Literaturgefluester

2021-01-07

Korrigierschwierigkeiten

Filed under: Schreibbericht — jancak @ 00:10
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Das neue Jahr hat für mich ja jetzt schon das dritte Mal mit einen Romanjahrkurs der Jurenka Jurk begonnen und außerdem ganz speziell und viel unangnehmer mit der Frage, wie es mit Corona weitergeht, kein Freitesten, aber dafür eine Verlängerung des Lockdowns denn die täglichen Zahlen sind ja über tausend statt darunter, wie Parteichefin Pamela Rendi-Wagner fordert und im Gesundheitsministerium wird mit der Opposition die weiteren Teststategien und wie das mit der neuen Virusmutation weitergeht, besprochen und zwischen all dem sitze ich da und soll mein drittes Corona Buch „Mathilde im Coronaland“ meinen achten „Nanwowrimo“ korrigieren und will das eigentlich nicht so recht. Das heißt, ich trödle herum, der innere Kritiker schreit, das ist nicht gut und das sehe ich selbst, wenn ich mich da durch das Jahr 2020 korrigiere.

Mit den ersten beiden Corona-Texten ist es mir ja sehr gut gegangen. Das „Frühlingserwachen“ ist schon erschienen, besonders aufgefallen und wahrgenommen wurde es zwar nicht. Das „Braunkarierte Notizbuch“ wird nächste Woche erscheinen und da ist das Schreiben im Sommer auch sehr flott gegangen. Da habe ich ja mein Alter Ego, die Eja Augustin beschrieben, wie die sich über den Sommer aufs Land zurückgezogen hat, um dort einen Roman zu schreiben. Da ist mir ja vorgeschwebt, es war die Zeit, wo die Maskenpflicht wieder eingeführt wurde, über eine Maskenverweigerin zu schreiben und habe das nicht so ganz hinbekommen und auch der dsytopische Roman, den ich ja eigentlich schon beim „Frühlingserwachen“ schreiben wollte, war das noch nicht. Da habe ich mir „Leben einer Maskenverweigerin“ und dystopischer Roman in mein Notizbuch notiert und die Idee der Mathilde war geboren.

Ursprünglich sollte es „Leben im Coronaland“ heißen und, obwohl ich nicht so ganz sicher war, wie man über die Corona-Siutation einen dystopischen Roman schreiben soll, bei dem nicht alle schreien, das ist doch real und habe dann im Oktober den Absagebrief des Verlags geschrieben und den Brief der Mathilde an die Jasminka, bevor sie in eine Ni-Wohnung oder Nichtgeimpften-Ghetto zieht. Das ist noch ein bißchen utopisch und ich hatte es mit 12.12. 2021 datiert. Der Absagebrief stammt aus dem Jahr 2019, das habe ich inzwischen weggestrichen und den Brief undatiert gelassen. Den eigentlichen Roman, den ich im Oktober begonnen und dann im November im Rahmen des „Nanwowrimos“ fertiggeschrieben habe, spielt im Jahr 2020 und ich habe ihn im November mit dem Monat Dezember beendet und der ist auch nicht wirklich dystopisch, sondern sehr realistisch und endet mit der Diskussion über die Massentests. Die Mathilde ist die Maskenverweigerin, da habe ich immer das Problem das begründen, warum tut sie das, warum weigert sie sich das Stück Stoff umzubinden und habe das eher offengelassen. Sie hat eine Nachbarin die für sie einkaufen geht, das ist Rosa Binder, die Germanistik studiert hat und später Kontakttracerin wird und einen Mitarbeiter des Bundeskanzleramt kennenlernt in den sie sich verliebt. Sie hat ein diveres Geschwister, das muß ich auch noch ausarbeiten und die Mathilde hat ihre enkeltochter noch nicht gesehen.

Am sechzehnten November war ich, glaube ich, mit dem Rohtext fertig, da war ich etwas über fünfzigtausend Worte. Das geht sich bei mir immer zufälligerweise genau aus, meistens muß ich anstückeln und es wird nie so lange, wie ich es eigentlich will. Aber diesmal habe ich den Text in der Zwischenzeit nicht korrigiert, das heißt, da ist nichts weggefallen, das kam erst später. Am fünften Dezember hatte ich dann das Ganze das erste Mal durchkorrigiert und danach 47 840 Worte und 101 Seiten und bin vor einigen Tagen mit dem zweiten Korrigierdurchgang fertiggeworden, da stehe ich jetzt bei 45 532 Worten und siebenundneunzig Seiten und bin nicht damit zufrieden. Vielleicht, Uli schau owa, weil ich nicht sehr konzentriert korrigiere, sondern ständig Oe 24-TV dazu laufen lassen, was ich seit März eigentlich ständig tue und das ist wahrscheinlich mein Problem. Denn ich korrigiere das Jahr 2020, den ersten Lockdown, die Rücknahme der Maßnahmen, die Wiedereinführung der Maskenpflicht und bin in der Realität schon viel weiter, höre gerade beispielsweise, wie sich das neue Virus verändert hat und habe, wie man sieht, am Text viel weggestrichen und die meisten Szene finde ich noch sehr flach und sollte sie flüßiger machen. Wirklich am Text will ich wieder nicht viel ändern.

