Literaturgefluester

2021-01-30

Artur Lanz

Filed under: Bücher,Uncategorized — jancak @ 00:32
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Auf den neuen Roman, der 1941 geborenen Monika Maron, die mit ihrem Roman „Flugasche“ berühmt und in der DDR verboten wurde“ berühmt geworden ist, den ich, glaube ich, irgendwann gelesen habe, bin ich bei „Lit 21“ aufmerksam geworden, weil S. Fischer, den Vertrag mit der Autorin auflöste, weil ihre Essays im „Antaios Verlag“ veröfffentlicht wurden oder in der Buchhandlung der Susann Dagen vorgestellt wurde. Ihr voriger Roman „Munin oder Chaos im Kopf“ wurde auch schon in dem Diskussionsformt von Susanne Dagen und Ellen Kositza vorgestellt und das hat meine Neugier geweckt. Leben wir ja in einer Zeit, wo sich das Rechts und links vermischen, die FPÖ statt der Grünen gegen die Freiheitsbeschchränkungen der Covid-Maßnahmen eintritt und man wenn man gegen die Corona-Maßnahmen demonstrierten will, sofort als Rechts und Aluhutträger diffamiert wird.

Aber das war wahrscheinlich erst später, ist der Roman doch schon im August 2020 erschienen und es ist ein interessantes Buch über das man viel nachdenken kann, obwohl eigentlich gar nicht so viel darin passiert, das aber in einer sehr anspruchsvollen Sprache geschrieben ist.

Die Heldin oder Erzählerin ist wahrscheinlich eine Alter Ego von Monika Maron, nämlich eine ehemalige Lektorin namens Charlotte Winter, die auch nebenbei Geschichten schreibt und deshalb wohl immer auf Materialsuche ist und da fällt ihr eines Tages auf einer Parkbak neben den Sandlern dort, ein gutgekleideter etwa fünzigjähriger Mann, der also ihr Sohn sein könnte, auf, der einen sehr depressiven Eindruck macht, wie ich das, was Monika Maron beschreibt, zusammenfassen will. Sie setzt sich zu ihm und er erzählt ihr, daß er Artur heißt, weil seine Mutter von der Artussage begeistert war, er aber mit seinem Leben unzufrieden ist, weil geschieden, einen Herzinfarkt hatte und den Hund, den er einmal gerettet hat, um seine Heldenhaftigkeit zu beweisen, hat ihn seine Frau auch noch weggenommen.

Monika Maron fängt ihr Lehrstück sehr langsam an, nennt ihren Helden zuerst Herr Lanz, später kommt es zum Artur und philosophische Betrachtungen über das Leben, die Veränderungen seit den Zeiten der DDR, gibt es auch. Sie besucht ihren Freund Adam und seine viel jüngere Freundin Eva, die eigentlich Gudrun heißt und Ayurveda-Kuren in Indien macht. Mit dem geht sie manchmal in eine Nobelpizzeria essen, trifft ihre Freundin Lady mit der sie in der DDR aufgewachsen ist, liest die Artus-Sage, fängt an sich mit dem Heldenbegriff zu beschäftigen.

Gibt es den überhaupt noch? Oder ist man gleich ein Nazi, wenn man das Wort erwähnt und was ist aus den Buben geworden, die von den 1968-Müttern Puppen statt Gewehre in die Hand gedrückt kommen?

Dazwischen taucht immer wieder Artur auf, geht mit ihr ein Glas Wein trinken und erzählt ihr dann von einem Kollegen. Der ist Physiker, der sich mit einer Grünen anlegte, um sie zu ärgern, postete er „Grünes Reich“ und hat dann das Pech, das dieser Ausdruck auch von einem Rechten gewählt wird. Das führt zu einem großen Eklat und Artur, der nicht der Meinung seines Freundes ist, soll ihm verteidigen. Er ist aber kein Held, tut es am Schluß doch und geht mit ihm dann schifahren oder wandern und schließlich in die Schweiz ins Institut Cern und Fontanes Stechlin wird dazwischen auch noch gelesen.

Ein Roman über die gesellschaftlichen Entwicklungen Deutschlands mit denen man oder Monika Maron unzufrieden sein kann und ich, um ein bißchen zu provozieren und ich mich in der letzten Zeit auch mit den Romanfahrplan beschäftigt habe, die Frage stelle, ob und wie gut Monika Maron sich in ihrem Romanaufbau mit der „Heldenreise“ beschäftigt hat und natürlich ist es wichtig mutig zu sein, Haltung zu zeigen, seine Meinung zu sagen oder sich vielleicht ganz einfach so zu verhalten, wie man es wahrscheinlich in der Schule oder von den Müttern lernte. Ein besonderer Held oder Heldin braucht man dann vielleicht gar nicht zu sein.

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