Literaturgefluester

2021-05-16

Daheim

Buch zwei der Belletristikliste der für den „Preis der Leipziger Buchmesse“ nominierten Bücher. Iris Hanikas „Echos Kammern“ habe ich ja schon gelesen und war etwas verwirrt von dem verwirrenden Inhalt oder der verwirrenden Schreibweise und von der 1970 geborenen Judith Hermann, die durch ihre Erzählungen bekannt geworden ist und auch den „Erich Fried-Preis“ bekommen hat und ich muß schreiben, das Buch hat mir gut gefallen undwürde es, als einen eher leisen, verständlich geschriebenen Roman, der von den Katastrophen und Problemen, der heutigen Welt erzählt beschreiben. Das ist nicht ganz richtig, so einfach strukturiert ist er gar nicht, da ist, glaube ich, schon System dahinter und eine Metaphernvielfalt gibt es auch.

Die Ich-Erzählerin, sie hat, glaube ich, keinen Namen, springt gleich ein in das Sujet und erzählt von der zeit vor dreißig Jahren, als sie eine junge Frau war, richtig Mietz Medusa, die Romanfiguren wachsen mit ihren Heldinnen und diese Protagonistin ist, glaube ich, siebenundfünzig und vor dreißig Jahren hat sie in einer Einraumwohnung über einer Tankstelle gewohnt und in einer Zgarettenfabrik gearbeitet. Sie hat sich geweigert „Mahlzeit!“, im Betrieb zu sagen, wurde daher abgemahnt und galt als rebellische Person. Eines Tages oder Abends ging sie in die Tankstelle, um etwas einzukaufen und wurde da von einem alten Mann angesprochen, der ihr anbot seine AAssistentin zu werden. Er war Zauberer und wollte sie in eine Kiste legen und dort zersägen. Es gab einen Probelauf im Beisein seiner Frau dann lud er sie ein mit ihm auf eine Tournee auf ein Kreuzschiff nach Singapur zu fahren.

Das war vor dreißig Jahren. Sie ist nicht gefahren, sondern hat einen Otis geheiratet und eine Tochter namens Ann bekommen. Jetzt hat sie beide verlassen und ist in ein Haus am Meer gezogen und arbeitet bei ihrem Bruder, der dort eine Kneipe hat, als Kellnerin. Dem Otis schreibt sie kurze Nachrichten, mit Ann die durch die Welt reist, hat sie Skypekontakt und weil sie einmal nachts, die Türe, die sie versperrt hat, offen fand, kauft sie Pfeffersprax und legt ihn unters Bett.

Die Nachbarin Mimi, eine Bildhauerin, die nackt auf der Wiese tanzt, beruhigt sie, das ist nur der Wind. Es gibt aber auch ein Tier imHaus, einen Marder wahrscheinlich, Mimis Bruder ein Schweinebauer, baut für sie eine Falle auf, aber darin fängt sich nur eine Katze und ein Vogel und die Falle erinnert sie an die Kste, in die sie damals gestiegen ist.

Eine andere Kiste gibt es auch noch, in die wurde Nike, die zwanzigjährige Freundin des sechzigjährigen Bruders, ihren Beschreibungen nach, in ihrer Kindheit von ihrer Mutter oft gefangengehalten und Sascha und die Erzählerin mußten auch oft auf den Stufen des Wohnhauses auf die Mutter warten, wenn die sich ihre Freiheit nahm und daher nicht daheim war, wenn sie aus der Schule kamen.

Mimi erzählt ihr einer Sage von einer Nixe, die von Fischern aus dem Meer gezogen und dann gequält und gefoltert wurde, so daß, die den Sturm dann in die Gegend schickte. Jetzt gibt es aber keinen Regen mehr, die Fische kann man sich auch nicht mehr besorgen und die Erzählerin knüpft eine vorsichtige Beziehung zu Mimis Bruder an. Mit seinem Vater Onno freundet sie sich auch an und Nike wird eines Tages überfahren auf der Straße gefunden.

Da ist der Sommer schon fast vorbei, die Erzählerin hat sich eingelebt,also angekommen und läßt jetzt freiwillig ihre Haustür offen und ich denke mir, so geht es auch, so kann man auch heute noch einen Roman schreiben, der fesselt und auch die gewünschten Geheimnisse hat und dabei hatte ich doch das Vorurteil Judith Hermann könne keine Romne schreiben. Da habe ich mich, glaube ich, getäuscht.

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