Literaturgefluester

2021-04-28

Künstlerprotest und Arbeitsbericht

Was tut sich auf der Corona-Front könnte man so fragen? In Wen wird der verschärfte Lockdown ab Montag beendet werden und man darf dann wieder ohne Maske den Donaukanal entlanglaufen und dort wurde angeblich auch der ehemalige Gesundheitsminister Rudi Anschober, der vor zwei Wochen aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist, oben ohne gesehen. In Wien gehen die Inzidenzzahlen zurück, in Vorarlberg wo man seit einigen Wochen mit Test die Restaurants besuche darf, gehen sie hinauf und ab neunzehnten Mai soll man wieder mit Test und dem grünen Paß in Lolkale dürfen, in Wien wahrscheinlich in den Schaigärten, in den anderen Bundesländern auch hiein. Wir haben einen neuen Gesundheitsminister, einen grünen Arzt und TCM-Mediziner, derTurnschuhe trägt und damit vorige Woche das ganze Land erregte, haben wir keine andere Sorgen?, könnte man fragen.

Offenbar nicht. Denn ganz Österreich jubelt über die neue Freiheit,die wir ab Mitte Mai angeblich wieder haben, weil wir dann getestet geimpft und genesen mit strengen Auflagen wieder zum Friseur gehen dürfen.

Ich nicht, denn meine Haare sind sehr kurz. Habe ich sie mir vor ein paar Wochen doch selbst geschnitten und gar nicht so schlecht könnte ich stolz anfügenund halte den Ausnahmezustand, in dem wir da vor einem Jahr hineingeschlittert sind, mehr oder weniger locker aus und werde ab Mitte Mai auch nicht mit Maske in die „Alte Schmiede“gehen, sondern mir weiter die Livestreams, solange es sie gibt, ansehen und hoffentlich solange die Inzidenzen nicht zu hoch und ich wieder testlos zurück kann, in Harland radfahren.

In Österreich herrscht also Freude, da unter strengen Auflagen villeicht in drei Wochen geöffnet und dieImpfungen sollen auch schon angelaufen sein, so daß alle bis Sommer durcheimpft werden sollen, wird in Deutschland noch einmal die Notbremse gezogen und man soll dort nach acht oder neun ohne Jund nicht mehr auf die Straße dürfen.

Das gilt bei uns zwar schon seit November, aber man darf, wenn man es braucht, auch ohne Hund hinaus. Wo soll man aber hingehen, wenn alles geschloßen ist und, daß das Virus ab acht oder neun ansteckender, als vorher ist, ist auch irgendwie unlogisch und das dürften sich in Deutschland auch einige Künstler gedacht haben. Fünfzig dort und drei aus Österreich, Nina Pröll, Roland Düringer, Niki Ofczareck gehört, glaube ich, auch hinzu und haben ab Donnerstag unter dem Hashtag „Alles dicht machen“, Videos herausgegeben, die alle mit dem Satz „Ich heiße sowieso und bin Schauspieler/ in!“, beginnen und da setzt sich eine solche auf den Boden und erzählt von ihrer Tochter,der es jetzt angeblich viel besser geht. Die sitzt in ihrem Zimmer vor dem Computer, trägt aber plötzlich schwarz und geht nicht mehr hinaus. Die Mutter stellt ihr das Essen vor dieTür und kommt plötzlich darauf, sie hat es die letzten drei Tage nicht mehr hineingeholt.

“ Ach ja, die Pubertät“, schließt sie, glaube ich, bevor sie den Schlußsatz „Bleiben Siegesund!“, hinzufügt. Ein anderer Schauspieler bläst in eine Tüte, die Luft hinein, in eine andere hinaus undschützt sich dadurch vor Ansteckung. Dann wird nicht mehr aufgemacht, wenn draußen der Pizzdienst läutet und der Presse wird auch gedankt, daß sie einem durch ihre Beichterstattung und Angstmache das Denken erspart und so weiter und so fort. Die Presse tobte am nächsten Tag. Den Schauspielern wurde Verhöhnung der Intensivpatienten vorgeworfen und Instrumentalisierung durch die Rechten. Was das damit zu tun hat, müßte man auch einmal erklären und wurde auch von den Künstlern auch thematisiert, die sich den Applaus nur von links wünschen und dasPublikum dazu aufforderte, auf diese Seite zum Klatschen zu gehenl.

Da sind wir also bei der Satire, dem Humor und der Ironie mit dem ich mir ja sehr schwer tue, aber trotzdem die Videos nur gut finde. Denn wer wird hier verarscht? Die Kranken nicht, sondern den überzogenen Maßnahmen den Spiegel vorgehalten. Denn wem verhöhnt, die Mutter, wenn sie den Ausnahmeszustand ihrer Tochter schildert? Da braucht man nur auf die Kinderpsychiatrien gehen, um nachzufragen, wieviel depressive, mager-und computersüchtige Kindern es dort gibt und Milena Michiko Flasar hat ja auch schon vor Jahren ein Buch darüber geschrieben.

