Literaturgefluester

2021-09-26

Das neue Werk?

„Uj, geht das schnell!“, werden jetzt vielleicht meine Kritiker sagen.

„Da hast du ja erst vor einer Woche dein Opus Magnum angekündigt und hattest da gerade dreißig Seiten oder etwas darüber und jetzt geht es schon an das neue Werk? Was ist da los und sei langsamer und genauer!!““

Das kann nicht schaden, das hat mir schon 1972 ein Betreuer des Sprachcamps gesagt, das ich damals in den Sommerferien in St. Malo/Frankreich machte, denn da habe ich voraus gelernt, um die Französisch-Matura besser zu bestehen, aber mit vielen Fehlern. Sei langsamer, aber manchmal kann man nicht aus seiner Haut heraus und ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob ich mich zu etwas zwingen soll, was mir vielleicht nicht liegt.

Also das Opus Mgnum, das Seitengewitter, der fünfte Corona-Text, wenn man das „Corona Texte Buch“, da aus „Literaturgeflüster-Texten“ zu diesem Thema besteht herausnimmt. Fünf Bücher über Corona? Wer hätte das im Frühjahr 2021 gedacht? Da habe auch ich geglaubt, ich gehe im September wieder maskenlos in die „Alte Schmiede“

Jetzt denke ich, ich gehe nie mehr dorthin und ganz ehrlich, auch wenn es ein wenig verwunderlich klingt, es ist mir egal. Aber gut, noch gibt es den Stream und Bücherberge gibt es auch und die werden wohl auch für den Rest meines Lebens so bleiben.

Corona ist auch geblieben und verschärft sich zunehmend. Keine Rede wahrscheinlich, daß dasvorrüber ist, wenn sich jetzt endlich nach all dem Druck,der da aufgebaut wird, direkte oder indirekte Impflicht, 3G am Arbeitsplatz und lehnt man einen angebotenen Job mit Impfpflicht ab, wird das Arbeitslosengeld gesperrt und ab ersten Oktober gibt es in Wien neue Verschärfungen um es den Nichtgeimpften noch ein bißchen ungemütlicher zu machen und die Daumenschrauben noch mehr anzuziehen. Ich bin ja in der „glücklichen Lage“, das mich das nicht so sehr betrifft, weil als Masken und Testverweigerin und trotzdem die Gesetze einhaltend ohnehin schon seit März 20 im Lockdown und habe mich darin arrangiert. Der Alfred geht einkufen und manchmal testen, Stunden mache ich telefonisch und in die „Ate Schmiede“ streame ich und fahre, um gesund zu bleiben Rad in Harland an der Traisen und gehe in Wien hauptsächlich aus dem Haus um auf die Bank zu kommen und dazwischen lesen und schreiben. Das „Literaturgeflüster“ ist mein Fenster zu welt und das Thema Corona packt mich sehr und läßt mich mit den schon erwähnten fünf literarischen Corona- Texten nicht aus.

Das hätte ich auch nicht gedacht und als ich im März 2020 meine Dreiecksgeschichte Corona bezogen geschrieben habe, habe ich ja an einen dystopischen Roman gedacht, weil ich mir die Pandemie damals nicht anders vorstellen konne und mich im dystopischen Raum gefühlt habe. Das geht aber nicht, habe ich damals gedacht, denn ich stecke ja mitten drin und weiß nicht wirklich, was da rundherum passiert und wo an denStricken gezogenwird. Dann kam die Iidee das Leben einer Maskenverweigerin zu beschreiben. Also meine Situation und da ist die Mathilde in ein Nichtgeimpften-Ghetto gezogen und das ganze war ein utopischer Roman, den der Verleger ablehnte, weil zu unrealistisch.

Das war im November 2020, also im Rahmen des Nanowrimos, wo ich mir noch nicht vorstellen konnte, daß man da im Frühling nur mehr mit Test zum Friseur und ins Kafeehaus gehen kann und jetzt soll ja überall G1 kommen. Also ist das Nichtgeimpften-Ghetto schon da, auch wenn es „Vom sozialen Leben ausgeschlossen!“, lautet und man mit Maske immer noch in den Supermarkt gehen kann, weil das ja die lebensnotwendigen Bereiche betrifft. Die Arbeit wäre das ja eigentlich auch, also dort 3G und die Arbeitslosen kann man sowieso schikanieren, was meiner Meinung nach aber den Menschenrechten widerspricht, jemanden deshalb zur Impfung zu zwingen, wenn er das nicht will.

