Literaturgefluester

2020-12-18

Betrachtungen

Filed under: Bücher,Uncategorized — jancak @ 00:43
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Nach den Zuständen des amerikanischen Gesundheitssstem beziehungsweise dem in den US-Krankenhöuser in pandemischen Zeiten, kommt gleich ein neuer Corona-Text. Ein Corona-Essay der1975 in london geborenen und in New York lebenden Zadie Smidt, die 2018 den österreich Staatspreis für europäische Literatur bekommen hat und von deren ich schon einige Romane gelesen haben.

Corona Essays-Betrachtungen über den pademischen Zustand. Ein Thema das ja nicht nur mich sehr interessiert und an dem sich auch andere abschreiben, obwohl über die vielen Corona-Gedichte und Corona- Texte ja von den Verlagen und anderen Vips meist belächelt wird, ich finde es interessant und wichtig für mich zu lesen und auch psychoh

Corona Essays-Betrachtungen über den pademischen Zustand. Ein Thema das ja nicht nur mich sehr interessiert und an dem sich auch andere abschreiben, obwohl über die vielen Corona-Gedichte und Corona- Texte ja von den Verlagen und anderen Vips meist belächelt wird, ich finde es interessant und wichtig für mich zu lesen und auch psychohygienisch wichtig sich damit auseinanderzusetzen und darüber zu schreiben und so habe ich das nicht nur selbst schon von Anfang an getan, sondern auch begonnen Corona-Texte zu lesen und zu sammeln.

Einer der Ersten war von Paulo Giordano von dem ich auch schon einige Bücher gelesen habe „In Zeiten der Ansteckung“, sehr früh in dem Corona gebeutelten Italien geschrieben und hat für mich nicht so besonders neue Erkenntnisse enthalten.

Corona-Essays oder Betrachtungen über die Lage also von Zadie Smith und sie packt das Thema auch auf ihre Art und Weise an, in dem sie tief in die Vergangenheit und in die Literatur zurückgeht. Marc Aurel in die Hand nimmt und sich Gedanken über das Leben in der Krise macht und das auch noch mit vielen Zitaten belegt. Eindrücklich ist das Bild, wo sie in New York hinter einem Gitter Tulpen sieht und dabei beobachtet, daß die auch noch von anderen Frauen angestarrt und wahrgenommen werden, um sich in Zeiten der Krise etwas Hoffnung zu geben und sich an etwas Schönen zu erfreuen. Interessant dabei, daß Zadie Smith in ihren „Betrachtungen“ Pfingstrosen aus den Tulpen macht und ich habe über Pfingsten in Corona-Zeiten, wenn nicht schon einen Essay dann doch einen Artikel geschrieben.

Der beste Präsident aller Zeiten, wie er sich wahrscheinlich selber nennt, kommt in den „Betrachtungen“ natürlich auch vor, beziehungsweise zwei seiner Zitate „Wir wollen unser altes Leben zurück“ und „In Amerika gibt es keinen Tod“, das führt dann, wie schon bei Timothy Snyder zu der Feststellung, daß man in Amerika sterben kann, wenn man die falsche Krankenversicherung hat oder die Polizei am falschen Fuß erwischt, beziehungsweise ein Schwarzer, ein Hispanic ist oder an der Armutsgrenze lebt.

Dann kommt es zu den Priveligen, die man hat oder nicht hat und mit denen man den Lockdown leichter als andere übersteht. Etwas was mich, die Maskenverweigerin oder Ribellin ja auch sehr beschäftigt, weil ich, die ich mich ja für sehr benachteiligt halte, es für ein Privilegium halte, daß mein Mann gern einkauft, ich immer schon zu Fuß gegangen bin, keine Mutter in einem Altersheim und kein schulpflichtiges Kind habe und daher ein maskenloses Leben führen kann. Die systemrelvanten Berufen sind der nächsten Punkt, der Zadie Smidt beschäftigt.Ja die waren auf einmal sehr wichtig, die Krankschwestern, die Suermarktkassiererin, die Herren von der Müllabfuhr etcetera, die zwar beklatscht wurden, aber wohl immer noch nicht ihre Extraprämie erhalten haben. Während andere Berufsgruppen eingesperrt im Lockdown sich für einmal für sehr unwichtig halten mußten, was für die Pysche ja auch nicht gut ist. Ich habe mich daraus mit dem Lesen und dem Schreiben und auch mit den Betrachtungen über die Lage gerettet und das führt Zadie Smith zu der berühmten Frage, die Cornelia Travnicek, glaube ich, so gar nicht leiden kann, nämlich zu der, warum man schreibt und sie hat auch eine Antwort parat, damit man wenigstens beschäftigt ist. Das würde in einem College wahrscheinlich zu einem Lacher führen, stimmt aber in den pandemischen Zeiten sehr wohl, deshalb gibt es ja soviele Corona-Gedichte, Tagebücher und Gedichte, die ich, ich wiederhole mich, für systemrelvant halte und auch unseren Nachkommen ein gutes Bild über die Lage vermitteln können. Und was machen dann die, die nicht schreiben wollen oder können? Sie backen, kochen, renovieren ihre Wohnung, stricken Deckchen, etcetera. Was die Psychologin in mir wieder zu der berühmten Tagesstruktur führt, die ich nicht nur in Zeiten, wie diesen für besonders wichtig halte.

Dann kommen einige Erlebnisse, die Zadie Smith, während des ersten Lockdowns, hat es soetwas in Amerika gegeben, die Essays wurden, glaube ich, im Mai geschrieben, machte. Sie berichtet von dem Nagelstudio in dem sie sich regelmäßig massieren läßt und überlegt, wieviel Maniküren, Pediküren, etcetera, die Kosmetikerinnen machen müssen, um die Miete zu bezahlen. Geht dann, weil sie New York verlassen will, auf die Bank um Geld zu holen, Maske und Ärmel über die Hand beim Berühren des Liftknopfes, werden erwähnt und hört eine ihrer fiktiven Figuren schimpfen, daß sie sich von einer „Grippe“ nicht vertreiben lassen will und eine alte Frau hofft, daß sich doch die Hausbewohner, um sie kümmern werden, weil sie einen Rollator braucht.

Es folgen noch eine Reihe von Beispielen und Vergleiche und es ist sehr interessant die Covid-Betrachtungen einer in in London geborenen und in New York lebenden Autorin mit denen von Österreich und Deutschland zu vergleichen. Ein paar weitere Covid-Bücher stehen auch noch auf meiner Leseliste.

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