Endlich thematisiert das jemand, habe ich mir gedacht und war erstaunt, daß es pötzlich hieß, die Schauspieler haben alle beleidigt, sind geschmacklos und werden nie mehr im öffentlichen Rundfunk eine Anstellung finden.

„Uje, uje!“, könnte man da sagen und noch schlimmer ist, daß dann einige kurz darauf ihre Videos wieder zuücknahmen und sich entschuldigten „Ich bin kein Rechter und lasse mich selbstverständlich impfen!“

Uje, uje, es scheint aber trotzdem ein paar konstruktiven Stimmen und vielleicht sogar eine Diskussion darüber zu geben und das wäre ja die Chance endlich einmal über die Kollerationalschäden, die der Lockdown auslösen kann und auslöst hat zu reden und ich bin ja auch für die Freiheit.

Für das freiwilliige Tragen der Maske, wenn man das will, das freiwillige testen und keine Verpflichtung, das mit einem Test vorzuweisen, weil man einem nicht traut und man sonst vielleich sein ganzes restliches Leben lang zu Haus bleiben muß.

Also keine zwei Klassengesellschaft, obwohl ich es aushalten werde, die nächsten Jahre nicht zu verreisen und meinetwegen auch in keinem Restaurant zu sitzen, aber gut ist das wahrscheilich auch für meine Psyche nicht und höchstwahrscheinlich auch nicht notwendig und während ich mir die Videos hineinzog und von den geplanten Öffnungsschritten hörte, ist es bei mir in der letzen Woche sehr rund gegangen. Ist doch mein Computer, der ohnehin schon ein Jahr vor sich hinkränkelt am Mittwoch nicht mehr hochgegangen. Der neue ist zwar schon bestellt, hat aber Lieferschwierigkeiten und ist nicht zu bekommen, was mich in Panik versetzte, wie mache ich das dann mit dem Bloggen?

Jetzt ist er wieder repariert und geht vorläufig ausgezeichnet. Allerdings ist dann der Drucker kaputt geworden und der Ausdruck meines Corona-Texte-Buchs so verschmiert, daß ich ihn fast nichtmehr lesen kann. Da korrigere ich jetzt ja Fehler um Fehler und hoffe langsam damit fertig zu werden und bevor der Drucker eingegangen ist, hat mir der Alfred auch das Cover der „Mathilde“ ausgedruckt. Da gibt es dann ein recht marcialisches Demobild zu sehen und wenn der Drucker wieder funktioniert, könnte es auch bald eine Vorschau auf das neue Buch geben und wenn ich mit dem Korrigieren der Corona-Texte fertig bin, könnte man mich fragen, wie es mit meinen Schreiben weitergeht?

Da bin ich eigentlich nicht sehr hoffnungsvoll. Habe zwar vor ein paar Wochen ein paar Ideen aufnotiert, weiß aber nicht, ob ich damit wirklich weiterkomme? Also vielleicht doch ein paar Recherchetage, über den Donaukanal kann ich jetzt ja vielleicht wieder maskenlos laufen und die Bücherschränke inspiizieren und mit meinem Notiubuch herausfinden, ob ich da auf neue Ideen komme?

Irgendwie denke ich ja immer noch, ich bin ausgeschrieben und wer will mich lesen? Die Textvorstellungen in der „Alten Schmiede“ scheint es auch nicht mehr zu geben, auch wenn man dort vielleicht wieder einmal test- undmaskenlos auftreten können kann. Mal sehen, wie es wird, schreibe ich wieder. Vorläufig muß ich ohnehin meine Monatsabrechnun gmachen und auf der Bank meine Kontoauszüge beheben und da könnte ich, denn es tut sich auch in Wien, o Wunder, ein bißchen was, nämlich eine Kundgebung am Platz der Menschenrechte und ein Aufruf zum Widerstand gegen den Ausnahmezustand, wo Roland Düringer auftreten soll, Gerhard Ruiss und Hannes Hofbauer, der auch den „Lockdown 2020“ herausgegeben hat, unterschrieben haben, kurz kann ich da vielleicht hinschauen, dürfte aber nicht verhaftet werden, da um sechs und sieben eine telefonische Stunde. Also schön, daß sich auch in Wien etwas tut und ein ewiger Lockdown und eine ewige Entmündigung ist wohl keine Lösung, was tun wir also dagegen,wenn man nicht mehr demostriere darf?

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