Literaturgefluester

2021-07-07

Das Duell

Filed under: Bücher — jancak @ 00:58
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jetzt kommt ein Geburtstagsbuch au dem Jahr 2019, ja ich bin spät daran, denn da habe ich mir von der Anna ja einen „Thalia-Gutschein“ schenken lassen, mir fünf Bücher dort besorgt und erst den „Hammer“ davon gelesen. Jetzt kommt Volker Weidermanns, dem FAZ- oder Spiegelredakteur, der das literarische Quartett geleitet hat „Ostende“, „Träumer“, über die Weimarer Rebublik geschrieben hat, „Duell“, die Beziehung zwischen dem deutschen Kulturpapst Marcel ReichRanicki und dem Nobelpreisträger Gunter Grass daran. Und das ist ja zweifellos ein Buch,das mich interessiert, habe ich ja, glaube ich, sogar ein Buch Reich Ranickis über Günter Grass, habe ein paar seiner „Quartette“, ich bin ja keine Fernsehfrau, gesehen, sein Buch „Mein Leben“ gelesen und nach seinem Tod, 2013, den sehr berührenden Film darüber gesehen.Von Günter Grass habe ich glaube ich, einiges, aber nicht sehr viel gelesen, ihn einmal bei einer Ausstelungseröffnung im Wien Nuseum, wo er grüßend hereingekommen ist, er war damals, glaube ich, schon Nobelpreisträger und auch später einige Male in Leipzig gesehen.

Volker Weidermann beginnt mit einem Foto,wo zwei alte Herren in Lübeck zeigt, als Grass „Weites Feld“ erschienen ist, das ich gelesenhabe, hat MRR es im „Quartett“ zerissen, was dann auf dem „Spiegel-Cover“ abgebildet war und als sie sich das letzte Mal gesehen habe, hätten sie sich, wie, einer ausrief, umarmen sollen,es aber nicht getan.

Dann geht es in die Jugend und in das dritte Reich zurück, denn der eine wurde ja 1920 in Wloclawek, der andere 1927 in Danzig geboren, MRR oder Marcel Reich, wie er damal hieß, war der Sohn einer von der deutschen Literatur sehr begeisterten Mutter, die ihm die Liebe zu dem Land beibrachte. Der Neunjährig ewurde in das Land Goethes geschickt, machte dort Abitur und wurde noch bevor er studieren konnte, nach Polen ausgewiesen, lebte dort mit seinen Eltern in der Wohnungseines Bruders, der Zahnarzt war, lernte seine Tosia kennen, deren Vater sich erhängte, wurde, als die Deutschen kamen, Dolmetscher im Judenrat, wurde ins Ghetto einquartiert, wo er die Todeslisten schreiben mußte. Seine Eltern wurde deportiert, er floh mit Tosia im Februar 1943 überlebte den krieg durchs Geschichten erzählen bei einem Arbeiterpaar und meldete sich dann mit Tosia bei der polnischen Armee, wo sie in der Zensurabteilung beschäftigt waren, während GG in Danzig ein begeisteter Hitler-Junge, aber auch von der deutschen Literatur sehr begeistert war, beide haben viel gelesen und Karl May, glaube ich, nicht besonders gemocht, grass hat sich dann, bevor der Kunstbegeisterte studieren konnte, mit siebzehn zur Waffen SS gemeldet, worüber er lang geschwiegen hat und sich erst später in der „häutung der Zwiebel“,glaube ich,outete. er wurde 1948 an der Kunstakademie in Düsseldorf aufgenommen,seine Anna heiratete, die 1954 mit seiner Schwester, seine Gedichte an die „Gruppe 47“ schickte, worauf er dann dort eingeladen wurde. Er lernte dort die Bachmann und Celan kennen, ging mit Anna nach Paris, wo er an seiner „Blechtrommel“ zu schreiben begann.Reich-Ranicki oder Ranicki wie er seinen Namen in Polen umwandeln mußte wurde erst 1994 entlarvt, daß er für den polnischen Geheimdiest gearbeitet hat. Er ging mit Toisia als Botschafter nach London, wurde dort aber, weil zu arrogant und nur über Literatur und Musik schwafelnd, diffamtiert ,zurück beordert, kam ins Gefängnis wo er Anna Sehers „Siebentes Kreuz las, die neben Thomas Mann ein weiteres Idol für ihn wurde. 1958 lernte er im Hotel Bristol inWarschau Günter Grass kennen, den er zuerst für einen bulgarischen Agenten hielt. Bei der Gruppe 47 gewann die „Blechttrommel“ aber den Ppreis der Gruppe. Reich Ranicki, derinzwischen nach Deutschland zurückgekehrt war,veriß und hielt „Katz und Maus“ den dritten Teil, der „Danziger Trilogie“ für das bessere Buch, schrieb in allen Redaktionen wieder unter den Namen Reich Kritiken und stieg bald, als haber Pole, halber Deutscher und ganzer Juder zum gefürchtesten Kritiker Westdeutschlands auf, der alles wollte, nur nicht als unterwürfig und sich als Bittsteller gebärdend.