Das also beschreiben, aber wie macht man das, wenn man mitten drinnen sitzt? Im Buch drei habe ich noch die spanische Grippe und eine verstorbene Großtante dazu verwendet. In Buch vier ging es über Feminismus und Corona war nur Staffage habe ich gedacht, weil ich da ja keine maskenlose Gesellschaft simulieren wollte, wenn die Amelia nach ihrer Corona-Matura nach Wien zum Vater fährt, habe ich gedacht, denn der Text war so brissant, daß ich ihm nicht am Volksstimmefest lesen durfte und bei Text fünf dem „Seitengewitter“ ging es wieder um die Corona-Fragen, wie lebt es sich im Widerstand und was ist wenn eine solche Person auf einen Impf- und Maßnahmenprediger trifft, den man ständig im Fernsehen sieht und hören kann. Das interessiert mich wirklich, ob die, die da beispielsweise immer „Impfen, impfen imfpen!“, schreien, das auch wirklich so glauben. Was ich mir eigentlich nicht so ganz vorstellen kann, daß es wirklich die Zahlen hinunterdrückt, wen ich mit FFP2-Maske statt ohne oder normalen Mundscutz in den „Billa“ einkaufen gehe oder mich mit 3G in den Gastgarten setze.

Nun gut, ich habe es versucht und es ist mir nicht ganz gelungen oder doch vielleicht, weil eigentlich halte ich die Geschichte für gut, sie ist aber wieder anders geworden als geplant und sehr kurz. Kritiker aufgepaßt, noch bin ich auch nicht damit fertig, sondern habe etwa drei Szenen zu schreiben, bis ich wieder „Rohtext fertig!“, verkünden kann und halte derzeit bei 33 503 Worte, vierundsechzig Seiten und achtundzwanzig Szenen. Wenn ich also noch drei Szenen dazuschreibe, hätte ich einunddreißig und vielleicht vierzigtausend Worte, wo dann durch die Korrektur noch einige wegkommen, also wieder keine Nanowerimlänge und ein sehr kurzer Text. Soll so sein, denke ich, wenn das gut und spannend ist und aus der Begegnung mit dem Philip und der Alberta ist auch nicht so viel geworden. Da fürchte ich mich wahrscheinlich vor dem Kitschverdacht, wenn der Saulus dann ein Paulus wird und die arme Alberta reahbilitert.

Sie treffen sich aber schon, eßen beim AKH eine Käsekrainer und wahrscheinlich in der vorletzten Szene am Karlsplatz trinken sie einen Aperol Sprizter, wo die Alberta dann mit dem Phil die neuen Maßnahmenregeln, um die Ungeimpfen zu schützen, erörtern kann. Sie versteckt inzwischen Felix bei sich, aber Hans Knirsch hat inzwischen schon ein Treffen zwischen Sohn und Enkel mit Schwiegertochter in der Steinhofer Villa arrangiert, wo er inzwischen die Bibliothek benützt, das wäre dann die letzte Szene und der versöhnliche Ausgang den es bei mir offenbar auch immer geben muß.

Ich mache mir keine Illusionen, daß mir damit der erwünschte Durchbruch auch nicht gelingt, weil Erstens schaut ja wirklich niemand meinen Blog an, da hat der Uli schon recht und Zweitens ist der Text auch politisch brissant, weil er gegen den Mainstream schwimmt, der ja „Impfen, impfen, impfen!“, heißt und die Alberta ist ja ungeimpft und der Felix bleibt das wahrscheinlich auch und außerdem kann man derzeit wahrscheinlich noch immer nicht einen objektiven Corona-Text zu schreiben, weil ja mittendrin in der Sache.

Bei Buch drei habe ich es mit Rückzug versucht und die verstorbene Aloisa auftreten lassen, die ja die spanische Grippe hautnah erlebte. Jetzt habe ich auf einmal gedacht, ich muß in die Zukunft gehen, um die Corona-Krise zu beschreiben. Also beispielsweise nach New York und ins Jahr 2099, wo ich sicher schon gestorben bin, denn die Joana Bernard am 9.11. 2053, also hundert jahre nach mir in New York geboren, aber mit österreichischen Wurzeln, hat Regie und Drehbuch studiert und jetzt den Auftrag eine Drehbuch für einen Film über die Pandemie zu schreiben.

Das ist mir vor Kurzem eingefallen, während ich ja noch die erwähnten drei Szenen schreiben muß und dann das vielleicht als nächstes Buch. Als „Nanowiromo“ wird sich das nicht ausgehen, was auch gut ist, denn ich brauche, weil ja noch Mitten drinnen, sicher noch Zeit, um das Ganze einigermaßen objektiv zu schreiben und Zeit lassen bleibt wahrscheinlich auch das Thema, das mich durch den sechsten Corona-Text bringen soll, der ja lang und erfolgreich werden soll! Wieder mal schauen, ob und wie mir das gelingt!

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