Literaturgefluester

2020-12-21

Positiv-negativ-positiv

Filed under: Glosse — jancak @ 00:21
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„Nach einem entbehrungsreichen Leben endlich positiv und das ist negativ!“, dichtete, glaube ich, der Lyriker Hans Augustin im Frühling während des ersten Lockdowns und das gibt Anlaß ein wenig über die Worte „positiv“ und „negativ“ nachzudenken. Kommt wahrscheinlich von der Allmacht der Medizin, daß der Kranke als positiv beurteilt wird und hat man die Krankheit nicht, ist man negativ. Und das muß man nun allendhalben und überall sein und wenn man in Zukunft einkaufen, in ein Konzert oder in ein Gasthaus gehen will, muß man wohl seinen Negativbescheid vorweisen, damit man Einlaß findet, denn wir suchen ja das Virus derzeit, wie die berühmte Nadel in den berühmten Heuhaufen, um, wie es, glaube ich, der freiheitliche Politiker Peter Westenthaler nannte, eine Krankheit zu finden, bei der man zuerst einenTest machen muß, muß sie herauszubekommen, um dann die Leute zu einer Impfung zu motivieren, damit sie sich davor schützen lassen und da ist jetzt wahrscheinlich nicht nur in Österreich der Teufel los.

Der dritte Lockdown naht und testen, testen, testen, hat ja nicht nur unser Kanzler gesagt und so werden Gesunde über Teststraßen gejagt, um sie dann abzusondern, zu isolieren oder wegzusperren, damit sie die Krankheiten nicht übertragen und zu Superspraydern werden, sitzen sie dann eine Woche in Quarantäne, reagieren meist asymptomatisch, während die Krankenhäuser offenbar bei den Älteren, bei denen die Krankheit tödlich sein kann, immer noch nicht nachkommen sie zu behandeln.

Also braucht man die Maßnahmen, um das Virus in den Griff zu bekommen, das ja jetzt mit Eifer und sehr verbissen, wie die Nadeln in dem berühmten Heuhaufen gesucht und aufgespürt werden soll, was ja eigentlich, wie schon der Hausverstand sagt, nicht gelingen kann und so schießen wir mit Kanonen auf den Spatzen Covid. Schießen dabei alles nieder, zertrümmern die Wirtschaft, traumatisieren die Bürger und die Kinder in den Schulen in die sie jetzt nicht gehen dürfen und das Virus hüpft dann lustig davon.

Das hat, glaube ich, der zu den Corona-Kritiker gezählte Experte Prof Bhakdi in seinen Buch „Corona-Fehlalarm?“ geschrieben und ich habe mir schon am Anfang etwas schwer getan, diese Virus Bekämpfung- Manie nachzuvollziehen, stamme ich ja noch aus der Generation, wo man lernte sich bei einer Grippe, einer Verkühlung ins Bett zu legen, heißen zitronentee trinken und den täglichen Apfel, beziehungsweise, das berühmte Hühnersüppchen zu essen und die Krankheit auszukurieren.

„An apple per day keeps the doctor away, stand, glaube ich, auf einem Zettelchen das auf dem Nachttisch meiner Großmutter lag. Das gilt nicht mehr, gilt als überhaolt und nicht mehr aktuell, denn jetzt darf man ja alles, nur nicht positiv sein und so wird getestet und getestet. Man muß Abstand halten und seine Hände desinfizieren, obwohl ich ja, glaube ich, auch in der Schule lernte, daß man damit auf Dauer seine Abwehrkräfte eher dezimiert, als stärkt, aber die scheinen derzeit ohnehin nicht sehr gefragt, wurden doch im Frühling in Wien die Bundesgärten abgesperrt, so daß man nicht in Schönbrunn oder im Prater spazieren gehen konnte, hieß es doch „Stay at home!“ und man darf nur aus den berühmten vier oder fünf Gründen aus dem Haus und die häufigsten Worte, die man jetzt hört, sind „Ist es noch erlaubtß“ und man darf ab Weihnachten, glaube ich, zwar einen Skilift benützen, braucht da aber eine FFP2-Maske und den Sicherheitsabstandmuß man auch einhalten.

