Literaturgefluester

2020-11-15

Schreibparty mit Fingerübung am fünfzehnten Nanotag

Filed under: Textbeispiel,Workshop — jancak @ 23:34
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Jurenka Jurks „Schreibfluß“, den ich schon seit einiger Zeit verfolge und ihre Webinare zur „Heldenreise“, zum „Zeitmanagement“ und zum „Überarbeiten“ etcetera, mitgemacht habe, das letzte und vorletzte Romanjahr plante und auch ihre Online-Autorenmessen besuchte, hat sich in die „Romanschule“ umgenannt und und feierte, um das vorzustellen eine sogenannte Party, wo es zwar keinen Sekt und keine Brötchen gab, aberdas neue Konzept vorgesellt wurde und eine Schreibaufgabe gestellt wurde. Es gibt auch schon eine neue Website, wo das neue Team vorgestellt wird.

Jurenka Jurk wird inzwischen von vier Helferinnen unterstützt und fragte die Webinarteilnehmer, was sie von den neuen Namen halten und erklärte, wie sie, wie es zu der Umbenennung kam, daß sie damit professioneller ist und leichter gefunden werden kann.

Dann kündete sie den Minikurs, den es auch im nächsten Jahr wieder geben wird, zu dem man sich schon anmelden kann, an und gab dann den Teilnehmern, die angekündigte „Show, not tell-Aufgabe“.

Man sollte eine kleine Szene schreiben, wo es um eine Zeit, einen Ort und eine Charaktereigenschaft einer Person gehen sollte, die aber nicht geschrieben werden sollte.

Das war natürlich eine Aufgabe für mich, die ich gerade mit meinem dystopischen Roman beschäftigt bin und gerade vorhin eine Szene geschrieben habe.

Da bin ich ja schon weit voraus. Habe schon 46 404 Worte und siebenundneunzig Seiten und bin wahrscheinlich fast am Ende, obwohl ich diesmal ja noch die restlichen zwei Wochen weiterschreiben will und war auch ein wenig irritiert, als ich in den Nachrichten hörte, das Kanzler Kurz Massentests, wie in der Slokwakei plant, habe dann munter losgeschrieben und mir, ich gebe es zu, ein wenig schwer getan, weil ich wahrscheinlich mehr eine Berichterin als Zeigerin bin.

„Mathilde hatte den Fernseher aufgedreht, wo gerade der Bundeskanzler in einem Interview zu sehen war.

„War der Lockdown wirklich nötig?“, wurde er da gefragt und der junge Mann in dem blauen Anzug antwortete „Schauen Sie, Herr Chefredakteur, da die Zahlen steigen, hatten wir keine Wahl, wenn wir nicht unsere Spitäler zusammenbrechen sehen wollen und die Ärzte entscheiden müßen, wen sie behandeln können und wem nicht? Vor allem müßen wir unsere Risikogruppen schützen!“, fügte er hinzu und Mathilde schüttelte den Kopf. Da war sie gemeint. Sie fühlte sich aber fit und wollte gar nicht beschützt werden, passte sie doch selber auf sich auf. So hörte sie den Bundeskanzler weiter von Massentests sprechen, die nach Ende des Lockdowns flächendeckend eingesetzt werden sollten, damit er der Bevölkerung ein halbwegs normales Weihnachtsfest versprechen könne.

„Werden die Tests freiwillig sein?“, wollte der Interviewer wissen und der Bundeskanzler sagte wieder „Schauen Sie!“, um danach sein Konzept mit fest entschlossener Stimme zu erklären. Mathildes Kopfschütteln verstärkte sich.

„Uje, uje, was mache ich da?“, fragte sie sich und schüttelte sich durch. Ihr Atem verstärkte sich und die Knie zitterten. Als sie durchatmen wollte, spürte sie einen Stups an ihrer Schulter und sie erblickte Aloisa, die mit ihrem langen schwarzen Rock, der cremfarbigen gestreiften Bluse, dem kleinen Strohhütchen und dem Mundschutztüchlein ins Zimmer gekommen war.

„Was hast du, Mathi?, erkundigte sie sich neugierig.

„Du machst ein Gesicht, wie sieben Tage Regenwetter! Welcher Wurm ist dir über die Leber gekrabbelt?“, erkundigte sie sich und blickte auf den Fernsehschrm.

„Das ist ein schöner junger Mann!“, stellte sie dann fest. Ist das euer Bundeskanzler? Was hat er gesagt? Hat er dich in diese miese Stimmung versetzt?“

„Ich denke doch!“, antwortete Mathilde energisch nickte.

„Denn ich möchte mich nicht zwangstesten lassen, will es genauso nicht, wie ich keine Maske möchte! Was soll ich jetzt tun?“

„Das weiß ich nicht!“, antwortete Aloisia, die sich inzwischen neben sie gesetzt hatte, das Strohhütchen und die schwarze Mundschutzbinde abnahm und auf den Glastisch legte.

„Da habe ich keine Ahnung und kann nur zum Abwarten raten! Wie heißt es doch so schön? Abwarten und Tee trinken! Denn nichts wird so heiß gegessen, wie gekocht, kleine Rebellin! Warte, ich gehe in die Küche und mache uns eine Tasse Brennesseltee oder halt, vielleicht sollte ich besser Frühstück kochen! Hast du Milch, Brot und Butter im Haus? Ich bin nämlich hungrig und jetzt schalten wir die Fernsehkiste ab!“

Soweit bin ich gekommen und kann damit schon meinen Lesern einen kleine Einblick in meine Romanwerkstatt geben.

Man konnte, wenn man bei Facebook ist, die Texte hochladen und ein paar wurden von Jurenka Jurk besprochen, was sicherAppetit auf weitere Webinare und Kurse machte und ich habe auch gemerkt, daß das Feedback hilfreich war, so daß ich mich morgen an die nächste Szene machen kann. Denn, daß da von Schnelltests ohne die man keine Reisen, keine Krankenhausbesuche machen und nicht einkaufen kann, die Rede sein wird, hatte ich schon geplant und die Aloisia, die ja eigentlich schon 1946 gestorben ist, soll auch wieder auftauchen.

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