Literaturgefluester

2021-04-04

Meister Hoppel und der grüne Paß

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:43
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Hase Hoppel war dabei seinen großen Korb mit den bunten Eiern, rote, grüne, blaue, violette und auch ein paar pinke waren dabei, zu füllen und sich diesen um den Rücken zu schnallen, dennn es war wieder Ostersonntagmorgen, das Wetter war schön, die Sonne funkelte schon vorsichtig vom Himmel herunterund kitzelte sogar frech seine Hasennasenspitze.

„Tschüß, Hoppeline, Hasenfrau!“, rief er in das Hasenhäuschen hinein und freute sich schon auf den Karottenbraten, den ihm seine Angetraute, wenn er am Abend mit leeren Korb zurückkehrte, zum Nachmahl kredenzen würde.

„Tschüß, Hoppeline, Hasenfrau!“, schrie er hinein und wunderte sich ein bißchen, daß er seine Angetrauten noch ein wenig verschlafen im Schlafrock, aber trotzdem aufgeregt aus dem Hasenhaus stürzenund auf ihn zulaufen sah. Hatte er etwas vergessen? Die Eier waren doch alle fertig bunt gefärbt, sorgfältig in den Korb gepackt und die Adressen der Kinder denen er sie in den Garten oder ins Kinderzimmer legen sollte, lag auch oben auf.

„Halt, Hoppelmann“, rief die angetraute Hasenfrau und winkte in der einen Hand mit einem weißen, in der anderen mit einem grünen Ding, mit denen sie auf ihn zustürzten.

„Halt, Hasenmann! So kannst du nicht losstarten! Haben sie doch in der Stadt noch immer Lockdown und jetzt sogar Osterruheausgangssperre oder, wie das heißt und eine FFP 2-Maske müßen die Menschen schon länger tragen, wenn sie in die Geschäfte gehen, damit sie nicht einander anstecken können und du brauchst jetzt auch einen grünen Impfpaß in dem du deine Testung und damit deine Ungefährlichkeit nachweisen kannst!“, rief die Angetraute, drückte ihm das grüne Ding in die Hand und begann ihm das weiße, um die Schauze zu binden, was sehr unangenehm war, weil er keine Luft bekam und husten mußte.

„Was tust du, Hoppeline!“, rief er und schüttelte den Kopf mit den langen Hasenohren.

„Bleib mir damit von der Schnauze, was soll denn das?,“ rief er empört und schüttelte sich noch einmal.

„Die Menschen haben doch jetzt Pandemie, haben wir in der Schule gelernt, Papa!“, riefen jetzt auch Hoppelmann und Hoppeline junior, die ebenfalls mit ihrem Nachthemd und Nachpyjama aus dem Haus stürmten.

„Da mußt du aufpassen und vorsichtig sein und einen zwei Meter Sicherheitsabstand muß man auch einhalten, hat die Frau Lehrerin erklärt!“, ergänzte Hoppeline junior und die Angetraute nickte befriedigt mit dem Kopf.

„Schön, schaust du aus, Hoppel! Du darfst dich auch nicht mit diesem Virus anstecken, da ist das bißchen Husten egal! Du wirst dich schon daran gewöhnen, die Menschen müßen das auch!“, rief sie befriedigt.

„Jetzt kannst du losstarten und paß auf dich auf!“, fügte sie noch besorgt hinzu. Und Hoppeline und Hoppelmann Junior riefen „Bring uns aus der Stadt etwas Schönes mit, Papa! Vergiß das nicht, wir wollen auch ein Osternestchen haben und erzähl uns von den Kindern, wie es ihnen geht, wenn sie heuer wegen der Osterruhe nicht aus dem Haus gehen dürfen! Aber dafür brauchen sie nach den Osterferien nicht in die Schule, weil das Distancelearning wegen diesem Pandemiedings verlängert wurde! Das möchte ich auch gern, Papa!“, rief Hoppelinchen Junior vorlaut. Hoppel schüttelte den Kopf, versuchte das weiße Sicherheitsstück von der Schnauze zu bekommen, denn es drückte sehr und war unangenehm und rief seiner Angetrauten und seinem Nachwuchs ein neuerrliches Unsinn zu, bevor er sich auf den Weg machte. Denn der war weit und er wollte pünktlich sein, um die Menschen und deren Kinder, die von den Maßnahmen wegen dieser verdammten Seuche, sowieso schon angeschlagen schienen, nicht zu enttäuschen.

