Literaturgefluester

2021-06-12

Ein Bachmann-Text?

Filed under: Glosse,Literaturbetrieb — jancak @ 01:04
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Nächste Woche findet wieder der „Bachmann-Preis“statt. In Klagenfurt werden, glaube ich, die Juroren Insa Wilke, Mara Delius, Vea Kaiser, Klaus Kastberger, Brigitte Schwens-Harrant, Philipp Tingler und Michael Widerstein, im ORF-Studio sitzen, die vierzehn Autoren von denen ich Nava Ebrahimi, Nadine Schneider, Julia Weber, Magda Woitzuck und seit kurzem auch Lukas Maisel kenne, werden zugeschaltet und ich, das habe ich, in meinen „Bachmannpreis-Geflüster“ schon geschrieben habe oder würde da auch gerne lesen. 1982, als es noch den „Arbeitskreis schreibender Frauen“gegeben haben, hat Brigitte Guttenbrunner dort gelesen und ich kann mich erinnern, daß ich mit ihr darüber gesprochen habe.

„Da kann man sich nicht bewerben!“, hat sie mir gesagt!“

Das hat sich inzwischen geändert. Zwei oder dreimal habe ich meineTexte auch an die Juroren geschickt und irgendwann hieß es dann, wenn man das tut, muß man eine Verlagsempfehlung beilegen. Ich weiß nicht, ob das noch gilt. Hätte die auch nicht und seit ich blogge, auch keine unveröffentlichten Texte wahrscheinlich, was ja eine der Teilnahmebedingungen ist, weil ich das meiste in meinen Blog veröffentliche oder in den Schreibberichten, die jeweiligen Works on Progress kommentiere und dann sind sie den Juroren wahrscheinlich zu trivial, zuwenig abgehoben, zu wenig experimentell und haben wahrscheinlich auch Rechtschreib- und Grammatikfehler, weil mir das nicht so wichtig ist.

Aber ich würde noch immer gern dort lesen, obwohl ich mit meinem Geburtsjahr wahrscheinlich zu alt dazu bin. Gut, Helga Schubert, die Vorjahrssiegerin war noch viel älter, aber die saß vorher in der Jury und dann wird mich keiner einladen. Zweitens würde ich wahrscheinlich auf Grund und Boden kritisiert werden und das muß ich nicht haben. Schaue mir das Preisgeschehen aber schon lange Online an, fiebere mit, gebe meine Empfehlungen, blogge darüber und habe einmal auch einen diesbezüglichen Text geschrieben, mit dem ich mich dann für einen Preis einer Schreibwerkstatt geworden habe, den ich auch nicht gewonnen habe.

Einmal, ich glaube, in dem Jahr als Cornelia Travnicek, deren Schreiben ich sehr intensiv verfolgte, gelesen hat, habe ich zeitgleich an „Kerstins Achterln“geschrieben und bin dann, da war ich in Harland und bin anschließend mit dem Rad dieTraisen entlanggefahren und habe mir gewünscht, einmal lädt mich jemand vielleicht auch als Jurorin ein und, als sich Cornelia Travnicek, als sie noch nicht eingeladen war, darüber ärgerte, daß es nur neun statt der ausgeschriebenen Literaturkurskanditaten gab, habe ich vorgeschlagen, daß sich die nicht Eingeladenen mit ihren Texten in den ORF-Garten setzen und auf eigene Faust ihre Texte lesen sollen.

Vielleicht kommt dann ein Juror und kommentiert sie, habe ich fabuliert. Heute würde ich denken, falsch, dennn Erstens sind jetzt ja Corona- Zeiten, also das meiste digital und Zweitens würde da wahrscheinlich der ORF die Polizei holen, die die Lesenden dann entfernt. Vielleicht verwendet die dann noch Pfefferspray und Wasserwerfer, denn wir leben ja in autoritären Zeiten.

Also keine Phantasien oder doch, denn jetzt hätte ich vielleicht einen Text, kann den aber nicht nur mangels eines Verlags, nicht einreichen, weil die Glücklichen längst ausgewählt, aber ich bin vorige Woche mit dem Korrigieren fertig geworden.

Die „Mathilde im Coronaland“liegt in derDruckerei. Die Corona-Texte sind beim Alfred und könnten vielleicht noch anwachsen, denn Corona ist mit den 3 Gs, der Maskenpflicht und dem indirekten Impfzwang noch lange nicht vorbei. Ich habe aber schon mit dem Schreiben des nächsten Textes anfgefangen. Das geht, kann ich verraten, erstaunlich gut voran, auch wenn mich meine Leser jetzt vielleicht erinnern, daß ich immer schreibe, daß ich ausgeschrieben bin.

Aber als vor einigen Monaten Mieze Medusa in der „Alten Schmiede“ sagte, daß es keine älteren Autorinnen oder Protagonistinnen gibt, habe ich eine Großmutter-Sohn-Enkeltochtergeschichte konzipiert und dann darauf vergessen. Am Freitag habe ich mir die Notizen hervorgeholt und gedacht, jetzt gehe ich erst einmal ein Monat recherchieren und feiere dreizehn Tage mein „Literaturgeflüster“ bevor ich in die Sommerfrische gehe, dann bin ich am Wochenende auf eine Antiimpfungzwangdemo gegangen, wo es seltsamerweise keine Masken gab und die Polizei sehr zurückhaltend war und am Sonntag auf den Karlsplatz, nachdem der Samstagabend ein Platzverbot hatte, weil am Freitag einige Jugendliche dort feierten und Flaschen auf Polizisten warfen, die in Kampfmontur aufmarschierten.

Das waren möglicherweise vorläufig meine Recherchen, denn ab da habe ich geschrieben und geschrieben. Drei Szenen, zehn Seiten und 4483 Worte habe ich schon. Das Ganze wird „Wie wir waren oder hundert Seiten Depression“ heißen und wer es wissen will, Corona spielt natürlich wieder eine Rolle.

Da kann eine realistische Autorin, die in der Gegenwart schreibt, gar nicht anders. Denn die Amelia Spielberg, die in Weitra bei der Großmutter lebt, fragt sich, ob sie als Corona-Maturantin zu der verlorenen Generation gehört? Die Großmutter Lore, eine alte Feministin, wird demnächst siebzig und schreibt an ihren Memoiren und ihr Sohn Richard, ein stellvertretender Chefredakteur wurde von seiner Zeitung entlassen, weil er auf einer Corona-Demo gesichtet wurde und macht jetzt ein Online-Portal auf. Die Amelia will Gender studeren und zieht nach der Matura nach Wien zu ihren Vater und da geht sie als Erstens auf den Donaukanal oder zum Karlsplatz, um sich die verbotenen Corona-Parties anzusehen.

Zehn Seiten habe ich schon und drei Szenen, das wäre wohl ungefähr die dreißigminütige Lesezeit. Es ist aber ein Ausschnitt aus einem Roman und sehr realistisch und Corona gilt höchstwahrschauch nicht als literarisch taugliches Thema. Wenn ich meinen Text noch hinschicken könnte und da ich keine Maske trage, werde ich mich auch nicht in den ORG-Garten setzen und mich dann von der herbeigeholten Polizei mit Pfeffer bespritzen oder verhaften lassen, weil ich keinen drei G-Paß habe. Also bleibe ich zu Hause, höre mir das Preislesen an und kann dann, weil das in Wien sein wird, wenn es aus ist, statt Rad fahren, meinen Text weiterschreiben oder ihn mir auch laut vorlesen. Aber das könnte ich wahrscheinlich nur am Freitag tun, weil wir am Samstag in der Krongasse ausmalen wollen.

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