Literaturgefluester

2020-12-19

Am Markt vor dem dritten Lockdown

Gleich nach Weihnachten wird ja, weil da die Zahlen hochgehen könnten, der dritte Lockdown oder die sogenannte Weihnachtsruhe kommen, Geschäfte wieder zu, die Restaurants sind es ja noch. Die Schule auch wieder zu oder Ferien bis nach dem zweiten Massentestdurchgang verlängert, durch den man sich dann am achtzehnte Jännern freitesten kann, ansonsten muß man noch eine Woche länger zu Hause sitzen und die Impfung wird dann auch beginnen.

„Uje, uje!“, könnte man da sagen. Aber ich befinde mich ja ohnehin schon im Dauerlockdown und komme mit meinem Schreiben und dem Lesen ja gut zurecht und das Radfahren in St. Pölten ist ja auch nicht zu verachten. Da komme ich wenigsten hinaus und bleibe gesund, so bin ich gestern wieder in Richtung Ochsenburg gefahren, auf das Schloß hinaufgestiegen und wieder zurückgegangen und heute wieder auf den Markt in St. Pölten und habe dort die Doris Kloimstein getroffen, denn das tun wir ja schon seit einigen Jahren. Würstl essen, Bier trinken oder Cidre und manchmal Bücher tauschen, geht aber jetzt natürlich nicht mehr, denn am Markt herrscht ja auch schon länger Maskenpflicht, die Würstln gibt es auch nicht mehr, nur noch Leberkäsesemmeln und Bier in Flaschen, aber kein Punsch. Der war in St. Pölten ohnehin nicht gut und Weihnachtsmärkte gibt es ja heuer auch nicht, was mich eigentlich auch nicht sehr stört, als ich aber den Markt erreichte, stand dort ein Leiermann im Nikolauskostüm und spielte sein Liedchen.

Ein bißchen weihachtlich war es also auch und ich hatte zwei Gutscheine in der Tasche, die ich noch vor dem dritten Lockdown eintauschen wollte. Den einen hat der Alfred von den „Grünen“ bekommen, weil er ja im September so eifrig für sie Wahl gekämpft hat. Zehn Euro einzulösen beim „Sonnentor“ und dann hat mir der Alfred einen sechzig Euro Gutschein für den „Thalia“ gegeben. Den hat einmal seine Mutter zum Geburtstag bekommen, weil sie früher sehr viel gelesen hat. Jetzt tut sie das nicht mehr und früher, als ich von der Schwiegermutter zu Weihnachten noch einen Hunderter bekommen habe, habe ich ja einmal überlegt, ob ich mir den nicht nach Weihnachten beim „Thalia“ einlösen soll?

Ich habe es dann wegen meiner schon damals vorhandenen Bücherberge nicht getan, aber im Vorjahr zum Geburtstag von derAnna, glaube ich, einen solchen bekommen, dafür fünf Bücher eingelöst, von denen ich, glaube ich, nur den Stermann gelesen habe. Der Handke und der Volker Weidermann warten noch immer auf mich und ich kann mich auch erinnern, daß ich das eine oder das andere Mal vor Weihnachten, wo ich den Alfred vielleicht noch nicht am Markt getroffen war, beim „Thalia“ schauen oder schmökern war und, ich glaube, die „Wunderbare Buchhandlung“ der Petra Hartlieb durchgeblättert habe. Deren Weihnachtsbuch habe ich mir ja einmal von einem Gutschein der Margit Heumann eingelöst und schon gelesen und jetzt, trotz der Bücherberge, die noch auf mich warten und die Bloggerdebutshortlist die ich auch noch lesen muß, wieder Bücher aussuchen, aber welche?

Da tue ich mir ja immer schwer. Denn die „Buchpreislisten“ sind ja schon abgelesen .Jana Volkmanns „Auwald“ habe ich angefragt. Also welche Bücher, Lydia Mischkulnigs „Richterin“ ist mir dann eingefallen und dann schau her, die Empfehlungen der „Leseauslese“, Sigrid Nunenz, Iris Hanika, Elif Sharif, denn heuer ist ja wieder etwas anders. Ich kann ja nicht in das Geschäft, um mir die Bücher auszusuchen, denn mit Maske, eh schon wissen, gehe ich nirgendwo hinein. Aber der Alfred kann sie mir ja herausholen oder die Doris Kloimstein, weil, ob derAlfred das findet, was ich will?

