Literaturgefluester

2021-04-03

Solo-Osterspaziergang

jetzt bin ich über das Osterwochenendeenende doch nach Harland gefahren, wenn man einen Zweitwohnsitz hat, kann man das auch während des Lockdowns. Man darf dann zwar nur alleine seine Oma besuche, aber die liegt ohnehin im Bett und mag nicht so viele Besucher und in Harland kann man auch Radfahren, obwohl mir heute eine Frau an der Traisen erklärte, daß man das angeblich nicht darf. Eine Maske braucht man in St. Pölten auch noch nicht tragen und Ostern ist ja oderwar immer die Zeit der Osterspaziergänge und da gab esja immer den der LitGes, der literarischen Gesellschaft St. Pöltens und da bin ich 2000, das erste Mal noch mit Alois Eder mitgegangen. Doris Kloimstein war auch dabei. Da bin ich mitdem Rad nach St. Pölten gefahren und dann ist es an der Traisen entlang bis zum Bootshaus gegangen und ich habe, glaube ich, aus der „Viertagebuchfrau“ eine oder zwei Ostereierszenen gelesen. Denn da geht ja eine Frau während der ersten hundert Tage von schwarz-blau zu einer Therapeutin und liest ihr aus ihren verschiedenfärbigen Tagebücher vorund es bekommt dann blaue und auch rote Ostereier auf diversen Wahlveranstaltungen.

Dann war eine LitGes Pause und aufdie Osterspaziergänge bin ich, glaube ich, erst 2008 wieder gekommen. Der war dann im Kaiserwald, da war die Ruth dabei und Robert Eglhofer, der ja damals stellvertretender Obmann der LitGes war. Alois Eder, glaube ich, auch. Es gab ein Ostereier suchen. Was ich gelesen habe, weiß ich nicht mehr so genau. Vielleicht den Text, den ich für die St. Pölten Anthologie geschrieben habe, dier Alois Eder herausgegebe wollte. „Harland-Stadt“ hat er geheißen. Ab da war ich bis 2018 immer bei den Osterspaziergängen die dann um den Viehofnersee gegangen sind und habe mir auch immer einen St. Pölten bezogenen Text herausgesucht. Ich glaube, den „Hochschwab-Blick“ habe ich gelesen, “ Somme am Wasser“, meinen „Frequency-Text“ und und und ….

Da ich immer darüber bloggte, kann man das schön nachlesen. Ein Picknick gab es auch und wenn es regnete, haben wir uns in der „Seedose“ versammelt. 2019 habe ich dann ausgesetztund das war gar nicht meinem Gips geschuldet, sondern weil der Spaziergang damals am Samstag vor dem Palmsonntag war und wir da bei der „Literatur und Wein“ und Eva Riebler, die Obfrau der LitGes, die wir damals auf der Rudolfshöhe getroffen haben, hat uns auch gesagt, daß sie nicht dabei sein wird, sondern Cornelia Stahl, die mich ja das letzte Jahr interviewte, sie vertritt und im letzten Jahr ist der Spaziergang, wie heuer Corona bedingt ausgefallen. Denn dagibt es ja die berühmten fünf Gründe und man darf keine Leute treffen. Heuer auch nur einen beim Pckinicken. Also kein Spaziergang der LitGes.

Aber allein kann man spazieren gehen und soll das auch, weil man sonst ja nur Thrombosen oder einen Vitaminmangel bekommtund so habe ich mich der wachsenden Inzidenzzahlen zum Trotz entschloßen, Oster heuer doch in Harland zu verbringen und auch einen Osterspaziergang um den See zu machen. Da fahre ich ja öfter meine Runde, besteige den Aussichtsturm, plündere den „Seedosenschrank“.

