Literaturgefluester

2021-08-28

Stadtspaziergang, Torten essen mit Ruth und Afghanistandemo

Filed under: Alltagsgeplauder,Schreibbericht — jancak @ 20:49
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Ich bin ja am Mittwoch mit dem Korrigieren der „Hundert Seiten“ fertig geworden, am Donnerstag habe ich das „Corona-texte-Buch“ durchkorrigiert und am Freitag habe ich dann meine Fenster beziehungsweise die Wohnung geputzt.

Die üblichen Rituale halt, wenn ich mit einem Text fertig bin und der nächste folgen kann. Das der „Seitengewitter“ heißt, habe ich auch schon geschrieben. Ja bei mir gehts wie am Fließband zu und üblicherweise mache ich zwischen den beiden Texten ein paar Recherche-oder Schoppingtouren, was diesmal vielleicht ganz besonders zu empfehlen ist, weil ich ja Strohwitwe bin und außer den Stoff für den neuen Text ist es sicher gut Wien im 3G Rausch zu erkunden, also, wo ich was zu essen bekomme und überhaupt ein bißchen fortzugehen, um meine Abwehrkräfte zu stärken. Schwierig ist da vielleicht noch, daß ich unter der Woche nicht so gerne weggehe, denn ich habe mir ja Bücher bestellt und wenn die kommen und ich bin nicht da, kann ich sie mir nicht abholen, ohne eine Maske aufzusetzen, was ich ja nicht will.

Also das Wochenende dazu nützen und da hatte ich ohnehin von der Ruth eine Einladung zur Jause und bezüglich der Post Glück gehabt, denn es ist ein Buch gekommen, aber da war ich noch zu Hause und, daß ich auch ein bißchen auswärts essen will, habe ich, glaube ich, auch schon geschrieben. Also „Nordsee“. Da kann man sich von der Budel etwas holen und wenn man sich nicht in den Gastgarten setzt, muß man auch keinen Impfpaß hervorholen und auf der Kärntnerstraße, wo ich war, gibt es auch Bänke.

Die Stadt war erstaunlich gut gefüllt, wahrscheinlich bin ich, weil ich ja wie eine Erimitin lebe, die Menschenmassen nicht mehr gewohnt. Ich habe mir eine Box mit Garnelen und Kartoffeln geholt. Da waren zwei Sauce Tatare Becher darin und bin dann zum Donaukanal hinuntergegangen. Da war es ziemlich leer. Also auf eine Bank gesetzt und mein jetzt grau geblümtes Buch, das ich von irgendwo bekommen habe, herausgeholt und ein bißchen aufnotiert.

Das ist auch ein Buch im Doppelpack, also zweiseitig benutzbar. Da konnte ich auf der einen Seiten schreiben, wasich so erlebe. Die Ausladung vom Volksstimmefest beispielsweise und, daß ich denen heute morgen , noch dazu wo sich der Andi Pianka bei mir meldete, ein Mail geschickt habe und auf der anderen Seite, die Plotnotizen und da bin ich gleich ein bißchen gehangen, denn die Grundidee ist ja, auch nichts besonderes Neues. So ein Chefivirologe, der im Fernsehen schreit „Impfgegner sollen scheißen gehen! Wir nehmen Ihnen nicht die Freiheit weg, enteignen sie nicht, aber wenn sie sich ihrer Bürgerpflicht entziehen, können sie eben nicht Kaffeetrinken gehen und ihr Leberkässemmerl überall essen!“, mit einer 3G Verweigerin zusammenzubringen und da hatte ich ursprüglich an die Lotte Füchsel von den „Hundert Seiten“ gedacht. Ich habe da ja schon eine Einstiegsszene geschrieben und da war es auf einmal nicht der Starvirologe Philip Knirsch, der solches äußert, sondern dessen Vater, der ehemalige Primar und Psychiater Hans Knirsch, den sie in einem Park trifft. Der klärt das Corona-Rätsel auf, hatte ich noch vage gedacht. Aber eigentlich wollte ich eine Liebesgeschichte zwischen Lotte und Philip entwickeln, aber die lebt ja mit Richard Schwarz zusammen, also brauche ich überhaupt die Lotte?