Das Duell, der Konkurrenzkampf zwischen Kritiker und Staatsdichter, der manchmal auch als privat bezeichnet wird, Weidermann nennt es auch Boxrunden,geht weiter, Grass schreibt den dritten Teil seiner Danzinger Trilogie, schreibt auch Gedichte, die außer die, die politisch sind, MMR gefallen, Grass beginnt für Willy Brandt, dem SPD-Politiker Partei zu ergreifen und erregt sich auch über den Bau, der Berliner-Mauer am 13. August 1961 und empört sich da über das Schweigen der Schriftsteller, etwas, was man, wie vieles andere, in dem Buch, auch auf die heutige Situation beziehen kann.

Nach den „Hundejahren“ kam das „Tagebuch einer Schnecke“, da ist, glaube ich, MRR als Geschichtenerzähler verewigt. Dafür will er Honor, bekommt ein Auqarell versprochen und einen „Butt“ serviert. Er haßt zwar Fische und hat Angst vor den Gräten. Der nächste große Roman wird aber erscheinen und MRR bekommt endlich in der FAZ eine fixe Anstellung. In der Hamburger „WELT“ hat man sich vor den „Rabauken“ gefürchtet. Er geht dann auch in Pension, und bekommt das „Literarische Quartett“ als Gegenleistung. Da wird dann zuerst das Indientagebuch, denn dorthin ist GG vor MRRs scharfer Zunge geflüchtet, zerrissen. Später passiert das dann, wie schon beschrieben mit dem „Weiten Feld“, den Fontane-Roman, der in den Neunzigerjahren, nach dem Zerfall der DDR erschienen ist und eine lebenslange Haßfreudschaft scheint geboren.

1999 ist dann MRRs berührende Biografie herausgekommen,der den arroganten überheblichen Kritiker in einem anderen Licht sehen ließund GG hat den Nobelpreis bekommen. Da gab es, glaube ich ,noch einen Kampf bezüglich der Gratulation und dann kommt es, schreibt Weidermann zu der Frage, wer den Kampf grwinnt?

Der, der länger lebt? Das wäre Günter Grass der am 13. April 2015 in Lübeck gestorben ist, da waren wir gerade in Ungarn, Marcel Reich-Ranicki, da gab es vorher noch den Skandal um den Fernsehpreis, den er nicht genommen hat und Werbung für das Telefon hat er, glaubeich, auch gemacht, ist am achtzehnten September 2013 gestorben, war aber älter.

Also hätte er das Duell wenn es wirklich eines gegeben hat, gewonnen, der eine hatte eine Holocaust- Vergangenheit und ist dann zum scharfen deutschen Kritikergeworden. Der andere hat seine Hitler Jugend vielleicht nie kompensiert, hat sich dem Realsozialismus und der SPD zugewandt und so waren die beiden, die beide aus Polen kamen, sehr verschieden und ich schließe das Leseerlebnis mit der Feststellung, daß ich mehr GG lesen sollte und auch das „Mein Grass-Buch“ wiederlesen., Ich habe da ja einiges in den Regalen, aber leider keine Zeit. Die Weiderische Kurzfassung ist wahrscheinlich nurein Ersatz und eine Erinnerung und, daß es keine Kritiker mehr a la MMR gibt, bin ich eigentlich sehr froh, denn ,ich glaube, daß niemand beurteilen, kann was jetzt ein gutes oder ein schlechtes Buch ist. Dieses füge ich an, war aber interessant und wieder viel gelernt.

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