Im heurigen Sommer habe ich dabei öfter einen Kaiserspritzer auf der Seedosenterrasse getrunken und mein zweites Corona-Buch spiegelt ja auch dort. Daraus hätte ich, wenn es den Spaziergang gegeben hätte, ein Stückchen lesen können oder auch die „Meister Hoppel- Ostergeschichte“, die morgen im Blog erscheint. Alleine lesen macht aber keinen Spaß und ist auch ein wenig seltsam. So habe ich mir gedacht, nachdem ich den Alfred am Markt getroffen habe, um mich vorher mit einer Wurst- oder Rehschinkensemmel zu stärken, nehme ich mir mein Notizbuch mit oder gehe ich zur Seedosenzelle und schaue nach, was es dort zu finden gibt. Dann marschiere ich den See ab, setzte mich wie weiland bei den Spaziergänge auf eine der Bänke und lese ein Stück. Das hat dann nicht so ganz gepaßt, obwohl die Seedosenzelle sehr voll gewesen ist, aber nur zwei Bücher nach meinen Geschmack. Nämlich Miljenko Jergovics „Vater“, den ich, glaube ich, einmal bei der „Literatur und Wein“ hörte und ganz besonders spannend „Kein Roman“ von Peter Pilz aus dem Jahr 1989, als er noch ein Grüner und jüngerer Politiker war. Das habe ich nur durchgeblättert und auf den vier oder fünf Bänken, wo ich etwas in mein Notizbuch geschrieben auf den Aussichtsturm bin ich auch geklettert und habe die Spaziergänger beobachtet. Es war aber leider ein bißchen kalt, obwohl es auch sonnig war.

Leider kein Picknick und kein Eierpecken. Die Ostereier liegen aber schon zu Hause und einen Osterkuchen gibt es auch und ein Nestchen, das ich morgen der kleinen Lia verstecken kann, die darf ja mit ihrerMama kommen, denn ohne wird sie das noch nicht schaffen und ihr Hund wird wohl auch dabei sein und dann gibts ein Grillen und vielleicht, wenn es wärmer ist, einen Gang auf die Rudolfshöhe. Da waren wir schon vor drei Wochen und haben Take away-Käsespätze gegessen, leider war es auch sehr kalt und am Ostermontag geht es wieder zurück nach Wien und da hat es früher, solange Rolf Schwendter noch gelebt hat, immer den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters gegeben und der war auch sehr interessant, denn da ist es immer in einen bestimmten Bezirk gegangen. Man hat sich vor ein Haus gestellt, wo ein berühmter Dichter gelebt hat und aus seinem Werk gelesen. Da waren wir einmal im dritten Bezirk, da hab ich auch meine Ostereiergeschichte gelesen, einmal im achten, wo ich auch gefroren habe.

Als es um den Fünften ging, habe ich vor dem Haus, wo sich die AZ befand, ein Stück über Jura Soyfer aus „M.M. oder die liebe zur Germanistik“ gelesen und im Cafe Standard einen Nachruf auf oder Texte von Elfriede Gerstl, dann ist es noch in den vierten Bezirk gegangen. Da habe ich, glaube ich ein bißchen was mit Susanne Schneider organisert und sogar einen Text über Helmuth Eisendle geschrieben, derdann auch im „Freibord“ war.

Einmal waren wir statt beim Osterspaziergang im Kino ,haben „Howl“gesehen und einmal hat Rudi Lasselberger im „Siebenstern“ eine Performance gehabt. Der letzte Osterspaziergang,wo wir waren, war, glaube ich, durch das Lärchenfeld. 2013 ist Rolf Schwendter gestorben und jetzt gibt es schon länger keine literarische Osterspaziergänge mehr. Hoffen wir auf das nächste Jahr. Kanzler Kurz hat ja versprochen, daß sich ab Sommer wieder alles normalisiert. Aber mit Maske und Test spaziere ich nicht um den See.

Und ein passendes Oster-Buch wäre jaThomasGlavinic „Kameramörder“ das ich mal lesen sollte. Aber jetzt lese ich ja „Dave“ von Raphaela Edelbauer,ein utopischer Roman kannich spoilern und morgen begibt sich „Meister Hoppel mit dem grünen Paß“auf das Ostereierverstecken und wir vielleicht auf die Rudolfshöhe. Mal sehen, ob es dort noch Take away gibt? Aber das ist ja erlaubt.

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