Literaturgefluester

2021-03-21

Abels Auferstehung

Filed under: Bücher — jancak @ 00:05
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jetzt wäre es sich wahrscheinlich ausgegangen,Thomas Ziebulas zweiten Leipzig-Krimi mit in diese Stadt zu nehmen, wenn es die Buchmesse, wie geplant gegeben hätte. Hat sie aber nicht, denn sie wurde schon lange auf Mai verschoben, weil da das Wetter ja schöner ist und man die Messe auch im Freien abhalten hätte können. Jetzt gibt sie angesichts der steigenden Zahlen aber doch wieder nur Online oder überhaupt nicht und Thomas Ziebulas zweiter Stainer-Roman spielt im März 1920 und schließt sich nahtlos an den ersten an.

Also ein richtiger Fortsetzungsroman, denn einige Personen außer dem Inspektor kennen wir schon und der kommt zu Beginn vom Begräbnis seiner Frau zurück. Wir erinnern uns, so endet der „Rote Judas“, betrinkt sich, flucht vor sich hin und auch die Rosa Sonntag, die Malerin, die auch in einem Nachtclub singt und ihren Bruder Hagen kennen wir auch, sowie die letzte Straßenbahnfahrerin Fine König, die jetzt, nach dem die Soldaten aus den Gefangenenlagern zurückkommen sind, wieder an den Herd zurück soll und vielleicht die Art, wie der Mörder sein Geständnis durch das ganze Buch hindurchzieht.

Der beschreibt zu Beginn, wie man dazu kommt, einfach vor sich hinzutöten. Man fängt einmal damit an, der Krieg hat es vielleicht auch beigebracht und die Hemmungen genommen, kann man nicht mehr aufhören und muß am Ende, wenn die Leichen schon den Weg säumen, selbst den Strick nehmen.

Es fängt auch für die, die den ersten Band gelesen hat, vielleicht ein unverständlich an, in die Handlung hineinzukommen, denn da wird einer zuerst in Basel in den Rhein gestürzt und man denkt „Wui!“

Dann kommt Paul Stainer vom Begräbnis seiner Frau zurück und wacht betrunken auf und von einem Fechtduell der Leipziger Burschenschafter der illegalen oder vielleicht schon legalen Nazis, ist auch schon im Klappentext die Rede.

Dann geht zu Marlene Wagner, das ist eine ziemlich freidenkende Journalistin der Leipziger Volks- einer linken – zeitung, die soll über das Fechtduell schreiben, ein Herr Thorwald kutschiert sie dorthin, der jüdische Student Fritz Sternberg, der es schon vor dem Krieg geplant hat, wird später tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden und das Buch besteht aus drei Teilen.

„Der Maler“ das ist jener Fritz Sternberg, ist der erste, „Die Journalistin“, die zweite, denn die wird später auch ermodet und der dritte heißt „Das Mädchen“, das ist die siebzehnjährige Tochter der Straßenbahnfahrerin und die kommt, spoilere ich, gleich, mit dem Leben davon und so geht es dahin und wir in die Handlung hinein.

Paul Stainer hat mmer noch Schwierigkeiten mit dem Gedächtnis und seiner „Kriegsneurose“. Deshalb soll er degradiert werden, denn die nationalen Vorgesetzen haben etwas gegen ihn und Rosa Sonntag, die auch Malerin ist, will ihren Bruder, der ihr ja im ersten Teil übel zusetzte, eines auswischen.

Sie ist nicht nur Sängerin, sondern auch Malerin und soll das Hochzeitsbild ihrer Frunddin Clara malen. Die war schon mal verheiratet, mit Adrian Adamek, der in Verdin gefallen ist. Jetzt will sie seinen Bruder Konrad, einen Pelzhändler heiraten und einen dritten Bruder, Roman gibt es auch. Der lädt Marlene Wagner zum Abendessen ein, die wird aber ermordet, weil den Nationalen ihr Burschenschaftsartikel nicht gefallen hat? Und vorher war sie in Basel, weil der tote Soldat ihr Bruder sein hätte können. War er aber nicht und der Tote hatte ein Zigarettenetu bei sich, dem Marlene nachspürt, weil sie einen Artikel über den toten Soldaten schreiben will.

Nach und nach klärt sich alles auf und man erfährt auch viel, wie es in Leipzig vor hundert Jahren ausgeschaut haben soll und, daß es schon damals schwierig war, wenn man mit einer Siebzehnjährigen im Bett erwischt wurde oder auch nicht, denn die konnte man damals noch schnell heiraten.

Mona König weiß aber nicht, ob sie das will? Geht sie doch noch zur Schule und verdingt sich als Komparsin im Theater, wo gerade „Macbeth“ gespielt wird. Dort kommt es zu einer Verfolgungsjagd. Am Schluß klärt sich, wie schon beschrieben alles auf. Der Mörder, es war wieder eineÜberraschung und ein anderer als erwartet, hängt sich auf. Stainer entschuldigt sich bei dem Verdächtigen, der er vorher hart angefaßt hat und hat seine Gedächtnis wieder zurückbekommen und jetzt können wir gespannt sein, wie es weitergeht und ob ich jemals wieder ohne Maske und grünen Impfpaß nach Leipzig komme, um dort vielleicht den möglichen dritten vierten oder fünften Teil zu lesen?

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