Denn die Viruszahlen, die der Getesten schnellen immer noch nach oben oder eigentlich hat sie der Lockdown 2 schon ein wenig eingedämmt. Eine sogenannte Plateauspitze wurde schon erreicht. Aber Weihnachten naht und da haben alle offenbar Angst und die Politiker scheinen in ein eine Art Massenpanik verfallen.

Was ist, wenn nach Weihnachten, wozu ja die Massentestungen gestartet wurden, daß man nachher in Ruhe bei seinen Lieben Weihnachten feiern darf, aber davor haben jetzt offenbar alle Angst. Zwar dürfen sich da maximal zehn Personen aus maximal zehn Haushalten treffen. Wie geht sich das aus? Ist die berühmte Frage. Aber das soll man ja ohnehin nicht auskosten. Aber was ist, wenn die Zahlen dann nachher in die Höhe schnellen, weil da alle vor dem Christbaum vielleicht ohne Maske „Stille Nacht!“, singen oder die Oma ohne Handschuhe küßen? Deshalb „Machen sie einen Schnelltest, bevor sie sie aus dem Altersheim holen!“, hat der Bundeskanzler geraten. Aber das soll man ohnehin nicht tun und wenn man sie dort besucht, muß man einen Schnelltest machen und ab Jänner ist der Massentest ohnehin bei wahrscheinlich Allen Pflicht, bis uns dann die Impfung aus dem Dilemma erlöst.

Aber das wollen, hört allenhalb aus den Umfragen, die Impfmuffeln Österreichs ja nicht, haben sie doch Angst davor und wollen erst abwarten, ob den anderen nicht vielleicht doch grüne oder blaue Ohren wachsen, bis sie sich selber impfen lassen. Aber wenn sich nicht mindestens sechzig Prozent impfen lassen, gibt es keine Herdenimmunität, obwohl ohnehin noch nicht klar ist, ob es die überhaupt gibt, wie lange der Impfstoff wirkt und, ob man nicht doch noch trotzdem ansteckend ist.

Deshalb weiter testen, testen, Abstand halten, Maske tragen und es bleibt die Frage, wie wirkt sich das alles auf die Psyche des Menschens aus. Was macht das mit der Psyche, wenn man den anderen nicht trauen kann, ob der nicht vielleicht doch ansteckend ist und die Krankheit auf einen übertragen kann? Der nächste als Feind! Vorsicht, Vorsicht, Maske auf, Socialdistancing und Abstand halten, sich zu Hause einsperren und nur noch miteinander telefonieren und die, die in Folge der Lockdowns arbeitslos geworden sind, haben jetzt andere Verdienstchancen. Werden doch Sicherheitsmitarbeiter, die vor den Geschäften stehen und die Negativatteste kontrollieren, die Contakttracer und die Covidverordnungsplaner sehr gesucht, während die anderem, die Arbeitslose und die Kurzarbeit anmelden und alles alles vielleicht den Bach hinuntergeht, obwohl uns der Bundeskanzler ja schon seit langem, das Licht am Ende des Tunnels und die Auferstehung zu Ostern oder zu Weihnachten verspricht. Zu Weihnachten nicht, da rät er zur Vorsicht und das Silvesterfeiern ist ohnehin schon lange abgesagt und bis wir das Licht des Tunnels sehen, müssen wir uns weiter regelmäßig testen lassen und uns, sollten wir postiv sein, rechtzeitig isolieren, absondern, wegsperren und alles nur nicht positiv sein! Denn das ist das Ende mit oder ohne Schrecken und da habe ich ich doch gelernt, daß man immer positiv denken und auch so leben soll! Wie habe ich mich da getäuscht!

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