„Ich bringe auch etwas mit und freue mich schon auf den Karottenschmaus am Abend!“, rief er und winkte ihnen zu! Dann war er schon losgehoppelt und wiederholte sein „Welch ein Unsinn!“, noch einmal!“

Dann blieb er, als er sicher war, daß ihn Hoppeline und Hoppelmann und Hoppelinchen junior nicht mehr sehen konnten und riß sich das weiße Pappding, das in der Stadt jetzt alle tragen mußten, um sich nicht mit diesem Virus anzustecken, von der Schauze. Er brauchte das nicht, denn er war ein Hasenmann und im Wald war ohnehin kein Polizist zu sehen, der ihm darob ermahnen und eine Strafe wegen der Nchteinhaltung der Covidgesetze, von ihm verlangen konnte, wie ihm Hoppeline erzählt hatte, daß das die Polizisten in der Stadt so taten.

“ So ein Unsinn!“, dachte er wieder und hoppelte weiter. Die Stadt mit ihren ersten Häusern und Vorstadtgärten war bald erreicht. Er konnte stehenbleiben und seine buntgefärbten Eier in den Rasen legen. Da fiel ihm wieder das grüne Ding ein, daß ihm Hoppeline in die Hand gedrückt hatte.

„Den grünen Impfpaß!“, hatte sie gesagt, den er herzeigen mußte, wenn er in ein Geschäft gehen wollte, um sich, wenn die Eier vielleicht ausgegangen waren, Nachschubzu besorgen.

“ So ein Unsinn!“, dachte er noch einmal. Denn er brauchte keinen grünen Paß und auch keine Eier kaufen. Denn er war ein gewißenhafter Osterhase und hatte sich schon eine Extraration mitgenommen, so daß er nicht in Verlegenheit kam. Aber den Hasenkindern sollte er ein Geschenk mitbringen. Das hatte er versprochen, dachte er und schüttelte nochmals den Kopf.

So ein Unsinn! Im Wald, wo er mit seiner Hoppelfamilie lebte, brauchte er das nicht. In der stadt sollte das aber schon seit einemJahr so sein und es war ihm auch aufgefallen, daß viele, die ihm auf dem Weg entgegengekommen waren, ein solches weiße Maskending, um ihre Schnaue, sprich Menschenmund umgebunden hatten.

„So ein Unsinn!“, rief er noch einmal. Da würde er Hoppelinchen und Hoppelmann Junior stattdessen ein paar Wiesenblumen und Bärlauchblätter mitbringen. Löwenzahn vielleicht, wenn derschon blühen sollte und die Menschengeschäfte auslassen, dachte er, legte das grüne Impfding in den Korb, zog stattdessen seine Adressenliste hinaus und betrat den Garten, der auf seiner Liste stand. Hier war er richtig und hier gehörten drei Eier in das Gras. Ein grünes, ein blaues und ein rotes für die kleine Dörte, den kleinen Florian und die Arabella und im Nebengarten bekam der kleine Jonas ein oranges und die kleine Liawünschte sich ein pinkes, dachte er befriedigt und dann fiel ihm ein, daß er gutes kühles Bier gut tun und ihn erfrischen würde, bevor er nach getaner Arbeit abends in den Wald zurückhoppeln würde. Aber wenn er dazu einen Impf- oder Testpaß brauchen würde, um zu seinen Trunk zu kommen.

