliteratur da auch keine der Frauen“ oder so, sie hat dann ein Buch bei „Selene“ herausgebracht, ich war bei mehreren ihrer Lesungen, bei ihrer Radio RosaReihe, die, um den Wohnzimmerkreis, im Cafe Prückl, zuletzt vor ein paar Wochen am Wolfgangsee, ein Buch habe ich aber noch nicht von ihr gelesen und ich muß sagen, es war sehr interessant, wenn auch recht verwirrend und ich bis zum Schluß nicht wußte, wie es enden wird.

Im Klappentext steht etwas von der Grammatik der Zeit, daß Dinge verschwinden und verloren gehen und die Gegenwart, die Zukunft und die Vergangenheit nicht mehr stimmt. Verwirrend, werde ich mir wohl gedacht haben und dann lange Zeit ein sehr spannendes und auch realistisches Buch gelesen.

Da wurde der namenlose Erzähler von seiner Freundin Silvie verlassen. Sie sagt ihm nicht warum, nur, daß sie jetzt nach New York fliegt. Er ist Programmierer, hat mit einem Freund oder Kollegen eine Internetfirma, programmiert verschiedenes, am liebsten aber Computerspiele. Jetzt ist er an einem dran und zieht sich nach der Tremmung in das Haus einer Freundin in Altaussee zurück.

Dort hat er eine merkwürdige Begegnung mit einer Frau, die nach einem Unfall am See steht und eine Schramme hat. Es ist die Tänzerin Carlos, sie sagt, sie hätte mit ihrem Freund gestritten und bittet ihn, ob sie die Nacht bei ihm schlafen kann?

Vorher hat ihn seine Freundin Judith schon verwirrt, in dem sie behauptete, jemand hätte ihr erzählt, daß er einen <unfall hatte.

Er trifft Carlos, die am nächsten Morgen verschwunden ist, bei einer Party in Judiths Haus in Bad Ischl wieder. Da erfährt er auch, daß er sich im letzten Jahr bei einer Party, wo er mit Silvie war, schlecht aufgeführt, sich betrunken und mit einer Frau geflirtet hat.

Er trifft Carlos dann in Wien wieder, im Klappentext steht noch etwas, daß sie sich in ihn verliebt hätte und sich von einem Mann verfolgt fühlt. Es gibt noch einen Fehler in dem Computerspiel, den er nicht und nicht findet und der hängt auch mit einem Autounfall zusammen und man denkt, da ist etwas zwischen den Beiden geschehen und das Ganze bekommt oder hat einen geheimnisvollen gespenstischen Touch wie in den Romanen des neunzehnten Jahrhunderts. Aber irgendwie passt das alles nicht zusammen und es ist auch sehr viel, was da passiert.

So meldet sich Silvie per Telefon immer wieder. Zuerst ist sie abweisend dann immer freundlicher und Judith hat gesagt, sie wundert sich nicht, daß sie sich von ihm getrennt hat und auch nicht, daß er nicht weiß warum?

Es gibt auch die Szene mit Silvies Goldfisch, den sie ihm zurückgelassen hat und den er füttern soll. EEr mag aber keine Goldfische und so bringt er ihn zu den Nachbarkindern, die ihn füttern sollen.

Es kommt auch ein geheimnisvollen Kettchen vor mit einem Anhänger mit einem S. Ein solches hat er Silvie einmal geschenkt, was sie aber nicht mochte, das ist verschwunden und taucht aber wieder auf und Carlos hat auch ein solches.

Eine Nebenhandlung mit seiner Schwester und seiner Mutter, die auf Kur gehen soll, aber eigentlich mit ihren Gärtner in die Türkei will , gibt es auch und Silvie kommt dann aus New York zurück, sagtm sie wird noch eine Weile bei ihm wohnen und fängt auch an das verschwundene Kettchen zu tragen.

Spätestens hier wird es verwirrend und so unlogisch, wie bei Nele Pollatscheks ersten Roman, denn jetzt passt nichts mehr zusammen und man denkt, er wird verrückt oder besser, er hat ein Burn-out, weil er soviel arbeitet.

Denn Carlos, die sich ja von einem Mann verfolgt fühlt und ihm immer wieder um Hilfe bittet, verschwindet plötzlich. Er fährt ihr nach Aussee nach und da gibt es plötzlich ein deja vue mit dem Unfall. Sie schießt ihn an. Er hat eine Schramme, kommt bei der Rückkfahrt zu einen Unfall, wo man ihm sagt, eine Frau ist tot, aber als er bei der Polizei anruft, sagt man ihm es hätte keinen Unfall gegeben.

Die Grammatik der Zeit kommt also vollkommen durcheinander. Er kommt darauf, daß Carlos zeitgleich in Hamburg eine Premiere hat. Also weder in Wien noch in Aussee war. Vorher hat sie ihm noch gesagt, sie hätte ihn erst bei der Party bei Judith kennengelernt und er liegt ihm Bett und Silvie steht vor ihm und sagt, daß sie ihn jetzt ein paar Tage verlassen wird, um nach New York zu fliegen, aber vorher schon lange nicht dort war.

Wirklich sehr verwirrend und unlogisch würde die Realistin sagen, aber äußerst spannend zu lesen, weil ich zuerst versuchte mir die Handlung zu erklären und dachte, da war etwas mit dem Unfall. Später als es dann entglitt, mich nach der Auflösung fragte und dazwischen immer wieder mal den Kopf schüttelte und mir dachte, es ist doch nicht so gut, wie es sich liest.

Aber wirklich interessant und in der Danksagung steht noch etwas, daß Bettina Balaka und Anna Kim Patrica Brooks moralisch unterstützt und bei der Fertigstellung geholfen hätten.

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