Literaturgefluester

2021-08-22

Eine überraschende Begegnung

Filed under: Textbeispiel — jancak @ 00:09
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„Wir müssen uns sehr anstrengen, um der sehr viel ansteckerenden Delta-Variante zu entkommen und uns nicht im Herbst im von uns allen so gefürchteten vierten Lockdown wiederzufinden!“ erklärte der imposante etwa Fünfzigjährige im weißen Ärztemantel energisch und schaute sowohl entschloßen, als auch grimmig vor sich hin.

„Jeder von uns muß sein Schärfchen dazu beitragen, um der drohenden Gefahr zu entgehen und kann das auch, denn die Losung heißt, Impfen, impfen, impfen, nur so können wir den Kampf gewinnen und unsere Freiheit sowie unser altes oder neues normales Leben zurückzuerhalten und da befinden wir uns noch immer in einer Krise, nämlich in einem Impfscheckentempo! Vom Impfweltmeister sind wir zur lahmen Ente gworden und haben beispelsweise am letzten Sonntag nur fünfundertfünfundachtzig Erststiche gesetzt und sind da schon an letzter Stelle Europas gelandet! Haben nicht einmal noch eine Durchimpfungsrate von sechzig Prozent erreicht und müßen mindestens fünfundachtzig haben, also anstrengen, anstrengen, anstrengen, um dieses Ziel zu erreichen und da kann und das ist die gute Nachricht in diesem Pessimismusszenario! Jeder von uns kann sein Schärfchen dazu beitragen, weil ja jeder wahrscheinlich noch ein – oder zwei Ungeimpfte kennt und die gilt es zu überzeugen! Denn das wissen wir, daß das hilft! Nur so haben wir vor einigen Jahren, den Eintritt in die EU geschafft und das müßen wir jetzt wiederholen! Also liebe schon geimpfte Österreicher, gebt euch einen Ruck und sprecht mit euren noch nicht geimpften Schwestern, Ehemännern, Kollegen und überzeugt sie von der Wichtigkeit sich immunisieren zu lassen,!“ sagte er und brach ab, um jetzt etwas freundlicher dreizusehen, während Lotte Füchsel, die in ihrem schwarzen „gesund, frei widerständig“ statt 3G-Leiberl vor dem Fernseher saß, immer noch skeptisch wirkte und den Kopf schüttelte.

„Vielen Dank Herr Professor Knirsch!“, hörte sie jetzt die Moderatorenstimme, die von einer blonden jungen Frau, die ein tiefausgeschnittenes rotes Kleid trug und den Zuschauern erklärte „Das werden wir uns sicher zu Herzen nehmen, was unser bekanntester Starvirologe, der uns eben wieder über die Lage der Nation informierte, riet, denn es ist ja wirklich sehr einfach mit den noch nicht so Informierten zu sprechen und sie aufzukären, wie wichtig die Impfung ist, um einen schönen Herbst und Winter zu erlebenn!“, behauptete sie und Lore Füchsel schüttelte nochmals den Kopf.

„Dabei habe ich gedacht, die Impfung wäre der Gamechanger, die uns allen unser normales Leben zurückbringt, wenn alle ein Impfangebot haben, ist der Spuk vorbei und jeder wieder für sich selbstverantwortlich! Aber jetzt gibt es Gerüchte, daß dann nur mehr Geimpfte Lokale, Restaurants und Veranstaltungen besuchen dürfen und ganz Radikale sprechen sogar schon davon, daß das auch auf den Lebensmittelhandel und die anderen Geschäfte ausgedehnt werden soll, so daß man gar keine Chance mehr haben wird, der Impfung zu entkommen, weil die Schlinge immer enger zugezogen wrd und dabei häufen sich die Studien und die Berichte, daß die Geimpften genauso ansteckend wie, die Ungeimpften sind und, daß in den Intensivstationen Israels, die ja die unbestrittenen Impfweltmeister sind, schon sehr viele doppelt Geimpfte liegen!“, seufzte Lotte Füchsel und stand auf, um den Fernseher abzudrehen.

