Literaturgefluester

2021-12-27

Vom Ende zum Anfang

Filed under: Alltagsgeplauder,Schreibbericht — jancak @ 00:46
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Das Jahr geht zu Ende, das zweite Corona-Jahr, in dem sehr viel geschehen ist, 3G das Freitesten und das FFP2-Maskentragen ist gekommen und die Impfung. In diesem Jahr wurde durchgeimpft, wie es nur ging. Zuerst war zu wenig Impfstoff da, die Bürgermeister haben sich vorgedrängt, dann gabs genug und die Leute wollten nicht.

„Impfen, impfen, impfen!“, konnte man überall hören und die Sätze kamen, daß die Ungeimpften in kein Gasthaus, Kino oder Kaffeehaus gehen dürfen, denn wie komme ich dazu, neben einem Ungeimpften zu sitzen?

„Als ob die per se ansteckend wären?“, habe ich gedacht, aber da wurde nicht widersprochen. Dann stellte sich aber ganz vorsichtig heraus, daß die Impfung vielleicht doch kein Gamechanger ist, denn nach vier monaten kam es zu den Impfdurchbrüchen und ansteckend war man trotzdem auch, weil keine sterile Immunität, aber trotzdem, die Impfung wirkt! Sie ist der Gamemchanger und für alle, die alles richtig machten, wird es keinen Lockdown geben! Nur die ungeimpften werden ungemütliche Weihnachten haben, denn da müßen wir die Zügel enger schnallen! Dann kam aber doch für nur vier Wochen, der Lockdown für alle und danach die Weinachtsamnestie für die Ungeimpften, denn die dürfen dann doch zu Weihnachten ihr Haus verlassen und ihre Großmutter, etcetera, besuchen, aber die Sperrstunde für Silvester wird auf zehn herabgesetzt, denn da ist ja „Omikron“ in Anmarsch, das viel viel ansteckender ist und da kann ich mich erinnern, daß vor einem Jahr um diese Zeit gerade mal „Alpha“ kam, das viel gefährlicher als die Urvariante ist, deshalb kam auch das Freitesten und der Impfpaß und als Kanzler Kurz, dann das Ende vom Tunnel ankündigte, „Für Geimpfte ist die Pandemie vorbei!“ und einen schönen Sommer wünschte, war plötzlich „Delta“ da und jetzt sind durch den letzten Lockdown, die Zahlen wieder hinuntergegangen, die Restaurants und Geschäfte vorsichtig öffneten und da war dann, ich habe das ja fast schon erwartet, „Omikron“ da, das viel viel gefährlicher ist, da werden bald ein Drittel der Leute in Quarantäne sein und die Infrastruktur wird nicht mehr gewährleistet sein, aber impfen, impfen! Das hilft unbedingt, den dritten Buster, obwohl man da schon hörte, daß der dann vielleicht nicht bei „Omikron“ hilft!

Was tut man in dieser Zeit als schreibende Frau, die nicht so gerne Masken trägt? Schreiben, schreiben schreiben, denn das ist ja mein Fenster zur Welt, habe ich, glaube ich schon vor einem jahr geschrieben und auf diese Art und Weise halte ich wahrscheinlich auch den Schutzlockdown für Ungeimpfte aus, weil ich mich nach meinen Telefonstunden in die „Alte Schmiede“ oder in die „Gesellschaft“ streame und ich habe viel geschrieben.

Über Corona oder Covid 19 soviel wie wahrscheinlich kein anderer, ist doch jetzt gerade pünktlich zur Weihnachtszeit mein „Corona-Texte-Literaturgeflüsterbuch“ erschienen, wo man die Veränderungen zwischen März 2020 bis Oktober 2021 ganz gut beobachten kann und dann auch drei Bücher die bis jetzt darüber erschienen sind.

„Das Frühlingserwachen“, wo sich die Roswitha im Lockdown eins in ihren Assistenten verliebt, während die Vierundzwanzigstundenbetreuerin ihren an Alzheimerer erkrankten Mann Egon betreut. Buch zwei da „Braunrotkarierte Notizbuch“, das den eigentlich sehr schönen fast Corona freien 2020 Sommer schildert, wo man „Die Maskenpflicht muß wieder her!“, überall hören konnte.

In Buch 1 habe ich versucht, das dystopische an der Situation zu beschreiben, beziehungsweise habe ich den Egon eine Invasion vom Mars erleben lassen, als da plötzlich alle mit Maske und die Polizisten mit Maßstäben herumliefen.

„Mathilde im Coronaland“ beschreibt dann das Jahr 2020 mit dem Brief an die nie gesehene Enkeltochter, den Umzug in die NI- Wohnung und den Besuch der Großtante, die die spanische Grippe noch erlebte und in den Fünfzigerjahren an Krebs verstorben ist.

Zwei noch nicht veröffentlichte Texte gibt es auch, das „Wo wir waren oder hundert Seiten Depression“ wo ich die Veränderungen des Feminismus in die Corona-Zeiten“ verpackte und das „Seitengewitter“ geht noch ein bißchen weiter. Da war ich wohl vom Herrn Mucha und Herrn Bohrn Mena beinflußt die ja in den Medien „Wir wollen eine Impfpflicht!“ und „Wir sperren die, die das nicht wollen, nicht ein, nehmen ihnen auch ihr vermögen nicht weg, aber sie dürfen dann halt ihr Leberkäsesemmerl nicht überall essen!“, ausriefen.