Der Text ist mit Ausnahme des Beginns sehr realistisch und lebt auch mehr von den Nebenhandlungen, der Beziehung zwischen Rosa und Benedikt, die Geschichte des Geschwisters, die des kleinen Max, der in die Schule kommt, infolgedessen eine Maskenphobie beziehungsweise eine Enuresis entwickelt. Da müßte ich die Szenen noch flüßiger machen und auch noch einiges ausarbeiten. Das habe ich jetzt vor, das Ganze wieder Szeneweise so lange bis es sitzt, zu verbessern. Dazu kann mir vielleicht auch der Fünftagekurs helfen, morgen kommt ja auch das Thema Überarbeitung dran und im Oktober gab es dazu auch ein spezielles Seminar, wo ich mir dachte, was soll ich korrigieren, wenn ich nicht noch einmal den Plan für den Rotext sondern nur die zwei Briefe habe, jetzt muß ich die Freude an dem Text wiederfinden und vielleicht das „Oe 24“ ausschalten, um mich besser auf den Text konzentrieren zu können.

Ich weiß nicht, ob es mir gelingt, wär aber schön einen spannenden Text daraus zu machen, schon um der kleinen Lia einmal etwas zu hinterlassen, damit sie lesen kann, wie das im Jahr 2020 war und Spannungsbögen, um wieder an Jurenka Jurk anzuköpfen, hätte ich ja.

So kommt ja das Tagebuch der Großmutter vor, die an der spanischen Grippe gestorben ist und so ganz realistisch ist es auch nicht, taucht da doch am Schluß die Aloisia mit einer schwarzen Maske einen langen Rock und einem Strohhütchen auf und die ist ja eigentlich 1946, als mittelalte Frau an Krebs gestorben. Spannend, spannend drei Corona-Texte zu haben, auf meinen Blog kann man noch andere Texte und Alltagsberichte finden, sonst falle ich ja nicht sehr auf, überlege aber das „Notizbuch“, wenn es dann erscheint, an das Literaturhaus zu schicken, denn die sammeln, glaube ich, Corona-Texte und da gibt es ja schon einige davon.

6 Kommentare »

  1. Das Texten zu Corona g´fallt ma nimmer,
    es macht nix besser, nur die Stimmung schlimmer.
    I bin jedoch ganz guad schon drauf,
    und des obwohl I seit Corona nix mehr sauf.
    Kollegenplausch und a, zwa Glaserl Wein,
    des war nur nach die Lesungen fein.
    Mit mir allan daham is ja a Schwips nur fad.
    I sitz jetzt meditierend ganz, ganz stad.
    und wann I mi beweg´ wohin,
    dann kommt mir nur mei Bibliothek in Sinn.
    Die vülen ungelesnen Bücher die da stehn,
    I les und les – Corona wird schon irgendwann vergehn.
    Shakespeare im Original I jetzt dua lesen,
    I hab genügend Zeit bis zum Verwesen.
    Mei Geist samt Seele jedoch unsterblich ist,
    darum erkenn I all die schlimme Covid_List.

    Doris Kloimstein

    Kommentar von schreibzeug123 — 2021-01-07 @ 09:33 | Antworten

  2. Ein bißchen sollte man seine Meinung wahrscheinlich schon äußern und aufpassen, daß vielleicht nicht doch zuviel an Freiheit verloren geht, was nicht so verhältnismäßig ist und dann nicht mehr wiederkommt!
    Aber das Lesen ist natürlich wichtig und wahrscheinlich abgesehen vom spazierengehen, reiten, radfahren, eine sinnvolle Beschäftigung, das Schreiben auch denke ich und tue es für die Enkeltochter, damit die in den drei oder vierCorona-Büchern die es dann von mir geben wird, nachlesen kann, wie es 2020 war!
    Schau aber auf die Facebookseite des Literaturhauses, die haben da eine beachtliche Corona-Büchersammlung und ganz besonders kann ich dir da das von Marlene Streeruwitz empfehlen, das man, glaube ich, noch immer auf ihrer Website finden kann!
    Danke fürdas Gedicht, denn Austausch finde ich auch sehr wichtig und natürlich für das Lesen!

    Kommentar von jancak — 2021-01-07 @ 11:55 | Antworten

  3. Ich komm zwar aus der Pädagogenzunft,
    doch wähle ich zur Zeit die Unvernunft.
    So witzle ich ganz froh und heiter
    und liebe Wortzwitz und nichts weiter.
    Meine Pferde brauchen Heu und Pflege,
    weshalb ich mich schon in den Stall bewege.
    Die Bibiothek ist für mein Hirn,
    im Stall schützt eine Pudelhaube meine Stirn.
    Die Enkelkinder lehr ich Stall ausmisten
    und Rattenfang in Futterkisten.

    Doris Kloimstein

    Kommentar von schreibzeug123 — 2021-01-09 @ 09:26 | Antworten

  4. Na dann, das zweite Corona-Buch mit den Gedichten, das ja dir gewidmet ist, soll nächste Woche erscheinen, wenn wir am 28. nach Harland kommen, bringe ich es dir, aber man hört ja Gerüchte von einer neuerlichen Lockdownverlängerung und einem Sperrgebiet von fünfzehn Kilometern.Ansonsten habe ich gerade das neue Buch der Ruth angegefangen und kann sie auch nicht erreichen!

    Kommentar von jancak — 2021-01-09 @ 10:32 | Antworten

  5. Das „Ensor-Buch“ der Ruth hab´ ich gelesen.
    Ja, ganz interessant ist es gewesen.
    Der Bildungsmensch in mir war heiter.
    Das Buch darum empfehl´ weiter.
    Auch wenn der Inhalt ist ganz ernsthaft.
    Das Lesen in kurzer Lesezeit man schafft.
    Jetzt bleibt ein „f“ zuviel da stehen.
    Ich werde besser in den Stall nun gehen.

    Doris Kloimstein

    Kommentar von schreibzeug123 — 2021-01-09 @ 13:24 | Antworten

  6. Dann viel Spaß!

    Kommentar von jancak — 2021-01-09 @ 13:54 | Antworten


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