Die zweite oder erste Szene könnte sein, daß sich Hans Knirsch, der sich in seiner Seniorenresidenz mit Oberschwester Elfriede streitet, weil er sich nicht testen und auch nicht Maske tragen will, über die Äußerungen seines Sohnes, der ihm den Umzug in die Seniorenresidenz überhaupt erst schmackhaft machte, ärgert. Und in der ersten Szene,die ich nochmals schreiben muß, trifft die Masken- und Tests verweigernde achtunddreißigjährige Alberta Weissmann, von Beruf Übersetzerin auf Hans Knirsch. Sie ärgern sich beide über Hans Sohn und Alberta schreibt ihm dann ein Mail, das er nicht beantwortet. Hans Knirsch bekommt inzwischen einen Anruf von seinen Enkeltöchtern Tanja und Hannah, denn Philip Knirsch will den zwölfjährigen Felix impfen lassen und die wollen das nicht und dann geht die Übersetzerin nach ihrer Übersetzungsarbeit noch ein bißchen spazieren und trifft im Rathaus- oder anderen Park Philip Knirsch und eine Liebes- und Verwechslungsgeschichte bahnt sich an.

Da ist viel Corona dabei und diesmal sogar das Hauptthema, tut mir leid! Also wieder kein Text für das Volksstimmefest und es ist auch noch ziemlich unausgegoren. Trotzdem war der Recherchegang erfolgreich und dann ist noch ein junger, wahrscheinlich ausländischer Mann auf mich zugekommen und hat mir erklärt, daß er mich beobachtet hat und mich kennenlernen will.

„Ich bin aber ziemlich älter!“, habe ich geantwortet.

„Macht nichts!“ -„Mir schon!“ und ich hätte schon den Dialog, der vielleicht beim Volksstimmefest gefordert war oder eine Szene für den nächsten Text und dann zur Ruth zur Jause. Der Kuchen war gut und ein Glas Sekt hat es zu Beginn auch gegeben und später ein Glas Wein. Die Ruth hat mir erählt, daß sie wieder in der Aufnahmejury der GAV ist und sich da nächste Woche zu einer Sitzung trifft. Das ist auch so ein wunder Punkt von mir und ich habe ihr das mit der Ausladung erzählt, beziehungsweise hat sie mir vorgelesen, daß ich schon in der Volksstimme angekündigt bin. Im „Falter“ auch. Sie hat die Einladung nicht bekommen und sie hat auch die Idee geboren, daß ich vielleicht deshalb ausgeladen wurde, weil mein Text nicht der Dialogform entsprach, wie im Programm angekündigt stand.

Das wäre eine Möglichkeit. Ich habe das mit dem Dialog nicht so verstanden oder eher als Gruppenreaktion interpretiert. Aber da hätte es Vernetzungstreffen geben müßen. Sei es wie es sei. Die Torten waren gut. Der Kaffee auch und „Gehen wir nach draußen?“, hat die Ruth um viertel fünf gefragt

„Ja!“, habe ich geantwortet. Denn um vier gabs wieder eine Afghanistan-Demo bei der Oper. Da waren vielen afghanischen Burschen und Mädchen da und noch einmal zur Ruth zurück um ein Glas Wein zu trinken und sich über die Corona-Situation zu unterhalten. Das Notizbuch ist gefüllt und morgen kann ich noch einen Recherchetag beziehungsweise eine Büchertour machen. Vielleicht bei einem Würstlstand etwas essen, um dann am Montag mit dem Text zu beginnen, beziehungsweise mir die Charakterbögen auszudrucken und schauen, ob schon Buchpreis-Bücher kommen.

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