Literaturgefluester

2021-06-01

Buchpräsentation statt Fest

Am neunundzwanzigsten Mai ist Gerhard Ruiss, der Dichter, Schlagersängerund Geschäftsführer der IG Autoren siebzig geworden. Herbert J. Wimmer ist das schon am zweiten Mai und normalerweise hätte es da wahrscheinlich große Feste gegeben. Aber in Zeiten, wie diesen ist das nicht erlaubt, obwohl das Lteraturhaus, die „Gesellschaft“und die „Alte Schmiede“ ab neunzehnten Mai, glaube ich, wieder Publikum zu lassen darf. Mit FFP2-Maske und den 3Gs plus Registrierung natürlich. Aber ein Fest mit Buffet ist, glaube ich, erst ab ersten Juli möglich, wenn die Zahlen,die ja jetzt unerklärlich sinken, Publikum zulassen.

Aber eine Buchpräsentation im Literaturhaus, dem Heimspiel, wie Robert Huez, der Literaturhausleiter in seiner Einleitung erklärte, ist möglich, hat doch die „Literaturedition Niederösterreich“, wahrscheinlich auch zum Siebziger, des in Ziersdorf Geborenen, einen Gedichtband „lieber, liebste, liebes, liebstes. Andichtungen“ herausgegeben und den „H. C. Artmann-Preis“ hat er schon 2020 bekommen, zumindestens wurde der ihm da zuerkannt. Die Preisverleihung mag wohl pandemiebedingt auch verschoben worden sein. Zumindestens erzählte Klaus Zeyringer, der Moderator etwas von einer restlos ausverkauften Veranstaltung am 14. Juni „Bei der Sie daher nicht teilnehmen können!“

Und ich dachte „Sind wir schon soweit, daß man sich bei Preisverleihungen zukaufen muß?“

Anmelden und registrieren wahrscheinlich. Aber mit Maske gehe ich ohnehin nicht hin und bestehe für mich auch frei und widerständig auf das vierte G. Also habe ich mir die Veranstaltung per Stream angeschaut und war, kann ich anmerken, da kurzzeitig die einzige Zuhörerin. Dann sind noch drei dazugekommen und im Literaturhaus waren brav mit Maske und im Schachbrettmuster auch ein paar Köpfe zu sehen und ich kenne den 1951 Geborenen schon lang.

Wahrscheinlich seit den Siebzigerjahren, seit dem ich ja versuche in den Literaturbetrieb hineinzukommen, Mitte achtzig wurde ich ja für die Generalversammlung der IG-Autoren nominiert und bin seither immer regelmäßig hingegangangen. Beim Volksstimmefest und auch bei der „Poet Night“ hat er regelmäßig seine eher kurzen politischen Gedichte vorgelesen, Oswald von Wolkenstein neu übersetzt,vieleGedichtbände herausgebracht und ist natürlich das Gesicht der Literatur als Geschäftsführer der IG-Autoren, der ja glaube ich auch das Literaturhaus durchsetzte, da warich auch aufdem Eröffnungsfest, wo Hilde Havlicek mit Jack Unterweger tanzte.

Eine Zeitlang war er, glaube ich, auch bei den Grünen und bei den GVs hat er immer, was ich sehr lustig fand, reine Monologe gehalten, hat auch viel gearbeitet und einmal ein Burnhout bekommen.

Ein Tausendsassa und einer der mir sehr viel geholfen hat, weil ich ihn bei meinen Autorenproblemen öfter um Rat fragte. So hat er meine wenigen Verlagsvertrage durchgesehen, bei „Paul und Paula“ interveniert und bei der letzten GV, die es gegeben hat, habe ich auch versucht auf meine selbstgemachten Bücher mit meinen Selfpublisherantrag aufmerksam zu machen. Die Pandemie hat verhindert, daß ich das weiter verfolgen konnte.

Gerhard Ruiss ist aber auch im Corona-Jahren sehr engagiert gewesen, hat auf verschieden Künstlerdemonstrationen Reden gehalten und seine Texte vorgetragen und jetzt eine Feier oder Buchpräsentation, die er mit Klaus Zeyringer fast choreofieartig durchführte. So wurden zweiunddreißig Gedichte, aus dem Band, der durchaus nicht nur Liebesgedichte enthält, vorgetragen. Gerhard Ruiss las vor. Dann kam eine Frage oder ein Gespräch. Eine launige Conferance sozusagen. Dann wurde das Gedicht wiederholt und zwischendurch erzählte Klaus Zeyringer auch von den „Kanzlergedichten“.

Und auch das Gedicht an das ich mich gut erinnern kann, daß ich ihn einmal auf dem Volksstimmefest lesen hörte, als ich dort noch nichtgelesen habe „Revolution Hast den aufmüpfigen Tonbei meinem Ja-Wohl gehört!“, wurde von Klaus Zeyringer zitiert. Gerhard Ruiss hat wohl wirklich eine eigene poetische Sprache.

Er betonte das Verdichten und Verkürzen. Seine Vorbilder sind Ernst Jandl, Erich Fried, H.C. Artmann, aber auch in Brecht und Erich Kästner und am Schluß überreichte Werner Richter, von der Übersetzer-IG einen Blumenstrauß und Robert Huez ein Schokoladesortiment und Gerhard Ruiss verkündete, was mich ein wenig wunderte, daß er vor einigen Tagendas zweite Mal geimpft wurde, damit er wieder beweglich ist.

Nun ja, nun ja, wenn man öffentlich auftreten will, bleibt einem wohl nicht viel anderes über! Ich wünsche also alles Gute zum Geburtstag, habe ihm das schon gemailt und Antwort bekommen und bin jetzt wieder gespannt, wann und wo ich Gerhard Ruiss wieder live erleben werde. Die GV 2021 hat ja noch nicht stattgefunden.

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