„Das war wirklich sehr verrückt!“, dachte er und schüttelte den Kopf, als er mit seiner Liste in derHand und den Korb am Rücken weiterhoppelte um zu einem Noah und einer Marie zu kommen, die sich je ein blaues Ei gewünscht hatten und da vorne lag auch das Gasthaus, bemerkte er und freute sich. Ein Bier war gut und vielleicht konnte er jetzt schon Einkehr halten und mit dem grünen Impfpaßding konnte er, wenn das Hoppeline oder der Wirt so wollten, auch herumwackeln, selbst wenn er das für Unssinn hielt.

„Also gut, er war nicht so!“, dachte er, war aber kurz darauf enttäuscht, als er keine Gäste im Gastgarten sitzen saß, sondern dieser mit einem weißrotgestreiften Band und einer Kette abgesperrt war.

„Die Schanigärten werden jetzt doch nicht geöffnet, die Zahlen sind zu hoch!“, hörte er einen Passanten zu seiner Begleiterin sagen, die an ihm vorübergingen und schüttelte nocheinmal den Kopf mit seiner Hasenschnauze.

Verdammt, verdammt, zu früh gefreut. Da nützte ihm auch das grüne Impfpaßding gar nichts, wenn die Gastgärten sowieso geschloßen hatten. Also kein Osternestchen aus der Bäckerei im Einkaufszentrum für Hoppelinchen und Hoppelmann Junior. Den Blumenkranz konnten sie haben und auch die übergebliebenen Eier und die angetraute Hoppelfrau würde ihm einen selbstgemachten Malzbierdrink zubereiten. Es blieb aber wirklich verdammt, dachte er, hatte die nächste Adresse erreicht, um für die kleine Lena ein extragroßes Ei auszupacken und ins Gras zu legen. „Schau, Mama, da ist schon der Osterhase!“, hörte er ein helles Stimmchen und sah, als er sich umdrehte einen Finger begeistert auf sich zeigen.

„Schau, Mama, der Hoppelmann ist schon da! Hat aber keine FFP-Maske aufgesetzt! Darf er das und darf ich, wenn er die Hygienemaßnahmen nicht einhält, das Ei dann nehmen? Aber ich habe mich so darauf gefreut!“, rief die Kleine jetzt enttäuscht, während die Mutter, die ebenfalls so ein weißes Ding um Mund und Nase gebunden hatte „Natürlich, Lena, darfst du das!“, antwortete.

„Denn Osterhasen unterliegen keiner Maskenpflicht!“

Die Kinderhand war näher gekommen und er hörte Lena noch „Darf ich ihn streicheln, Mama?“, die Mutter fragen. Aber da war er schon weggehoppelt. Sollten ihn die Kinder doch nicht sehen und im nächsten Garten warteten auch ein Lothar und eine Lotte auf ihre Eier.

„Der Osterhase braucht keine FPP2-Maske tragen!“, hörte er die Mutter noch wiederholen und nickte befriedigt vor sich hin.

So war es richtig! Das würde er Hoppeline, wenn er zurückgekommen war und sein Malzbier trank und seinen Kartottenschmaus verzehrte auch erzählen, dachte er und in die Maske würde er den Bärlauch und den Löwenzahn für die Kinder packen und je ein rotes und ein blaues Ei dazulegen, um Hoppelmann und Hoppelinchen Junor mit diesem Osternestchen zu trösten, wenn sie enttäuscht sein sollten, daß er ihnen aus der Bäckerei nichts mitgebracht hatte.

„Denn die war wegen dem Osterlockdown geschloßen, Kinder!“, würde er ihnen erklären.

„Nicht einmal ein Bier habe ich trotz Paß bekommen! Die Kinder haben sich aber über die Eier sehr gefreut und das nächste Jahr ist dieser Spuk hoffentlich vorbei!

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