Also hab ich ihr meine Bücherwünsche angesagt und sie hat mir stolz ihr negatives Covid-Attest gezeigt, denn sie war beim Massentest. Am markt war es dann sehr voll und die Leute sind am Rand gestanden. haben dort ihr Bier getrunken und beim „Sonnentor“, lag der Weihnachtstee, den ich für den Punsch verwenden kann, mit einer Packung Vollkornkekse, in Geschenkpackung in dem Körbchen vor dem Geschäft. Das also ausgesucht und während die Doris mir netterweise, die gewünschten Bücher und oh überraschung und großes Kompliment, es waren alle da, die Sigrid Nunenz, die Elif Sharaf und die Lydia Mischkulnig, die Iris Hanika habe ich ausgelassen, wäre aber ohnehin nicht mehr drinnen gewesen, aussuchte, habe ich in den Bücherkisten vor dem Eingang die Weihnachtsrezept- und Weihnachtskinderbücher durchgeschaut, die dort aufgestellt waren und die Weihnachteinkäufer beobachtet.

2 Kommentare »

  1. Ich hab´ mich testen lassen,
    wie soll ich anders Zeitgeschichtliches erfassen?!
    Als Literatin, die ich bin,
    kam Selbstversuch mir in den Sinn.
    So stolz bin ich jetzt „grad ned“ gewesen,
    da hast dich bei „mein“ Mienenspiel verlesen.
    Den Negativbescheid hab´ ich dir zeigt,
    bin auch ansonsten locker testbereit.
    Stets willig rauszufinden jeden Sinn,
    zieh´ ich die Maske von Nas´ bis unters Kinn.
    Nur „frei-testen“ find´ ich ganz daneben.
    Pädagogisch schwarz bedroht will ich „mirs“ Testen echt nicht geben.
    FFP2 Maske wäre ungetestet Pflicht,
    da lieber ich daheim „mei“ Notdurft stets verricht´.
    Ich hab´ den Drang nicht nach „Radau“,
    muss keienfalls „eventgeil“ kreischen „wau“.
    Shoppen war noch nie mein Ding.
    I bin im eig´nen Castle stets my king.
    My Lady bin I in „mein“ Stöckl,
    des ist barock so wie d´Figur unter „mein“ Röckl.
    Am 24. den Weihnachtsjodler „I dua“ singen,
    es wird wie bei den Engeln klingen.

    Doris Kloimstein

    Kommentar von schreibzeug123 — 2020-12-22 @ 15:16 | Antworten

  2. Ja, das Freitesten, das hat mich am Samstag dann ja auch zu einer Glosse inspiriert, wie postiv, das Negative ist oder umgekehrt! Seien wir negativ und denken wir positiv oder bleiben wir negativ und trotzdem zu Hause und so weiter und so fort! Ich habe mich ja ohnehin schon gewundert, wieviele Leute sich testen lassen, damit sie in die Oper können und jetzt habe ich gehört, gibt es gar keine Termine mehr für den Gratistest, damit man zu Weihnachten bei der Oma negativ ist, obwohl die ja vielleicht was Positives hören will! Also tun wir das und singen so laut wir können mit und ohne FFP2-Maske „Stille Nacht!“ und in meiner Weihnachtsgeschichte, die am Sechsundzwanzigsten, pünktlich zum Lockdown drei kommt, ist das auch schon thematisiert, obwohl ich sie schon vor einer Woche geschrieben habe! Alles Liebe und schöne Weihnachten, weil wir uns ja vorher nicht mehr sehen!
    Was hätte Ernst Jandl wohl aus diesen Wortspielen gemacht?

    Kommentar von jancak — 2020-12-22 @ 16:20 | Antworten


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