Denn noch war es nicht so weit. Noch war erst August und der Naschmarkt stand noch auch für ungeimpfte Maskenlose offen, so daß sie einkaufen konnte,um nicht gänzlich von Erika, die das sonst für sie erledigte, abhängig zu sein und es warauch gut, um sich abzulenken, an die frische Luft und auf andere Gedanken zu kommen, wenn die Schlinge schon so eng geworden war und man in den sogenannten Mainstreammedien, nichts mehr anderes, als impfen, impfen, impfen hörte und eine Bedrohungssituation aufbaute, die Angst machen und spalten konnte und das war nicht gut, denn Angst war ein schlechter Ratgeber! Das hatte sie schon in ihrer Bachblütenausbildung gelernt. Also tief durchatmen, die Jacke nehmen, die Handtasche und den Einkaufskorb, um die vielleicht letzten Tage Freiheit zu genießen und spazieren gehen. Frische Luft einatmen, denn auch das war gesund und stärkte die Abwehrkräfte, so daß sie sich vielleicht doch nicht, wie auch der Bundeskanzler vo rein paar Tagen gedroht hatte, sich unvermeidlich anstecken würde und wenn doch, kam sie mit einem Schnupfen davon, wie sie den schon öfter gehabt hatte, denn sie stärkte ja ihre Abwehrkräfte, ernährte sich genund, aß Zitronen und Orangen und das würde sie auch jetzt tun, dachte Llore Füchsel entschloßen eine Stunde später, als sie mit ihrem vollen Einkaufskorb, in dem sich Weintrauben, Melonen, Äpfel, Tomaten und ein paar Gurken befanden,vor dem kleinen Park Halt machte, der zwischen ihr und ihrer Wohnung lag. Eine kleine Rast einlegen und ihre Gedanken ordnem, bevorsie nach Hause ging, sich einen Vitamincocktail und einen griechischen Salat bereiten würden, um sich dann an den Schreibtisch zu setzen oderdas nächste Video, das sie mit Richard drehen wollte, vorzubereiten.

Im Park war es still undruhig. Ein paar Kinder spielten Fußball. Einige junge Mädchen saßen mit einem Kaffeebecher auf den Bänken und unterhielten sich kichdernd und sie suchte sich einen freien Platz auf dem siesich ausruhen und trotzdem den immer noch geforderten Abstand halten konnte.

„Setzen Sie sich zu mir junge Frau! Ich beiße nicht und bin auch nicht ansteckend!“, hörte sie plötzlich die Stimme eines alten Mannes,der mit seinen weißen Haaren und den buschigen Augenbrauen einen vertrauensvollen Eindruc kmachte und ihr zu zwinkerte, als hätte er ihre Gedanken erraten.

„Ich beiße nichtund komme Ihnen auch nicht zu nahe! In jeder Weise, in der das geschehen könnte, tue ich das nicht! Denn ichhabe den Zenit meines Lebens, das heißt, meinen fünfundachtzigsten Geburtstag schon hinter mir, bin Witwer und dreifacher Großvater und ich bin auch nicht ansteckend, auch wenn ich, trotz meiner Risikogruppenangehörigkeit, noch nicht geimpft bin, denn ich bin ein Rebell! Aber das sind Sie, wie ich an ihrem T-Shirt sehe, auch! Frei, gesund, widerständig, kann ich trotz meiner schon etwas schwachen Augen lesen und da blitzen auch meine Gehirnzellen auf! Sie sind die Frau Füchscel vom „CGDF-Kanal“, den ich, da staunen Sie, was, mir in meiner Seniorenwohnung immer mit Vergnügen ansehe! Aber jetzt habe ich vergessen, mich Ihnen vorzustellen und in meiner Geschwätzigkeit alle Höflichkeiten, die ich schon in der Schule gelernt habe, außer Acht gelassen! Verzeihen Sie dem alten Greis seine Unachtsamkeitich! Hans Knirsch ist mein Name!“,sagte er und fügte, als er Lottee Erstaunen bemerkte, fast vergnügt hinzu „Sie kombinieren richtig! Ich bin der Vater des berühmten Starvirologen, der jetzt fast täglich im Fernsehen zur Impfung treibt und über den Sie sich bestimmt schon geärgert haben und somit das schwarze Schaf der Familie, wie es der Philip meint.“

So das war vielleicht der Beginn meines neuen“Work in Progreß“ und fünften Corona-Romans, das „Seitengewitter“heißen könnte und das versprochene Lore Füchsel- Schmankerl, wenn das Bloggen Angesichts der geringen Lesekapzitätund der mangelnden Veranstaltungsbesuchsmöglichkeiten nicht so schnell geht, um das inzwischen üblich gewordene tägliche Geplauder zu bieten. Seien wir gespannt wie es weitergeht, denn das war eine Premiere und der Text im Blog begonnen, weil ich ja noch an meiner „Alten Frauen Geschichte“ korrigiere.

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