Das ist jetzt geschehen und keinen scheints zu stören, nur die Wiener Gastronomen, die vorige Woche noch geschlossen halten mussten und beobachten, daß da am Karlsplatz angeblich ein paar Ungeimpfte sich ihren Punsch von Geimpften holen ließen, während am Christkindlmarkt beim Rathaus, die Security steht, die mehr oder weniger „Ungeimpfte hier unerwünscht!“, ausrufen.

Darüber läßt sich herrlich schreiben.

„Du dokumentierst das für dein Enkelkind!“, hat die Ruth einmal gesagt und ich denke, das stimmt. Da gibts bei mir viel nachzulesen. Aber trotzdem ist es schwierig,, das hab ich schon geschrieben, über etwas zu schreiben, wenn man so mittendrin in der Sache steckt. Das habe ich schon vom „Frühlingserwachen“ gemerkt, daß das doch kein richtiger dystopischer Roman geworden ist, bei der „Mathilde“ wars dann ähnlich und jetzt nach dem „Seitengewitter“ oder dem Korrigieren der „Corona-Texte“ kam der November und ich dachte ,soll ich jetzt beim „Nanowrimo“ mitmachen? Nein, denn ich habe da ja noch korrigiert. Am Fünfzehnten war ich aber fertig und habe dann doch das Nächste angefangen, denn da war ja schon die Idee diesmal von der Zukunft ins Jahr 2021 zurückzugehen. Denn 2099 oder 2053 weiß man schon genau, wie es damals war und wie es zu Ende gegangen ist.

Stimmt natürlich. Aber noch sind wir nicht so weit und wenn die Drehbuchautorin Joana Bernard von NY auch nach Wien geschickt wird, um über den EDV Techniker Andreas B. zu schreiben, der da, weil ohne Maske in einer Tankstelle war und aufgefordert wurde, diese aufzusetzen, wild um sich herumgeschossen hat. Das ist, glaube ich, in Deutschland so passiert. Also schreibt die Joana über einen Wiener Neustädter Tankstellenüberfall und verbindet das auch noch mit dem Schicksal ihres Ururugroßvaters Jakob Mandelbaum, den wir ja von den „Wiener Verhältnissen“ meinem ersten „DigiBuch“ kennen.

Das gibt wahrscheinlich wirklich Stoff für einen Monsterroman habe ich gedacht oder gehofft und habe losgeschrieben. War dann Ende November bei der Hälfte, da hatte ich die Handlung schon von 2099 auf 2053 zurückverlegt und dann hatte ich plötzlich zwanzigtausend Worte, über vierzig Seiten über zwanzig Szenen und war fertig, der Plot der nur angedeutet wurde, war geschrieben. Die Joana wieder in NY zurück und bei der Premiere trifft sie plötzlich Andreas Brunner nach dem sie in Wien ja verzweifelt suchte.

Das habe ich vor ein paar Tagen geschrieben und war nicht glücklich darüber. Zwanzigtausend Worte sind kein Roman und meine Texte werden immer kürzer. Ich bin wahrscheinlich ausgeschrieben und sollte es wahrscheinlich lassen oder neu anfangen ,umschreiben, erweitern. Zwei drei andere Stränge einfügen, habe ich gedacht das Ganze durchkorrigiert, einiges weggestrichen und dann noch eine Szene mit dem Ärztekammerpräsidenten und dem Ärztebrief, daß man zwar, wenn man Sorgen hat, zu seinem Arzt gehen soll und der nimmt einen die dann. Aber von der Impfung abraten darf er nicht, weil er sonst seine Zulassung verliert.

Nun ja, wieder mal entschlossen es so zu belassen. Sechsundvierzig Seiten habe ich jetzt, vierundzwanzig Szenen und 22.220 Worte und ich denke, ich werde es lassen. Ob ich das dann als eigenes Buch oder vielleicht zusammen mit Text vier und fünf herausgebe, darüber kann ich noch nachdenken und wenn ich dann in ein paar Wochen mit dem Korrigieren fertig bin und vielleicht auch das Cover habe, kommt dann gleich die nächste Frage, worüber werde ich als nächstes schreiben und da habe ich mir ja schon überlegt, wann ich und ob ich wieder über etwas anderes als über Corona schreiben werde?

Die Pandemie hat bei mir zu einschneidenden Veränderungen geführt, was mein literarisches Leben, das ja eigentlich keines war, betrifft, denn jetzt bin ich weg vom Fenster. Keine Lesung in diesem und im letzten Jahr, keine Liveveranstaltungen, also weg vom Fenster, wenn ich bei den O-Tönen höchstens beim Eingang stehe.

Was das Schreiben betrifft ist das aber anders, denn da schreibe ich ja soviel wie nie. Interessiert zwar immer noch niemanden und daß das über Corona schreiben vielleicht auch was Anrüchiges hat, habe ich auch schon lang begriffen.

Also gut, literarische Karriere gescheitert, das war es dann, auch wenn vielleicht noch ein einundfünfzigstes, zweiundfünzigstes oder was auch immer selbstgemachtes Buch dazu kommt, vielleicht auch ein zweites Corona-Texte-Buch und ob ich zum Schreiben aufhöre oder weiterschreibe , weiß ich noch nicht, weil mir das Schreiben ja sehr wichtig ist.

Noch habe ich ja das Korrigieren des „Arbeitstitel“ vor mir, das „Seitengewitter“ und die „Hundert Seiten“ müßen fertig werden und mein Blog, der ja, ich wiederhole es, mein Fester zur Welt ist, wird es auch weitergeben und es gibt, glaube ich, sogar ein paar Leute die ihn lesen.

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